Startseite Schwangerschaft Schwangerschaftskalender 15. SSW – In der 15. Schwangerschaftswoche hat das Gehirn noch eine lange Entwicklungsreise vor sich

15. SSW – In der 15. Schwangerschaftswoche hat das Gehirn noch eine lange Entwicklungsreise vor sich

15. SSW - Schwangerschaftswoche

Schon in der 14. SSW hat euer Baby damit begonnen, durch neu gebildete Nervenzellen seine Gesichtsmimik zu trainieren. Auch in der 15. SSW (14+1 – 14+7) bilden sich weitere Nervenzellen. Besonders das Gehirn macht weiterhin eine enorme Entwicklung durch.

15. SSW:

Beim Baby:

  • Der Fötus bildet keine neuen Organe mehr aus.
  • Das Längenwachstum der Nabelschnur nimmt zu.
  • Die Plazenta ist jetzt ungefähr so groß wie das Baby.
  • Kopf und Nacken sind jetzt fast aufrecht.
  • Die Muskeln nehmen an Volumen zu.
  • Die funktionelle Reifung des Gehirns entwickelt sich in enormen Tempo weiter.
  • Mittel- und Hinterhirn sind gut ausgeprägt.
  • 250.000 neue Neuronen pro Minute.
  • Größe des Babys: ca. 8 – 10 cm
  • BPD: rund 30 mm
  • Gewicht des Babys: ca. 70 – 80 Gramm

Bei der werdenden Mami:

  • Die Amniozetese wird ab jetzt durchgeführt.
  • Erste Kindsbewegungen werden spürbar.
  • Gewichtszunahme: bis zu 5 kg
  • Besenreiser an den Beinen
  • Sex in der Schwangerschaft
  • Vergesslichkeit in der Schwangerschaft ist ganz normal.
  • Geschwollene Hände und Füße

Das Baby ist fertig!

So einfach ist es natürlich nicht. Aber zumindest werden ab jetzt keine neuen Organe mehr ausgebildet. Herz, Leber, Nieren, Magen-Darm-Trakt: Alles ist da, an seinem richtigen Platz und hat die Arbeit bereits aufgenommen. Man spricht in diesem Zusammenhang von der Fetogenese. So nennt man die Entwicklung, die sich nach der Ausbildung der Organe (Organogenese) vollzieht. In der jetzigen Phase reifen die Organe nur noch weiter heran (Morphogenese). Das einzige, das sich immer noch in der Phase der Ausbildung befindet, ist das Gehirn.

Die Nabelschnur wächst in die Länge

Im 4. und 5. Schwangerschaftsmonat findet insgesamt ein starkes Längenwachstum statt. Euer Baby wird schnell größer, was natürlich auch bedeutet, dass euer Bauch wächst. Ab sofort wird der Gynäkologe nicht mehr die Scheitel-Steiß-Länge messen, sondern den Biparentalen Durchmesser (BPD), den Querdurchmesser des Babyköpfchens. Dieses hat übrigens in der 15. SSW einen Durchmesser von rund 30 Millimeter. Die Nabelschnur wird länger, um sich an das Größenwachstum des Fötus flexibel anpassen zu können. Auch die Plazenta legt an Größe und Gewicht zu. Schließlich hat sie ja jetzt schon einen Menschen in der Größe einer Zitrone zu versorgen. So groß ist jetzt übrigens auch schon die Plazenta selbst.

Die Muskeln wachsen (Histogenese)

Die Muskeln entstehen beim Embryo aus den Myoblasten, den Vorläufern der Muskelfasern. Diese beginnen damit, Proteine zu synthetisieren. Die Myoblasten teilen sich und die Zellen verschmelzen zu richtigen Muskelfasern (Myotuben).

Am Anfang der Fetalperiode, also ab der 8. / 9. SSW, beginnen die Muskelfasern damit, sich mit dem Gehirn zu verbinden und bekommen erste Impulse von den Motoneuronen. Schon in dieser Zeit sind die für die Muskeln typischen Querstreifen zu erkennen. Durch die bereits vorhandene Anlage des Gehirns und des Rückenmarks kann der Fötus ab dieser Zeit Bewegungen ausführen.

