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Wochenfluss: Alles Wichtige zum Verlauf, Dauer und Tipps zur Vorbeugung eines Wochenflussstaus

Frieren Schwangerschaftsanzeichen

Obwohl nur selten über den Wochenfluss (Lochien) gesprochen wird, betrifft dieser jede frisch gebackene Mutter. Dabei ist die mehrwöchige Blutung nach der Geburt völlig normal und signalisiert zudem eine gute Wundheilung. In diesem Artikel informieren wir euch eingehend über den postnatalen Heilungsprozess sowie den Verlauf, die Dauer, die Intensität sowie die Farbe des Wochenflusses.

Des Weiteren klären wir euch über den Wochenflussstau auf und wir haben wertvolle Tipps in Sachen Hygiene und Förderung der Wundheilung.

Was ist ein Wochenfluss?

Nach der Geburt des Kindes beginnt das Wochenbett, welches etwa sieben Wochen lang andauert, und gleichzeitig setzt der Wochenfluss ein. Im Wochenbett können Mama und Kind eine intensive Beziehung zueinander aufbauen und sich durch viele Kuscheleinheiten und das Stillen gegenseitig kennenlernen. Doch nicht nur für das Aufbauen von Vertrauen ist diese Zeit enorm wichtig, denn im Wochenbett regeneriert sich der Körper der Frau und erholt sich von den Strapazen der Geburt. Neben der Gebärmutter bilden sich unter anderem der Beckenboden, die Bauchdecke, die Schamlippen, der Darm sowie die Blase zurück und der Muttermund schließt sich zudem wieder. Des Weiteren ändert sich der Hormonhaushalt und die Milchproduktion beginnt.

Im Zuge der Nachgeburtswehen zieht sich die Gebärmutter wieder zusammen, wodurch sich die Plazenta sowie die Eihäute der Fruchtblase von der Gebärmutterwand ablösen und eine etwa Handteller große Wundfläche entsteht. Die postnatale Wundheilung sowie der Umbau der Gebärmutterschleimhaut gehen wiederum mit einer Blutung einher, die als sogenannter Wochenfluss mehrere Wochen nach der Entbindung vaginal ausgesondert und auch als Lochien bezeichnet wird. Dabei besteht der Wochenfluss nicht nur aus Blut sowie Blutstückchen (Blutkoageln), sondern beinhaltet unter anderem Lymphflüssigkeit, Gebärmutterschleimhaut, Zervixschleim, Gewebereste sowie andere Überreste der Schwangerschaft. Zudem sind Reste der Käseschmiere, Stücke der Eihaut sowie Bakterien Bestandteil des postnatalen Ausflusses.

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Obwohl der Wochenfluss nicht, wie fälschlicherweise lange Zeit angenommen wurde, hochinfektiös ist, sondern zur normalen Vaginalflora gehört, muss dieser dennoch ungestört abfließen können, um Infektionen vorzubeugen. Durch die Nachwehen ziehen sich die Gebärmutter sowie die Blutgefäße immer weiter zusammen und die Wundfläche verkleinert sich. Das führt dazu, dass die Wunde in den Wochen nach der Geburt von selbst wieder abheilen kann.

Gut zu wissen:
Beim Stillen wird das Hormon Oxytocin ausgeschüttet, welches wiederum der Gebärmutter beim Zusammenziehen hilft und die gesamte Wundheilung unterstützt. Somit kann sich das Stillen positiv auf den Wochenfluss auswirken.

Dauer und Verlauf vom Wochenfluss

In der Regel dauert der Wochenfluss zwischen zwei und sechs Wochen an, wobei sich sowohl das Aussehen und die Menge als auch die Konsistenz im Laufe des Heilungsprozesses und in der Zeit der Rückbildung verändern. Vor allem in den ersten Tagen nach der Geburt ist die Blutung um einiges stärker als die normale Menstruationsblutung. Während des gesamten Wochenflusses werden insgesamt um die 500 Milliliter Blut sowie andere Flüssigkeiten ausgeschieden. Während der Regelblutung hingegen verlieren Frauen lediglich zwischen 50 und 80 Milliliter.

