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Harter Bauch in der Schwangerschaft: Alle Ursachen und Tipps

Blutungen in der Schwangerschaft

Eigentlich sind die neun Monate Schwangerschaft von wunderschönen Momenten, körperlichen Veränderungen sowie unbändiger Vorfreude geprägt: Das erste Ultraschallbild, das Geheimnis um das Geschlecht wird gelüftet und ihr spürt die ersten Bewegungen eures Babys.

Doch viele werdende Mamis bleiben in dieser Zeit auch nicht von diversen Schwangerschaftsbeschwerden verschont. Auch ein harter Bauch ist eine typische Begleiterscheinung und kann die Schwangere verunsichern. Die Verhärtungen am Bauch können während der gesamten Schwangerschaft auftreten und sind in der Regel kein Grund zur Besorgnis.

Meist steht ein harter Bauch während der Schwangerschaft in Verbindung mit körperlicher Überanstrengung, Stress, Übungswehen, Verstopfungen, kleineren Muskelkontraktionen der Gebärmutter oder dem Wachstum eures Ungeborenen. Treten die Verhärtungen ab der 36. Schwangerschaftswoche auf, kann es sich um Senkwehen handeln, in denen sich euer Schatz in die Geburtsposition begibt.

Ursachen für einen harten Bauch und was ihr dagegen tun könnt

Vor allem in der Schwangerschaft nehmen Frauen jede noch so kleine Veränderung an ihrem Körper wahr. Die weibliche Feinfühligkeit führt jedoch auch dazu, dass sich Schwangere oftmals unnötige Sorgen machen. Ihr kennt das vielleicht: Euer Bauch spannt, wird hart und schon stellt ihr euch die Frage, ob mit eurem Kind alles in Ordnung ist.

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Wenn die Verhärtungen und das Spannungsgefühl am Bauch jedoch nicht mit Schmerzen, einem blutigen oder bräunlichen Ausfluss sowie Übelkeit und einem allgemeinen Unwohlsein verbunden sind, braucht ihr euch nicht zu beunruhigen.

Doch woran liegt es, dass euer Bauch in der Schwangerschaft immer wieder hart werden kann? Wir haben mögliche Faktoren für euch zusammengefasst:

Verdauungsprobleme sowie Verstopfungen

Die erhöhte Hormonproduktion sorgt unter anderem dafür, dass eure Muskeln, Bänder, Sehnen sowie die Beckenbodenmuskulatur weich gemacht und gedehnt werden. So wird euer Körper bestmöglich auf den Geburtsvorgang vorbereitet. Die erhöhte Menge an Progesteron, Relaxin und Östrogen führt allerdings auch zu einer trägen und verlangsamten Darmtätigkeit.

Die Darmträgheit führt wiederum in einigen Fällen zu einer unangenehmen Verstopfung, die sich durch einen harten Bauch und einen seltenen sowie harten Stuhlgang äußern kann. Dass euer Darm auf Sparflamme arbeitet, hat allerdings einen guten Grund: Durch die verlangsamte Verdauung wird die Nahrung gründlicher verwertet und euer Schatz wird besser mit Nährstoffen versorgt.

Was ihr dagegen tun könnt: Ihr könnt einiges tun, um Verstopfungen und einem damit einhergehenden harten Bauch vorzubeugen. Neben ausreichend Bewegung solltet ihr unbedingt auf eine ballaststoffreiche Ernährung mit Vollkornprodukten, Trockenobst, Äpfeln, Joghurt, Kefir, Lein-, Chia- sowie Flohsamen achten. Geeignete Sportarten für Schwangere sind Schwimmen, Yoga und Pilates, Schwangerschaftsgymnastik sowie Spaziergänge und Nordic Walking.

Zudem ist in der Schwangerschaft euer Flüssigkeitsbedarf erhöht. Deshalb ist es bei Verstopfung und einer ballaststoffreichen Ernährung äußerst wichtig, dass ihr täglich mindestens 2,5 Liter Flüssigkeit in Form von stillem Mineralwasser, ungesüßten Tees oder auch milden Saftschorlen zu euch nehmt.

Körperliche Überanstrengung und Stress

Wenn ihr euch in der Schwangerschaft zu viel zumutet, kann sich dies durch einen harten Bauch äußern und unter Umständen zu Krämpfen führen. Körperliche Anstrengung wie zu schweres Heben, zu viel Sport, aber auch Hausarbeit oder gegebenenfalls das Versorgen von Kindern kann zu einer Verhärtung im Bauchbereich führen.