In der Zeit rund um die 15. SSW nähert sich das Muskelgewebe mehr und mehr der adulten Muskulatur an. Muskelfasern werden durch bindegewebeartige Faszikeln gebündelt und zu Muskeln zusammengefasst.

Das Gehirn ist noch lange nicht fertig entwickelt

Bis heute wissen wir noch relativ wenig über das menschliche Gehirn.  Was wir durch die Erkenntnisse der Entwicklungsneurobiologie jedoch mit Sicherheit sagen können, ist, dass es sich um das Organ mit der komplexesten Struktur handelt. Ein gesundes, fertig entwickeltes Gehirn besitzt rund 86 Milliarden Nervenzellen. Jedes Gehirn besitzt ein einzigartiges Muster, das sich durch Billionen von Synapsen ausprägt. Diese Ausprägung eines Gehirns dauert Jahre. Durch die Neuroplastizität ist es niemals fertig entwickelt.

Bis dahin ist noch ein weiter Weg, den die Gehirnentwicklung zurücklegen muss. Der Organismus eures Babys beschränkt sich darauf, „lediglich“ 250.000 Neuronen pro Minute zu produzieren, die sich rasch spezialisieren, beispielsweise zu Seh- oder Riechzellen. Hat eine Zelle ihren Platz gefunden (Zellwanderung / axonale Wegfindung), verbindet sie sich mit dem Gehirn. Der Sehnerv beispielsweise muss sich mit dem Sehzentrum des Thalamus vernetzen. Ist das geschehen, wird ein Signal ausgelöst, das gewisse Gene aktiviert, die für die weitere Existenz des Neurons zuständig ist. Ohne Aktivierung dieser Gene, fällt es in Apoptose, das heißt, es zerstört sich selbst (Zelltod). Eine Überproduktion der Neuronen ist in dieser Zeit normal. Bis zur Geburt haben sich Milliarden Neuronen gebildet, und bis zu 80 % davon auch wieder zerstört. Ihr könnt euch das wie einen Wettbewerb vorstellen: Nur die stabilste Verbindung bleibt, und entwickelt sich zur bleibenden Zelle weiter.

Schon während das befruchtete Ei die Eileiter durchwandert, setzt die Neurulation ein. Das ist ein Prozess, welcher den ersten Schritt in der Ausbildung des zentralen Nervensystems und des Gehirns darstellt. Gehirn und Rückenmark bilden sich aus demselben Ausgangsmaterial: Dem Neuralrohr.

Bereits jetzt haben sich Hirnstrukturen wie Brücke und Kleinhirn, Basalganglien, Thalamus und Großhirn gebildet. In der 15. SSW sind bereits Mittel- und Hinterhirn ausgebildet, das Großhirn hingegen hat sich noch nicht ausdifferenziert.

Wie sich das Gehirn aufbaut, hat weniger mit der Genetik zu tun, als allgemein angenommen wird. Ein Großteil der Gehirnentwicklung hat mit Einflüssen der Mutter und der Umwelt zu tun. Einfluss auf die Entwicklung des Gehirns nimmt beispielsweise die Ernährung der Mutter. Auch der pränatale Kontakt mit Giftstoffen wie Nikotin, Koffein, Alkohol, Medikamenten und Drogen wirkt sich auf die Gehirnentwicklung aus.

Der richtige Zeitpunkt zur Fruchtwasseruntersuchung ist gekommen

Allen Frauen über 35, Schwangere mit Auffälligkeiten bei einer Ultraschalluntersuchung oder dem Ersttrimesterscreening und all diejenigen, die bereits ein Kind mit einer genetischen Erkrankung auf die Welt gebracht haben, wird der Gynäkologe höchstwahrscheinlich eine Fruchtwasseruntersuchung (Amniozetese) verordnen. In solchen Fällen werden die Kosten auch von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Mit der Fruchtwasseruntersuchung kann der fetale Chromosomensatz bestimmt, und eine genetische Erkrankung ausgeschlossen werden.

Die Amniozetese kann theoretisch schon ab der 11. SSW durchgeführt werden. Aufgrund des erhöhten Risikos einer Fehlgeburt, das durch die Untersuchung in dieser Phase besteht, wird die Fruchtwasseruntersuchung jedoch nicht gerne vor der 15. SSW durchgeführt.

