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Kinderfreibetrag – Alle Informationen zu den Steuervorteilen für Eltern

Kinderfreibetrag

Dank dem Kinderfreibetrag dürfen Eltern in Deutschland bis zu 7.356 € (2017) verdienen, ohne dass für diese Summe Steuern gezahlt werden müssen. Es handelt sich also um eine Form der steuerlichen Vergünstigung. Allerdings können Eltern entweder nur von dem Kindergeld oder nur von dem Kinderfreibetrag profitieren, da beide Vorteile zusammen nicht genutzt werden können. Für die meisten Verbraucher in Deutschland stellt hingegen das Kindergeld die günstigere Option dar.

Wichtige Details zum Kinderfreibetrag im Überblick
  • Steuerliche Vergünstigung für jedes Kind, für das man das Kindergeld erhalten würde
  • Berechnung erfolgt nachträglich auf das jährlich zu versteuernde Einkommen
  • Höhe 2017 – 7.356 €, Höhe 2018 – 7.428 €

Dank dem Kinderfreibetrag weniger Steuern zahlen

Alle Verbraucher in Deutschland, die ein Einkommen erzielen, das sich aus einer Tätigkeit als Angestellter in einem Unternehmen oder Selbständiger ergibt oder auch dank der Vermietung einer Wohnung, sind dazu angewiesen dafür Steuern zu zahlen. Der Staat räumt dabei nur sehr wenigen Personengruppen ein, Steuervorteile in Anspruch zu nehmen. Bestehen diese jedoch, so spricht man von sogenannten Freibeträgen.

Sowohl Frauen als auch Männer, die ein leibliches Kind haben oder auch eine Adoption von einem Pflegekind vorgenommen haben, können demnach bis zu 7.356 € im Jahr einnehmen, wobei keinerlei Steuern dafür zu zahlen sind. Dieser sogenannte Kinderfreibetrag wurde vom Gesetzgeber festgelegt, damit die finanzielle Belastung für die Eltern niedriger ausfällt und dass somit ausreichend Geld für das Essen, Kleidung und Schulsachen für den Nachwuchs zur Verfügung steht.

Das Kindergeld und der Kinderfreibetrag werden dabei sehr oft in einem Zusammenhang genannt. Dies hängt in der Regel damit zusammen, dass beide Optionen denselben Zweck erfüllen und sich günstig auf die Steuern auswirken. Allerdings besteht ein großer Unterschied zu dem Kindergeld und den Kinderfreibetrag. Das Kindergeld zahlt der Staat nämlich jeden Monat an die Eltern aus. Bei dem Kinderfreibetrag zieht das zuständige Finanzamt jedoch die bereits erwähnte Summe von dem zu versteuernden Jahreseinkommen ab. Insofern ist der Kinderfreibetrag also keine Summe, die regelmäßig ausgezahlt wird. Stattdessen wird sich diese steuermindernd aus, wobei die monatlichen Kindergeldauszahlungen als Vorausleistungen zum Jahresende auch betrachtet werden können.

Der Anspruch auf den Kinderfreibetrag

Alle Eltern haben einen Anspruch auf den Kinderfreibetrag, bei denen ebenfalls der Kindergeldanspruch besteht. Insofern ist grundsätzlich festzuhalten, dass Eltern von dem Kinderfreibetrag profitieren können, sofern das Kindergeld bereits ausgezahlt werden würde. Grundsätzlich gilt also, dass der Kinderfreibetrag bei allen Kindern bis zum 18. Lebensjahr in Anspruch genommen werden kann, wobei es natürlich auch Ausnahmen gibt, wenn der Nachwuchs bis zum 25. Lebensjahr noch eine Ausbildung vollzieht oder sich in einem Studium befindet.

Wie hoch fällt der Kinderfreibetrag aus?

Der Gesetzgeber legt die Höhe für den Kinderfreibetrag für das Jahr 2017 auf insgesamt 7.356 € pro Kind fest. 2018 wird sich dieser jedoch auf 7.428 € erhöhen. Der Kinderfreibetrag setzt sich aus den Kosten für die Betreuung, Erziehung sowie für die Ausbildung zusammen. Außerdem ist noch das sächliche Existenzminimum des Kindes als Berechnungsgrundlage festzuhalten.

Die anteilige Berechnung vom Kinderfreibetrag

Sofern euer Nachwuchs beispielsweise im März zur Welt gekommen ist, so erfolgt eine anteilige Berechnung in Bezug auf den Kinderfreibetrag für das jeweilige Jahr, in dem die Steuererklärung abgegeben wird. Im Beispiel werden demnach nur zehn Monate des Geburtsjahres kalkuliert. Es ergibt sich also die Berechnung: 7.356 € / 12 Monate x 10 Monate = 6.137,50 €.

