Startseite Schwangerschaft Schwangerschaftskalender 5. SSW – In der 5. Schwangerschaftswoche errechnet der Frauenarzt den voraussichtlichen Geburtstermin

5. SSW – In der 5. Schwangerschaftswoche errechnet der Frauenarzt den voraussichtlichen Geburtstermin

5. SSW - Schwangerschaftswoche

Nachdem in der 4. SSW der Schwangerschaftstest positiv ausgefallen ist, habt ihr euch meist schon einen Termin bei eurem Gynäkologen bestätigen lassen. In der 5. Schwangerschaftswoche (4+0 – 4+6) fände euer Baby größenmäßig zwar noch Platz in einem Samenkorn, ist jedoch auf dem Ultraschall bereits erkennbar.

5. SSW:

Beim Baby:

  • Gegen Ende der 5. SSW beginnt das kleine Herz zu schlagen.
  • Größe des Babys: ca. 2 mm.

Bei der werdenden Mami:

  • Das zweite Schwangerschaftsmonat hat begonnen.
  • Nach der Erstuntersuchung wird euch der Mutterpass ausgehändigt.
  • Der Arbeitgeber muss noch nicht informiert werden.
  • Frühschwangerschaftssymptome nehmen zu.
  • Entscheidet euch, wer euch durch die Schwangerschaft begleiten soll.
  • Folsäuretabletten weiterhin einnehmen.

Außerdem:

  • Noch immer gilt das Alles-oder-Nichts-Prinzip.

Euer Baby entwickelt sich bereits

In der 5. SSW ähnelt euer Baby einem bauchlinks gekrümmten Würmchen. Die drei Keimblätter haben sich gebildet und verändern sich im Laufe der nächsten Tage so, dass das Neuralrohr damit geschlossen werden kann, aus dem sich in weiterer Folge das Gehirn des Babys entwickelt.

Was ist das Keimblatt?

Neues Leben entsteht aus einem Zellcluster. Dieser Zellcluster teilt sich in der 5. SSW in drei verschiedene Keimblätter auf. Die drei Keimblätter enthalten bereits alle Informationen zur Bildung von Organen, Drüsen, Blutkörperchen, Bindegewebe, Skelettmuskulatur, Haut, Nervensystem und Gehirn. Unterschieden werden das innere (Entoderm), äußere (Ektoderm) und mittlere (Mesoderm) Keimblatt. Das äußere (Ektoderm) und das innere Keimblatt (Entoderm) bilden sich bereits in der 3./4. SSW, das mittlere Keimblatt (Mesoderm) in der 5. SSW. Ihr könnt euch das grob bildlich wie eine sich in drei Teile aufspaltende Kugel vorstellen, die sich von außen nach innen entwickelt. Zuletzt entfaltet sich die mittlere Schicht, in der sich alle Anlagen zur Entwicklung des Herzens befinden.

Reihenfolge der Bildung allen menschlichen Gewebes

  1. Ektoderm (3./4. SSW):
  • Haut und Haaranlagen
  • Hypophyse
  • Milchdrüsen
  • Peripheres Nervensystem
  • Schweißdrüsen
  • Sensorisches Epithel (für alle 5 Sinnesorgane)
  • Zahnschmelz
  • Zentrales Nervensystem
  1. Entoderm (3./4. SSW):
  • Innere Auskleidung der Harnblase
  • Innere Auskleidung des Atmungstraktes
  • Innere Auskleidung des Verdauungstraktes
  • Mandeln
  • Nebenschilddrüse
  • Schilddrüse
  • Thymus (Teil des Immunsystems)
  1. Mesoderm (5. SSW):
  • Bindegewebe
  • Blut- und Lymphgefäße
  • Herz
  • Innere Organe
  • Knochen
  • Knorpel
  • Muskulatur, quergestreift
  • Urogenitalsystem
  • Wirbelkörper
  • Wirbelsäule

Was ist das Neuralrohr?

Schon seit etwa dem 15. Lebenstag haben sich erste primitive Nervenstränge gebildet, die in weiterer Folge die Voraussetzungen für das Bewusstsein und die Körperfunktionen schaffen.

