Startseite Schwangerschaft Rückenschmerzen in der Schwangerschaft: Die besten Tipps

Rückenschmerzen in der Schwangerschaft: Die besten Tipps

Nierenstau in der Schwangerschaft

Der Babybauch wächst und wächst und sieht einfach nur hinreißend aus. Genauso wie ein Lächeln steht die Babykugel wirklich jeder Schwangeren und die Vorfreude auf das Baby lässt werdende Mamis regelrecht von innen heraus strahlen.

Eine Schwangerschaft könnte wirklich so schön sein, wären da nicht die lästigen Schwangerschaftsbeschwerden, die euch im Lauf der neun Monate immer wieder begegnen können. Neben Sodbrennen, Wassereinlagerungen sowie Hitzewallungen, sind auch Rückenschmerzen in der Schwangerschaft leider sehr verbreitet.

Beinahe jede zweite Schwangere kennt das Problem von Schmerzen im Rücken sowie Verspannungen im Nacken- und Schulterbereich. Dabei treten die Rückenschmerzen vermehrt im zweiten und letzten Drittel der Schwangerschaft auf.

Doch Rückenschmerzen können auch in der Frühschwangerschaft, aufgrund der beginnenden Dehnung von Muskeln und Bändern, auftreten. Bei stärkeren sowie undefinierbaren Rückenschmerzen in Begleitung mit Nierenschmerzen oder gar Fieber, solltet ihr vorsichtshalber euren Frauenarzt aufsuchen, um mögliche Komplikationen ausschließen zu können.

Wie gefällt dir der Artikel bisher?
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne
Loading...
Bitte bewerte den Beitrag: Rückenschmerzen in der Schwangerschaft: Die besten Tipps! Aktuell gibt es 3 Bewertungen mit 5,00 von 5 Sternen!

Auch während der Stillzeit können Rückenschmerzen auftreten. Das kann am schmerzhaften Milchfluss, der teilweise bis in den Rücken ausstrahlt, sowie an einer verspannten Sitzhaltung während des Stillens liegen. Achtet deshalb auf eine entspannte Haltung, um Verspannungen und Schmerzen zu vermeiden. Auch ein Stillkissen kann hilfreich sein und euch beim Stillen unterstützen.

Wie kommt es zu Rückenschmerzen in der Schwangerschaft?

Eigentlich liegt es auf der Hand, dass Schmerzen im Rücken und eine verspannte Muskulatur während der Schwangerschaft durch das zunehmende Gewicht ausgelöst werden. Der Körper und die gesamte Muskulatur werden durch das wachsende Baby, die größer werdende Gebärmutter sowie das Fruchtwasser immer mehr belastet. Auch die wachsenden Brüste tragen ihren Teil dazu bei und belasten vor allem den Schulter- und Nackenbereich.

Durch den Babybauch verlagert sich der gesamte Körperschwerpunkt nach vorne. Deshalb und um das zusätzliche Gewicht besser ausgleichen zu können und nicht das Gleichgewicht zu verlieren, verfallen viele Schwangere in eine Fehlstellung. Der Oberkörper wird nach hinten gedrückt und gleichzeitig das Becken nach vorne, sodass ein ausgeprägtes Hohlkreuz und ein schmerzhafter Zug im unteren Rücken entstehen.

Aufgrund der Dauerbelastung eurer Wirbelsäule, Bänder und Muskeln entstehen häufig schmerzhafte Verspannungen sowie lästige Rücken- und Beckenschmerzen. Doch wusstet ihr, dass sich die Wirbelsäule der Frau im Zuge der Evolution und dem damit einhergehenden aufrechten Gang sogar extra für die Schwangerschaft angepasst hat?

Die typische S-Form der menschlichen Wirbelsäule, die sich durch eine Wölbung nach hinten im Brustbereich sowie mit einer Krümmung vorne im Lendenbereich auszeichnet, hat sich erst mit dem aufrechten Gang entwickelt. Zudem hat sich die Krümmung der weiblichen Lendenwirbel durch die Belastungen der Schwangerschaft anders entwickelt, als die der Männer.

Bei Frauen ist die Krümmung der Lendenwirbel großflächiger, die Gelenke zwischen den Wirbeln sind größer und stehen in einem anderen Winkel. Durch diese Begebenheit ist die weibliche Wirbelsäule biegsamer und flexibler und die Lendenwirbel sind stabiler. So wird die Belastung während der Schwangerschaft reduziert und überhaupt erträglich gemacht.

Eine weitere Ursache für schwangerschaftsbedingte Rückenschmerzen sind die hormonellen Veränderungen. Durch das erhöhte Progesteron sowie Östrogen und Relaxin werden eure Sehnen und Bänder, vorwiegend im Beckenbereich, aufgelockert und gedehnt. Dieser Vorgang ist sehr wichtig, weil er euren Muttermund auf die bevorstehende Geburt vorbereitet und euer Becken entspannt. Allerdings verliert dadurch auch eure Wirbelsäule an Stabilität und es können Rückenschmerzen entstehen.