Der Verlauf des Wochenflusses wird dabei in folgende Stadien unterschieden:

In den ersten Tage (Lochia rubra): Am ersten Tag nach der Entbindung ist der blutrote Ausfluss mit rund 300 Millilitern am stärksten und auch in den nachfolgenden Tagen kann die tägliche Menge noch bis zu 100 Milliliter betragen. Zudem hat der Wochenfluss eine rote Farbe sowie eine flüssige Konsistenz. Neben dem Wundsekret enthält die Lochia rubra außerdem Blut, Blutgerinnsel, Gebärmutterschleimhaut, Vaginal- sowie Zervixschleim, Gewebereste, Eihäute, Käseschmiere, Lanugo-Behaarung, Bakterien und eventuell Mekonium.

Ende 1. Woche (Lochia fusca): Die Wundheilung ist bereits im vollen Gange, was sich unter anderem daran bemerkbar macht, dass die Menge der Blutung mit 10 bis 30 Millilitern täglich sichtbar abgenommen hat. Zudem hat der Wochenfluss jetzt eine rot-bräunliche oder leicht rosa Farbe und gleichzeitig eine wässrige Konsistenz angenommen. Neben Blut enthält der Wochenfluss in diesem Stadium zudem Lymphflüssigkeit sowie weiße Blutkörperchen.

Ende 2. Woche (Lochia flava): In diesem Stadium nimmt der Wochenfluss eine gelbliche Farbe an und die Menge beträgt nur noch etwa 5 bis 10 Milliliter täglich. Zudem nimmt der Ausfluss anstelle einer wässrigen eine rahmige Konsistenz an, was unter anderem an den Bestandteilen des Wochenflusses liegt. Diese sind gegen Ende der 2. Woche vorwiegend abgestorbenes Gewebe, Schleim sowie Bakterien.

Ende 3. Woche (Lochia alba): Der Wochenfluss, der mittlerweile eine weißliche oder klare Farbe angenommen hat, ist jetzt nur noch sehr schwach ausgeprägt und lässt sich mit einem normalen Ausfluss vergleichen. Dabei besteht der zunehmend wässrige Ausfluss hauptsächlich aus Wundflüssigkeit.

4. bis 6. Woche: Etwa vier bis sechs Wochen nach der Entbindung hat sich die Gebärmutter wieder regeneriert und gleichzeitig hat sich eine neue Schleimhaut gebildet. Zudem ist der Wochenfluss bei den meisten Frauen mittlerweile vollständig versiegt.

Dieser Verlauf und die unterschiedlichen Stadien stellen lediglich eine ungefähre Orientierung dar. Vor allem die Dauer kann stark variieren. So dauert der Wochenfluss bei manchen Frauen sogar länger als zwei Monate, ohne dass ein pathologischer Grund vorliegt. Bei stillenden Müttern dauert der Wochenfluss oft etwas kürzer, da beim Stillen Oxytocin ausgeschüttet wird, welches unter anderem die Ausscheidung beschleunigt. Auch die Blutung an sich läuft nicht immer gleichmäßig ab, vielmehr können Menge und Aussehen in der Zeit des Wochenflusses unterschiedlich stark ausfallen. Es ist also kein Grund zur Besorgnis, solltet ihr an einem Tag nur eine geringe Menge Blut aussondern und einen Tag später eine leichte Zunahme der Blutung feststellen.

Bitte beachten:
Die Stadien des Wochenflusses fallen von Frau zu Frau unterschiedlich aus und die Blutungen können in ihrer Dauer, Menge sowie in der Farbe variieren. Zudem ist es völlig normal, sollten die Zeitangaben etwas abweichen.

Wochenfluss nach Kaiserschnitt

Nicht nur bei einer natürlichen Geburt, sondern auch bei einer Entbindung per Kaiserschnitt löst sich die Plazenta nach der Geburt von der Gebärmutterwand ab und hinterlässt eine großflächige Wunde. Ein Unterschied ist jedoch, dass die Plazenta und eventuelle Schwangerschaftsreste im Zuge des operativen Eingriffs manuell entfernt werden. Dennoch kommt es auch nach einem Kaiserschnitt zum Wochenfluss, welcher die Wunde beim Abheilen unterstützt. Da die Rückbildung der Gebärmutter nach einem Kaiserschnitt jedoch langsamer vonstattengeht als bei einer herkömmlichen Geburt, dauert der Wochenfluss in der Regel länger und fällt gleichzeitig etwas schwächer aus.