Das Neuralrohr entwickelt sich aus der Ektoderm (bereits in der 4. SSW), ist die Anlage des zentralen Nervensystems und auf der gesamten Länge des Fötus zu finden. Im Laufe der 5. SSW schließt sie sich und bildet eine Vorstufe des Gehirns. Die 5. SSW ist deshalb für die gesunde Entwicklung eures Babys besonders wichtig und wird auch als der eigentliche Zeitpunkt der Entstehung neuen Lebens angesehen.

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Warum in diesem Stadium die Einnahme von Folsäure so wichtig ist

Um Schäden bei der Bildung des Neuralrohrs, und damit einem Schaden bei der Gehirnentwicklung vorzubeugen, empfiehlt sich die Einnahme von Folsäure. Folsäure (Synonym: Vitamin B9, Vitamin M, Vitamin B11, Folat) ist ein Vitamin aus dem B-Komplex, der die Bildung und das Wachstum neuer Zellen unterstützt.

Euer Baby ist jetzt um die 2 mm groß

Mit der Entwicklung des Mesoderm fängt in der 5. SSW das Herz eures Babys zu schlagen an, was auf einem Ultraschall bereits deutlich zu sehen sein wird. Ab dem Zeitpunkt des Herzschlages hat euer Baby auch schon ein primitives Kreislaufsystem ausgebildet. Ab sofort wird es mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. In den Sauerstoffkreislauf ist nicht die Lunge, sondern die Plazenta involviert.

Jetzt hat der 2. Schwangerschaftsmonat begonnen

Und das werdet ihr ab und zu auch schon spüren. Denn jetzt, wo in euch neues Leben heranwächst, fängt euer Körper an, euch Zeichen nach außen zu senden. Diese können sich in den schon bekannten Frühschwangerschaftsanzeichen äußern, vielleicht verstärken sich die Anzeichen auch. Die Frühschwangerschaftssymptome wie Übelkeit, Erbrechen, Gereiztheit, Müdigkeit, Spannen und Ziehen der Brüste kann in dieser Zeit zunehmen, muss es aber nicht. Oft fühlen sich Frauen besonders jetzt so, als würden sie ihre Menstruation bekommen. In vielen Fällen kommt es zu verstärktem Ausfluss.

Erstuntersuchung beim Frauenarzt

Der Gynäkologe wird euch jetzt die glückliche Nachricht überbringen, die ihr schon geahnt habt: Herzlichen Glückwunsch! Jetzt ist es Wirklichkeit. Ihr seid schwanger! Beim Abtasten des Muttermundes kann er bereits jetzt ertasten, dass eure Gebärmutter weicher wird, um sich den in den nächsten Wochen folgenden Umständen anpassen zu können. Er überprüft auch den Verschluss der Gebärmutter durch den Schleimpfropf, der das Baby vor Eindringlingen wie Keimen, Bakterien, Pilzen und Viren schützt. Auch die Vagina wird ab jetzt mit der Zeit dehnbarer und weicher, um sich schon jetzt auf die kommende Entbindung vorzubereiten. Am Ende der Erstuntersuchung wird der voraussichtliche Geburtstermin errechnet und der Mutter-Kind-Pass ausgestellt. Der Frauenarzt wird euch jetzt in einem rund vierwöchigen Abstand zu einer weiteren Kontrolluntersuchung terminisieren.

Welche Daten werden bei der Erstuntersuchung erhoben?

Der Urintest zählt zusammen mit dem ersten Ultraschall zur Überprüfung, ob tatsächlich eine Schwangerschaft vorliegt. Daneben erhebt der Gynäkologe Daten betreffend eurer familiären Krankengeschichte und eurer Blutgruppe, trägt euer Gewicht in den Mutterpass ein und misst euren Blutdruck, dessen Wert ebenfalls in den Mutterpass eingetragen wird. Euer Urin wird nicht nur auf den hCG-Wert, sondern auch auf Zucker, die Menge des enthaltenen Urinsediments, Eiweiß und das Bakterium Chlamydia trachomatis untersucht.

ACHTUNG!
Sprecht spätestens jetzt die regelmäßige Einnahme von Medikamenten mit dem Arzt ab!

Was ist die Rhesusunverträglichkeit?

Die Rhesusunverträglichkeit (Morbus haemolyticus) wird bei der Erstuntersuchung durch einen Antikörper-Test überprüft. So kann ausgeschlossen werden, dass das Abwehrsystem der Mutter auf die Blutgruppenmerkmale des Kindes reagiert und die kindlichen roten Blutkörperchen (Erythrozyten) zerstört. Die Rhesusunverträglichkeit kommt erst ab der zweiten Schwangerschaft vor.