Wertvolle Tipps zum Vorbeugen und Lindern von Rückenschmerzen

Bestimmt geht es euch wie vielen anderen Schwangeren auch. Je fortgeschrittener der Tag, umso stärker werden eure Rückenschmerzen und ihr wollt euch am liebsten nur noch hinlegen und ausstrecken.

Kein Wunder, über den Tag hinweg werden eure Muskeln und Bänder durch das zunehmende Gewicht stark beansprucht. Zudem werden die Bänder leicht überdehnt und die Muskeln ermüden. Das Resultat sind Schmerzen im Rücken und Becken sowie eine verspannte Nacken- und Schultermuskulatur.

Um den unangenehmen und lästigen Rückenschmerzen effektiv vorzubeugen und zu lindern, haben wir hilfreiche Tipps für euch zusammengestellt:

Rücken kräftigen und Sport treiben: Sport hilft nicht nur dabei Rückenschmerzen vorzubeugen, es lindert auch bereits bestehende Schmerzen und Verspannungen. Vor allem Schwimmen hat sich für Schwangere besonders bewährt, denn es schont und entlastet eure Gelenke sowie den gesamten Rücken.

Schwimmen trainiert sanft eure Muskeln sowie die Kondition, was für den bevorstehenden Geburtsvorgang sehr von Vorteil ist. Zudem ist die Verletzungsgefahr beim Schwimmen äußerst gering, weshalb diese Sportart oft von Hebammen und Frauenärzten, selbst für Hochschwangere, empfohlen wird.

Auch Yoga und Pilates entlasten den Rücken und eure Gelenke. Gleichzeitig werden die Muskeln gestärkt, die bei der Geburt Höchstleistungen vollbringen müssen. Besonders bewährt hat sich die einfache Yogaübung mit dem lustigen Namen „Kuh-Katze“, die ihr ganz einfach zu Hause und ohne Hilfsmittel absolvieren könnt.

Sofortübung „Kuh-Katze“: Begebt euch hierfür in den Vierfüßlerstand und atmet tief ein. Während dem Einatmen begebt ihr euch in ein extremes Hohlkreuz und haltet die Position für wenige Sekunde. Beim Ausatmen begebt ihr euch in einen runden Katzenbuckel und lasst den Kopf dabei entspannt nach unten hängen. Wiederholt diesen Vorgang mehrmals und achtet dabei auf einen langsamen und fließenden Übergang.

Auch regelmäßige Spaziergänge oder Nordic Walking helfen dabei Rückenschmerzen zu lindern und vorzubeugen. Viele Krankenkassen bieten zudem extra Schwangerschaftskurse und Schwangerschaftsgymnastik an. Informiert euch einfach mal, bestimmt ist auch ein passender Kurs für euch dabei.

Wärme tut gut und lindert Rückenschmerzen: Eine Wärmflasche oder ein Kirschkernkissen kann bei Rückenschmerzen wahre Wunder vollbringen und ist nicht aufwendig. Um die Wärme besser genießen zu können, legt euch entspannt auf die Couch oder in das Bett. Dabei bietet sich ein beruhigender Tee in Kombination mit einem guten Schmöker oder eurer Lieblingsserie an.

Kleiner Tipp: Viele Schwangere empfinden es als angenehm, die Beine während der Entspannungspause höher zu lagern. Dies entlastet nicht nur die Rückenmuskulatur, sondern hilft auch bei Wassereinlagerungen und geschwollenen Beinen.

Auch ein entspannendes Bad mit ätherischen Ölen hilft dabei, Rückenschmerzen sowie Verspannungen zu lindern. Jedoch solltet ihr nur baden, wenn noch jemand zu Hause ist, um bei möglichen Kreislaufbeschwerden rasch eingreifen zu können.

Rücken entlasten und entspannen: Um eure Lendenwirbel zu entspannen und vor allem zu entlasten, bietet sich eine einfache Übung an: Legt euch für einige Minuten auf den Rücken und lagert eure Beine nach oben, bis diese in einem rechten Winkel liegen.

Zum Hochlagern bieten sich zum Beispiel dicke Kissen an, die ihr unter eure Unterschenkel legt. Wichtig ist, dass die Lendenwirbelsäule während der gesamten Entspannungsübung auf dem Boden bleibt und ihr die Übung regelmäßig durchführt.

Beim Schlafen solltet ihr euch angewöhnen auf der linken Seite zu liegen. So wird der Druck auf eure inneren Organe und Gefäße sowie die untere Hohlvene verringert. Außerdem arbeitet die Niere in dieser Position besser und die Nährstoffversorgung für euch und euren Schatz wird positiv beeinflusst.