Gut zu wissen:
In manchen Fällen wird nach einem Kaiserschnitt zusätzlich eine Ausschabung (Curettage) vorgenommen, bei welcher ein Teil des Gewebes entfernt wird. Ist dies der Fall, fällt die Blutung generell schwächer aus.

Ursachen und Symptome eines Wochenflussstaus

Von einem Wochenflussstau wird gesprochen, wenn die Lochien nach der Geburt nicht oder nicht richtig abfließen können. Doch woran liegt es, dass das Sekret bei manchen Frauen nicht richtig ablaufen kann? Im Normalfall ist der Muttermund nach der Entbindung ausreichend geöffnet, damit der Wochenfluss ungehindert abfließen kann. Bis sich der innere Muttermund nach der Geburt wieder zu schließen beginnt, vergehen im Durchschnitt vier bis sechs Wochen. Es kann allerdings vorkommen, dass der Muttermund vor allem nach einer Entbindung per Kaiserschnitt verstopft, beziehungsweise nicht ausreichend geöffnet ist. Zudem ist es möglich, dass größere Blutklumpen oder Reste der Eihaut das Abfließen des Blutes behindern.

Ist dies der Fall, kann der Wochenfluss nicht richtig abfließen und sammelt sich daraufhin in der Gebärmutter. Die größte Gefahr besteht darin, dass das Wundsekret einen hervorragenden Nährboden für Bakterien bildet. Wird der Wochenflussstau, der im medizinischen Bereich Lochialstau genannt wird, nicht rechtzeitig erkannt, kann dies im schlimmsten Fall zu einer Entzündung der Plazentawunde, zu einer Infektion der Gebärmutterschleimhaut oder in sehr seltenen Fällen gar zum Kindbettfieber führen.

Stellt ihr insbesondere in den ersten drei bis sieben Tagen nach der Geburt folgende Symptome bei euch fest, solltet ihr umgehend euren Frauenarzt aufsuchen:

  • Hohes Fieber (über 38 Grad) und/oder Schüttelfrost
  • Übelriechender fischiger oder eitriger Geruch
  • Keinen oder nur wenig Ausfluss
  • Euer Bauch reagiert empfindlich auf leichten Druck
  • Druckempfindliche und weiche Gebärmutter
  • Starke Kopfschmerzen, insbesondere ziehend oder stechend an den Schläfen
  • Ohrenschmerzen
  • Gebärmutter lässt sich nach dem Wasserlassen einfach ertasten
  • Gebärmutter ist noch deutlich zu groß
Gut zu wissen:
Eure Hebamme wird euren Wochenfluss nach der Geburt regelmäßig kontrollieren und euch wertvolle Tipps zur Vorbeugung eines Wochenflussstaus sowie zur richtigen Hygiene im Wochenbett geben.

Behandlung bei einem Wochenflussstau

Tritt in den ersten Tagen nach der Geburt eures Kindes kein oder nur wenig Wochenfluss aus, solltet ihr euren Frauenarzt zur Abklärung aufsuchen, denn dies deutet auf einen Wochenflussstau hin. Das Gleiche gilt, sollte der Wochenfluss plötzlich versiegen oder wenn ihr Fieber oder starke Bauchschmerzen im Unterleib bekommt. Besteht bei euch der Verdacht eines Wochenflussstaus, führt der Frauenarzt in der Regel einen Ultraschall durch, auf welchem eindeutig zu erkennen ist, ob sich aufgestaute Flüssigkeit in der Gebärmutterhöhle befindet.

Liegt tatsächlich ein Wochenflussstau vor, kommen in der Regel Arzneimittel, wie zum Beispiel das Wehenmittel Oxytocin, zum Einsatz, die dazu führen sollen, dass sich die Gebärmutter wieder zusammenzieht und der Wochenfluss aktiviert wird. Unterstützend können zudem krampflösende Medikamente verschrieben werden, um den Muttermund ausreichend zu entspannen. In einigen Fällen dehnt der Frauenarzt den Muttermund in der Behandlung sanft auf, damit der Wochenfluss abfließen und einer Entzündung vorgebeugt werden kann.

