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Senkwehen: Alles zu den Anzeichen, der Linderung und Häufigkeit

Wehen fördern

Sobald die Senkwehen beginnen heißt es für euch: Endspurt! Denn jetzt sind es nur noch wenige Wochen bis zum langersehnten Geburtstermin, dem ihr seit fast 9 Monaten entgegenfiebert. Zwar ist Vorfreude ja bekanntlich die schönste Freude, aber so langsam wird es wirklich Zeit, dass ihr euren Schatz endlich in den Armen halten dürft.

Im Zuge eurer Schwangerschaft durchläuft euer Körper verschiedene Wehen-Phasen. Bereits ab der 20. Schwangerschaftswoche wird eure Gebärmuttermuskulatur mit den sogenannten Übungswehen Schritt für Schritt auf die bevorstehende Geburt vorbereitet. Schließlich muss eure Gebärmutter bei der Geburt Höchstleistungen vollbringen und das geht leichter mit einem regelmäßigen Training. Zudem sorgen die Kontraktionen der Übungswehen für eine gute Durchblutung der Plazenta.

Die Abstände der Übungswehen sind unregelmäßig und im Normalfall nicht schmerzhaft. Sie können sich durch ein leichtes Ziehen im Unterleib sowie einen verhärteten Bauch bemerkbar machen. Einige Schwangere nehmen die Übungswehen vor allem tagsüber so gut wie gar nicht wahr. Die leichten Kontraktionen, bei denen sich die Gebärmutter für einen kurzen Moment zusammenzieht und anschließend wieder entspannt, dauern nicht länger als eine Minute an.

Zudem sollten die Übungswehen nicht häufiger als 3 Mal pro Stunde oder mehr als 10 Mal täglich auftreten. Bei Stress oder einer Überanstrengung können die Kontraktionen stärker und häufiger ausfallen und signalisieren euch ein paar Gänge zurückzuschalten. Sind die Übungswehen mit Schmerzen und einem Unwohlsein verbunden, so solltet ihr vorsichtshalber euren Frauenarzt aufsuchen, um mögliche vorzeitige Wehen ausschließen zu können.

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Wann beginnen die Senkwehen und welchen Sinn haben sie?

Ungefähr in der 36. Schwangerschaftswoche gehen die Übungswehen fließend in die Senkwehen über. Wenn es sich bei euch nicht um die erste Geburt handelt, können die Senkwehen unter Umständen auch erst ein oder zwei Wochen, manchmal sogar erst ein paar Tage vor der Geburt auftreten. Grund dafür ist, dass sich euer Baby schon tiefer im Becken befindet als bei der ersten Geburt. Dies ist ganz normal und kein Grund zur Beunruhigung.

Die Senkwehen erfüllen die wichtige Aufgabe, euer Baby in die Geburtsposition zu bringen. Durch die Muskelkontraktionen der Gebärmutter senkt sich das Köpfchen des Kindes tiefer in das Becken, Richtung Beckeneingang und Geburtskanal. Daher auch der Name Senkwehen. Der gesamte Vorgang übt zudem einen Druck auf die Gebärmutter aus und führt dazu, dass sich der Kopf in die optimale Geburtsposition, direkt vor den Muttermund, begibt.

Anders als die Geburtswehen sind die Senkwehen jedoch nicht zerfixwirksam. Das bedeutet, dass die Kontraktionen der Senkwehen noch nicht genügend Kraft entwickeln, um den Muttermund zu öffnen und den Gebärmutterhals zu verkürzen.

Die Anzeichen und Häufigkeit von Senkwehen

Wie machen sich die Senkwehen bemerkbar und könnt ihr diese überhaupt erkennen? In welcher Intensität und auf welche Weise sich die Senkwehen bemerkbar machen, ist bei jeder Schwangeren unterschiedlich. Oft werden die Senkwehen mit den typischen Periodenschmerzen verglichen. Starke Schmerzen lösen sie jedoch in der Regel nicht aus.

Bei einigen Frauen äußern sich die Senkwehen durch ein Ziehen oder Druckgefühl im Unterleib sowie im Rücken und in der Leistengegend. Häufig wird der Bauch vorübergehend hart und es entsteht ein Spannungsgefühl. Einige Schwangere klagen zudem über ein allgemeines Unwohlsein oder eine leichte Übelkeit, wohingegen manche Schwangere die Senkwehen gar nicht richtig wahrnehmen.

