Startseite Schwangerschaft Schwangerschaftskalender 30. SSW – In der 30. Schwangerschaftswoche geht es um den letzten Schliff der Augen und Ohren

30. SSW – In der 30. Schwangerschaftswoche geht es um den letzten Schliff der Augen und Ohren

30. SSW - Schwangerschaftswoche

Während das Baby ab der 29. SSW nochmals ordentlich an Fettmasse zulegt, werden in der 30. SSW (29+1 – 29+7) noch die letzten kleinen Entwicklungsschritte mancher Organe zu Ende gebracht.

30. SSW:

Beim Baby:


  • Letzte Entwicklungsschritte der Augen
  • Die Ohren haben ihre endgültige Form
  • Das Kopfhaar wird dichter
  • Das Baby dreht sich schön langsam in die Geburtsposition
  • Größe des Babys (SSL): rund 40 – 44 cm
  • BPD: rund 73 – 76 mm
  • Gewicht des Babys: ca. 1381 – 1560 Gramm

Bei der werdenden Mami:

  • Die Schwangerschaftsdemenz
  • Der Muttermund
  • Alles zur anstehenden Entbindung: Der Kaiserschnitt
  • Die Ängste der werdenden Papis ernst nehmen
  • Behördenwege nach der Geburt: Krankenversicherung für das Kind
  • Gewichtszunahme: bis zu 15 kg

Endspurt im letzten Trimester

Die Spätschwangerschaft ist für alle Mamis noch einmal ziemlich anstrengend. Jetzt wächst der Bauch so sehr, dass sogar Schuhe binden zum Problem werden kann. Das Baby in eurem Bauch ist dafür schon so weit entwickelt, das es auch außerhalb des Bauches sehr gute Überlebenschancen hat.

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Letzte Entwicklungsschritte der Augen

Eigentlich kann man die Augen entwicklungsgeschichtlich auch als Ausstülpung des Gehirns bezeichnen. Sie haben bereits in der 4. Schwangerschaftswoche mit ihrer Entwicklung begonnen. Zunächst bildeten sich zwei Augenbläschen, etwas später induzierte aus dem Ektoderm die die Augenlinse.

INFO:
Wir erinnern uns: Das Ektoderm ist das oberste Keimblatt des Embryoblasten. Ebenfalls aus diesem Keimblatt entwickelte sich unter anderem die Haut, das Haar, der Darm, das Nervensystem, die Zähne, die Ohren und ein Teil des Gehirns.

Aus den Augenbläschen entwickelten sich die Netzhäute (Retina) und später die Augenbecher. Im Laufe der Zeit schlossen sich die Augenbecher. In derselben Zeit kristallisierte sich aus dem Augenbecherstiel der Nervus opticus, ein Hirnnerv, heraus. Schon ab der 5. Schwangerschaftswoche entwickelten sich die Linsenbläschen, aus denen in weiterer Folge die Linsen entstanden.


Ab der 7. Schwangerschaftswoche bilden sich die Augenlider, die sich in der 10. SSW verklebten, um die Augen während der wichtigsten Entwicklungsphase vor äußeren Einflüssen zu schützen. Erst um das 7. SSW lösten sich die Augenlinsen langsam, um die Augen freizugeben. Es entstand das Ober- und das Unterlid.

Jetzt, in der fortgeschrittenen 30. SSW entwickeln sich noch die Stäbchen- und Zapfenglieder der Netzhaut. Diese Außenglieder der Photorezeptoren veranlassen den Organismus dazu, den Pupillenreflex auslösbar zu machen.

INFO:
Die Photorezeptoren befinden sich in den Linsenaugen. Sie nehmen die Information des Auges mittels elektromagnetischer Wellen auf, und leiten sie an das Sehsystem zur Verarbeitung weiter. Die Stäbchenglieder sind dabei für das Hell-Dunkel-Sehen, und die Zapfenglieder für das Farbensehen zuständig.

Die Ohren haben ihre endgültige Form

Auch bei der Entwicklung der Ohren hat sich das meiste bereits in den ersten Wochen der Schwangerschaft abgespielt. Das Innenohr hat sich aus dem Ektoderm entwickelt. Es entstanden Ohrplakoden, die sich zu Ohrbläschen weiterbildeten. Der Schneckengang entstand (Synonyme: Scala media, Ductus chochlearis), dann die Makulaorgane (Sacculus und Utriculus).

