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Schwanger nach Geburt: Wahrscheinlichkeit, Verhütungsmethoden und mögliche Risiken

Bin ich schwanger

Wie schnell kann ich nach der Geburt wieder schwanger werden und wann ist der Körper überhaupt bereit für eine erneute Schwangerschaft? Muss während der Stillzeit an Verhütung gedacht werden oder ist eine Schwangerschaft in dieser Zeit gar nicht möglich? Wichtige Fragen, die sich frisch gebackene Eltern nach der Geburt stellen und die wir euch in diesem Artikel eingehend beantworten werden.

Zudem informieren euch darüber, was ihr bei einem erneuten Kinderwunsch beachten müsst, welche Risiken eine Schwangerschaft in der Stillzeit birgt und wir stellen euch geeignete Verhütungsmethoden vor.

Direkt nach der Geburt: Wochenbett und Wochenfluss

Das Wochenbett dauert um die 40 Tage und dient in erster Linie dazu, dass sich sowohl die Mama als auch das Neugeborene von den körperlichen sowie seelischen Strapazen der Geburt erholen können. Geburtsverletzungen und die Gebärmutterwunde können abheilen und generell nutzt der Körper die Zeit im Wochenbett, um sich zu regenerieren und neue Kraft zu tanken.

Vor allem in den ersten 14 Tagen nach der Entbindung sind Schonung sowie Entspannung das A und O in Sachen Wundheilung. Denn im Wochenbett bilden sich neben der Gebärmutter unter anderem der Beckenboden, die Bauchdecke sowie die Schamlippen zurück und gleichzeitig beginnt sich der Muttermund nach und nach zu schließen.

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Doch nicht nur für die Regeneration sowie die Wundheilung des Körpers, auch für die Eltern-Kind-Bindung und das Aufbauen von Vertrauen ist die Zeit im Wochenbett äußerst wichtig, denn durch das Stillen und die körperliche Nähe beim Kuscheln können sich Eltern und Baby intensiv kennenlernen. Zudem hat das Neugeborene aufgrund der riesigen Umstellung ein großes Bedürfnis nach Sicherheit sowie Geborgenheit, was ihm nur seine Eltern in Form von bedingungsloser Liebe, körperlicher Nähe und liebevoller Zuneigung geben können. Im Wochenbett können sich Mama und Papa also ganz darauf konzentrieren, die Bedürfnisse ihres kleinen Wunders kennenzulernen: hat das Baby Hunger, ist es müde oder will es einfach nur kuscheln.

Im Zuge des Wochenbettes kommt es in den ersten zwei bis sechs Wochen nach der Entbindung zum sogenannten Wochenfluss (Lochien). Dabei ist der postnatale Heilungsprozess von einer mehrwöchigen Blutung gekennzeichnet, die den Körper bei der Wundheilung unterstützt. Ausgelöst wird der Wochenfluss, der neben Blut auch Lymphflüssigkeit, Gebärmutterschleim, Gewebereste sowie Bakterien enthält, durch das Zusammenziehen der Gebärmutter im Anschluss an die Entbindung. Durch das Zusammenziehen lösen sich sowohl die Plazenta als auch die Eihäute der Fruchtblase von der Gebärmutterwand ab, weshalb eine etwa Handteller große Wunde entsteht.

Gut zu wissen:
Das Wochenbett ist die beste Zeit, um sich als Familie auf die neue Situation einzustellen und den Familienzuwachs mit ganz viel Liebe, Zuwendung und Kuscheleinheiten willkommen zu heißen.

Fruchtbarkeit und erster Eisprung nach der Geburt

Viele frisch gebackene Eltern stellen sich die Frage, welchen Einfluss das Stillen des Babys auf den Eisprung und die Fruchtbarkeit hat. Entweder, weil so schnell wie möglich ein Geschwisterchen folgen soll oder das genaue Gegenteil, nämlich um eine erneute Schwangerschaft zu verhindern und über die geeignete Verhütungsmethode nachzudenken. Ab wann Frauen nach einer Geburt erneut schwanger werden können, ist in erster Linie davon abhängig, ob das Baby gestillt wird oder nicht. Bei nicht stillenden Mamas kann der Eisprung bereits kurz nach dem Ende des Wochenflusses und somit bereits sechs bis acht Wochen nach der Entbindung wieder einsetzen. Dabei ist der genaue Zeitpunkt natürlich von Frau zu Frau verschieden.

