Startseite Schwangerschaft Schwangerschaftskalender 27. SSW – In der 27. Schwangerschaftswoche verzieht das Baby beim Geschmack bitterer Substanzen das Gesicht

27. SSW – In der 27. Schwangerschaftswoche verzieht das Baby beim Geschmack bitterer Substanzen das Gesicht

27. SSW - Schwangerschaftswoche

Nachdem sich in der 26. SSW die Augen des Babys geöffnet haben, kann man in der 27. SSW (26+1 – 26+7) beobachten, wie es Grimassen zieht, wenn ihm ein Aroma im Fruchtwasser nicht schmeckt.

27. SSW:

Beim Baby:

  • Wachsen und an Gewicht zulegen
  • Mit dem Erreichen eines Gewichts von 1.000 Gramm hat das Frühchen sehr gute Überlebenschancen
  • Baby unterscheidet Geschmäcker im Fruchtwasser
  • Babys Schlafrhythmus ist jetzt bereits gut entwickelt
  • Größe des Babys (SSL): rund 36 – 38 cm
  • BPD: rund 66 – 68 mm
  • Gewicht des Babys: ca. 920 – 1060 Gramm

Bei der werdenden Mami:

  • Das dritte Trimester beginnt
  • Vorzeitige Wehen
  • Alles zur anstehenden Entbindung: Die Sprossenwand
  • Nach der Geburt: Thromboserisiko im Wochenbett
  • Nach der Geburt: Was es bei der Wahl des Vornamens zu beachten gilt
  • Gewichtszunahme: bis zu 13 kg

Das dritte Trimester beginnt

Manche werdenden Mamis, die es ganz genau wissen wollen, finden die Berechnung der Trimester verwirrend. Wie verhält es sich nun genau mit der Berechnung des Trimenons, und sollte man es wirklich so genau nehmen?

Eine Schwangerschaft dauert 9 Monate, welches in drei Trimester eingeteilt wird. Jedes Trimenon umfasst 3 Schwangerschaftsmonate.

Soviel zur simplen Erklärung.

Rechnen wir jetzt einmal nach: 40 Schwangerschaftswochen sind 280 Tage, sind 10 Monate. Na was denn nun?

9 Monate umfassen eigentlich 36 Wochen. Wo kommen denn nun die vier weiteren Wochen her?

Die Schwangerschaft beginnt rein rechnerisch eigentlich mit dem ersten Tag eurer letzten Regelblutung. Die Befruchtung erfolgt demnach – rein rechnerisch – in der zweiten SSW. Wir resümieren: 36 Wochen + 2 Wochen = 38 Wochen. Fehlen noch immer zwei Wochen. Prinzipiell werdet ihr erst ab SSW 4 von eurer Schwangerschaft erfahren, denn bevor ihr von einer Schwangerschaft ausgeht, wartet ihr ja noch die nächste Monatsblutung ab. Geht ihr, theoretisch gedacht, gleich am ersten Tag der ausbleibenden Regelblutung zum Arzt, seid ihr in der 4. Woche schwanger. Ab diesem Zeitpunkt dauert eure Schwangerschaft rund 9 Monate.

Ein Trimenon kann in drei Phasen zu jeweils rund 13 Wochen eingeteilt werden. Würde man es ganz genau nehmen, dann handelt es sich bei einem Drittel um 13,33 (= 40 Wochen geteilt durch 3) Wochen.

So genau verläuft aber nun einmal keine Schwangerschaft.

Das Trimester richtet sich aber auch nicht genau nach den Schwangerschaftswochen. Manche Frauen gebären vor dem errechneten Geburtstermin, manche tragen ihr Baby bis in die 42. Schwangerschaftswoche aus. Daher ist eine ganz genaue Berechnung gar nicht notwendig. Die Bestimmung des Trimesters nimmt nämlich nicht denselben Stellenwert ein, den beispielsweise eine Schwangerschaftswoche einnimmt. Auch ist das Trimenon nicht so aufschlussreich, wie eine einzelne Schwangerschaftswoche.

EMPFEHLUNG:
Versteift euch nicht zu sehr auf die Berechnung des Trimenons. Wer genauere Informationen zur momentanen Entwicklung seines Babys wünscht, hält sich besser an die jeweiligen Schwangerschaftswochen. Sie sind um ein Vielfaches aussagekräftiger.

