Startseite Schwangerschaft Schwangerschaftskalender 16. SSW – In der 16. Schwangerschaftswoche legt der kleine Organismus weiterhin viel Energie in die Entwicklung des Gehirns

16. SSW – In der 16. Schwangerschaftswoche legt der kleine Organismus weiterhin viel Energie in die Entwicklung des Gehirns

16. SSW - Schwangerschaftswoche

Ab der 15. SSW konzentriert sich der Organismus eures Babys neben der Ausreifung der Organe vorwiegend auf die Entwicklung des Gehirns. Auch in der 16. SSW (15+1 – 15+7) bestimmt diese Entwicklung den kleinen Menschen.

16. SSW:

Beim Baby:

  • Die Lungenentwicklung macht einen weiteren Entwicklungssprung.
  • Der individuelle Fingerabdruck entsteht.
  • Die Gehörknöchelchen verfestigen sich.
  • Die Großhirnrinde (Cortex) bildet sich aus.
  • Größe des Babys (SSL): ca. 9,4 – 11 cm
  • BPD: rund 31 – 39 mm
  • Gewicht des Babys: ca. 90 – 146 Gramm

Bei der werdenden Mami:

  • Gratulation! Ihr seid am Ende des vierten Schwangerschaftsmonats angekommen!
  • Die dritte Vorsorgeuntersuchung steht an!
  • Gewichtszunahme: bis zu 6 kg
  • Thromboserisiko senken

Der nächste Entwicklungssprung der Lunge beginnt jetzt

Nach der so genannten pseudoglandulären Phase tritt die Lunge ab der 16. Schwangerschaftswoche in die kanalikuläre Phase ein. Es entwickeln sich aus den Endbronchiolen (Bronchioli terminalis), das sind feine Verästelungen im Bronchialsystem, mikroskopisch kleine Kanälchen (Canaliculi) aus, aus denen das Gewebe (Lungenparenchym) entsteht, welches nach der Geburt letztendlich für die Atmung zuständig sein wird.

INFO:
Bereits ab der 10. Schwangerschaftswoche, gegen Ende der Embryonalphase, kann man das Heben und Senken des Brustkorbes beobachten, das vom Atemzentrum im Gehirn gesteuert wird. In dieser Phase läuft der Prozess jedoch noch umgekehrt ab: Wenn sich das Zwerchfell zusammenzieht, bewegt sich der Thorax nach innen.

Die Entwicklung der Verästelung ist um die 25. SSW abgeschlossen. Danach folgt die säkkuläre Phase der Lungenentwicklung.

Euer Baby hat jetzt seinen individuellen Fingerabdruck

In der 16. SSW steht der Fingerabdruck eures Kindes bereits fest und wird sich ein Leben lang nicht mehr verändern. Als sich kurz nach der Verschmelzung von Samenzelle und Ei die Organe zu entwickeln begonnen haben, bildeten sich die Gliedmaßen des Babys mehr und mehr aus. An den Innenseiten der Handflächen wuchsen Gewebepölsterchen, die sich nach einiger Zeit wieder zurückbildeten. Dadurch entstehen die charakteristischen Linien, die von Mensch zu Mensch verschieden sind.

Die norwegische Biologin Kristine Bonnevie entwickelte bereits 1927 die bis heute umstrittene Entstehungstheorie, dass es sich bei dem sich bildenden Mustern um Hautschichten handelt, die in einem unterschiedlichen Tempo gebildet werden.

Die Individualität des Fingerabdrucks gilt sogar für eineiige Zwillinge. Zwar sind ihre genetischen Merkmale völlig gleich, aber die Fingerabdrücke ähneln sich in den meisten Fällen nur. Das führt Wissenschaftler zu der Annahme, dass die Bildung des Fingerabdrucks nicht nur genetisch bedingt ist. Nach einer holländischen Studie könnte die Zusammensetzung des Fruchtwassers eine besondere Rolle bei der individuellen Ausprägung der feinen Wirbel, Kreise und Linien spielen.