Wird das Baby gestillt, sieht das mit dem ersten Eisprung und der Fruchtbarkeit anders aus. Oft wird behauptet, dass Stillen automatisch verhütet und eine Schwangerschaft somit ausgeschlossen ist. Doch stimmt das überhaupt? Die Antwort ist etwas komplizierter und kann am besten mit „kommt darauf an“ beantwortet werden. In der Theorie heißt es hierzu: „Wird das Baby alle vier Stunden gestillt, wird das Stillhormon Prolaktin in ausreichender Menge produziert, um einen Eisprung zu verhindern.“ Bei Prolaktin handelt es sich dabei um ein Hormon, welches für die Milchproduktion verantwortlich ist und in der Zeit des Stillens gleichzeitig die Aktivität der Eierstöcke hemmt.

Im Prinzip handelt es sich hierbei um eine vom weiblichen Körper eingerichtete Schonfrist, die eine Schwangerschaft bei stillenden Mamas durch den fehlenden Eisprung zumindest in den ersten drei bis sechs Monaten ausschließen soll. So weit, so gut, doch in der Praxis gibt es dennoch immer wieder Fälle, in denen eben trotzdem ein Geschwisterkind entstanden ist, obwohl noch gestillt wurde.

Schwanger werden in der Stillzeit?

Zwar kommt es nicht gerade häufig vor, dass stillende Mamas kurz nach der Entbindung erneut schwanger werden, doch es kann auch nicht hundertprozentig ausgeschlossen werden. Doch woran liegt das? Eine berechtigte Frage, denn wie ihr im oberen Abschnitt bereits erfahren habt, verhindert das milchbildende Stillhormon Prolaktin den Eisprung und hemmt gleichzeitig die Aktivität der Eierstöcke. Damit Stillen allerdings überhaupt einen empfängnisverhütenden Schutz haben kann, müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Es darf keine Monatsblutung eingesetzt haben (Wochenfluss zählt nicht)
  • Das Baby darf nicht zugefüttert werden
  • Das Baby wurde von der Geburt an ohne Unterbrechung und nach Bedarf sowie in der Nacht gestillt
  • Es muss mindestens sechsmal innerhalb von 24 Stunden gestillt werden
  • Das Baby ist nicht älter als ein halbes Jahr

Einer der wichtigsten Voraussetzungen ist jedoch, dass das Baby voll und regelmäßig gestillt wird. Das bedeutet, dass zwischen den Stillmahlzeiten tagsüber nicht mehr als vier Stunden liegen dürfen, in der Nacht kann der Abstand hingegen maximal sechs Stunden betragen. Wichtig ist, innerhalb von 24 Stunden sechsmal zu stillen. Verschläft das Baby also einmal eine Mahlzeit, was vor allem während dem Nachtschlaf vorkommen kann, ist die daraus resultierende Hormonschwankung bereits ausreichend, um einen Eisprung auszulösen. Da die Menstruation jedoch erst etwa zwei Wochen später einsetzt, können stillende Mamas somit unbemerkt schwanger werden.

Bitte beachten:
Wird mindestens sechsmal innerhalb von 24 Stunden gestillt und werden auch alle weiteren Voraussetzungen erfüllt, besteht mit 98 Prozent ein relativ hoher Empfängnisschutz beim Stillen. Da es laut eingängiger Studien allerdings keinen hundertprozentigen Schutz vor einer erneuten Schwangerschaft gibt, müssen die Eltern auf eine zusätzliche Verhütungsmethode zurückgreifen, sofern erstmal keine weiteren Kinder in Planung sind.

Risiken einer erneuten Schwangerschaft kurz nach Geburt

Kann ich zwei Wochen nach der Geburt schon wieder schwanger werden? Tatsächlich hören Hebammen oder Frauenärzte diese Frage hin und wieder von Frauen, die erst vor kurzem entbunden haben und so schnell wie möglich erneut schwanger werden und ein Geschwisterchen zeugen wollen. Doch zwei Wochen nach der Geburt schwanger zu werden, ist rein von der Natur aus gar nicht möglich. Selbst nicht stillende Mamas können frühestens etwa sechs bis achten Wochen und nach dem vollständigen Versiegen des Wochenflusses mit ihrem Eisprung rechnen und sind ab diesem Zeitpunkt erst wieder fruchtbar.