Ihr befindet euch am Beginn der 27. SSW, und damit mitten im 7. Schwangerschaftsmonat. Besinnen wir uns an dieser Stelle noch einmal der simplen Definition zu Beginn dieses Textes: Eine Schwangerschaft dauert 9 Monate, welches in drei Trimester eingeteilt wird. Jedes Trimenon umfasst 3 Schwangerschaftsmonate. Demzufolge könnt ihr auf jeden Fall davon ausgehen, euch zum jetzigen Zeitpunkt im 3. Trimenon zu befinden.

INFO:
Das zweite Trimenon beginnt ungefähr ab der Schwangerschaftswoche 13+3, das dritte Trimenon ab der SSW 26+6.

Das erwartet euch im letzten Trimester:

Wachsen und an Gewicht zulegen

Euer Baby hat in SSW 27 bereits enorm an Gewicht zugelegt. Grund dafür ist die Bildung einer Fettschicht, die das Baby nach der Geburt vor Kälte schützen wird. Zum jetzigen Zeitpunkt macht das Fettgewebe eures Ungeborenen rund 2 – 3 % aus.

Noch im 6. Schwangerschaftsmonat ist die Haut des Fötus ziemlich runzelig. Bis dahin hat er nämlich noch so gut wie kein Fettgewebe angelegt. Das ändert sich ab dem 7. Schwangerschaftsmonat grundlegend. Der Körper baut mehr und mehr Fettgewebe auf, und bildet unter der Haut eine wärmende Fettschicht. Noch ist jedoch nicht der Punkt erreicht, an dem der kleine Organismus auf eine besonders starke Fettvermehrung umstellt. Dieser Zeitpunkt wird sich im Laufe des 8. Schwangerschaftsmonats einstellen. Mit der Gewichtszunahme steigt auch die Muskelspannung und Kraft des Ungeborenen weiter.

INFO:
Mehr über die Bildung von Fettgewebe und Fettschicht erfahrt ihr ab SSW 29.

Durch das vermehrte Wachstum und die Gewichtszunahme steigen auch die Überlebenschancen eures Babys. Frühchen mit einem Gewicht ab 1.000 Gramm haben deutlich höhere Überlebenschancen. Mit ein Grund dafür ist der Entwicklungsstand der Lungen. In der 27. Schwangerschaftswoche sind diese von der Gefäßentwicklung schon gut auf das Atmen von Sauerstoff vorbereitet. Außerdem produziert der Organismus ab jetzt genügend Surfactant, welches erst die Dehnung der Lungen beim Ein- und Ausatmen ermöglicht.

INFO:
Surfactant ist eine Substanz, die sich großteils aus Glycerophospholipiden, Proteinen, Neutralfetten und Cholesterol zusammensetzt.

Baby unterscheidet Geschmäcker im Fruchtwasser

Dass sich der Geschmackssinn bereits vor der Geburt ausprägt, haben wir auch in unseren vorigen Artikeln bereits umfassend beschrieben. Ab der 25. SSW kann das Baby schon Geschmäcker unterscheiden. Der Geschmack, den das Baby dabei größtenteils wahrnimmt, ist süß. Denn das Fruchtwasser hat einen süßlichen Grundgeschmack. Daneben bekommt es einen Eindruck verschiedenster Aromen, die mit dem Essen der werdenden Mama aufgenommen werden. Das Geschmacksgedächtnis des Kindes wird also bereits im Mutterleib mitgeprägt. Es wird sich zu einem späteren Zeitpunkt unbewusst an gewisse Aromen erinnern können.

In der 27. SSW kann das Baby nicht nur schmecken, sondern es reagiert sogar schon darauf. Mit der Häufung von Saug- und Schluckreflexen, nimmt das Ungeborene auch viel mehr Geschmäcker als zuvor wahr. Isst Mama beispielsweise etwas Bitteres, verzieht es das Gesicht zu einer Grimasse. Isst sie hingegen etwas mit süß-würzigem Aroma, macht Baby einen weitaus zufriedeneren Gesichtsausdruck.

Babys Schlafrhythmus ist jetzt bereits gut entwickelt

Das Baby hat schon seit einiger Zeit kurze Traumphasen. Ab dem dritten Trimester, also gegen Ende der 27. SSW, werden diese Phasen jedoch intensiver. Kinder träumen insgesamt viel intensiver als Erwachsene. Im Tiefschlaf erholt sich das Gehirn. Im Traumschlaf jedoch ist es genauso aktiv wie in der Wachphase. Diese Traumphasen stellen eine besondere Bedeutung für die weitere Entwicklung des Babys dar. Erzeugt wird der Traumschlaf dabei hauptsächlich von der Hirnrinde (Cortex), der sich ja, wie berichtet, erst vor einigen Tagen weiterentwickelt hat.