Ein Seitenschläferkissen oder ein spezielles Stillkissen sorgt beim Schlafen für eine zusätzliche Entlastung der verspannten Rückenmuskulatur und trägt zudem das Gewicht eures Babybauches.

Sanfte und wohltuende Massagen: Sanfte Massagen am unteren Rücken oder am Kreuzbein sind besonders wohltuend und helfen dabei, die angespannten Muskeln zu lockern. Da sich die Bauchlage zunehmend schwerer gestaltet, setzt euch am besten rücklings auf einen Stuhl und lasst euch von eurem Partner oder einer Freundin sanft massieren.

Weitere Tipps, um Rückenschmerzen vorbeugen:

  • Versucht immer aufrecht zu sitzen. Bewährt haben sich zudem spezielle Luftsitzkissen, die auf den Stuhl gelegt werden können und dabei helfen, die gesamte Rückenmuskulatur besser auszubalancieren.
  • Achtet darauf, eure Sitzposition in regelmäßigen Abständen zu verändern und euch zwischen drin zu bewegen. Oft sorgen bereits ein paar Schritte für eine Linderung und Muskeln werden aufgelockert.
  • Dehnt regelmäßig eure Rückenmuskulatur, indem ihr beispielsweise eure Arme im Stehen weit nach oben streckt. So wird eure Wirbelsäule entzerrt und gleichzeitig gedehnt.
  • Ein Schneidersitz ist auch mit Babybauch möglich und sorgt für ein angenehmes Gefühl im Rücken. Auch die Seitenlage mit angezogen Beinen sorgt für eine wohltuende Linderung bei Rückenschmerzen.
  • Verzichtet auf Schuhe mit hohen Absätzen und steigt während der Schwangerschaft auf bequeme Schuhe mit gepolstertem und weichem Fußbett um. Hohe Absätze können die Hohlkreuzhaltung, welche in der Schwangerschaft sowieso sehr ausgeprägt ist, noch verstärken.
  • Schwer heben ist in der Schwangerschaft generell tabu. Doch auch beim Aufheben von leichteren Gegenständen solltet ihr in die Knie gehen sowie den Rücken gerade halten.

Wenn alles Tipps und vorbeugenden Maßnehmen nichts helfen und ihr weiterhin unter Rückenschmerzen leidet, könnt ihr neben einem Physiotherapeuten auch einen Chiropraktiker oder einen Osteopathen aufsuchen.

Sind Schmerzen im Ischias auch schwangerschaftsbedingt?

In den letzten Wochen eurer Schwangerschaft können zu den Rückenschmerzen und Verspannungen auch noch Schmerzen im Ischiasnerv auftreten. Diese sind allerdings relativ selten. Die Schmerzen im Ischias, der übrigens zu den stärksten Nerven des menschlichen Körpers gehört, treten meist plötzlich auf und können von den Lendenwirbeln über das Gesäß bis in die Beine ziehen.

Sogar Kribbeln und Taubheitsgefühle sind charakteristisch für Ischiasschmerzen und können entstehen, wenn die Funktion des Nervs durch den Druck beeinträchtigt wird.

Die Schmerzen im Ischias werden in erster Linie durch eine Entzündung oder das Drücken des Rückens auf den Nerv ausgelöst und nicht, wie lange vermutet, durch den Druck und das zunehmende Gewicht eures Schatzes.

Wann ihr bei Rückenschmerzen einen Frauenarzt aufsuchen solltet

In der Regel sind schwangerschaftsbedingte Rückenschmerzen harmlos und verschwinden spätestens nach der Stillzeit wieder von ganz alleine. Handelt es sich bei euch jedoch um die sogenannten „echten“ Rückenschmerzen, welche nicht von der Schwangerschaft, sondern zum Beispiel von einem Bandscheibenvorfall oder einem Hexenschuss ausgelöst wurden, ist Vorsicht geboten. Diese sollten unbedingt von einem Facharzt abgeklärt und behandelt werden.

Auch wenn eure Rückenschmerzen mit einem regelmäßigen Ziehen im Unterleib, einem Unwohlsein, Fieber oder sogar Blutungen begleitet werden, solltet ihr umgehend euren Frauenarzt aufsuchen, um mögliche frühzeitige Wehen oder eine Harnwegsinfektion ausschließen zu können. Das Gleiche gilt bei langanhaltenden und plötzlich auftretenden Schmerzen oder einem schmerzhaften Stechen im Rücken.

Wir wünschen euch alles Gute für die weitere Schwangerschaft und hoffen, eure Rückenschmerzen gehören mit unseren Tipps der Vergangenheit an.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.