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38. SSW – In der 38. Schwangerschaftswoche gilt euer Baby nicht mehr als Frühgeburt

38. SSW - Schwangerschaftswoche

In der 38. SSW (37+1 – 37+7) kann euer Baby schon ohne erhöhtes Risiko auf die Welt kommen. Je mehr Zeit es noch im Bauch bekommt, desto besser. Denn der erhöhte Grad der Ausreifung macht es stark für die ersten Wochen auf Erden.

38. SSW:

Beim Baby:


  • Vorbereitend auf den ersten Atemzug weiterhin Bildung von Pneumozyten
  • Die Käseschmiere verschwindet
  • Herz- und Skelettmuskulatur ist fertig ausgebildet
  • Die Markreifung beginnt
  • Die Blutbildung in der Leber neigt sich dem Ende zu
  • Die Fontanellen lassen sich leicht verschieben
  • Größe des Babys (SSL): rund 49 cm
  • BPD: rund 91 mm
  • Gewicht des Babys: ca. 3026 – 3240 Gramm

Bei der werdenden Mami:

  • Eine weitere Vorsorgeuntersuchung steht an
  • Die Übungswehen
  • Der Schleimpfropf kann sich ab jetzt lösen
  • Entspannung ab der 38. SSW: Asiatische Heillehren wie Qigong oder die 5 Tibeter
  • Alles zur anstehenden Entbindung: Schmerzlinderung durch lokale Betäubung des Bereichs rund um den Damm
  • Gewichtszunahme: bis zu 19 kg

Euer Baby macht sich bereit

Ab der 38. Schwangerschaftswoche kann Baby das Licht der Welt erblicken! Ab diesem Zeitpunkt sprechen Mediziner nicht mehr von einer Frühgeburt. Euer Baby ist so gut wie fertig entwickelt. Alles, was jetzt noch ausreift, kann sich auch nach der Entbindung, ohne die Hilfe des mütterlichen Organismus, weiterentwickeln. Das Wachstum und die Gewichtszunahme bleiben erhalten, es geht jedoch nicht mehr so schnell voran, wie noch einige Wochen davor. Der Anteil des Fettgewebes beträgt nun ca. 16 %. Je mehr Fett euer Baby aufbauen kann, desto besser ist es vor Stößen und Kälte geschützt.

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Alles dreht sich um den ersten Atemzug

Das Lipidproteingemisch Surfactant spielt eine besondere Rolle bei der Lungenreifung. Nur, wenn genügend davon vorhanden ist, kann sich die Lunge eures Babys aufblähen, um Luft darin zu verarbeiten. In Geburtskliniken wird die Behandlung mit Surfactant erfolgreich angewendet, um Frühchen zu helfen, schneller selbstständig zu atmen. Um wiederum Surfactant bilden zu können, braucht der Körper Pneumozyten (Typ II). Diese werden vom Körper eures Babys bereits seit einiger Zeit gebildet. Bis zur Geburt werden genügend Typ II-Pneumozyten, und somit genügend Surfactant für den ersten Atemzug eures Babys vorhanden sein. Was die Lungenreifung anbelangt, beginnt erst jetzt die Alveolarperiode, in welcher die Zahl der Alveolen, welche bei der Geburt rund 50 Millionen besitzt, weiter zunimmt. Die Alveolarperiode der Lungenreifung wird erst um das achte Lebensjahr abgeschlossen sein. Bis dahin hat das gesunde Kind rund 300 Millionen Alveolen ausgebildet.

HINWEIS:
Ein typisches Zeichen für zu wenig Surfactant im Körper des Babys ist das Atemnotsyndrom (IRDS) unmittelbar nach der Geburt eines Frühchens, welche mit einer maschinellen Beatmung behandelt wird.