Vorzeitige Wehen

Schon im Artikel zur vorigen Woche 26 haben wir von der vermehrten Wehentätigkeit berichtet. Die Schwierigkeit für Erstgebärende ist dabei die sichere Unterscheidung zwischen Übungswehen und vorzeitigen echten Wehen.

Treten Geburtswehen vor der 37. SSW auf, spricht man von vorzeitigen Wehen. Sie unterscheiden sich grundlegend von Übungswehen:

  1. schmerzhaft
  2. in regelmäßigen Abständen wiederkehrend

Der Unterschied, der für die werdenden Mamis nicht erkennbar ist, dass die echten Wehen den Muttermund öffnen, während er bei den Übungs- oder Schwangerschaftswehen verschlossen bleibt.

Ursachen für vorzeitige Wehen

Die am häufigsten auftretende Ursache für verfrühte Wehen ist eine Infektion der Scheide und / oder des Muttermundes. Andere Risikofaktoren sind:

  • Allgemeine Infektionskrankheiten
  • Erhöhte Fruchtwassermenge (Hydramnion)
  • Fehlbildungen der Gebärmutter
  • Häufige Schwangerschaften
  • Infektion der Harnwege
  • Mangelversorgung
  • Mehrlingsschwangerschaft
  • Myome
  • Placenta praevia
  • Psychische Probleme
  • Schwangerschaftsbedingter Bluthochdruck (Präeklampsie)
  • Stoffwechselerkrankungen
  • Stress
  • Vorergehende Früh- oder Fehlgeburten
ACHTUNG:
Treten die Wehen in regelmäßigen Abständen auf und sind sie schmerzhaft, ab zum behandelnden Arzt oder gleich in die Klinik!

Maßnahmen bei vorzeitigen Wehen

Das Ziel der Maßnahme soll immer die Verlängerung der Schwangerschaftsdauer sein. Je länger das Ungeborene im Bauch der Mutter verbleibt, desto besser wird es die Geburt überstehen.

  • Behandlung von Infektionen mit Antibiotika
  • Bei Verschlussinsuffizienz operativer Eingriff zum Verschließen des Muttermundes
  • Bettruhe und Vermeidung aller körperlichen Belastungen
  • Verabreichung von hochdosiertem Magnesium
  • Verabreichung von Wehenhemmern
INFO:
Sollten alle Versuche zur Vermeidung einer Frühgeburt scheitern, wird die Geburt in der Klinik durchgeführt und das Neugeborene so schnell wie möglich auf einer neonatologischen Intensivstation medizinisch betreut.

Alles zur anstehenden Entbindung: Die Sprossenwand

Schon einige Male sind wir in unseren letzten Artikeln darauf eingegangen, warum die liegende Geburtsposition für die Gebärende die wohl schlechteste Art der Geburt darstellt. Heute wollen wir euch ein weiteres Hilfsmittel vorstellen, das euch die Geburt erleichtern kann.

Die Zeit der Geburt kann mit der Wahl der Geburtsposition beeinflusst werden. Bei der aufrechten (vertikalen) Geburtsposition kann sich der Körper des Babys schneller durch den Geburtskanal nach unten bewegen.

TIPP:
Spielt im Geburtsvorbereitungskurs verschiedene Geburtspositionen durch. So wisst ihr bereits im Vorhinein, welche Position euch als besonders angenehm erscheint.

Die Vorteile der vertikalen Geburtsposition

  • Erhöhte Bewegungsfreiheit: Steigert die Möglichkeit der aktiven Gestaltung der Geburt
  • Kontraktionen sind häufiger und regelmäßiger
  • Mehr Lungenvolumen in aufrechter Position
  • Seltenere Durchführung von Dammschnitten
  • Unterstützung durch die Schwerkraft verkürzt die Geburtsdauer
  • Verstärkung der Bauchpresse

Die Sprossenwand ist ein Hilfsmittel zur Erleichterung der Geburt. Sie ist euch sicher bereits aus dem Turnunterricht bekannt. Hier hat die Gebärende die Möglichkeit, sich in kniender oder hockender Position abzustützen und festzuhalten.

Nach der Geburt: Thromboserisiko im Wochenbett

Das Thromboserisiko ist für alle Mütter nach der Entbindung erhöht. Auch dann, wenn ihr nicht zu einer Risikogruppe gehört. Besonders gefährdet sind Schwangere, die rauchen oder sich ungesund ernähren.

Der Körper der Schwangeren schützt sich vor Blutverlust, indem er den Blutfluss verlangsamt und das Blut „dicker“ macht. Das heißt, die Blutgerinnung ist in der Zeit der Schwangerschaft herabgesetzt. Das ist auch der Auslöser eines Blutgerinnsels.

