Startseite Schwangerschaft Schwangerschaftskalender 23. SSW – In der 23. Schwangerschaftswoche wird der Platz knapper

23. SSW – In der 23. Schwangerschaftswoche wird der Platz knapper

23. SSW - Schwangerschaftswoche

Nachdem das Baby in der 22. SSW bereits erste Träume hat, geht es ab der 23. SSW (22+1 – 22+7) verstärkt um das Wachstum. Es wird Zeit, an die bevorstehende Geburt zu denken!

23. SSW:

Beim Baby:


  • Das Baby kennt ihre Mama schon besser, als sie vielleicht glaubt
  • Frühgeburten: mit intensivmedizinischer Betreuung können sie bereits überleben
  • Surfactant und die Kanalikuläre Phase
  • Die Wirbelsäule entwickelt sich weiter
  • Größe des Babys (SSL): rund 26 – 29 cm
  • BPD: rund 53 – 56 mm
  • Gewicht des Babys: ca. 540 – 570 Gramm

Bei der werdenden Mami:

  • Schwindel im Liegen
  • Haare färben in der Schwangerschaft
  • Lakritze schadet der fetalen Entwicklung
  • Die Schwangerschaft verändert das Gehirn der Mutter
  • Erstausstattung: Pflege
  • Alles zur anstehenden Entbindung: Der Pezziball
  • Gewichtszunahme: bis zu 11 kg

Das Baby kennt die Mama schon besser, als sie vielleicht glaubt

Euer Baby kennt nun schon alle mütterlichen Geräusche wie Atem-, Verdauungsgeräusche, Herzschlag und Stimme. Es reagiert darauf, und  wird sich all diese Geräusche bis zur Geburt sehr gut einprägen. Wenn ihr eurem Bauchzwerg jetzt mit Musik beschallt, oder ihm etwas vorsingt, dann wird er sich auch zwei bis fünf Wochen nach der Entbindung noch an diese Musik erinnern. Eine Studie des Zentrums für Kognitive Neurowissenschaft der Uni Salzburg stellte fest, dass die Gehirnwellen Säuglinge intensiv auf bekannte Geräusche reagieren. Die Gehirnwellen schwingen sich, nach Angaben der Wissenschaftler, in die Schwingungen der Musik, der Lieder, oder auch der mütterlichen Stimme ein. Die Forscher gehen davon aus, dass diese Reaktion dabei hilft, die Sprache schneller zu erlernen.

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Auch extrem unreife Frühchen können in der 23. Schwangerschaftswoche schon überleben

Dank innovativer intensivmedizinischer Geräte stehen die Chancen für ein Frühchen ab der 23. Schwangerschaftswoche sehr gut. Spezielle Kliniken für Frühgeborene können eine statistische Überlebenschance von 80 % vorweisen. Ein Grund dafür ist der Einsatz von Surfactant, einer lebenswichtigen Substanz, die dafür sorgt, dass die Lungenbläschen des Babys offen bleiben. Bis vor Kurzem wurden Frühgeborene noch intubiert. Dabei wurde eine Sonde bis zum Kehlkopf eingeführt, die es ermöglichte, das Kleine künstlich zu beatmen. Heute kommt man durch die Surfactant-Gabe in vielen Fällen schon ohne künstliche Beatmung aus. Damit fällt ein negativer Faktor für den weiteren Entwicklungsverlauf weg. Die maschinelle Beatmung über zwei Wochen hinweg ist mit ein Grund für einen eher negativen Entwicklungsverlauf.


Es ist jedoch auch heutzutage leider nicht gewiss, ob sich das Extrem-Frühchen im Gestationsalter von 23. Wochen geistig und körperlich normal entwickeln wird. Sie gehören nach wie vor zur Hochrisikogruppe 23. SSW – 27. SSW). Ein niedersächsisches Nachuntersuchungsprojekt, an der sich mehrere sozialpädriatische Zentren beteiligt haben, kommt auf das Ergebnis, dass bei Frühchen unter einem Gewicht von 750 g mit einer verlangsamten oder verringerten kognitiven Entwicklung zu rechnen ist. Ein Frühchen in der 23. SSW hat oft noch unter 500 Gramm.

Ein großer Einflussfaktor für die Entwicklung der Frühchen ist auch die Nachsorge. Eine gute Nachsorge kann Defizite, wie beispielsweise motorische Probleme, schnell durch geeignete Maßnahmen ausgleichen.