Der Babybauch wächst jetzt schneller

Das Baby wächst jetzt schneller als jemals zuvor. Das merkt ihr auch an eurem Bauchumfang, der kontinuierlich mehr wird und die Taille zum Verschwinden bringt. Schön langsam wird eure Schwangerschaft auch für Außenstehende sichtbar. Möglicherweise habt ihr bereits bis zu 5 kg an Gewicht zugenommen. Mit der Größe eures Babys wird auch die Chance größer, es das erste Mal deutlich spürbar wahrzunehmen. Vielleicht spürt ihr schon in den nächsten Tagen den ersten Babytritt.

HINWEIS:
Ab sofort ist enge Kleidung tabu.

In dieser Zeit bemerken viele Schwangere kleine rote oder blaue Besenreiser an den Beinen, meist an den Oberschenkeln oder in der Kniekehle.

Lästige Besenreiser tauchen vermehrt auf

Venenspezialisten (Phlebologen) geben bei Auftauchen von Besenreisern zunächst Entwarnung. Eine Studie der Universitätsklinik Bonn hat festgestellt, dass rund 60 % der 20- bis 29-jährigen Männer und Frauen mit Besenreisern zu tun haben. Nur in seltenen Ausnahmefällen kann das auf ein Venenleiden hindeuten.

TIPP:
Schwangerschaft abwarten und erst später tätig werden.

Solange es sich nur um ein ästhetisches Problem handelt, und die Besenreiser keine Schmerzen verursachen, braucht ihr dagegen nichts weiter unternehmen. Wartet einmal die Schwangerschaft und danach noch die Stillzeit ab. In den meisten Fällen verbessert sich das Venenbild der Beine nach der Schwangerschaft wieder. Sollten sie euch jedoch nach der Stillzeit noch immer Probleme bereiten, könnt ihr einen Termin beim Phlebologen ins Auge fassen, der mithilfe eines Ultraschalls die Ursache abklären kann. Als Behandlung kommt danach Verödung oder Lasertherapie in Frage.

HINWEIS:
Sport ist die beste Vorbeugung gegen Besenreiser.

Sex in der Schwangerschaft

Sex während der Schwangerschaft ist für das Baby völlig ungefährlich. Es gibt Studien, die zu dem Schluss kommen, dass Sex, der mit dem Orgasmus der Frau endet, besonders ab dem zweiten Trimester ein gutes Training für die bevorstehende Geburt sein soll. Nur unter gewissen Umständen, beispielsweise einer vorangegangenen Frühgeburt oder einer Mehrlingsschwangerschaft, rät der Gynäkologe von sexueller Aktivität ab.

Vergesslichkeit in der Schwangerschaft

Ab der 15. Schwangerschaftswoche, manchmal jedoch auch schon früher, leiden werdende Mamis an verminderter Konzentrationsfähigkeit. Auffällig oft vergessen Sie ganz alltägliche Dinge, wie den Wohnungsschlüssel mitzunehmen oder die Geldbörse einzupacken. Zwar ist noch ungeklärt, wodurch es für ein ganzes Jahr zu diesem Gedächtnisverlust kommt (verdächtigt werden auch hier wieder die Hormone), als gesichert gilt jedoch, dass ein enormer Prozentsatz an Schwangeren dieses Problem zu kennen scheinen. Das geht aus einer Studie hervor, die im Journal of Clinical and Experimental Neuropsychology erschien. Eine Schwangerschaft führt demzufolge zu gravierenden Unterschieden im Erinnerungsvermögen, der mit der verminderten Gedächtnisleistung einer 60-jährigen verglichen werden kann. Für Betroffene gibt es zur Erleichterung beispielsweise Erinnerungs-Apps für das SmartPhone.

Geschwollene Hände und Füße

Durch das erhöhte Blutvolumen kommt es im Laufe der Schwangerschaft oft zu geschwollenen Händen oder Füßen. Dazu kommt noch der Druck des Ungeborenen auf die Beckenvenen. Je größer das Baby wird, desto öfter sind Schwangere davon betroffen. Abhilfe schafft hier schonende körperliche Betätigung wie beispielsweise Schwimmen oder Yoga.

ACHTUNG!
Eine Schwellung im Gesicht muss beim Arzt abgeklärt werden.

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