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Was kostet eine Hebamme?

Anzeichen der Geburt

Hebammen sind bei weitem nicht nur bei der Geburt eures Kindes zur tatkräftigen Unterstützung anwesend. Während der Schwangerschaft, im Kreißsaal, bei einer Hausgeburt sowie in den ersten Wochen nach der Entbindung sorgen sich Hebammen um das Wohl und die Gesundheit von Mama und Baby.

Dabei vermitteln Hebammen werdenden und frisch gebackenen Mamis Sicherheit, sie geben wertvolle Tipps und Tricks für die Schwangerschaft und die Geburt sowie für den Umgang mit eurem Neugeborenen.

Kurz gesagt: Hebammen stehen euch während der spannenden und gleichzeitig ungewohnten Zeit vor und nach der Geburt mit Rat und Tat zur Seite. Und das mit ganz viel Herzblut und Hingabe.

In diesem Artikel erfahrt ihr alles über die wichtigen Aufgaben einer Hebamme, welche Kosten von den Krankenkassen übernommen werden und welche Leistungen euch zustehen.

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Warum eine Hebamme unverzichtbar ist

Vor allem, wenn es sich um das erste Kind handelt, fühlen sich viele werdende Mamas unsicher und ohne die Hilfe und Unterstützung einer fachkundigen und vertrauensvollen Hebamme ziemlich aufgeschmissen. Schließlich ist die erste Schwangerschaft, das Wochenbett sowie das Leben mit einem Neugeborenen absolut unbekanntes Terrain.

Damit ihr euch vor und nach der Geburt eures Schatzes gut aufgehoben und verstanden fühlt, sind Hebammen neben eurem Frauenarzt unverzichtbar. Egal, welches Anliegen euch unter den Nägeln brennt, die Hebamme hat stets ein offenes Ohr sowie viele hilfreiche Tipps, wenn es um die Schwangerschaft, die Geburt oder die oft anstrengende Zeit im Wochenbett geht.

In einer 3-jährigen Ausbildung an einer Hebammenschule lernen angehende Hebammen in einem theoretischen und praktischen Unterricht alles über die Schwangerschaftsvorsorge, den Geburtsvorgang sowie die Nachversorgung von Mama und Baby im Wochenbett.

Das gesamte Aufgabengebiet einer Hebamme ist sehr vielseitig und breit gefächert. Doch welche Aufgaben werden noch von einer Hebamme übernommen?

Aufgaben einer Hebamme

Gerade für Erstgebärende stellen Hebammen eine wichtige Bezugs- und wertvolle Ansprechperson in der spannenden Zeit der Schwangerschaft sowie in die ersten Wochen nach der Geburt dar. Dabei übernehmen Hebammen sehr viele Aufgaben, um den werdenden Mamas bei der Schwangerschaft zur Seite zu stehen, sich um das Wohlbefinden zu kümmern sowie die Geburt und die Zeit im Wochenbett zu begleiten.

Neben einer ausführlichen Beratung und Betreuung sind Hebammen unter anderem bei der Geburt im Krankenhaus oder auch außerhalb des Krankenhauses sowie bei der Stillzeit und im Wochenbett an eurer Seite.

Viele Hebammen bieten heutzutage zum Beispiel auch Schwangeren- sowie Rückbildungsgymnastik und Schwimmen für Schwangere an.

Nachfolgend haben wir die wichtigsten Aufgabenbereiche einer Hebamme für euch zusammengefasst:

Vorsorgeuntersuchungen: Für die regelmäßig anfallenden Vorsorgeuntersuchungen müsst ihr nicht zwingend euren Frauenarzt aufsuchen. Denn ausgenommen von den Ultraschalluntersuchungen können Hebammen alle anstehenden Untersuchungen, die im Laufe der Schwangerschaft anfallen, durchführen.

Dazu gehören unter anderem:

  • Abnahme von Urin und Blut
  • Gewichtsmessung
  • Blutdruckmessung
  • Kindlichen Herztöne messen
  • Wehentätigkeit am Ende der Schwangerschaft kontrollieren
  • Bestimmung von Lage, Größe und Wachstum des Babys

Für die Untersuchungen kommt die Hebamme zu euch nach Hause, was für einige Schwangere eine enorme Erleichterung darstellt und gleichzeitig entstehen keine Wartezeiten in der Frauenarztpraxis. Neben den gesetzlich empfohlenen Untersuchungen kann die Hebamme sogar Laboruntersuchungen in Auftrag geben, euren Mutterpass ausfüllen und die Untersuchungsergebnisse eintragen.

