Startseite Schwangerschaft Schwangerschaftskalender 11. SSW – In der 11. Schwangerschaftswoche beginnt eine intensive Wachstumsphase

11. SSW – In der 11. Schwangerschaftswoche beginnt eine intensive Wachstumsphase

11. SSW - Schwangerschaftswoche

Nachdem sich in der 10. SSW die Schwimmhäute zwischen Zehen und Fingern zurückgebildet haben, beginnt ab der 11. SSW (10+0 – 10+7) eine intensive Wachstumsphase. Der gesamte Körper mitsamt aller bereits gebildeten Organe und Extremitäten legt an Größe und Gewicht zu.

11. SSW:

Beim Baby:

  • Der Fötus besitzt sogar schon Zahnwurzeln und Finger- sowie Zehennägel.
  • Feine Härchen bilden sich.
  • Die Ohren richten sich an ihrer endgültigen Position aus.
  • Das Ungeborene bewegt sich unentwegt.
  • Jetzt geht es um das Wachstum und die Ausreifung des Fötus.
  • Größe des Babys: ca. 3,0 – 5,0 cm
  • Gewicht des Babys: ca. 7,0 – 15,0 Gramm

Bei der werdenden Mami:

  • Ihr bewegt euch auf das Ende des ersten Trimesters zu.
  • Die Frühschwangerschaftsanzeichen sind in den meisten Fällen überwunden.
  • Kreislaufprobleme und erhöhter Puls.
  • Verstopfungen klingen ab.
  • Minimale Gewichtszunahme.
  • Vielleicht werdet ihr jetzt öfters über Sodbrennen klagen.
  • Bauchschmerzen während der Schwangerschaft.

Auch Details wie Zahnwurzeln und Zehennägel sind jetzt angelegt

Die kleinen Nägel auf Fingern und Zehen sind bereits angelegt.

Obwohl die Zähne beim Baby noch Monate nach der Geburt nicht sichtbar sein werden, sind Zahnwurzeln bereits jetzt angelegt. Die Zahnknospen entstehen aus einer Zellansammlung aus dem Ektoderm.

(Ektoderm siehe: https://www.kinderinfo.de/schwangerschaft/schwangerschaftskalender/4-ssw/)

Eine Zahnknospe teilt sich auf in das Zahnschmelz-Organ, die Zahnpapille und das Zahnfollikel. Gemeinsam werden sie nach und nach einen Zahn bilden. Die ersten Zähne, die sich im Kiefer des Ungeborenen entwickeln, sind die Schneidezähne.

Erste Härchen bilden sich

Da sich immer mehr Hautschichten bilden, erscheint der Fötus nicht mehr ganz so transparent, wie zu Beginn seiner Entwicklung. Organe und Adern scheinen jedoch trotzdem noch durch. Jetzt bilden sich auch erste Härchen, das „Lanugohaar“, auf der Haut. In kurzer Zeit, etwa um die 13. Schwangerschaftswoche, wird euer Kleines von einem feinen Haarflaum überzogen sein. Es ist für den Schutz der Haut des Ungeborenen zuständig. Unter jedem Härchen sitzt nämlich eine Talgdrüse, die Käseschmiere (Vernix caseosa) produziert. Die fettige Substanz wird durch die Härchen länger auf der Haut gehalten und verhindert, dass sich die sensible Haut des Fetus durch das Fruchtwasser zu sehr aufweicht. Die Käseschmiere dient außerdem zum Schutz vor Schall, Vibrationen und Druck. Gegen Ende der Schwangerschaft verliert das Baby die Lanugobehaarung wieder. Bestehen bleiben die Haare dann nur noch auf dem Kopf und als Augenbrauen und Wimpern im Gesicht.

Das Baby nimmt jetzt rasch an Größe und Gewicht zu

Augen, Ohren und Mund sind gebildet. Über den Augen liegen jetzt schon die Augenlider.