Wochenfluss anregen und unterstützen

Es gibt einige hilfreiche Tipps, wie ihr euren Wochenfluss anregen und einem Wochenflussstau effektiv vorbeugen könnt. Wir haben euch die wirkungsvollsten Methoden auf einen Blick zusammengefasst:

Sitzbäder

Warme Sitzbäder mit Meersalz oder Kochsalz haben sich bewährt, um den Wochenfluss in Gang zu bringen und diesen anzuregen. Das warme Wasser und die Zusätze sorgen unter anderem dafür, dass sich der Muttermund entspannt und die Blutung gefördert wird. Füllt hierzu die Badewanne mit etwa 37 Grad warmen Wasser halbvoll und gebt etwa eine Handvoll Salz hinzu. Anschließend setzt ihr euch für rund 10 Minuten in das Badewasser.

Alternativ zum Salz könnt ihr auch Kamille oder Eichenrindenextrakt verwenden oder ihr fragt eure Hebamme, was sie euch empfehlen kann. Achtet allerdings darauf, dass das Badewasser nicht über euren Bauchnabel geht, damit eure Brüste nicht aus Versehen mit dem Wochenfluss in Berührung kommen. Um die äußerliche Wundheilung zu unterstützen, könnt ihr eine Kamillen- oder Hamamelissalbe auf euren äußeren Intimbereich auftragen.

Guter Tipp:
Habt ihr keine Badewanne, könnt ihr auf die altbewährte Wärmflasche zurückgreifen. Damit ihr dabei Verbrennungen vorbeugt, legt ihr unter die Wärmflasche am besten einen feuchten Waschlappen und legt euch anschließend für etwa eine halbe Stunde bequem ins Bett oder auf die Couch und versucht euch zu entspannen.

Teemischungen

Bei Rückbildungsstörungen und zur Anregung des Wochenflusses empfehlen Hebammen häufig eine Teemischung aus Frauenmantel, Hirtentäschel sowie Melisse, welche ihre in der Apotheke kaufen könnt. Kocht den Tee nach den Angaben auf der Packung, lasst diesen wie angegeben ziehen und trinkt insgesamt drei Tassen über den Tag verteilt.

Bauchlage und sanfte Massagen

Indem ihr euch zweimal täglich für etwa 20 bis 30 Minuten in die Bauchlage begebt, wird ein Druck auf die Gebärmutter ausgeübt, der unter anderem die Blutung fördert, den Wochenfluss anregt und diesen beim Abfließen unterstützt. Am besten legt ihr euch für diese Zeit ein dickes Kissen unter den Bauch und platziert dieses etwa in Höhe eurer Gebärmutter.

Bitte beachten:
Nach einem Kaiserschnitt sollte auf die Bauchlage verzichtet werden. Generell ist es ratsam, im Vorfeld mit eurer Hebamme über die Bauchlage zu sprechen, denn diese ist nicht für alle Frauen geeignet.

Auch sanfte Bauchmassagen haben sich nach der Geburt bewährt, um die Nachwehen anzuregen und somit den Wochenfluss zu fördern. Am besten wird die Massage von eurem Partner oder eurer Hebamme durchgeführt, indem im Uhrzeigersinn mit der flachen Hand und mit sanftem Druck um euren Bauchnabel herum massiert wird. Zusätzlich kann ein Weizenkeimöl oder ein anderes ätherisch Öl für die Massage verwendet werden.

Weitere vorbeugende Maßnahmen:

  • Wochenbettgymnastik durchführen
  • Leichte und regelmäßige Bewegungen
  • Regelmäßige Toilettengänge, um sowohl Blase als auch Darm zu entleeren
  • Stillen eures Babys

Hygiene ist beim Wochenfluss besonders wichtig

Lange Zeit galt der Wochenfluss als hochinfektiös und Frauen wurde sogar geraten, nach dem Wechseln ihrer Binde und dem Kontakt mit dem Wochenfluss ihre Hände ausgiebig zu desinfizieren. Heutzutage ist jedoch bekannt, dass der Wochenfluss nicht krankheitserregender ist als normales Menstruationsblut. Nichtsdestotrotz sind Bakterien und Keime enthalten, weshalb beim Wochenfluss auf eine besondere Hygiene geachtet werden sollte.