Infektionsabwehr und Schutz vor zu viel Feuchtigkeit jetzt ohne Käseschmiere

In der 38. Schwangerschaftswoche verschwindet allmählich die von den Talgdrüsen produzierte, antibakteriell wirkende Käseschmiere (Vernix caseosa). Bisher hat diese den Körper des Babys vor dem Eindringen von Krankheitserregern und vor dem Austrocknen der Haut im Fruchtwasser geschützt. Auch zur Wärmeregulation hat sie einen kleinen Teil beigetragen. In vielen Fällen verschwindet sie jedoch jetzt, ab der 38. SSW. Einzig der Rückenbereich bleibt weiterhin von Vernix caseosa bedeckt. Das ist ein Zeichen dafür, dass der Organismus des Babys nun selbst in der Lage ist, auf oben genannte Einflüsse adäquat zu reagieren.


HINWEIS:
Viele Babys kommen mit Käseschmiere auf die Welt. Auch das ist völlig normal und kein Anlass zur Sorge. Die Vernix caseosa schützt das Baby dann auch noch während des Geburtsvorganges, und dient hier sogar als natürliches Gleitmittel.

Die quergestreiften Muskelfasern sind fertig ausgebildet

Die Muskulatur ist ein eigenes Organsystem des Organismus, durch welchen Bewegungsabläufe des Körpers erst möglich werden. Sowohl die Skelettmuskulatur (Bewegungsmuskulatur) als auch die Herzmuskulatur bestehen aus sogenannten quergestreiften Muskelfasern. Mit der Bewegungsmuskulatur ist nun das Fundament für das Erlernen einer gesunden Motorik gelegt. Baby braucht nur noch das Licht der Welt erblicken.

Die Markreifung beginnt:

Die Markscheide (Synonym: Myelinscheide) ist eine Schicht, welche einen gewissen Teil der Axone von Nervenzellen spiralförmig umgibt. In der Regel werden die größeren Axone myelinisiert. Dünne Nervenfasern bleiben auch im Gehirn marklos. Es handelt sich, wie auch beim Surfactant, um eine Substanz, die reich an Lipiden ist. Sie ist wichtig für:

  • den Schutz der Nervenfasern
  • die Beschleunigung der Erregungsleitung und gleichzeitig für die Isolierung der Nervenbahnen

Myelin schützt sowohl die Nervenfasern als auch die Nervenbahnen, die ins Gehirn führen. Heute nimmt man zudem an, dass sie eine wichtige Rolle bei der Vernetzung der Gehirnzellen spielen. Mehr dazu könnt ihr in der Online-Ausgabe des Spiegel lesen.

Der Körper reagiert auf unterschiedliche Reize von innen (Hormone, Neurotransmitter) und außen (Licht, Temperatur). Diese verschiedenen Reize werden von den Zellen im Körper aufgenommen. Bei Einzellern muss ein Reiz direkt verarbeitet werden. Das ist beim Menschen anders. Der Organismus des Menschen besitzt eine Art „Dolmetschsystem“, welches Reize für die zuständigen Zellen verständlich machen kann. In den Erregungsleitungen wird ein extrazellulärer Reiz in einen intrazellulären Reiz umgewandelt. Anders gesagt: Ein Reiz wird in elektrische Erregung umgewandelt (Signaltransduktion). Bei diesem Prozess spielt Myelin eine wichtige Rolle. Es beschleunigt die Erregung in Nerven- und Muskelzellen (Erregungsleitung). Sie beschleunigen damit Bewegungsabläufe. Aber nicht alle Axonen sind myelinisiert. Myelinisierte Nervenfasern leiten um ein Vielfaches schneller als nicht-myelinisierte.

INFO:
Mit dem Alter nimmt die Myelinscheide, die sich wie ein Isolierband um die Nerven legt, ab. Forscher vermuten, dass dies der Grund für eine verlängerte Reaktionszeit.

Die Blutbildung in der Leber neigt sich endgültig dem Ende zu

Schon in der 36. SSW haben wir euch davon erzählt, dass die Blutzellen eures Babys pränatal abschnittweise von Dottersack, Leber und Milz gebildet werden. Ab dieser Schwangerschaftswoche endet die Blutbildung (Hämatopoese) in der Leber. In manchen Fällen kann der Prozess bis zu 38. Schwangerschaftswoche anhalten. Aber ab dieser Zeit wird die Leber endgültig die Blutbildung einstellen und dem Knochenmark das Ruder übergeben.

