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Wann sollte man einen Schwangerschaftstest machen?

Für einige Frauen geht mit einem positiven Schwangerschaftstest ein langer Traum in Erfüllung, der für Jubelschreie sowie Freudentänze sorgt. Andere Frauen wiederum reagieren erstmal geschockt, wenn sie von ihrer Schwangerschaft erfahren.

Egal ob ihr euch ein Baby wünscht oder noch etwas mit der Familienplanung warten wollt – ein Schwangerschaftstest verschafft Klarheit und kann ganz einfach zu Hause durchgeführt werden. Hier erfahrt ihr alles Wissenswerte über den Schwangerschaftstest, ob dieser überhaupt zuverlässig ist, wann er am besten durchgeführt werden soll und wie dieser funktioniert.

Typische Schwangerschaftsanzeichen

Nicht jede Frau spürt sofort, dass sie schwanger ist. Doch es gibt einige Anzeichen, die sich schon kurz nach der Befruchtung bemerkbar machen und auf eine mögliche Schwangerschaft hindeuten können. Das deutlichste Anzeichen für eine Schwangerschaft ist das Ausbleiben der Periode.

Doch es gibt auch noch andere typische Anzeichen, die auf eine Schwangerschaft schließen können:

Brüste sind sehr empfindlich: Durch den Hormonanstieg werden unter anderem die Brüste stärker durchblutet, was zu einem Spannungsgefühl und unangenehmen Ziehen in den Brüsten führen kann. Manche Schwangere bekommen sogar geschwollene Brüste und die Brustwarzen können dunkler werden.

Übelkeit: Viele Frauen leiden zu Beginn der Schwangerschaft an Übelkeit. Diese kann von einem flauen Gefühl sowie Erbrechen begleitet werden. Häufig wird der stark gestiegene HCG-Wert mit der Schwangerschaftsübelkeit in Verbindung gebracht.

Erhöhte Temperatur: Bei einer Schwangerschaft ist die Körpertemperatur um ca. 0,5 Grad, wie in der Zeit rund um den Eisprung, erhöht. Diesen leichten Anstieg der sogenannten Basaltemperatur könnt ihr jedoch nur feststellen, wenn ihr regelmäßig eure Temperatur messt.

Vermehrter Harndrang: Durch die erhöhte Menge an Progesteron wird euer gesamtes Gewebe gelockert. So auch eure Blase sowie die Harnröhre. Aus diesem Grund kann es zu Beginn der Schwangerschaft dazu kommen, dass ihr sehr häufig die Toilette aufsuchen müsst.

Leichte Schmierblutungen: Sobald sich die befruchtete Eizelle in die Gebärmutterschleimhaut einnistet, kann es maximal 14 Tage nach dem Eisprung zu einer harmlosen Schmierblutung, welche Einnistungsblutung genannt wird, kommen. Oftmals werden die Einnistungsblutungen fälschlicherweise für die Periode gehalten, da diese ungefähr zur gleichen Zeit auftreten würde.

Weitere Anzeichen: Müdigkeit, Abgeschlagenheit, sensibler und sehr ausgeprägter Geruchssinn, Schwindel, Völlegefühl, Blähungen, Stimmungsschwankungen sowie Heißhunger oder Ekel vor bestimmten Lebensmitteln.

Die Anzeichen sind natürlich von Schwangeren zu Schwangeren verschieden und können zudem unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Manche Frauen merken überhaupt nicht, dass sie schwanger sind.

Neben den körperlichen Veränderungen solltet ihr spätestens beim Ausbleiben der Periode zu einem Schwangerschaftstest greifen, um euch Gewissheit zu verschaffen.

Wie funktioniert ein Schwangerschaftstest?

Bereits im frühen Stadium kann ein Schwangerschaftstest für Klarheit sorgen. Möglich macht dies der kontinuierliche Anstieg des HCG-Wertes im weiblichen Körper, der durch den Urin oder das Blut gemessen werden kann. Im Blut kann das HCG bereits nach 6 bis 9 Tagen nach der Befruchtung nachgewiesen werden, bei einem Schwangerschaftstest für zu Hause etwa eine Woche später.

Das Hormon HCG, welches ausgeschrieben den kniffligen Namen Humanes Choriongonadotropin trägt, wird von einer gesunden Frau nur in der Schwangerschaft produziert und sorgt außerdem dafür, dass die Schwangerschaft aufrechterhalten wird. Gebildet wird das Hormon in der zukünftigen Plazenta, die sich zu Beginn jeder Schwangerschaft entwickelt und das Baby während der neun Monate mit wichtigen Nährstoffen versorgt.