Eine der wichtigsten Maßnahmen, um Infektionen vorzubeugen, ist die Verwendung von speziellen Wochenbett-Binden oder Vlieswindeln aus Baumwolle, welche meist im Krankenhaus für die ersten Tage zur Verfügung gestellt werden. Diese Einlagen sind deutlich größer als herkömmliche Binden und sind zudem weich und extra saugstark. Zudem fehlt die Plastikfolie auf der Unterseite der Binde, da diese unter Umständen einen Hitzestau hervorrufen kann. Auf die Verwendung von Tampons solltet ihr komplett verzichten, da durch die Verwendung Bakterien in die Gebärmutter gelangen und dort eine Infektion auslösen können.

Vor allem in den ersten beiden Tagen nach der Entbindung ist es wichtig, dass die Binden etwa einmal in der Stunde gewechselt werden. Nach einigen Tagen vergrößert sich der Abstand auf etwa zwei bis drei Stunden. Um eure Bettwäsche in den ersten Tagen und Wochen nach der Geburt zu schützen, kann ein Handtuch als zusätzliche Unterlage verwendet werden. Hat euer Wochenfluss nachgelassen, könnt ihr auf herkömmliche Binden ohne Plastikfolie zurückgreifen. Diese müssen dennoch nach wie vor regelmäßig gewechselt werden, um einer Infektion so gut wie möglich vorzubeugen. Vor allem bei einem Dammschnitt oder Dammriss ist das regelmäßige Wechseln der Binden essenziell.

Neben dem regelmäßigen Wechseln der Binden ist das Händewaschen vor und nach dem Toilettengang sowie vor und nach dem Stillen das A und O in Sachen Hygiene beim Wochenfluss. Hebammen empfehlen frisch gebackenen Mamas beim Wochenfluss zudem, nach jedem Toilettengang eine sanfte äußere Intimspülung mit klarem und lauwarmem Wasser vorzunehmen. Hier bietet sich natürlich ein Bidet oder die Dusche an, doch eine kleine Schüssel, ein Messbecher oder eine Plastikflasche sind ebenso zur sanften Spülung über der Toilette geeignet. Um die Wundheilung zusätzlich zu unterstützen, könnt ihr dem Wasser etwas Calendula-Essenz beimischen. Beim Abtrocknen des Intimbereichs solltet ihr außerdem ein extra Handtuch verwenden.

Worauf sollte beim Wochenfluss verzichtet werden?

Es gibt nicht viel, auf das ihr in der Zeit eures Wochenflusses verzichten müsst. Um jedoch das Infektionsrisiko auf ein Minimum zu reduzieren, solltet ihr dennoch Folgendes beachten:

Keine Tampons: Damit der Wochenfluss ungehindert ablaufen kann, solltet ihr in dieser Zeit unbedingt auf die Verwendung von Tampons verzichten und ausschließlich Binden oder Vlieseinlagen verwenden. Zudem können durch den Tampon Bakterien sowie Keime in die Gebärmutter aufsteigen und somit das Infektionsrisiko erhöhen.

Vorsicht bei Vollbädern: Früher wurde komplett von Vollbädern abgeraten, zumindest bis der Wochenfluss komplett versiegt ist. Doch gegen ein kurzes Entspannungsbad im Spätwochenbett und in der heimischen Badewanne ist nichts einzuwenden. Achtet allerdings darauf, dass euer Entspannungsbad wirklich nur kurz ist und verzichtet auf parfümierte Badezusätze. Kamille oder Eichenrindenextrakt könnt ihr hingegen ohne Bedenken in das Badewasser geben. Wegen der erhöhten Infektionsgefahr solltet ihr jedoch generell darauf verzichten, im Krankenhaus und in den ersten Tagen nach der Geburt zu baden. Auch bei entzündeten Brustwarzen solltet ihr vorsichtshalber auf das Baden verzichten und abwarten, bis die Entzündung abgeheilt ist.

Kein Duschgel im Intimbereich: Verwendet kein Duschgel im Intimbereich, da dieses den natürlichen pH-Wert der Scheide beeinträchtigen und dadurch Infektionen hervorrufen kann.

Sex während Wochenfluss?

Bei den meisten Frauen ist das Verlangen nach Sex und dem Austausch von Zärtlichkeiten mit dem Partner aufgrund der körperlichen Veränderungen sowie der enormen Hormonumstellung zumindest in den ersten Wochen nach der Geburt meist nicht vorhanden. Sollte euch dennoch nach einigen Wochen die Lust auf intime Zweisamkeit überkommen, ist gegen den postnatalen Geschlechtsverkehr während des Wochenflusses jedoch nichts einzuwenden, sofern ihr euch bereit dazu fühlt und die Geburtsverletzungen abgeheilt sind.