Kommt es bei der Geburt zum Blutkontakt zwischen Mutter und Kind, können sich so genannte Rhesus-Antikörper im Organismus der Mutter bilden. Diese Rhesus-Antikörper können ab der zweiten Schwangerschaft die roten Blutkörperchen des zweiten Babys zerstören. Eine Rhesusunverträglichkeit kann bis zum Tod des Kindes führen.

Um diesem Risiko entgegenzuwirken, führt der Gynäkologe einen Rhesus-Suchtest durch und wird euch im Falle des Falles darauf vorbereiten, dass es ab der 28. SSW notwendig sein wird, eine Rhesusprophylaxe einzunehmen.

Was erkennt man in der 5. SSW auf dem Ultraschall?

Was ihr auf jeden Fall erkennen werdet, ist, dass das Herz eures Babys bereits zu schlagen begonnen hat. Und das ganz schön schnell! Es schlägt ungefähr doppelt so schnell wie euer eigenes. In diesem Stadium ist die Größe des Herzens im Vergleich zum Körper noch sehr groß. Das ist völlig normal und kein Grund zur Besorgnis.

Was wird im Mutterpass notiert?

Der sogenannte Mutterpass ist eine Art Heftchen in einem Umschlag, in der Größe eines Taschenkalenders. Hier werden ab sofort all eure gesundheitlich relevanten Daten, die im Zusammenhang mit eurer Schwangerschaft stehen, eingetragen.

HINWEIS:
Am besten ist, ihr legt den Mutterpass gar nicht in einer Schublade ab, sondern steckt ihn, gut geschützt, in eure Tasche, um ihn wirklich ausnahmslos, immer und zu jeder Zeit vorzeigen zu können.

Mutterpass Seite 1

Auf Seite 1 werden nach und nach die Stempel der betreuenden Ärzte und eventuell der Hebamme eingetragen. Hier kann außerdem der nächste Untersuchungstermin notiert werden. Das übernimmt in den meisten Fällen die Ordinationsgehilfin für euch.

Mutterpass Seite 2

Auf Seite 2 des Mutterpasses wird der Name der Mutter, das Geburtsdatum und der Wohnort notiert. Sollte sich der Name während der Schwangerschaft aufgrund von Heirat ändern, ist er im Nachhinein ebenfalls einzutragen.

Hier notiert der behandelnde Arzt überdies eure Blutgruppe und den Rhesusfaktor, die Werte des Antikörper-Suchtests und, meist beim zweiten Kontrolltermin, die erbrachte Bestätigung der zwei erfolgten Röteln-Impungen sowie die Werte des Röteln-Antikörpertests ein.

Mutterpass Seite 3

Bei der Erstuntersuchung wird mit dem Urintest überprüft, ob das Bakterium Chlamydia trachomatis aufgefunden werden kann. Diese Erreger können unter anderem Entzündungen in den Harnwegen oder –organen verursachen und bei der Geburt auf das Baby übertragen werden.

Der LSR-Test (Lues-Suchtest) wird gemacht, um eine bestehende Syphilis (Geschlechtskrankheit) ausschließen zu können.

Mit dem Nachweis von HBs-Antigen aus dem Serum wird kontrolliert, ob eine Hepatitis-B-Erkrankung vorliegt.

Mutterpass Seite 4a

Sollte es sich um eure erste Schwangerschaft handeln, bleibt diese Seite leer. Handelt es sich um eine Folgeschwangerschaft, werden hier Angaben zu den vorangegangenen Schwangerschaften notiert.

Mutterpass Seite 4b

Hier werden all eure eventuellen stationären Behandlungen während der aktuellen Schwangerschaft mit Diagnose und durchgeführter Therapie verzeichnet. Die cardiotokografische Untersuchung (CTG) wird begleitend während der Schwangerschaft und während der Entbindung standardmäßig vorgenommen. Dabei werden die Herztöne des Kindes sowie die Wehentätigkeit der Mutter gemessen. Ein CTG wird erst ab der 28. SSW durchgeführt.

