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Neuralrohrdefekt – Entwicklung, Ursachen & Risiko

Neuralrohrdefekt

Unter einem Neuralrohrdefekt (offener Rücken) wird eine Fehlbildung des Zentralnervensystems verstanden. Abhängig von der Schwere der Fehlbildung ist das Baby unter Umständen nicht überlebensfähig. Oder es wird mit schweren Behinderungen geboren. In Deutschland liegt das Risiko, dass ein Kind an dem Neuralrohrdefekt erkrankt, bei etwa 1 zu 1.000. Schwangere können jedoch aktiv etwas tun und das Risiko einer Fehlbildung schmälern.

Neuralrohrdefekt – was ist das?

Der Neuralrohrdefekt beschreibt eine Fehlbildung des Zentralnervensystems. Die Fehlbildung entsteht aufgrund eines mangelhaften Verschlusses des Neuralrohrs und kann verschiedene Verläufe annehmen.


Es handelt sich hierbei um die allererste Anlage des Nervensystems, aus dem sich im Anschluss sowohl das Gehirn als auch das Rückenmark entwickeln. Sofern sich das Neuralrohr bis spätestens zum Ende der 1. Schwangerschaftswoche nicht vollständig verschließt, dann kann das mitunter nach sich ziehen, dass sich Teile des Nervensystems nicht komplett entwickeln. Das hat dann enorme Entwicklungsstörungen im Bereich von Rückenmark, Wirbelsäule sowie Gehirn zur Folge.

Wie zeigt sich der Neuralrohrdefekt?

Generell kann der Neuralrohrdefekt in verschiedensten Formen und Schweregraden auftreten. Bei der „Spina bifida“ wird von einem offenen Rücken gesprochen. Das bedeutet, dass ein Teil der Wirbelsäule nicht verschlossen ist. Das wiederum hat das Risiko zur Folge, dass der Fötus mit einer schweren Behinderung geboren wird. Je nach Stadium und Größe der Öffnung gibt es die Möglichkeit, spätere Schäden durch eine Operation zu minimieren. Beim „Anenzephalie“-Neuralrohrdefekt sind Schädel und Gehirn nicht vollständig ausgebildet. Im schlimmsten Fall werden die betroffenen Babys tot geboren oder sterben relativ kurz nach der Geburt.

Es gibt aber noch viele weitere Probleme, die aufgrund dieser Fehlbildung auftreten können. Dazu gehören beispielsweise die Folgenden:

  • Querschnittslähmung
  • Verkrümmung der Wirbelsäule
  • Nieren- sowie Darmstörungen
  • Wasserkopf

Babys, die mit der schweren Form des Neuralrohrdefekts geboren werden, leiden meistens darunter, dass ihnen große Teile von Gehirn sowie Schädeldach fehlen. Bei dieser schweren Form ist es in der Regel so, dass die Kinder nicht lebensfähig sind und spätestens einige Tage oder Wochen nach der Geburt versterben.


Die Ursachen für einen Neuralrohrdefekt

Der Neuralrohrdefekt lässt sich auf verschiedenste Ursachen zurückführen. Generell kann es sein, dass die Entstehung einen genetischen Hintergrund hat. Auch Virusinfektionen wie Röteln oder extrem hohes Fieber sowie eine erhebliche Strahlenbelastung können einen Neuralrohrdefekt auslösen. Darüber hinaus sind vorwiegend Frauen gefährdet, die unter Diabetes leiden oder aber unter einem hohen Folsäuremangel leiden.

Wie wird der Neuralrohrdefekt diagnostiziert?

Im Regelfall wird der Neuralrohrdefekt im Rahmen einer Ultraschalluntersuchung diagnostiziert. Fehler im Neuralrohr sollten bereits ab der 12. Schwangerschaftswoche sichtbar sein. Es gibt jedoch auch weniger ausgeprägte Abweichungen, die dann erst zwischen der 16. und 20. Schwangerschaftswoche erkannt werden. Generell ist Frauen anzuraten, schon mit Beginn des Kinderwunsches den Folsäurehaushalt überprüfen zu lassen und gegebenenfalls mit dem Gynäkologen zu sprechen. Innerhalb der Schwangerschaft sollten die Vorsorgeuntersuchungen strikt wahrgenommen werden, denn oftmals zeigt sich die Fehlbildung im Rahmen einer vorsorglichen Ultraschalluntersuchung. Umso früher die Problematik erkannt wird, desto wahrscheinlicher ist eine Behandlung.

Kann man den Neuralrohrdefekt behandeln?

Ausschlaggebend dafür, ob eine Behandlung möglich ist, ist die frühzeitige Erkennung. Der Schweregrad ist ebenfalls entscheidend, denn dieser gibt an, inwieweit eine Behandlung erfolgen kann. Je nach Schädigung ist es durchaus möglich, den Defekt zu therapieren und so schwere Behinderungen zu vermeiden. Wichtig hierfür ist aber immer, dass der Defekt im Frühstadium erkannt wird.

Kann man einem Neuralrohrdefekt vorbeugen?

Das Risiko, dass das Baby unter dieser Fehlbildung leidet, ist generell gegeben. Unter Umständen ist ein Folsäuremangel der Grund, dass diese Fehlbildung überhaupt entsteht. Eine gute Vorsorgemaßnahme ist deswegen, spätestens ab dem Beginn der Schwangerschaft für einen ausgeglichenen Folsäurehaushalt zu sorgen. Dieses Vitamin ist für den Fötus besonders wichtig für Gehirn, Gewebe und Zellen. Es spielt eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung, und wenn genügend Folsäure zugeführt wird, kann das Risiko eines Neuralrohrdefekts laut diverser Studien bestenfalls um die Hälfte gesenkt werden.

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