Dabei habt ihr die Zeit des höchsten Risikos bereits lange hinter euch: In den ersten drei Schwangerschaftsmonaten kommt es vermehrt zu Thrombosen. Rund eine von 1.000 Schwangeren erleidet eine Thrombose in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten. Ab dem zweiten Trimester wird das Risiko nach und nach geringer, um sich bei der Geburt noch einmal zu erhöhen.

Eine Thrombose kann als Komplikation während des Wochenbetts auftreten. Auch hier liegt die Zahl der Betroffenen Frauen etwas unter 1 / 1.000 Schwangeren. Bei Wöchnerinnen ist die Gerinnungsfähigkeit um das Doppelte erhöht, während sich der Blutfluss aufgrund der mangelnden Bewegung während des Wochenbetts verlangsamt.

Besondere Risikofaktoren sind:

  • Bettlägerige Schwangere mit vorzeitigen Wehen
  • Bluthochdruck
  • Erhöhte Gerinnungsneigung
  • Kaiserschnitt
  • Krampfadern
  • Künstliche Befruchtung
  • Mehrlingsgeburt
  • Placenta praevia
  • Thrombose-Erkrankung in der Familie
  • Übergewicht

Therapie einer Thrombose

Um eine Thrombose während des Wochenbetts zu therapieren, werden Medikamente zur Hemmung der Blutgerinnung verabreicht, und mit einer Kompressionstherapie (Bandagen oder spezielle Kompressionsstrümpfe) kombiniert.

Nach der Geburt: Was es bei der Wahl des Vornamens zu beachten gilt

Bei der Wahl des Vornamens gibt es in Deutschland im Vergleich zur USA deutliche Beschränkungen. Während dort die Eltern sich entscheiden können, ihrem Kind den Namen einer Automarke, einer Stadt oder eines Monats zu geben, ist das hierzulande nicht erlaubt.

Kein Braveheart in Deutschland

Nicht nur in den USA kann ein Kind den Namen eines TV-Helden erhalten. Sogar die Thailand, Indonesien und Russland sind hier liberaler als Deutschland. Warum diese Einschränkung? In Deutschland wird der Name auf Verletzung das Persönlichkeitsrecht des Kindes überprüft. Zwar wollen die meisten Eltern ihr Kind ohnehin nicht Pumuckl oder Flipper nennen, aber auch der Name Braveheart würde in Deutschland als Persönlichkeitsverletzung des Kindes gewertet werden. Weiters verboten ist die Eintragung eines Adelstitels als Vornamen.

Bei Streitigkeiten zwischen Eltern und Behörde kommt es in einigen Fällen zu einem Verfahren, bei dem das Gericht darüber entscheiden muss, inwieweit der gewünschte Vorname eine Persönlichkeitsverletzung darstellt. Gute Chancen auf Erfolg versprechen Namen, die in anderen Ländern anerkannt sind. Aber auch das kann nicht als Regel angesehen werden. Während man zum Beispiel sein Kind in den USA ohne Weiteres Mississippi nennen kann, hättet ihr in Deutschland damit so gut wie keine Chance.

Welche Bestimmungen gelten für Vornamen in Deutschland?

  • Der Name muss das Geschlecht des Kindes erkennen lassen. In den meisten Fällen kann man sich hier mit einem Doppelnamen behelfen. (z.B.: Sascha-Maria)
  • Der Name darf nicht verletzend oder beleidigend sein.
  • Die Schreibweise richtet sich nach den allgemein geltenden Rechtschreibregeln.

Erlaubt ist:

… die Vergabe von höchstens fünf Vornamen.

… die gebräuchliche Kurzform eines Vornamens.

… die Vergabe eines Heiligennamens (z.B.: Jesus)

… die Ausnahmeregelung der Vergabe des männlich-weiblichen Doppelnamens Jesus-Maria

Nicht erlaubt ist:

… ein Kosename.

… biblische Namen mit negativer Assoziation (z.B.: Judas)

Heiligennamen sind erlaubt

… ein Markenname

… ein Adelstitel

… ein Ortsname

… ein Städtename

… ein Familienname als Vorname (Ausnahmen bestätigen die Regel)

TIPP:
Wer sich für einen ausgefallenen, unbekannten Namen entscheidet, muss am Standesamt möglicherweise eine Bestätigung über die Existenz desselben nachweisen. Die Bestätigung kann bei der Namensforschungsstelle an der Universität in Leipzig oder bei der Gesellschaft für Deutsche Sprache angefordert werden. Die Kosten belaufen sich dabei auf rund 70,- Euro.

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