Geschichte von Arno Pollak aus dem Online-Kurier, erzählt von der Journalistin Gabriele Kuhn

„Die wohl allerschönste Geschichte erzählte mir übrigens Arno Pollak, Leiter der Uni-Klinik für Kinder- und Jugendheilkunde. Ich frage ihn, ob er manchmal erfährt, was aus den Winzlingen geworden ist. Er antwortete: „Nun, da war dieser junge, große Mann im dunkelblauen Anzug. Er stand plötzlich im Büro vor mir, um mir etwas zu erzählen. Es stellte sich heraus, dass er – als ich noch ein junger Arzt war – als Frühgeborenes mit 1.200 Gramm im AKH gelegen ist. Seine Mutter hat Tagebuch geführt, in dem sie diese Zeit dokumentierte. Dem Kind ging es schlecht, es schien todgeweiht. Sie hat geschrieben, dass ich nicht vom Bett des Babys gewichen bin und gesagt hätte: „Du bist ein Kämpfer und ich werde hier mit dir kämpfen.“ Das „Baby“ ist heute übrigens selbst Mediziner.“

Surfactant und die Kanalikuläre Phase

Von der 16. bis 25. SSW befindet sich die Lungenentwicklung in der sogenannten Kanalikulären Phase. In dieser Zeit entwickeln sich die Bronchiolen und die Lungenbläschen des Babys. Erst ab der 26. Schwangerschaftswoche beginnt die Säkulare Phase, in der die ersten richtigen Lungenbläschen gebildet werden. Die letzte Phase, einige Wochen vor der Geburt, wird Alveoläre Phase genannt. In der Kanalikulären Phase wird das erste Surfactant vom Organismus gebildet. Erst durch diese Substanz wird das Atmen und die Dehnung der Lungen überhaupt möglich. Bei extremen Frühgeburten ist es daher üblich, Surfactant zur Lungenreifung zu verabreichen.

Die Wirbelsäule entwickelt sich weiter

Die Wirbelsäule besteht aus 32-34 Wirbeln sowie 23 Bandscheiben, und erstreckt sich vom Kopf bis zum Becken. Sie ist das Achsenstützskelett des Körpers, und dient zur Abfederung von Bewegungen, zum Schutz des Rückenmarks und als Ansatzpunkt für Rückenmuskulatur und Bänder. Bei geradem Stand biegt sie sich S-förmig. Sie entsteht aus dem Endoderm, dem inneren Keimblatt, aus dem sich außerdem die Mundhöhle, das After, die Verdauungsdrüsen, die Schilddrüse, die Harnblase und die Harnröhre entwickeln. Im Zuge der Weiterentwicklung der Wirbelsäule in der 23. Schwangerschaftswoche wandert das Rückenmark weiter nach oben.

Schwindel im Liegen

Ein Schwindelgefühl kann in der Schwangerschaft hin und wieder einmal vorkommen. In den meisten Fällen handelt es sich um ein harmloses Phänomen. Während der ersten Monate der Frühschwangerschaft geht er oft mit Erbrechen und Übelkeit einher. Die Ursache dafür liegt im Allgemeinen beim Kreislauf, der in der Schwangerschaft erhöhter Belastung ausgesetzt ist. Auch die hormonelle Umstellung spielt dabei eine Rolle.

ACHTUNG!
Geht der Schwindel mit Herzklopfen, Kopfschmerzen und Sehstörungen einher, müsst ihr die Symptome durch einen Arzt abklären lassen!

Bei Schwindel im Liegen spielen nicht selten psychische Faktoren eine Rolle. Depressionen und Angststörungen führen oft zu Vertigo. Daneben kann es sich bei einem Drehschwindel auch um entzündliche Prozesse im Innenohr oder um eine Mittelohrentzündung handeln. Diese werden dann meist bei Bewegung des Kopfes ausgelöst.

Wenn während der Schwangerschaft der Schwindel im rechtsseitigen Liegen auftritt, kann es sich um einen gestörten Blutfluss handeln. In diesem Fall verschwindet der Schwindel, wenn man sich auf die linke Seite dreht.

ACHTUNG!
Schwindel im Liegen bedarf immer einer ärztlichen Abklärung!

Haare färben in der Schwangerschaft

Durch die hormonelle Umstellung werden bei manchen Frauen die Haare dichter, bei anderen werden sie matt und strähnig. Viele Frauen wünschen sich daher eine frisurtechnische Veränderung: Haare wollen gefärbt, getönt oder dauergewellt werden.

Experten raten im ersten Trimester vom Färben der Haare ab. Zu riskant ist der Einsatz aggressiver Haarfärbemittel für den Embryo, der sich gerade erst entwickelt. Ab dem zweiten Trimester spricht grundsätzlich nichts dagegen. Abgeraten wird aber von Haarfärbemitteln, die Steinkohlenteer enthalten.