Dass Frauen nicht sofort nach einer überstandenen Geburt wieder schwanger werden können, hat einen sehr guten Grund, denn sowohl seelisch als auch körperlich braucht der Körper eine gewisse Zeit, um sich zu regenerieren und sich von den Strapazen der Schwangerschaft und der Entbindung zu erholen. Dem Körper wird so einiges abverlangt, weshalb das Wochenbett unbedingt zum Ausruhen, Regenerieren und Kräfte sammeln genutzt werden sollte.

Sowohl die vollständige Rückbildung als auch das Abheilen der Geburtsverletzungen dauern bei einer normalen Spontangeburt mindestens neun Monate, bei einem Kaiserschnitt dauert der Heilungsprozess mit mindestens 12 Monaten sogar noch länger. Der Beckenboden, der Rücken und der gesamte Organismus der Mutter wurden in der Schwangerschaft und bei der Entbindung stark beansprucht und müssen sich erst einmal erholen.

Ist der Abstand zwischen der Geburt und einer erneuten Schwangerschaft zu kurz, kann die Nachfolgeschwangerschaft mit nicht zu unterschätzenden Risiken und Gefahren für das Ungeborene verbunden sein. Studien zufolge ist zudem das Frühgeburtsrisiko deutlich erhöht, sofern zwischen beiden Schwangerschaften weniger als sechs Monate liegen. Ein weiteres gesundheitliches Problem stellen der Eisen- und Nährstoffmangel nach der Geburt dar: So kann nach einem zu kurzen Abstand zwischen den Schwangerschaften neben einem Eisenmangel auch noch ein gravierender Folsäure-, Magnesium- oder Kalziummangel vorliegen.

Ganz abgesehen vom körperlichen Aspekt dürfen Eltern nicht vergessen, dass ein kleines Baby viele Bedürfnisse hat und natürlich sehr viel Aufmerksamkeit erfordert. Das Stillen und der Schlafmangel zerren zusätzlich an den körperlichen und zum Teil auch seelischen Kräften der Mutter. Ein weiteres Baby bedeutet eine enorme Doppelbelastung und das in einer Zeit, in welcher der Körper eigentlich noch Ruhe braucht und Kräfte sammeln muss.

Gut zu wissen:
Viele Hebammen empfehlen Paaren mit Kinderwunsch, mindestens ein Jahr Abstand zwischen der Geburt und einer erneuten Schwangerschaft zu halten, um Komplikationen bei der Schwangerschaft an sich sowie bei der Geburt vorzubeugen.

Verhütung in der Stillzeit

Während der Schwangerschaft mussten sich Paare nicht mit dem Thema Verhütung beschäftigen. Das ändert sich jedoch spätestens, wenn die Geburt überstanden ist und alle Geburtsverletzungen abgeheilt sind. Da eine erneute Schwangerschaft auch beim Stillen nicht sicher ausgeschlossen werden kann, sollten sich die Eltern frühzeitig Gedanken über eine geeignete Verhütung machen, sofern erstmal kein weiteres Geschwisterchen in Planung ist.

Solange das Baby jedoch gestillt wird, eignen sich nicht alle Verhütungsmethoden: So enthält beispielsweise die herkömmliche Antibabypille neben Gestagen auch das Hormon Östrogen, welches die Milchproduktion negativ beeinträchtigen kann. Zudem besteht bei der Einnahme der Pille die Gefahr, dass das Baby beim Stillen zu vielen Hormonen ausgesetzt ist.

Nachfolgend haben wir euch geeignete Verhütungsmethoden zusammengestellt, die sich in der Stillzeit bewährt haben:

Kondom

Die Verwendung von Kondomen ist wohl die einfachste Verhütungsmethode nach einer Geburt und sollte das Baby noch gestillt werden. Die größten Vorteile sind, dass Kondome ohne Hormone auskommen und zudem einen Schutz vor Geschlechtskrankheiten bieten. Zudem hat ein Kondom keine Auswirkungen auf den Muttermund und greift auch sonst nicht in den noch immer erholungsbedürftigen Körper der Frau ein. Auch beim Wochenfluss sollte unbedingt ein Kondom verwendet werden, um Infektionen vorzubeugen. Nachteilig bei der Verwendung von Kondomen ist, dass Anwendungsfehler nicht ausgeschlossen werden können und immer wieder vorkommen.