Die Fontanellen lassen sich leicht verschieben

Der kindliche Schädelknochen ist auch bei der Geburt noch nicht zur Gänze verknöchert, sondern weist Lücken auf. Diese Lücken erfüllen auch eine Funktion. Wenn euer Baby auf die Welt kommt, ist der Schädel noch formbar. So kann er sich besser und schneller einen Weg aus dem Geburtskanal bahnen. Nach der Entbindung gleicht sich ein verformter Schädel wieder seiner Ausgangsform an. Besondere Verformungen sind bei Vakuum- und Zangengeburten zu beobachten.

Die Medizin unterscheidet zwischen:

  • der großen Fontanelle, die sich zwischen dem 9. Und 26. Lebensmonat verschließt
  • der kleinen Fontanelle, die sich in den ersten vier Monaten verschließt

Häufig durch die Geburt beobachtete Auswirkungen auf den kindlichen Schädel:

Caput succedaneum

Das sogenannte „Geburtsgeschwulst“ ist eine Schwellung zwischen behaartem Hinterkopf und Kopfschwarte, welche innerhalb kurzer Zeit wieder vollständig verschwindet.

Kephalhämatom und Kopfschwartenhämatom:

In beiden Fällen handelt es sich um einen Bluterguss. Das Kopfschwartenhämatom ist oft bereits nach einigen Stunden wieder verschwunden. Im schlimmsten Fall bleibt es einige wenige Tage erhalten, bis es sich auflöst. Das Kephalhämatom kann auch einige Monate nach der Geburt noch sichtbar sein. Trotzdem verschwindet auch diese Geburtsverletzung. In solch einem Fall sollten die Eltern nur nicht ungeduldig werden. Der kleine Schatz ist schließlich auch mit Schwellung am Kopf wunderschön!

Eine weitere Vorsorgeuntersuchung steht an

Ab sofort wird euer Arzt euch wöchentlich sehen wollen, um den Zustand des Babys zu kontrollieren. Ab der 38. SSW will der Arzt sichergehen, dass alles in Ordnung ist. Neben dem gesundheitlichen Zustand des Babys legt er besonderes Augenmerk auf die Gebärmutter, die sich jetzt mit den Senkwehen nach unten bewegt.

INFO:
Spricht euer Arzt von einem verstrichenen Muttermund, so meint er die Verkürzung der bereits gesenkten Gebärmutter. Das ist ein Anzeichen für die baldige Geburt.

Der Arzt wird weiters

  • Blutdruck
  • Geburtskanal auf Infektionen (vaginaler Abstrich)
  • Gewicht
  • Herztöne des Babys mittels CTG
  • Versorgungsfunktion der Plazenta
  • Urin

untersuchen.

INFO:
In manchen Fällen wird jetzt noch eine Hämoglobin-Bestimmung durchgeführt. Dabei wird, wie bereits bekannt, wieder in den Finger gepiekst und mit dem Haarröhrchen etwas Blut entnommen. Er gibt neben anderen wichtigen Informationen auch einen Hinweis auf den Eisengehalt im Blut.

Die Übungswehen

Sowohl die Senkwehen als auch die Übungswehen haben nichts mit den Geburtswehen zu tun. Die Kontraktionen sorgen entweder dafür, dass sich die Gebärmutter senkt (Senkwehen, siehe 37. SSW) oder dass die Muskeln auf die bevorstehende Geburt trainiert werden (Übungswehen). In der Intensivität sind beide mit den Geburtswehen nicht vergleichbar.

Die Übungswehen fangen meist mit den Alvarez-Wehen an. Sie sind kurz, schwach und verlaufen wellenförmig. Je mehr Übungswehen schon hinter euch liegen, desto stärker werden sie. Anfangs werden nur kleine Bereiche der Uterusmuskulatur trainiert, später beteiligen sich mehr und mehr Muskeln an dem Training, was die Kontraktion intensiviert. Mit der Stärke einer Geburtswehe können Übungswehen bis zuletzt nicht mithalten.