Anders als das Innenohr entstand das Mittelohr aus dem Entoderm. Es entwickelten sich unter anderem die Schlundtaschen, Paukenhöhlen (Cavum tympani), die Tubae auditivae und die Trommelfelle.

INFO:
Wir erinnern uns: Das Entoderm ist das innere Keimblatt des Embryoblasten. Ebenfalls aus diesem Keimblatt entwickelte sich unter anderem ein Teil des Verdauungstraktes, die Leber, die Schilddrüse, der Atmungstrakt, die Harnröhre und ein Teil des Geschlechtstraktes.

Relativ spät wurden die Gehörknöchelchen Hammer (Malleus) und Amboss (Incus) aus dem Schlundbogen gebildet.

Jetzt, in der 30. Schwangerschaftswoche, hat sich aus der primitiven Ohrmuschel (Auricula) die endgültige Form inklusive Ohrläppchen entwickelt.

Das Kopfhaar wird dichter

Das Haarfollikel entwickelte sich aus epidermalen Knospen. Die erste Behaarung, die sich auf die Haut des Babys legte, war die flaumige Lanugobehaarung (Wollhaar), die in den meisten Fällen noch vor der Geburt ausfallen. Sie war dazu da, um das Baby vor negativen Einflüssen des Fruchtwassers zu schützen. Unter jedem Haar befand sich eine Talgdrüse, welche eine schmierige Substanz absonderte, die sich ebenfalls schützend über die Haut des Fötus legte. Jetzt, in der 30. SSW, ist die Lanugobehaarung in vielen Fällen bereits vollständig verschwunden. Übrig bleibt die Kopfbehaarung, die bei einigen Babys schon bei der Geburt relativ dicht sein kann.

INFO:
Dass die Dichte der Kopfbehaarung in Zusammenhang mit Sodbrennen steht, ist ein altes Ammenmärchen, das längst widerlegt wurde.

Das Baby dreht sich schön langsam in die Geburtsposition

Im Normalfall erblickt das Baby das Licht der Welt mit dem Kopf voran. Bei der Hinterhauptslage liegt das Kind mit dem Kopf nach unten und mit dem Gesicht in Richtung des mütterlichen Kreuzbeins. Das ist in rund 95 % der Geburten der Fall. Die übrigen 5 % teilen sich in folgende Kindslagen auf:

  • Beckenendlage (Steißlage)
  • Querlage
  • Vorderhauptslage

In der Beckenendlage, auch Steißlage genannt, sitzt das Baby in der Gebärmutter, manchmal sogar mit ausgestreckten Beinchen. Der Popo zeigt dabei in Richtung des Geburtskanals. Eine weitere Lageanomalie ist die Querlage. In den meisten Fällen wird der Arzt bei dieser Lage einen Kaiserschnitt empfehlen, denn eine normale Spontangeburt ist in diesem Fall nicht möglich. Bei der Vorderhauptslage kommt das Baby mit dem Gesicht nach oben auf die Welt. Diese Lage führt zu einer längeren Austreibungsphase und in vielen auch zu stärkeren Dammrissen.

In der 30. SSW kann das Baby bereits in der richtigen Position liegen, muss es aber noch nicht. Noch kann vieles passieren, und das Baby hat noch genügend Zeit, um sich zu drehen. Erst ab der 36. SSW wird die Lage des Babys als die endgültige Lage angesehen. Aber nur keine Panik: Es kann aber noch immer vieles geschehen! Es ist sogar möglich, dass sich euer Kind noch im letzten Moment, während der Wehen, in die Hinterhauptlage dreht.

Die Gründe dafür, dass sich nicht jedes Baby in die Hinterhauptlage dreht, sind ungewiss. In manchen Fällen macht ein Muskelknoten (Myom) oder eine Bänderverspannung die Drehung unmöglich. Oder eine eher ovale Kopfform des Babys verhindert die optimale Einnistung in das Becken. Die Form der Gebärmutter kann ebenfalls eine Rolle spielen. Oft gibt es dafür aber auch überhaupt keinen Grund.