Nachdem sich so gut wie alle Organe gebildet haben, besteht die Hauptaufgabe in den nächsten sechs Monaten im Wachstum und der Ausreifung. Ist der Ausreifungsprozess abgeschlossen, leitet der Körper automatisch den Geburtsvorgang ein.

In dieser Zeit wird sich euer Baby im Fruchtwasser bereits unentwegt bewegen. Es tritt, strampelt, schwimmt und ballt die Hand zur Faust. Sogar das kleine Köpfchen kann es durch den sich bildenden Bereich des Halses bereits ein wenig bewegen. Dadurch wird es lernen, Bewegungen gezielt zu steuern. Sensible Mütter erzählen davon, dass sie die Bewegungen ihres Babys bereits in dieser Zeit spüren können. Sie beschreiben es als innerliche Wahrnehmung, die mit einem „Schmetterlingsflügelschlag“ verglichen werden könnte. Bei Zwillingen werden die Schwangeren über kurz oder lang die Kraft der Bewegungen gleich in doppelter Ausführung zu spüren bekommen.

Bald ist das erste Trimester abgeschlossen

Das Wunder der Entwicklung neuen Lebens geht schneller vonstatten, als man es sich vorstellen kann. Oder hättet ihr gedacht, dass ihr so schnell schon das Ende des ersten Trimesters erreichen werdet?

Im ersten Trimester ist die Hauptaufgabe des Babys die Entwicklung. Es werden Organe gebildet, Augen, Ohren und Mund werden angelegt. Auch die Bildung der Sinnesorgane erfolgt in ersten Trimester. Es ist eine sehr riskante, aber auch sehr spannende Zeit. Mit dem Eintritt in das zweite Trimester ist das Risiko eines natürlichen Abgangs minimal. Die kritische Phase habt ihr danach erfolgreich überwunden. Jetzt legt der kleine Körper die meiste Energie in sein weiteres Wachstum. Es kann bereits riechen, schmecken und reagiert auf Berührungen.

Obwohl die Schwangerschaft im ersten Trimester nicht sichtbar ist – die Gewichtszunahme liegt bei etwa 1,5 kg bis 3 kg – merkt die Mutter aufgrund der Frühschwangerschaftsanzeichen ziemlich genau, dass hier etwas Großes im Gange ist.

WICHTIG!
Alkohol, Drogen und Nikotin schädigen die Entwicklung des Ungeborenen in jeder Phase. Aber besonders im ersten Trimester schädigt ein solches Verhalten der Mutter das Ungeborene für sein ganzes weiteres Leben. Deshalb gilt: Kein Alkohol, kein Tabak und keine Drogen in der Schwangerschaft!

Frühschwangerschaftsanzeichen verschwinden mehr und mehr

Während in den meisten Fällen bereits jetzt die Frühschwangerschaftsanzeichen wie Übelkeit, Erbrechen oder Verstopfung verschwunden sind, kann es vorkommen, dass sie durch Kreislaufprobleme oder einen hohen Puls abgelöst werden. Diese Symptome entstehen durch die erhöhte Blutproduktion eures Körpers.

Zur Versorgung des Babys und der Plazenta produziert euer Körper nämlich mehr Blut. Das kann zu leichtem Bluthochdruck, einer erhöhten Pulsfrequenz und zu Schwindelgefühlen, besonders nach Anstrengung, führen. Auch diese Symptome klingen aber wieder ab. Solltet ihr über einen längeren Zeitraum über Kreislaufprobleme klagen, begebt euch in die Hand eines Mediziners.

Es gibt aber auch einen positiven Effekt durch das erhöhte Blutvolumen: Hände und Füße von Schwangeren sind zumeist gut durchblutet und dadurch angenehm warm.

Durch die Mehrproduktion von Blut entsteht überdies ein erhöhtes Trinkbedürfnis. Daher solltet ihr viel Flüssigkeit, am besten Wasser, zu euch nehmen. Dieser Ratschlag gilt aber ohnehin während der gesamten Schwangerschaft.