Nachdem sich die befruchtete Eizelle in der Gebärmutterschleimhaut eingenistet hat, beginnt der weibliche Körper das Hormon HCG zu bilden. Durch den Hormonanstieg wird unter anderem dem Gehirn und den Eierstöcken signalisiert, dass eine Schwangerschaft vorliegt und in dieser Zeit kein Eisprung sowie keine Menstruation stattfinden soll.

Zudem sorgt das Hormon dafür, dass verstärkt Progesteron und Östrogen gebildet wird, um die Gebärmutterschleimhaut zu erhalten und weiter auszubauen.

Direkt nach der erfolgreichen Einnistung steigt der HCG-Wert stark an und verdoppelt sich ca. alle zwei Tage, bis das Hormon zwischen der achten und der elften Schwangerschaftswoche seinen höchsten Wert erreicht. Danach sinkt die HCG-Konzentration der Schwangeren wieder. Allerdings ist das Hormon selbst mehrere Stunden nach der Geburt noch nachweisbar.

Zwar dient der HCG-Wert in erster Linie dazu, eine Schwangerschaft zuverlässig nachzuweisen, allerdings ist dieser auch für den weiteren Schwangerschaftsverlauf nicht zu vernachlässigen. Anhand der Werte kann der Frauenarzt unter anderem feststellen, ob es sich um eine Mehrlingsschwangerschaft oder eine Eileiterschwangerschaft handelt. Zudem können bestimmte Komplikationen, wie zum Beispiel eine drohende Frühgeburt, rechtzeitig behandelt werden.

Verschiedene Test, um eine Schwangerschaft festzustellen

Um eine Schwangerschaft nachzuweisen, kann ein Urin- oder Bluttest durchgeführt werden. Bei allen Schwangerschaftstests bildet der gemessene HCG-Wert die Grundlage.

Die hier aufgeführten Tests geben Aufschluss über eine mögliche Schwangerschaft:

Urin-Test: Dieser wird sehr häufig angewendet und kann rund 14 Tage nach der Befruchtung eine Schwangerschaft bestätigen oder ausschließen. Doch auch wenn der Test negativ ausfällt, kann eine Schwangerschaft vorliegen. Dies ist der Fall, wenn der HCG-Wert noch nicht hoch genug konzentriert ist, um eine Schwangerschaft messen zu können.

Urin-Frühtest: Mit dem Frühtest kann bereits vor dem Ausbleiben der Periode festgestellt werden, ob ihr schwanger seid. Allerdings haben diese Tests eine relativ hohe Fehlerquote, weshalb ihr das Ausbleiben eurer Periode abwarten solltet, um einen aussagekräftigeren Test durchführen zu können. 

Bluttest oder Ultraschall: Euer Frauenarzt kann mit einem Bluttest bereits sechs bis neun Tage nach der möglichen Befruchtung und eine Woche vor der erwarteten Periode feststellen, ob bei euch eine Schwangerschaft vorliegt.

Einige Tage nach dem Ausbleiben der Menstruation kann eine Schwangerschaft auch mithilfe eines Ultraschalls erkannt werden, indem sich eine Fruchthöhle in der Gebärmutter erkennen lässt.

Der richtige Zeitpunkt für einen Schwangerschaftstest

Bereits zwei Wochen nach der eventuellen Befruchtung des Eis, beziehungsweise einen Tag nach dem Ausbleiben eurer Periode, könnt ihr anhand eines üblichen und rezeptfreien Schwangerschaftstest ziemlich zuverlässig feststellen, ob ihr schwanger seid oder nicht.

In der Apotheke sowie in der Drogerie könnt ihr euch einen Schwangerschaftstest kaufen und den Test anschließend in Ruhe durchführen. Die Kosten für einen Schwangerschaftstest bewegen sich dabei um etwa vier Euro aufwärts.

Die meisten Schwangerschaftstests besitzen zwei Felder. Das Kontrollfeld, welches anzeigt, ob der Test richtig durchgeführt wurde, sowie das Ergebnisfeld. Das Ergebnis wird häufig durch eine Verfärbung, Striche oder Minus- und Pluszeichen verkündet. Mittlerweile gibt es auch digitale Schwangerschaftstests, welche sogar einen Hinweis darauf geben, in welcher Schwangerschaftswoche ihr bereits seid.