INFO:
Der große Unterschied zu den Geburtswehen ist, dass Senk- und Übungswehen keinen Einfluss auf den Muttermund haben.

Der Schleimpfropf kann sich ab der 38. SSW lösen

Aber auch, wenn er sich gelöst hat, ist das nicht gleichzeitig ein sicheres Anzeichen für die baldige Geburt. Je nachdem, in welcher Position sich euer Baby befindet und wie viele Entbindungen ihr bereits hinter euch habt, kann sich der Zeitpunkt der Geburt nach dem Abgang des Schleimpfropfes verschieben. Beim ersten Kind können dabei auch noch zwei Wochen vergehen. Bei einer Folgeschwangerschaft kann der Abgang des Schleimpfropfes jedoch auch schon den Beginn der Geburt einleiten.

Der Schleimpfropf verschließt den Muttermund während der gesamten Schwangerschaft, um das Eindringen von Krankheitserregern zu verhindern. Beim Abgang bemerken manche werdenden Mamis manchmal vermehrten schleimigen, mit Blut vermischtem Ausfluss. Die leichte Blutung wird auch Zeichnungsblutung genannt.

HINWEIS:
Es ist aber ebenso möglich, dass ihr den Abgang während eines Toilettengangs gar nicht bemerkt.

Entspannung ab der 38. SSW: Asiatische Heillehren wie Qigong oder die 5 Tibeter

Gleichzeitig mit dem Bauchumfang steigt die Anspannung. Für die werdende Mami wird es von Tag zu Tag schwieriger, sich zu entspannen. Schließlich erwartet die gesamte Familie schon bald Zuwachs. Fragen wie „Wie wird die Geburt?“ oder „Wird mit meinem Baby alles in Ordnung sein?“ beschäftigen die Eltern in dieser Zeit natürlich sehr. Genau für solche Fälle eignen sich asiatische Heillehren wie Qigong oder die 5 Tibeter.

Qigong ist ein Bestandteil der Traditionellen Chinesischen Medizin. Mit ihr soll es möglich sein, die Lebensenergie in Balance zu bringen. Auch für Schwangere gibt es gewisse Übungen, die sich dafür eignen, die Entspannung zu fördern. Die Übungen lösen Verspannungen, dehnen Muskeln und Gewebe und regen die Blutzirkulation an. Durch all diese positiven Effekte hat es die Kraft, Stress und Angst zu reduzieren und die innere Ruhe zu fördern.

INFO:
In Deutschland gibt es einige Hebammen, die Qigong für Schwangere anbieten.

Für Schwangere mit Rückenproblemen eignet sich eine weitere Entspannungstechnik. Nämlich die der 5 Tibeter. Dieses Energieprogramm bietet ebenfalls Übungen, welche eine entspannte Haltung durch Bewegung und richtige Atemtechnik fördern. Der gesamte Organismus kann sich durch die Anwendung der 5 Tibeter harmonisieren, und sich so besser auf die Entbindung vorbereiten.

ACHUNG!
Bei Schwindelgefühlen oder Risiko-Schwangerschaften die Anwendung mit dem Arzt abklären!

Alles zur anstehenden Entbindung: Schmerzlinderung durch lokale Betäubung des Bereichs rund um den Damm

Ein damals häufig eingesetztes Lokalanästhetikum, welches kurz vor der Geburt in den Beckenboden gespritzt wird, ist der Pudenusblock. Er wird fächerförmig in den Dammbereich injiziert und dient dazu, den Beckenboden schmerzfrei zu machen. Dadurch entspannt sich die gesamte Beckenbodenregion. Heute wird er in etlichen Geburtskliniken nur mehr in Ausnahmefällen angewendet. Bei einer Zangen- oder Vakuumgeburt wird sie heute vielleicht noch eher Anwendung finden, als vor einem durchzuführenden Dammschnitt.

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