Manchmal gelingt es Hebammen und Kinderärzten, das Baby noch vor der Geburt in die richtige Richtung zu bewegen. Bekannt ist beispielsweise die indische Brücke.

INFO: Die indische Brücke
Ab der 32. SSW übt die Hebamme im Falle einer Lageanomalie mit euch diese Übung, um das Baby zu einer Drehung zu bewegen. Dazu legt ihr euch auf den Rücken, stützt das Becken mit einem Polster, und stellt die Füße auf einen niedrigen Stuhl. Der Brustkorb soll dabei niedriger als das Becken liegen. Diese Übung könnt ihr, nachdem ihr sie mit eurer Hebamme geübt habt, jeden Tag alleine anwenden. Solltet ihr spüren, dass sich das Baby vielleicht gedreht hat, sollet ihr die Übung nicht weiter ausführen.

Erfahrene Geburtshelfer wenden zwischen der 36. und der 38. Schwangerschaftswoche auch die sogenannte äußere Wendung an. In bis zu 80 % der Fälle führt die äußere Wendung zu einer erfolgreichen Drehung des Babys.

ACHTUNG:
Die äußere Drehung darf jedoch nur von wirklich erfahrenen Geburtshelfern angewendet werden.

Die Schwangerschaftsdemenz

Erwiesenermaßen leiden Schwangere oft an Vergesslichkeit. Auch während der Stillzeit kann es vermehrt zu Vergesslichkeit, Verwirrtheit oder Wortfindungsstörungen kommen. Mit einer richtigen Demenz, bei der das Gehirn einem Abbauprozess unterliegt, hat diese Form der Vergesslichkeit jedoch nichts zu tun. Tatsächlich kann es zwar passieren, dass Frauen in der Schwangerschaft Probleme mit der Planung und der Regulierung ihrer Emotionen haben. Wissenschaftler und Psychotherapeuten sind sich einig, dass die Schwangerschaftsdemenz mit dem verminderten Schlaf, den fehlenden Tiefschlafphasen und dem veränderten Schlafrhythmus einhergeht. Auch die Umstellung des Körpers auf den Entwicklungsrhythmus des Ungeborenen spielt möglicherweise mit eine Rolle.

HINWEIS:
Solltet ihr von der Schwangerschaftsdemenz betroffen sein, dann haltet euch immer vor Augen, dass diese Erscheinung einige Monate nach der Entbindung auch wieder verschwindet.

Der Muttermund

Während der gesamten Schwangerschaft verschließt der Muttermund (Ostium uteri) den Geburtskanal, und schützt damit das Baby vor Eindringlingen wie Bakterien, Viren oder Pilzen. Erst, wenn der Organismus des Babys soweit ist, öffnet er sich, und gibt das neue Leben frei.

Der Muttermund ist als Teil des Gebärmutterhalses in die gesamte Schwangerschaft mit einbezogen. Tritt eine Schwangerschaft ein, wird er über das Hormon HCG aktiviert. Ab sofort übernimmt er wichtige Aufgaben in eurem Körper. Zuerst zieht er sich nach oben und verhärtet. Zervixschleim bildet dazu einen Pfropf, der den Ausgang des Muttermundes fest verschließt. Wird der Muttermund nicht hart und verkürzt sich, dann handelt es sich möglicherweise um eine Zervixinsuffizienz. Diese kann zu vorzeitigen Wehen und einer Frühgeburt führen. Weich werden darf der Muttermund im Normalfall erst dann, wenn das Baby reif ist, um das Licht der Welt zu erblicken. Meist tritt dieser Fall ab der 39. Schwangerschaftswoche ein. Setzen die ersten, noch sanften, Frühwehen ein, weitet sich der Muttermund. Danach löst sich der Zervixschleimpfropf. Dann steht die Geburt kurz bevor.

Alles zur anstehenden Entbindung: Der Kaiserschnitt

In einigen Fällen wird ein Kaiserschnitt (Sectio) dringend notwendig. Manchmal entscheiden sich Mütter aber auch bewusst für diesen operativen Eingriff. Durchgeführt werden kann die Operation sowohl mit örtlicher Betäubung als auch unter Narkose. Im Schnitt dauert er rund eine Stunde.