Da sich die Behandlungsart von Frauenarzt und Hebamme teilweise etwas unterscheidet und jeweils auf andere Methoden Wert gelegt wird, bietet es sich auch an, die Vorsorgeuntersuchungen aufzuteilen.

So profitiert ihr gleichzeitig von den erfahrenen Händen einer Hebamme, die oft auf ihre Erfahrung und ihr Gespür vertraut, und dem medizinischen Fachwissen sowie der technischen Ausstattung eures Frauenarztes.

Allerdings müsst ihr dies zuvor mit eurer Hebamme absprechen und euren Frauenarzt in Kenntnis setzen, damit diese gemeinsam für euer Wohlbefinden und die Gesundheit eures Schatzes sorgen können.

Treten während der Schwangerschaft Komplikationen auf, wird euch die Hebamme umgehend zu eurem Frauenarzt schicken.

Beratung rund um das Thema Schwangerschaft und Geburt: Wie läuft das letzte Schwangerschaftsdrittel und vor allem die Geburt ab? Was soll ich beim Stillen und im Wochenbett beachten? Wie kann ich mein Neugeborenes beruhigen?

Egal, welche Frage euch unter den Nägeln brennt: Alles rund um die Themen Schwangerschaft, Geburt sowie die ersten Wochen nach der Entbindung kann euch von eurer Hebamme beantwortet werden.

Natürlich plagen die werdenden Mamis hin und wieder auch mal Ängste und Sorgen. Vielleicht habt ihr euch auch schon die Frage gestellt, ob ihr dem Muttersein und den damit verbundenen Aufgaben gewachsen seid.

Vor allem für Erstgebärende sind Hebammen deshalb besonders wichtig für die persönliche Betreuung und individuelle Beratung. Auch bei Themen, welche die gesamte Partnerschaft und die Sexualität vor und nach der Entbindung betreffen, haben Hebammen ein offenes Ohr und hilfreiche Tipps.

Zudem könnt ihr euch bei eurer Hebamme über eine nährstoffreiche und schwangerschaftstaugliche Ernährung sowie eine gesunde Lebensweise während der Schwangerschaft und in der Stillzeit informieren.

Geburtshilfe: Eure Hebamme kann euch über die Geburt im Krankenhaus sowie über eine eventuelle Hausgeburt gründlich aufklären und euch über die Vor- und Nachteile sowie Risiken informieren. Sofern ihr und euer Baby fit und gesund seid und keine Erkrankungen vorliegen, steht einer Hausgeburt nichts im Wege. Außerdem könnt ihr den Rat der Hebamme einholen, wenn es um die Auswahl des Krankenhauses geht.

Während der Entbindung ist die Anwesenheit der Hebamme unverzichtbar und für die Entbindende sowie für das Baby besonders wichtig. Es ist in Deutschland sogar so, dass eine Hebamme oder ein Geburtshelfer bei der Entbindung anwesend sein muss, wohingegen ein Arzt nicht vorgeschrieben ist.

Die Hebamme nimmt euch im Kreißsaal vertrauensvoll in Empfang, beziehungsweise kommt bei einer Hausgeburt zu euch nach Hause, und protokolliert die gesamte Geburt. Sie misst die Herztöne des Babys und wirft ein Auge auf die Wehentätigkeit. Auch unterstützt sie euch bei der Atmung und achtet darauf, dass ihr euch zwischen den Wehen so gut wie möglich entspannen könnt.

Tritt euer Baby aus dem Geburtskanal aus, wird die Hebamme zudem versuchen euren Damm zu schonen oder führt gegebenenfalls einen vorsorglichen Dammschnitt durch. Wenn es von euch gewünscht ist oder eventuell kein Partner im Kreißsaal anwesend ist, durchtrennt die Hebamme die Nabelschnur und kümmert sich anschließend mit dem Ärzteteam um die Untersuchung eures Kindes, bevor ihr dieses endlich in den Armen halten dürft.

Wochenbett und Stillzeit: Nach der Geburt überprüft die Hebamme regelmäßig euren Blutdruck, die Vitalwerte und wie stark die Blutungen sind. In den ersten zehn Tagen nach der Entbindung kommt die Hebamme sogar täglich zu euch nach Hause, um den Gesundheitszustand von euch und eurem Baby zu überwachen.