Wissenschaftler spielen Handleser

Heute gehen Wissenschaftler schon so weit, anzunehmen, dass man aus der Rillenstruktur die Veranlagung bestimmter Krankheiten, wie beispielsweise Diabetes, herauslesen kann. Zu dieser Theorie kommen Forscher dadurch, dass sich die Wirbel und Linien zur gleichen Zeit entwickeln wie bestimmte Organe, zu denen beispielsweise die Bauchspeicheldrüse gehört.

Die Verknöcherung der Gehörknöchelchen hat bereits begonnen

Die Gehörknöchelchen im Mittelohr (Ossicula auditüs) bestehen aus mehreren winzig kleinen Knochen. Zu ihnen gehören der so genannte Steigbügel, Hammer und der Amboss, die alle in der Paukenhöhle, einem Raum hinter dem Trommelfell, liegen. Alle Gehörknöchelchen zusammen dienen der Weiterleitung mechanischer Schwingungen zum Innenohr, und dem Schutz des Innenohrs vor Schalldruck. Ab dem 4. Monat beginnt die Verknöcherung des Hammers. Auch der Steigbügel und der Amboss beginnen ab der 16. SSW damit, sich auszubilden. Im 7. Monat ist die Verknöcherung so gut wie abgeschlossen.

Die Großhirnrinde bildet sich aus

Die Großhirnrinde (Cortex) ist die äußerste Schicht des Gehirns. Die Entwicklung derselben bezeichnet man als Kortikogenese. Der Cortex ist besonders reich an Nervenzellen. Die Nerven- und Gliazellen, aus denen das zentrale Nervensystem besteht, sind für die Versorgung des Gehirns verantwortlich. Ab der 16. Schwangerschaftswoche wandern bestimmte Nervenzellen nach außen und beginnen damit, die Cortexplatte zu bilden. Die Großhirnrinde ist ausschlaggebend für komplexe Fähigkeiten wie Kreativität, Motivation, Spontanität, Aufmerksamkeit und die Verinnerlichung sozialer Normen.

Die ersten neun Monate entscheiden über das Schicksal des Kindes mit

Eine ungesunde Lebensweise trägt dazu bei, dass das Kind bereits in diesem Stadium mit vielerlei Leiden geprägt wird, die sich später im Leben herausbilden können. Auch Stress während der Schwangerschaft spielt eine Rolle bei der Entwicklung der Persönlichkeit des Babys. Man weiß heute, dass das Stressverarbeitungssystem des ungeborenen Kindes durch die Mutter mitgeprägt wird. Die Neigung zu Krankheiten wie Diabetes und Herzinfarkt wird jetzt bereits gelegt. Hier entscheidet sich, wie stark das Immunsystem des kleinen Menschen zukünftig sein wird.

Dass pränatale Einflüsse lebenslange Spuren hinterlassen können, steht fest. Welche Faktoren dabei einen besonderen Stellenwert einnehmen, bleibt derzeit noch im Verborgenen. Es gibt eine Studie über den Zusammenhang von mütterlichen Stress und der Entwicklung von Allergien des Babys. Eine weitere Studie sieht einen Zusammenhang zwischen mütterlichen Depressionen und der Stresstoleranz des Kindes. Forscher aus Konstanz haben herausgefunden, dass Kinder, deren Mütter von ihren Partnern körperlich oder seelisch misshandelt werden, mit einem veränderten Erbgut auf die Welt kommen. Man könnte sagen, dass durch die von der Mutter ausgeschütteten Stresshormone (z.B. Cortisol) dem Kind signalisieren, dass es in einer unsicheren Umgebung aufwachsen wird. Diese Kinder sind dann oft ängstlicher und verschlossener als andere Kinder ihres Alters.