Hebammen und Frauenärzte empfehlen, vorsichtshalber die ersten sechs Wochen nach der Entbindung auf Sex zu verzichten. Um zu verhindern, dass Bakterien oder Keime in die Gebärmutter aufsteigen und dort eine Infektion auslösen, sollte beim Geschlechtsverkehr zudem unbedingt ein Kondom verwendet werden.

Tipps für das Verhalten im Wochenbett

Ruhe ist für die frisch gebackene Mama und das Neugeborene wahnsinnig wichtig, um sich von den Strapazen der Geburt zu erholen. Zudem dient die Zeit im Wochenbett dazu, das Band zwischen Mama und Baby durch Kuscheln, Stillen und körperliche Nähe nachhaltig zu stärken. Besuche sind natürlich hin und wieder mehr als willkommen, zu viel Trubel kostet allerdings sowohl der Mama als auch dem Baby wichtige Energien und sollte sich daher in der Zeit des Wochenbetts in Grenzen halten.

Regelmäßige Wochenbett-Gymnastik hat positive Auswirkungen auf die gesamte Rückbildung und fördert einen gesunden Wochenfluss. Gleichzeitig tragen die leichten Übungen dazu bei, die Beckenmuskulatur sowie die Muskulatur der Harnblase zu stärken, die Scheidenmuskulatur zu straffen und die Regeneration der Gebärmutter sowie die Darmtätigkeit anzuregen. Bei einer normalen Geburt könnt ihr bereits einige Tage nach der Entbindung mit leichten Übungen beginnen. Am besten ist es, wenn ihr euch im Vorfeld bei eurer Hebamme oder im Geburtsvorbereitungskurs über effektive Gymnastikübungen für das Wochenbett informiert. Zudem ist es wichtig, dass ihr nicht mit den Übungen übertreibt und mit leichten Übungen beginnt.

Bitte beachten:
Nach einem Kaiserschnitt solltet ihr mindestens vier bis sechs Wochen nach der Entbindung auf körperliche Anstrengungen verzichten und insbesondere von der Beanspruchung der Bauchmuskulatur absehen.

Bei welchen Symptomen solltet ihr zum Frauenarzt?

Der Wochenfluss hat einen typischen Eigengeruch, der vor allem um den 5. Tag herum besonders intensiv wahrnehmbar ist, dies ist jedoch völlig normal. Nehmt ihr allerdings einen beißenden und stark fischartigen oder eitrigen Geruch bei eurem Wochenfluss wahr, solltet ihr umgehend euren Frauenarzt aufsuchen, um einen Wochenflussstau sicher ausschließen oder diesen gegebenenfalls frühzeitig behandeln zu können. Des Weiteren solltet ihr bei Fieber, Schüttelfrost, Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen sowie starken Schmerzen im Unterleib nicht zögern und umgehend euren Frauenarzt kontaktieren.

Zudem ist das Aufsuchen eures Frauenarztes ratsam, sollte euch euer Wochenfluss sehr stark vorkommen und dieser auch nach einigen Tagen nach der Entbindung nicht nachlassen oder weiterhin eine blutrote Farbe aufweisen. Einen ungewöhnlich starken Wochenfluss erkennt ihr beispielsweise daran, solltet ihr eure Binde mehr als einmal pro Stunde wechseln müssen oder wenn ihr das Gefühl habt, dass das Blut regelrecht aus der Vagina läuft. Das Gleiche gilt, wenn der Ausfluss zuerst abgenommen hat und plötzlich wieder sehr stark ist oder sich der Wochenfluss wieder blutrot färbt.

Hin und wieder sind mittelgroße Blutklumpen im Wochenfluss enthalten, die allerdings nicht weiter besorgniserregend sind. Diese können sich durch die Blutgerinnung sowie einem längeren Liegen bilden. Werden die Blutklumpen jedoch vermehrt ausgeschieden, solltet ihr dies bei eurem Frauenarzt abklären lassen. Zudem kann es insbesondere in den ersten Tagen dazu kommen, dass das Blut vor allem nach längerem Liegen schwallartig austritt, was durchaus erschrecken kann, in der Regel jedoch kein Grund zur Sorge ist.

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