Je näher der Geburtstermin rückt, umso stärker können auch die Schmerzen der Senkwehen werden und wie ein starker Muskelkater bis in die Oberschenkel und Beine ausstrahlen.

Ist euch vielleicht auch aufgefallen, dass ihr gegen Ende eurer Schwangerschaft häufiger die Toilette aufsuchen und Wasser lassen müsst? Das ist nicht verwunderlich und ein weiteres Indiz für die Senkwehen. Dadurch, dass sich euer Baby tiefer in das Becken gesenkt hat, drückt es nun stärker auf die Blase.

Doch die Senkwehen haben durchaus auch ihre positiven Seiten und lassen euch wieder aufatmen. Wahrscheinlich werdet ihr feststellen, dass sich eure Babykugel durch die Senkwehen weiter nach unten verlagert und der Bauch oben wieder flacher ist. Das verschafft euren Lungen wieder mehr Platz und das Atmen fällt spürbar leichter. Wenn ihr zuvor außerdem unter Sodbrennen und einem Völlegefühl gelitten habt, werden diese Beschwerden mit dem Eintreten der Senkwehen abklingen und auch das Essen macht jetzt wieder mehr Spaß.

Wie oft treten die Senkwehen auf?

Im Unterschied zu den Übungswehen, welche regelmäßiger auftreten, machen sich Senkwehen sehr unregelmäßig und in unterschiedlichen Abständen bemerkbar. Dabei ist es nicht selten, dass zwischen den einzelnen Kontraktionen Stunden und manchmal sogar Tage dazwischenliegen. An anderen Tagen wiederum können die Abstände, in denen sich die Gebärmutter zusammenzieht, auch nur 10 Minuten betragen. Die Kontraktionen dauern dabei ca. 30 bis 40 Sekunden an.

Die Senkwehen auf einen Blick:

  • Treten bei Erstgebärenden ungefähr ab der 36. Schwangerschaftswoche auf. Bei dem 2. oder 3. Kind können die Senkwehen auch erst ein paar Tage vor der Geburt eintreten
  • Euer Baby begibt sich in die Geburtsposition, indem sich der Kopf tiefer in das Becken senkt
  • Die Abstände der Kontraktionen, welche zwischen 30 und 40 Sekunden andauern, sind sehr unregelmäßig
  • Machen sich durch ein Ziehen im Unterleib sowie im Rücken bemerkbar und können bis in die Beine ausstrahlen
  • Sind nicht mit starken Schmerzen, jedoch hin und wieder mit einem Unwohlsein verbunden
  • Ähneln in der Intensität den typischen Menstruationsbeschwerden
  • Lungen und Magen haben wieder mehr Platz, da sich der komplette Bauch nach unten senkt. Somit wird das Atmen einfacher und Sodbrennen gelindert
  • Vermehrter Harndrang, da das Baby durch die neue Position auf die Blase drückt
  • Keine Auswirkungen auf den Muttermund sowie den Gebärmutterhals

Senkwehen von den Geburtswehen unterscheiden

Vor allem kurz vor dem errechneten Geburtstermin sowie bei der ersten Geburt ist die Sorge, die Senkwehen nicht von den richtigen Geburtswehen unterscheiden zu können, oft allgegenwärtig. Doch Senkwehen lassen sich von den tatsächlichen Wehen relativ gut unterscheiden.

Bei den Geburtswehen nimmt die Intensität der Schmerzen deutlich zu und die Abstände der Kontraktionen werden immer regelmäßiger und gleichzeitig kürzer. Zu Beginn der Eröffnungswehen betragen die Abstände noch 20 Minuten und verringern sich nach und nach auf 10 Minuten. Die Kontraktionen dauern zu dieser Zeit bereits 50 Sekunden an, ihr müsst euch zunehmend auf die Wehe konzentrieren und habt das dringende Bedürfnis diese zu veratmen.

Ein weiteres Zeichen für die Geburtswehen ist, dass Wärme keine Linderung mehr verschafft und die Wehentätigkeit dadurch sogar angekurbelt wird.