Die derzeit am häufigsten angewandten Betäubungsverfahren sind die Spinalanästhesie und die Periduralanästhesie (PDA). In beiden Fällen kommt man auch dem Wunsch vieler Mütter entgegen. Diese Betäubungsvarianten haben nämlich den Vorteil, dass die Schwangere während der Entbindung bei Bewusstsein ist, und ihr Baby sofort sehen kann.

Bevor es jedoch soweit ist, müssen einige Vorbereitungen getroffen werden. Der werdenden Mami müssen die Schamhaare rasiert und ein Blasenkatheter gelegt werden. Dann wird der Bauchbereich mit Tüchern abgedeckt. So wird verhindert, dass die Schwangere oder der Vater, der die Geburt begleitet, direkten Blick auf den gesetzten Schnitt haben.

Nachdem die werdende Mami sicher schmerzfrei ist, setzt der Chirurg einen horizontalen Schnitt, öffnet die Bauchdecke und holt das Baby vorsichtig aus dem Bauch der Mutter. Nach der Abnabelung wird das Kind warm verpackt und den stolzen Eltern übergeben, die ihr neues Familienmitglied herzlich willkommen heißen können. Die weitere Versorgung des Babys übernehmen Hebammen und Ärzte gemeinsam. Oft kann auch der frischgebackene Papa einen Teil der Versorgung übernehmen.

Sofort nach dem Kaiserschnitt zieht sich die Gebärmutter wieder zusammen, die Plazenta löst sich und wird entfernt. Danach muss der Schnitt am Bauch vernäht werden.

Die Ängste der werdenden Papis ernst nehmen

Auch die werdenden Vatis tragen viele Ängste mit sich herum. Sie nehmen sich jedoch, und das kann man ihnen doch schon hoch anrechnen, sehr oft während der Schwangerschaft völlig zurück und stellen ihre Partnerin in den Vordergrund.

Die Unsicherheit ist gerade beim ersten Kind besonders groß. Auch, wenn sie sich das nicht zu sagen wagen. Auch viele Ängste sind mit im Spiel. „Werde ich ein guter Vater sein?“ oder „Werde ich meine Familie ernähren können?“ klingt möglicherweise für manche abgedroschen, sind jedoch nach wie vor die wichtigsten Fragen, die sich Männer bei ihrem ersten Kind stellen. Sehr oft werden die Männer von Ängsten begleitet, die sich speziell auf die Geburt konzentrieren.

Um den Vätern die Angst zu nehmen ist es hilfreich, ihn in alle Aktivitäten wie Geburtsvorbereitung usw. einzubinden. Männer möchten sich lieber mit Männern unterhalten. Die Ratschläge der Hebamme sind gut und wichtig, aber trotzdem hilft es den Männern mehr, unter sich über ihre Probleme zu können. In einem Geburtsvorbereitungskurs treffen meist mehrere Männer aufeinander, die sich gegenseitig Mut machen, und von Erlebnissen berichten. Darunter findet sich bestimmt auch der eine oder andere, der bereits sein zweites, drittes oder viertes Kind erwartet. Er gibt die besten Tipps.

Behördenwege nach der Geburt: Krankenversicherung für das Kind

Mit der Beantragung der Krankenversicherung für das neue Familienmitglied solltet ihr euch nicht allzu lange Zeit lassen. Diesen Schritt solltet ihr schon bald nachdem ihr das Krankenhaus verlassen habt gehen. Die ersten Untersuchungen, bei denen das Neugeborene schon eine Krankenversicherung besitzen sollte, sind um die sechste Lebenswoche angesetzt. Bis dahin ist es ratsam, auf die Krankenkasse zu gehen, um einen Antrag auf Familienversicherung für Neugeborene zu stellen. Das Formular könnt ihr euch alternativ auch zusenden lassen. Um die Antragsstellung erfolgreich abzuschließen, benötigt die Kasse eine beglaubigte Kopie der Geburtsurkunde des Kindes.

Manche Kassen, wie beispielsweise die Techniker Krankenkasse, bieten aber auch schon einen Online-Antrag an.

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