Kindergeld oder Kinderfreibeträge? – Die Günstigerprüfung entscheidet

Um nun feststellen zu können, ob das Kindergeld nun günstiger für den Einzelfall ist als die Inanspruchnahme der Kinderfreibeträge, müsst ihr euch im Grunde selbst keine Gedanken machen. Diese Aufgabe übernimmt nämlich das Finanzamt für euch, wenn euch die Steuererklärung abgebt. Die Prüfung erfolgt deshalb durch einen Finanzbeamten, der dann feststellt, ob nun das Kindergeld oder der Kinderfreibetrag günstiger für euch ist. Dieser legt sich dann auf die Option fest, wobei euch der Staat in finanzieller Sicht am meisten unterstützt.

Die Rechnung ist dabei gar nicht so einfach, wobei im Grunde zunächst eine Kalkulation der Steuerzahlung mit und ohne Kinderfreibetrag erfolgt. Demgegenüber wird die Gesamtsumme des Kindergelds für das gesamte Jahr gestellt. Ist der Freibetrag also dann günstiger für euch, so rechnet der Finanzbeamte dann mit dieser Option.

Berechnungsbeispiel für den Kinderfreibetrag bei Eltern mit einem Kind – Jahreseinkommen 70.000 € / Stand: 2017

Berechnung mit Kindergeld

zu versteuerndes Einkommen 70.000 €
zu zahlende Steuern 14.848 €

Berechnung mit Kinderfreibetrag

zu versteuerndes Einkommen 70.000 €
Abzug vom Kinderfreibetrag – 7.365 €
zu zahlende Steuern 11.772 €

Beide Werte werden mit der Günstigerprüfung gegenübergestellt

Steuern ohne Kinderfreibetrag 14.848 €
Steuern mit Kinderfreibetrag – 11.772 €
Summe = Steuervorteil 3.076 €
Steuern mit Kinderfreibetrag 3.076 €
Kindergeld (12 Monate x 192 €) 2.304 €

In diesem Beispiel ist der Steuervorteil mit dem Kinderfreibetrag also höher. Demnach lohnt es sich mehr als das Kindergeld.

Ab welchem Einkommen lohnt sich der Kinderfreibetrag?

Unabhängig vom Einzelfall gilt als Faustregel, dass alleinstehende Eltern ab einem zu versteuernden Einkommen in Höhe von 30.000 € pro Jahr bei den Kinderfreibetrag finanzielle Vorteile erhalten können. Bei Eheleuten wird sich der Kinderfreibetrag hingegen ab einem Einkommen vom 60.000 € lohnen.

Kindergeldantrag abgeben selbst wenn sich der Kinderfreibetrag für euch mehr lohnt?

Eltern, die sich bereits sicher sind, dass sich der Kinderfreibetrag für sie mehr lohnt, sollten dennoch den Kindergeldantrag bei der zuständigen Familienkasse stellen. Dies hat nämlich immense Vorteile, denn das Kindergeld bekomm ihr erstens monatlich auf euer Konto ausgezahlt. Da der Kinderfreibetrag erst am Ende des Jahres auf das zu versteuernde Einkommen angerechnet wird, profitiert ihr also von einer sofortigen Verfügbarkeit des Kindergelds. Außerdem geht das Finanzamt davon aus, dass Eltern, die ein Kind haben, ebenfalls das Kindergeld beantragt haben. Die Berechnung erfolgt also automatisch, wobei es keine Rolle spielt, ob ihr den Kindergeldantrag nun abgegeben habt oder nicht. Aufgrund dessen ist es demnach immer zu empfehlen, dass ihr den Kindergeldantrag mit sämtlichen Formularen bearbeiten und bei der Familienkasse abgebt.

Hinweis
Gebt den Kindergeldantrag auch ab, wenn sich der Kinderfreibetrag für euch mehr lohnt!

Der Kinderfreibetrag bei mehreren Kindern

Die weiter oben erwähnte Summe für den Kinderfreibetrag berechnet sich jeweils pro Kind. Außerdem teilt sich der Kinderfreibetrag nach dem Halbteilungsprinzip. Als Grundlage gilt bei verheirateten Paaren die Steuerklasse der jeweiligen Eheleute. Als Beispiel ist unter anderem ein verheiratetes Paar anzugeben, bei dem sich beide Eheleute in der Steuerklasse IV befinden. Hierbei erfolgt dann eine gleiche Anrechnung vom Kinderfreibetrag. Bei Paaren, die nicht verheiratet sind und die Steuerklasse I oder II haben, wird das Kind mit dem Zähler 0,5 angegeben.

Wie sieht es bei getrennten Paaren mit dem Kinderfreibetrag aus?

Wenn sich die Eltern getrennt haben oder auch in Scheidung leben, so spielt es keine Rolle, wo das Kind gemeldet ist und welches Elternteil sich vorrangig um den Nachwuchs kümmert. Der Kinderfreibetrag wird nämlich jeweils zur Hälfte beim Vater und der Mutter berechnet. Als Grundlage gilt, dass ein Elternteil jedoch seiner Unterhaltspflicht mit mindestens 75 % nachkommen soll. Ist dies nicht der Fall, so erfolgt keine Berechnung von dem Kinderfreibetrag bei dem jährlich zu versteuerndem Einkommen.

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