Mutterpass Seite 5

Auf Seite 5 eures Mutterpasses wird der behandelnde Arzt allgemeine Angaben zu eurer Gesundheit eintragen. Sollte ein Schwangerschaftsrisiko vorliegen, wird es ebenfalls auf dieser Seite notiert.

Mutterpass Seite 6

Die Seite 6 ist bei der Erstuntersuchung eine der wichtigsten Seiten für euch. Hier wird neben dem Tag eurer letzten Regelblutung der errechnete Geburtstermin eingetragen. Sollte im Verlauf der Folgeuntersuchungen ein anderer Geburtstermin festgestellt werden, wird er ebenfalls hier notiert. Zudem dient die Seite 6 den Angaben zu besonderen Befunden im Verlauf eurer Schwangerschaft. Auch Allgemeinerkrankungen werden hier notiert, so dass jeder nachbehandelnde Mediziner sofort um das Risiko eurer Schwangerschaft Bescheid weiß.

Mutterpass Seite 7 und 8: Gravidogramm

Im Gravidogramm werden die wichtigsten Daten aller Kontrolluntersuchungen notiert, um auch die kleinste Veränderung richtig deuten zu können. Es ist wichtig, bei jeder Untersuchung euren Mutterpass vorzuzeigen, um das Gravidogramm während eurer Schwangerschaft mit allen wichtigen Erkenntnissen zu befüllen.

Mutterpass Seite 10 und 11: Ultraschalluntersuchungen

Auf den nächsten Ultraschalltermin werdet ihr immer besonders hinfiebern. Die Ultraschalluntersuchung macht euer Baby für euch sichtbar und gibt dem Gynäkologen wichtige Erkenntnisse bezüglich Gewicht, Größe, Entwicklungsstadium, Lage und mögliche Veränderung beim errechneten Geburtstermin. Die Krankenkasse übernimmt bei einem gesunden Baby und einer ebenso gesunden Mutter die Kosten für drei Ultraschalluntersuchungen, und zwar zwischen der 9. und 12. SSW, der 19. und 22. SSW und zwischen der 29. Und 32. SSW. Der Arzt entscheidet darüber, ob in eurem Fall eine weitere Ultraschalluntersuchung notwendig erscheint. Wer sein Baby öfter mit dem Ultraschallgerät überprüfen lassen möchte, muss die Folgeuntersuchungen aus eigener Tasche bezahlen.

Mutterpass Seite 13: Normkurven für den fetalen Wachstumsverlauf

Die Normkurven werden im Zuge einer Ultraschalluntersuchung vom Arzt gemessen, im Normalfall bekommt ihr also während eurer Schwangerschaft drei Normkurven. Mit diesem Verfahren misst der Gynäkologe die Größe, Länge und den Durchmesser eures Babys und kann somit den Wachstumsverlauf überwachen. Gegebenenfalls werden bei anormalen Normkurven weitere Untersuchungen angesetzt. Diese, von den Standarduntersuchungen abweichenden, Ergebnisse inklusive weiterer Untersuchungen (z.B. Dopplersonographie) werden im Mutterpass auf Seite 14 notiert.

Mutterpass Seite 15 und 16

Seite 15 und 16 werden bei der letzten Untersuchung und nach erfolgter Entbindung ausgefüllt.

Wer soll euch durch eure Schwangerschaft begleiten?

Jetzt ist es an der Zeit, sich Gedanken darüber zu machen, wem ihr die nächsten 36 Wochen euer Vertrauen schenkt. Sprecht mit anderen Müttern über deren Erfahrungen mit Ärzten und Gynäkologen. Meist ist es gerade die Mundpropaganda, durch die man den besten Arzt ausfindig machen kann. Kommt für euch die Begleitung einer Hebamme infrage, dann informiert euch umfänglich über die Vor- und Nachteile einer Schwangerschaftsbegleitung.

Arbeitgeber noch nicht informieren!

Da, wie in der 4. SSW, noch das Alles-oder-Nichts-Prinzip gilt, und damit das Risiko einer Fehlgeburt sehr hoch ist, müsst ihr euren Arbeitgeber noch nicht von der Schwangerschaft in Kenntnis setzen. Spätestens gegen Ende des 2. / Anfang des 3. Schwangerschaftsmonats ist die Zeit dafür reif.

ACHTUNG!
Erst ab Bekanntgabe der Schwangerschaft seid ihr rechtlich durch den gesetzlichen Mutterschutz abgesichert.

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