Grund dafür ist unter anderem, dass eine körperliche Überanstrengung die Gebärmuttermuskulatur anregen und überreizen kann. Diese zieht sich daraufhin zusammen und der Bauch wird hart.

Was ihr dagegen tun könnt: Zieht sich euer Bauch nach körperlicher Verausgabung zusammen und wird hart, solltet ihr das als kleines Warnsignal eures Körpers aufnehmen und einen Gang zurückschalten. Gönnt euch regelmäßige Pausen zur Entspannung, in denen ihr eure Beine nach oben legt.

Auch ein warmes Bad sowie sanfte Bauchmassagen können für Entspannung sorgen und den verhärteten Bauch lockern. Massiert hierfür in kreisenden Bewegungen für 5 bis 10 Minuten und im Uhrzeigersinn um euren Bauchnabel herum.

Auch Stresssituationen im Alltag oder Berufsleben können sich mit einem harten Bauch bemerkbar machen. Progressive Muskelentspannung, Yoga sowie Mediation können euch dabei unterstützen, neue Kraft zu tanken. Ihr werdet sehen, praktiziert ihr die Entspannungsübungen regelmäßig oder bei Bedarf, wird sich auch euer Bauch entspannen und wieder weich werden.

Wachstum der Gebärmutter

Durch die regelmäßigen Wachstumsschübe eures Lieblings passiert es, dass sich die Gebärmutter dehnt und es zu leichten Muskelkrämpfen kommen kann. Auch wenn sich euer Baby oft bewegt, strampelt oder tritt, kann sich sie Gebärmuttermuskulatur verkrampfen und daraufhin zusammenziehen.

Was ihr dagegen tun könnt: Bei stärkeren Krämpfen kann euch euer Frauenarzt ein geeignetes Magnesium verschreiben. Dieses sollte im Normalfall jedoch nicht in den letzten Schwangerschaftswochen eingenommen werden, um die Wehentätigkeit nicht zu unterdrücken. Es sei denn, es wurde vom Frauenarzt, zum Beispiel aufgrund von vorzeitigen Wehen, ausdrücklich verordnet.

Übungs- oder Senkwehen

Übungswehen: Tritt der harte Bauch ab der 20. Schwangerschaftswoche auf ist es gut möglich, dass es sich um die sogenannten Übungswehen handelt. Die ersten spürbaren Übungswehen treten in der Regel zwischen der 20. und 24. Schwangerschaftswoche auf und haben den Zweck eure Gebärmuttermuskulatur zu trainieren und euren Körper auf die Geburt vorzubereiten.

Die Kontraktionen, bei der sich die Gebärmutter für 30 bis 60 Sekunden zusammenzieht und anschließend wieder entspannt, führen oft zu einem harten Bauch, einem Spannungsgefühl sowie einem leichten Ziehen im Bauch und Rücken. Hin und wieder tritt die Verhärtung nur einseitig auf, was ihr gut auf eurem Bauch beobachten könnt.

Harmlose Übungswehen machen sich in unregelmäßigen und unvorhersehbaren Abständen bemerkbar und sind nicht mit Schmerzen verbunden. Treten die Kontraktionen mehr als 10 Mal täglich oder häufiger als 3 Mal die Stunde auf, solltet ihr vorsichtshalber euren Frauenarzt kontaktieren, um vorzeitige Wehen oder andere Komplikationen ausschließen zu können.

Das Gleiche gilt, wenn die Übungswehen mit Schmerzen, Übelkeit oder Ausfluss verbunden sind.

Senkwehen: Ein verhärteter Bauch ab der 36. Schwangerschaftswoche deutet im Normalfall auf die Senkwehen hin. Die Senkwehen signalisieren euch, dass sich euer Baby mit dem Kopf tiefer in das Becken senkt und sich somit in die Geburtsposition begibt.

Senkwehen machen sich sehr häufig durch einen harten Bauch sowie einem Ziehen im Unterleib und Rücken bemerkbar, welches bis in die Beine ausstrahlen kann. Viele Schwangere vergleichen die Symptome der Senkwehen mit typischen Menstruationsbeschwerden.