Indem ihr auf den Test-Stab uriniert, wird der im Urin befindliche HCG-Wert gemessen. Durch eine chemische Reaktion mit HCG-Antikörpern, die sich auf dem Teststreifen befinden, wird das Ergebnis auf dem Schwangerschaftstest sichtbar. Ihr könnt den Urin auch mit einem sauberen Becher oder Behälter auffangen und anschließend den Test für mehrere Sekunden in den Urin halten.

Zwar könnt ihr den Test zu jeder Uhrzeit durchführen, allerdings ist die Urinkonzentration am Morgen am höchsten. Aus diesem Grund bietet es sich an, den Schwangerschaftstest direkt nach dem Aufstehen und mit dem höher konzentrierten Morgenurin durchzuführen.

Bitte beachten
Um zu gewährleisten, dass das Ergebnis korrekt angezeigt wird, müsst ihr die Anleitung des Schwangerschaftstests genauestens befolgen. Zudem solltet ihr bei einem positiven Testergebnis unverzüglich einen Termin bei eurem Frauenarzt ausmachen. Dieser wird eventuell nochmals einen Test oder einen Ultraschall durchführen und den weiteren Schwangerschaftsverlauf mit euch besprechen sowie einen Mutterpass ausstellen.

Ist ein Schwangerschaftstest zuverlässig?

In der Regel sind die Schwangerschaftstests mit Urin und für zu Hause ziemlich zuverlässig. Vor allem, wenn das Ergebnis positiv ausfällt, könnt ihr davon ausgehen schwanger zu sein. Zeigt der Test ein negatives Ergebnis an, kann dennoch eine Schwangerschaft vorliegen.

Dies passiert gar nicht mal so selten und liegt daran, dass die Konzentration des HCG-Hormons zu Beginn der Schwangerschaft noch nicht hoch genug ist, um für ein positives Testergebnis sorgen zu können.

Für ein aussagekräftiges Ergebnis ist es deshalb sinnvoller, den Schwangerschaftstest erst einen oder mehrere Tage nach Fälligkeit eurer Periode durchzuführen. Dies spannt euch zwar sicher ganz schön auf die Folter, aber so ist die Gefahr von einem verfälschten Testergebnis um einiges geringer und ihr macht euch keine falschen Hoffnungen.

Dieses Szenario ist zwar vergleichsweise selten, aber es kann unter Umständen auch vorkommen, dass beim Test ein positives Ergebnis angezeigt wird, obwohl gar keine Schwangerschaft vorliegt. Hier wird dann von einem „falsch-positiven Ergebnis“ gesprochen. In erster Linie sind hierfür bestimmte Anwendungsfehler verantwortlich. Auch die falsche Lagerung des Tests bei zu hoher Temperatur, eine Verwendung nach dem aufgedruckten Haltbarkeitsdatum oder aber auch die Einnahme von bestimmten Medikamenten, wie der Anti-Babypille oder Antibiotika, können zu einem verfälschten Positiv-Ergebnis führen.

Gut zu wissen: Das Ergebnis auf dem Schwangerschaftstest ist nur für etwa zehn Minuten aussagekräftig. Unter anderem durch die Luftfeuchtigkeit sowie das Eintrocknen des Urins kann sich das Testergebnis nach zehn Minuten verändern und hat dann keine Richtigkeit mehr. Ein verwendeter Schwangerschaftstest gehört deshalb nach der Verwendung in den Müll.

Fazit

Entscheidet ihr euch für die Durchführung eines Schwangerschaftstests, solltet ihr abwarten, bis eure Periode um mindestens einen Tag überfällig ist. Zudem ist die Verwendung des Morgenurins ratsam, da die HCG-Konzentration zu dieser Zeit besonders hoch und eine Messung daher zuverlässiger ist.

Fällt der normale Urintest positiv aus, könnt ihr in der Regel von einer Schwangerschaft ausgehen. Denn dies bedeutet, dass der im Urin gemessene HCG-Hormonspiegel hoch genug war, um eine Schwangerschaft zu bestätigen. Jetzt ist es an der Zeit, einen Termin mit eurem Frauenarzt zu vereinbaren.

Anders sieht es jedoch beim Früh-Test aus. Dieser ruft häufig ein falsches Testergebnis und damit einhergehende Enttäuschungen hervor, weshalb ihr am besten noch ein paar Tage Geduld haben und auf den normalen Urintest zurückgreifen solltet.

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