Mutter-Kind-Bindung kann Stress korrigieren

Ist die Bindung zwischen Mutter und Kind besonders intensiv, können negative Folgen aufgrund der mütterlichen Cortisol-Ausschüttung korrigiert werden. Positive Bindungen können jedoch auch mit anderen Bezugspersonen, wie beispielsweise mit dem Vater oder der Großmutter, hergestellt werden.

Der vierte Monat ist bald geschafft!

Jetzt, wo ihr schon fast das vierte Monat (13. – 16. SSW) hinter euch habt, kann man sehr gut erkennen, dass ihr schwanger seid. Das Bäuchlein wächst und wächst. Ihr könnt bereits jetzt bis zu 6 kg zugenommen haben. Die Kleidung passt nicht mehr, und ihr werdet jetzt modische Umstandskleidung tragen.

Schön langsam könnt ihr euch auf das 5. Schwangerschaftsmonat einstellen.

Die dritte Vorsorgeuntersuchung steht an!

Jetzt wird die dritte gesetzliche Mutterschaftsvorsorgeuntersuchung fällig. Hier werden wieder alle regulären Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen, wie gehabt, durchgeführt:

  • Das Größenwachstum der Gebärmutter wird überprüft.
  • Die Größe des Kindes wird gemessen.
  • Die Lage des Kindes wird überprüft.
  • Der Nachweis der Herztöne des Kindes wird erbracht.
  • Der Nachweis der Bewegungen des Kindes wird erbracht.
  • Beine und Hände der Mutter werden auf Ödeme und Krampfadern untersucht.
  • Die Gewichtszunahme der Mutter wird dokumentiert.
  • Der Blutdruck wird gemessen.
  • Mit einer Urinprobe werden riskante Erkrankungen ausgeschlossen.
  • Die Öffnung Muttermundes wird kontrolliert.
  • Das Scheidensekret wird auf Entzündungen überprüft.
  • Sollte bei der letzten Überprüfung der Rötel-Titer keinen ausreichenden Schutz aufgewiesen haben, wird die Blutuntersuchung bei der dritten Vorsorgeuntersuchung wiederholt.
HINWEIS:
Ein gesetzlicher Ultraschall ist in dieser Zeit nicht vorgesehen. Er kann jedoch als zusätzliche Leistung privat bezahlt werden.

Wie kann das Thromboserisiko während der Schwangerschaft gesenkt werden?

Während der Schwangerschaft ist das Thromboserisiko erhöht. Auch dann, wenn ihr nicht raucht oder ungesund lebt. Der Grund liegt bei der verminderten Blutgerinnung, durch die sich der Körper vor zu viel Blutverlust während der Geburt schützt. Das „dickere Blut“ und der langsamere Blutfluss erhöhen aber auch die Wahrscheinlichkeit eines Blutgerinnsels auf das Zehnfache. Ihr könnt dennoch aufatmen. Das höchste Risiko besteht in den ersten drei Monaten. Und die habt ihr ja bereits hinter euch.

Solltet ihr aufgrund einer Risikoschwangerschaft zum Liegen verdonnert worden, oder in eurer Bewegung stark eingeschränkt sein, ist das Risiko weiterhin erhöht.

TIPP:
Wenn ihr euch unsicher seid, fragt bei eurem behandelnden Arzt gleich jetzt, bei der 3. Vorsorgeuntersuchung nach, wie es um euer Thromboserisiko bestellt ist.

Weitere Risikofaktoren sind:

  • Schwangerschaft im Lebensalter ab 35. Jahren
  • Raucherinnen
  • BMI über 30

Um das Thromboserisiko zu schützen, gibt es einige prophylaktische Maßnahmen:

  • Bewegung an der frischen Luft
  • Viel Wasser trinken
  • Kompressionsstrümpfe

Nur in Ausnahmefällen wird der Arzt zu einer medikamentösen Behandlung raten.

ACHTUNG:
Ein Antikoangulans sollte spätestens nach Eintritt der Wehen nicht mehr eingenommen werden.

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