Pearl-Index: 2- 12

Gut zu wissen: Beim Pearl-Index handelt es sich um die berechnete Wirksamkeit der verschiedenen Verhütungsmethoden. Je niedriger der angegebene Wert ist, umso zuverlässiger ist die Empfängnisverhütung. Wenden insgesamt 100 Frauen immer das gleiche Verhütungsmittel über den Zeitraum eines Jahres korrekt an und es treten dabei vier Schwangerschaften auf, beträgt der Pearl-Index 4.

Diaphragma

Sowohl das Kondom als auch das Diaphragma gehören zu den sogenannten Barrieremethoden, welche keine Geschlechtskrankheiten übertragen. Ein Diaphragma kommt zudem völlig ohne Hormone aus und kann ohne viel Vorbereitung angewendet werden. Weitere Vorteile des Diaphragmas sind, dass sie keine Auswirkungen auf die Milchproduktion haben und somit die Gesundheit des Säuglings nicht beeinträchtigt wird. Als Nachteil kann aufgeführt werden, dass das Einsetzen Übung erfordert und die Größe etwa drei Monate nach der Entbindung vom Frauenarzt neu angepasst werden muss.

Pearl-Index: 1 -20

Minipille

Da die Minipille, die umgangssprachlich auch Stillpille genannt wird, nur eine geringe Dosis Gestagen und gar keine Östrogene enthält, kann diese ohne Bedenken in der Stillzeit verwendet werden. Zwar kann der Geschlechtsverkehr mit der Verwendung der Minipille ohne Unterbrechungen vollzogen werden, allerdings muss diese jeden Tag um die gleiche Uhrzeit eingenommen werden. Sobald die Einnahme vergessen wird oder nur drei Stunden verspätet erfolgt, ist die Wirksamkeit nicht mehr gegeben und es muss zusätzlich ein Kondom oder ein anderes Verhütungsmittel verwendet werden. Zudem hat die Einnahme der Minipille unerwünschte Nebenwirkungen, wie zum Beispiel Kopfschmerzen, Stimmungsschwankungen sowie Gewichtsschwankungen.

Pearl-Index: 0,5 – 3

Temperaturmethode

Das Messen der Basaltemperatur gehört zu den natürlichen Verhütungsmethoden und kommt dementsprechend sowohl ohne mechanische als auch chemische Produkte aus. Nachteilig ist jedoch, dass diese Methode Kontinuität sowie ein gewisses Maß an Selbstdisziplin erfordert und bei den fruchtbaren Tagen zusätzlich auf eine andere Verhütungsmethode zurückgegriffen werden muss. Des Weiteren kann die Temperaturmethode von äußeren Reizen, wie Schlafmangel, Stress oder emotionalen Belastungen, beeinflusst werden, weshalb die natürliche Methode in den ersten Zyklen der Stillzeit nicht geeignet ist.

Gut zu wissen:
Bevor ihr euch für eine Verhütungsmethode entscheidet, solltet ihr euch im Vorfeld eingehend von eurer Hebamme oder eurem Frauenarzt beraten lassen. In diesem Zuge könnt ihr gemeinsam klären, ob ihr in naher Zukunft eine erneute Schwangerschaft plant oder der Kinderwunsch abgeschlossen ist.

Weitere mögliche Verhütungsmethoden in der Stillzeit:

  • Portiokappe
  • Spirale
  • Billingsmethode

Anzeichen einer erneuten Schwangerschaft

Es gibt einige Anzeichen, die auf eine erneute Schwangerschaft hindeuten. Wir haben euch die häufigsten Schwangerschaftsanzeichen zusammengefasst und diese in unsichere, wahrscheinliche und sichere Anzeichen untergliedert.

Unsichere Schwangerschaftsanzeichen

  • Schmerzen und Ziehen im Unterleib
  • Spannende Brüste
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Erhöhter Harndrang
  • Müdigkeit
  • Abgeschlagenheit
  • Stimmungsschwankungen und Reizbarkeit
  • Ekel vor bestimmten Gerüchen oder Lebensmitteln
  • Heißhunger
  • Sodbrennen

Wahrscheinliche Schwangerschaftsanzeichen

  • Ausbleiben der Menstruation
  • Brustwarzen verändern ihre Farbe und Form
  • Erhöhte Basaltemperatur
  • Einnistungsblutungen

Sichere Schwangerschaftsanzeichen

  • Positiver Schwangerschaftstest beim Frauenarzt
  • Embryo lässt sich ertasten
  • Fruchtblase ist auf dem Ultraschall zu erkennen

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