Die Abstände der Kontraktionen sind sehr unregelmäßig und dauern zwischen 30 und 40 Sekunden an. Dabei ist es nicht ungewöhnlich, dass die Abstände an einigen Tagen nur wenige Stunden und manchmal wiederum mehrere Tage betragen. Je näher der Geburtstermin rückt, umso mehr nimmt auch die Intensität der Kontraktionen zu.

Was ihr dagegen tun könnt: Übungs- als auch Senkwehen und ein damit einhergehender harter Bauch, lassen sich gut mit Wärme lindern. Ein warmes Bad, eine Wärmflasche oder ein Kirschkernkissen sorgen für einen entspannten und weichen Bauch und wirken sich positiv auf Unterleibs- sowie Rückenschmerzen aus.

Körperlicher und emotionaler Stress hingegen können Übungs- und Senkwehen verschlimmern. Deshalb ist es enorm wichtig, dass ihr euch ausreichend Ruhe und Entspannung gönnt. Auch kleinere Spaziergänge sorgen für eine Linderung und ein besseres Wohlbefinden. Denkt allerdings daran, euch kurz vor dem Geburtstermin nicht zu sehr zu verausgaben, um eure Kräfte für die bevorstehende Geburt zu sammeln.

Auch sanfte Rücken-, Bauch- sowie Reflexzonenmassagen sorgen für eine angenehme Linderung und helfen dabei, euren harten Bauch zu entspannen. Verschiedene Entspannungstechniken sowie beruhigende und krampflösende Tees, wie zum Beispiel Fenchel, Melisse oder Hopfen, verstärken den Effekt zusätzlich. Steht der Entbindungstermin kurz bevor, könnt ihr es auch mit einem Himbeerblätter-Tee versuchen. Dieser ist wehenfördernd und wirkt entspannend auf die Gebärmuttermuskulatur.

Wenn ihr euch nicht sicher seid, ob es sich bei euren Senkwehen bereits um die Geburtswehen handelt, könnt ihr dies feststellen, indem ihr ein warmes Bad nehmt oder euch warm duscht. Verstärkt das Baden die Kontraktionen der Gebärmutter, anstatt sie zu lindern, könnt ihr davon ausgehen, dass die Geburt und euer Liebling nicht mehr lange auf sich warten lassen.

Wann ihr einen Arzt aufsuchen solltet

Ein harter Bauch während der Schwangerschaft ist kein Grund zur Sorge und wird unter anderem durch die körperlichen Veränderungen sowie die Hormonumstellung hervorgerufen. Tritt der harte Bauch allerdings mit Schmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Fieber, Kreislaufbeschwerden sowie einem blutigen oder bräunlichen Ausfluss auf, solltet ihr umgehend euren Frauenarzt aufsuchen.

Das Gleiche gilt bei langanhaltenden und dauerhaften Verhärtungen, einem unangenehmen Druckgefühl sowie einem starken Ziehen im Rücken und Unterleib. Bei diesen Anzeichen könnte es sich um vorzeitige Wehen handeln, die unbedingt behandelt werden müssen. Bestätigt sich der Verdacht, wird euch der Frauenarzt hoch dosiertes Magnesium verschreiben oder wehenhemmende Mittel verabreichen. Auch eine strikte Bettruhe kann in einigen Fällen verordnet werden.

Von einer Selbstmedikation solltet ihr während der Schwangerschaft generell absehen, um mögliche Nebenwirkungen und Risiken für euer Baby ausschließen zu können. Euer Frauenarzt und eure Hebamme werden euch in allen Belangen mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Fazit

Ein harter Bauch gehört bei fast allen Bald-Mamis zur Schwangerschaft hinzu. Dennoch ist es wichtig, dass ihr während eurer Schwangerschaft genügend Verschnaufpausen einlegt, in denen ihr eure Beine hochlegt und dabei am besten eine Tasse Tee trinkt.

Zudem ist es wichtig, dass ihr euch ballaststoffreich ernährt und auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achtet. Diese vorbeugenden Maßnahmen in Verbindung mit regelmäßiger Bewegung werden euch bestimmt guttun und euren harten Bauch entspannen.

Generell gilt, dass ihr bei unerklärlichen Schmerzen oder wenn ihr euch allgemein unwohl fühlt, euren Frauenarzt aufsucht und die Ursachen für den verhärteten Bauch abklären lasst.

Wir wünschen euch und eurem Baby alles Gute und hoffen, dass ihr die Schwangerschaft ohne größere Beschwerden genießen könnt!

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