Außerdem kontrolliert sie den Heilungsprozess, schaut sich den Damm an und überwacht die Rückbildung der Gebärmutter. Sollten während der Geburt weitere Verletzungen aufgetreten sein, wird sie auch darauf ein Auge werfen.

Vor allem in den ersten Tagen und Wochen nach der Entbindung können hin und wieder Probleme beim Stillen auftreten. Dies ist ganz normal und eure Hebamme wird euch mit wertvollen Tipps und Tricks versorgen, um den Milchfluss anzuregen oder damit ihr eine geeignete Stillposition findet.

Außerdem führt euch die Hebamme in die Körperpflege eures Schatzes ein und zeigt euch, wie ein Neugeborenes gebadet wird und auf was ihr dabei achten müsst. Natürlich wird auch die Wundheilung des Nabels sowie das Gewicht eures Babys gewissenhaft kontrolliert.

Weitere Aufgaben und mögliche Zusatzqualifikationen:

Welche Kosten für eine Hebamme übernommen werden

Wir haben für euch zusammengefasst, welche Kosten in der Regel von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden und mit welchen Leistungen ihr rechnen könnt:

  • Während der Schwangerschaft: Der Geburtsvorbereitungskurs, die Vorsorgeuntersuchungen (entweder bei eurer Hebamme oder eurem Frauenarzt) sowie drei Ultraschalluntersuchungen werden von den Krankenkassen übernommen.
  • Die Geburt: Zur Kassenleistung gehört auch die komplette Versorgung während und nach der Entbindung sowie die Zeit im Krankenhaus.
  • Nach der Schwangerschaft: Vor allem während der Stillzeit und im Wochenbett ist die Betreuung und Hilfe durch eine Hebamme essenziell. Nach der Schwangerschaft steht euch zu, dass die Hebamme bis zum zehnten Tag nach der Entbindung täglich zu euch nach Hause kommt, um die Nachsorgeuntersuchungen durchzuführen.

Auch bis zu acht Wochen nach der Geburt sind regelmäßige Hausbesuche eurer Hebamme von den Krankenkassen abgedeckt und vorgesehen. In der Regel handelt es sich um 16 Hausbesuche oder telefonische Beratung. 

Viele Krankenkassen übernehmen auch die anfallenden Kosten, sollte es zu Schwierigkeiten beim Stillen kommen. Dies kann zu einer längeren und intensiveren Betreuung durch eine Hebamme führen.

Rückbildungskurs: Auch der sehr sinnvolle Rückbildungskurs wird von den Krankenkassen übernommen. Der Rückbildungskurs baut unter anderem die stark beanspruchte Beckenboden- sowie Bauchmuskulatur Schritt für Schritt wieder auf.
Etwa 6 bis 8 Wochen nach der Geburt könnt ihr wöchentlich am Rückbildungskurs, und zwar zehnmal, teilnehmen.

Hinweis: Damit der Kurs von eurer Krankenkasse bezahlt wird, muss dieser 9 Monate nach der Entbindung abgeschlossen sein.

Leistungen wie Akupunktur, Schwangerschaftsyoga, Massage, homöopathische Mittel oder andere Naturheilverfahren sowie ein Säuglingspflegekurs werden nicht von allen Krankenkassen übernommen oder nur zu einem gewissen Teil gezahlt.

Wollt ihr eure Begleit-Beleghebamme, welche euch bereits in der Zeit der Schwangerschaft zur Seite stand, mit in den Kreißsaal nehmen, werden die zusätzlich anfallenden Kosten in der Regel nicht übernommen.

Tipp für Privatversicherte: Seid ihr privat versichert, solltet ihr gleich zu Beginn der Schwangerschaft mit eurer Krankenkasse Kontakt aufnehmen, um die gestatteten Leistungen in Erfahrung zu bringen. Denn welche Leistungen in welcher Höhe übernommen werden, variiert je nach privater Krankenkasse.

Fazit

Hebammen sind für Schwangere ein wahrer Segen. Während der Schwangerschaft, bei der Geburt sowie im Wochenbett unterstützen Hebammen die frisch gebackenen Mamis bei den körperlichen, aber auch seelischen Veränderungen und nehmen sich allen Fragen rund um die Themen Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett an.

Auch beim Stillen sowie im richtigen Umgang mit dem Neugeborenen stehen die Hebammen mit wertvollen Tipps und Tricks zur Seite. Dabei werden die Kosten für die Hebammenleistungen zum größten Teil von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Privatversicherte sollten die Leistungen so früh wie möglich nachfragen.

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