TIPP:
Greift während der Schwangerschaft lieber zu pflanzlichen Haarfärbemitteln.

Lakritze schadet der fetalen Entwicklung

Eine Langzeitstudie aus Helsinki, Finnland hat einen Zusammenhang zwischen dem Verzehr von Lakritze und der Entwicklung des Ungeborenen im Mutterleib festgestellt. Demnach hat Lakritze möglicherweise einen schädigenden Einfluss auf die körperliche und geistige Entwicklung des Babys. Der Grund dafür wird in dem Stoff Glycyrrhizinsäure vermutet. Der natürliche Süßstoff aus der Süßholzwurzel erhöht die Cortisol-Konzentration des Feten. Tierexperimentelle Studien zeigen eine damit einhergehende verzögerte Pubertät sowie eine Störung der Fortpflanzung. Ebenfalls gut dokumentiert wurden Aufmerksamkeits- und Gedächtnisstörungen. Die Leiterin der Studie, Katri Räikkönen rät daher dringend vom Verzehr der Süßholzwurzel ab. Erschienen ist die Studie im Jahr 2017 im American Journal of Epidemiology.

TIPP:
Während der Schwangerschaft lieber auf Lakritz verzichten.

Die Schwangerschaft verändert das Gehirn der Mutter

Forscher sprechen in diesem Zusammenhang mit einem Augenzwinkern vom „Pregnancy Brain“. Wie eine Studie, die in der Zeitschrift Nature Neuroscience erschienen ist, besagt, verändert sich nämlich während der Schwangerschaft der Aufbau des Gehirns der werdenden Mutter. Diese Veränderung können von Neurowissenschaftlern so klar erkannt werden, dass schon allein durch den veränderten Aufbau des Gehirns festgestellt werden kann, ob eine Frau schwanger ist, oder nicht. Und zwar verändert sich das Gehirn insoweit, dass sie auf ihre Rolle als Mutter besser vorbereitet sind. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass diese Veränderung zu einer Verstärkung der Wahrnehmung sozialer Interaktion und zur besseren Gesichtserkennung führt. Diese Eigenschaften verhelfen der Mutter dazu, schneller Gefahren wahrzunehmen oder die Bedürfnisse des Kindes besser zu begreifen. Das Pregnancy Brain kann bis zu zwei Jahre so verändert bleiben. Danach bildet es sich wieder zurück.

Aber nicht nur die Schwangerschaft verändert das Gehirn. Auch die Geburt an sich ist an der Veränderung beteiligt. Es konnte festgestellt werden, dass es nach der Geburt zu einer deutlichen Struktur- und Volumenveränderung des Gehirns kommt. Während manche Frauen in der Schwangerschaft über Vergesslichkeit klagen, kommt es nach der Geburt zu einer Volumenvergrößerung des Hypothalamus, der Amygdala und des präfrontalen Kortex. All diese Hirnbereiche stehen im Zusammenhang mit mütterlicher Motivation, der Mutter-Kind-Bindung im Allgemeinen und der Emotionsverarbeitung.

Erstausstattung: Pflege

Welche Pflegeprodukte solltet ihr schon vor der Geburt zu Hause haben? Wir sagen es euch:

  • 1 Wickelkommode
  • 1 abwaschbare Wickelablage
  • 1 Packung Windeln, kleinste Größe
  • 1 Windeleimer
  • 1 Babybadewanne
  • 1 Badethermometer
  • 1 Babynagelschere
  • 2 – 3 große Badetücher (z.B. Kapuzenbadetücher)
  • 2 – 3 kleine Handtücher
  • 5 – 6 kleine Waschlappen
  • 1 Packung Öl- oder Feuchttücher
  • 7 Mullwindeln (Spucktücher)

Alles zur anstehenden Entbindung: Der Pezziball

Kreißsäle in öffentlichen Krankenhäusern bieten heute schon eine Vielzahl an Hilfsmitteln an, welche den Geburtsvorgang erleichtern können. Eines davon ist der Pezziball. Es handelt sich dabei um einen Gymnastikball, den die Gebärende auf verschiedene Arten benutzen kann. Sie hat die Möglichkeit, den gesamten Oberkörper daran abzustützen oder sich auf ihn zu setzen. Der Ball verhilft zu einer aufrechten Körperhaltung und öffnet bei gespreizter Beinhaltung den Geburtskanal. Der werdende Papa kann sich dabei hinter die Frau stellen, und ihr mehr Stabilität geben. Kreisende Bewegungen auf dem Pezziball können schmerzlindernd wirken.

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Zuletzt aktualisiert am 19.10.2017

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