TIPP:
Wer vermehrten Harndrang verspürt, kann sich sicher sein, genug zu trinken. Nehmt es also nicht zu schwer, wenn ihr es nirgendwo lange aushält, ohne auf die Toilette laufen zu müssen.

Sodbrennen in der Schwangerschaft

Wenn salzsäurehaltiger Magensaft die Speiseröhre aufsteigt und damit ein unangenehmes, brennendes Gefühl hinter dem Brustbein und im Hals erzeugt, spricht man von Sodbrennen (Reflux).

Während nämlich der Magen die säurehaltige Flüssigkeit gut aushält, ist die Schleimhaut der Speiseröhre nicht für solche Extreme ausgelegt. Die Beschwerden von Sodbrennen während der Schwangerschaft nehmen gemeinsam mit dem Wachstum des Fötus zu. Das ist deswegen so, weil mit jedem weiteren Zentimeter, den das Ungeborene für sich beansprucht, die Organe der Mutter mehr und mehr verdrängt und gequetscht werden. Je weniger Platz der Magen findet, desto öfter wird die Säure den Weg aus dem Magen in die Speiseröhre finden.

Wenn ihr bereits in der 11. SSW an Sodbrennen leidet, liegt die Ursache in der hormonellen Umstellung. Mit der Produktion von Progesteron in der Plazenta entspannt sich nämlich nicht nur die gesamte Muskulatur der Gebärmutter, sondern auch der Schließmuskel, der den Magen von der Speiseröhre trennt.

Sodbrennen kann zwar sehr unangenehm sein, ist aber weder für das Ungeborene, noch für die Mutter gefährlich. Nimmt das Sodbrennen überhand, dann bleibt euch der Gang zum Arzt nicht erspart.

ACHTUNG!
Keine Selbstmedikation vornehmen!

Beschwerden bei Sodbrennen

  • Saures, bitteres Aufstoßen
  • Brennen hinter dem Brustbein und/oder im Hals
  • erhöhter Speichelfluss
  • Druck im Magen
  • Völlegefühl
  • Aufgedunsenes Gefühl in der Magengegend

Natürliche Abhilfe bei Sodbrennen

Um Sodbrennen zu mildern, nehmt vermehrt Lebensmittel zu euch, welche die Magensäure gut absorbieren oder auf den Magen beruhigend einwirken. Das sind beispielsweise:

  • Haferflocken
  • Haselnüsse
  • Mandeln
  • Reiswaffeln
  • Vollkornprodukte
  • Stilles Wasser
TIPP
In vielen Fällen hilft es, einen Kaugummi zu kauen. Die Überproduktion von Speichel kann helfen, die Säure zu neutralisieren.

Meidet bei Sodbrennen folgende Lebensmittel

  • Frittierte Lebensmittel
  • Lebensmittel mit hohem Fettanteil
  • Ofenfrisches Brot und Gebäck
  • Zitrusfrüchte
  • Saure Speisen
  • Fruchtsäure
TIPP:
Wer unter Sodbrennen leidet, vermeidet es, vor dem Schlafengehen zu essen.

Bauchschmerzen während der Schwangerschaft

Die Gebärmutter wird ab der 11. SSW ordentlich an Umfang zulegen. Dadurch spannen sich die Bänder, die um den Uterus liegen. Das kann dumpfe oder schneidende Schmerzen im Bauch verursachen. Bei abdominalen Schmerzen, die in der Regel genauso schnell wieder vergehen, wie sie gekommen sind, braucht ihr euch während eurer Schwangerschaft keine Sorgen machen. Treten sie jedoch gemeinsam mit einer Blutung, mit Fieber, Schüttelfrost oder Schmerzen beim Wasserlassen auf, solltet ihr die Symptome unbedingt beim Mediziner abklären lassen.

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