Anders als die Senkwehen öffnen die Geburtswehen den Muttermund und die Geburt wird eingeleitet. Euer Baby ist jetzt bereit das Licht der Welt zu erblicken und euch endlich kennenzulernen. Deshalb solltet ihr spätestens, wenn die Wehenabstände nur noch zwischen 5 und 8 Minuten betragen und bereits 60 Sekunden andauern, den Weg ins Krankenhaus antreten.

So können Senkwehen gelindert werden

Zwar sind Senkwehen nicht mit starken Schmerzen verbunden, unangenehm können sie jedoch allemal sein. Bei emotionalem und körperlichem Stress können die Beschwerden außerdem noch zunehmen. Dann ist es höchste Zeit für Entspannung!

Ein warmes Bad, ein Körnerkissen oder eine Wärmflasche helfen oft schon Wunder und sorgen dafür, dass sich der Bauch und die gesamte Rückenmuskulatur entspannen und eventuelle Schmerzen gelindert werden. Zudem werden sanfte Bauch-, Fuß- oder Rückenmassagen von vielen Schwangeren als angenehm und schmerzlindernd empfunden.

Auch verschiedene Atem- und Entspannungstechniken, die euch normalerweise im Geburtsvorbereitungskurs gezeigt werden, können dabei helfen euch zu entspannen und gleichzeitig dazu führen, dass sich euer Baby weiter in Richtung Muttermund bewegt.

In fast allen Lebenslagen sorgen verschiedene Teesorten für eine Verbesserung. Dies gilt natürlich auch in der Schwangerschaft. Entspannende und beruhigende Tees wie Melisse, Hopfen oder Frauenmantel haben sich bei Krämpfen bewährt und können das Ziehen im Unterleib lindern. Setzt euch dabei bequem hin und legt am besten eure Beine hoch. Dies sorgt zusätzlich für einen kleinen Entspannungsmoment und entlastet euren Rücken.

Auch ein Tee aus Himbeerblättern kann dazu beitragen die verkrampfte Gebärmuttermuskulatur zu entspannen. Dieser sollte jedoch nur in vorheriger Absprache mit der Hebamme getrunken werden, da er unter Umständen die Wehentätigkeit zu früh anregt und den Muttermund lockert.

Zudem sorgen kleinere Spaziergänge für ein besseres Wohlbefinden und helfen dabei die verspannte Muskulatur zu lockern. Übertreibt es allerdings nicht mit der Bewegung, denn so kurz vor dem Termin solltet ihr die Kräfte bereits für die bevorstehende Geburt sammeln und euch nicht verausgaben.

Probiert einfach aus, was euch gut tut und mit was ihr euch am wohlsten fühlt. Nicht jede Schwangere empfindet gleich und reagiert somit unterschiedlich auf die vorgestellten Methoden.

Wann solltet ihr vorsichtshalber einen Arzt oder das Krankenhaus aufsuchen?

Treten die Senkwehen trotz Entspannung häufiger als zehn Mal täglich oder aber auch mehr als drei bis vier Mal in der Stunde auf und sind zudem mit unerklärlichen Schmerzen verbunden, lasst ihr dies besser von eurem Frauenarzt abklären.

Das Gleiche gilt, wenn ihr einen blutigen, bräunlichen oder schleimigen Ausfluss bemerkt oder wenn ihr durch einen vorzeitigen Blasensprung Fruchtwasser verliert.

Auch bei plötzlich auftretender Übelkeit, Schwindel oder Kreislaufprobleme in Form von Augenflimmern solltet ihr euren Frauenarzt oder das Krankenhaus aufsuchen.

Fazit

Das Schlimmste was euch passieren kann ist, dass ihr bei einem falschen Alarm vom Krankenhaus vorerst wieder nach Hause geschickt werdet, um in eurer gewohnten Umgebung die richtigen Geburtswehen abzuwarten. Dies kommt gerade bei Erstgebärenden häufiger vor und gehört zum Alltag von Frauenärzten sowie Hebammen. Ihr seid damit also garantiert kein Einzelfall!

Wir wünschen euch und eurem Liebling alles erdenklich Gute sowie eine reibungslose Geburt.

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