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Schwanger mit 40: Wahrscheinlichkeit, Risiko und Erfahrungen

Eileiterschwangerschaft – Anzeichen, Symptome, Ursache & Risiko

Eine Schwangerschaft mit 40 Jahren ist heutzutage keine Seltenheit mehr und viele Frauen entscheiden sich sogar ganz bewusst, ihren Kinderwunsch erst mit Mitte 30 oder Anfang 40 zu erfüllen. Einige Frauen sind mit 40 Jahren auch schon Mütter von einem oder mehreren Kindern und haben sich zu einer erneuten Schwangerschaft entschlossen.

Bereits ab 35 Jahren erhalten schwangere Frauen in ihrem Mutterpass den Vermerk „Risikoschwangerschaft“. Dies ist unter anderem damit zu begründen, dass die Risiken einer Früh- oder Fehlgeburt sowie Chromosomen-Störungen ab 35 Jahren steigen und zudem häufiger vorkommen, als bei Schwangeren unter 35.

Eine Schwangerschaft mit 40 Jahren ist also definitiv nicht risikofrei. Doch mit einer sorgfältigen und regelmäßigen ärztlichen Betreuung, engmaschigen Vorsorgeuntersuchungen sowie einer gesunden Lebensweise steht dem späten Mutterglück nichts im Wege.

In diesem Artikel klären wir euch über die Gründe sowie Risiken einer Schwangerschaft mit 40 auf und welche Vorteile eine späte Schwangerschaft mit sich bringen kann. Zudem informieren wir euch darüber, wie hoch die Chancen sind, mit 40 Jahren überhaupt schwanger zu werden.

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Ist 40 das neue 30?

Betreffend einer Schwangerschaft stimmt diese Aussage nicht ganz, doch das durchschnittliche Alter, in dem Frauen zum ersten Mal schwanger werden, steigt seit Jahren kontinuierlich an. Gleichzeitig steigt auch das Alter der Frauen, die zum zweiten oder dritten Mal das Mutterglück erfahren dürfen.

Lag 1985 das Durchschnittsalter für die erste Schwangerschaft noch zwischen 21 und 25 Jahren, liegt es heutzutage bereits zwischen 29 und 31 Jahren. Gleichzeitig steigt der Anteil der sogenannten Spätgebärenden, wie Schwangere ab 35 genannt werden, laut Statistik weiter an.

So waren in den 90er Jahren nicht einmal 1 Prozent der Erstgebärenden über 40 Jahre alt, im Vergleich dazu ist mittlerweile jede 4. Mutter älter als 35.

Gründe für eine Schwangerschaft jenseits der 30

Eine Schwangerschaft mit 40 Jahren ist längst keine Seltenheit mehr. In erster Linie kann diese Entwicklung damit erklärt werden, dass sich Frauen erstmal auf ihre Berufsausbildung, das Studium sowie ihre Karriere konzentrieren.

Zudem haben sich die generellen Rahmenbedingungen in den letzten Jahrzehnten stark verändert und Frauen steht es heutzutage glücklicherweise frei, ihre Lebenssituation individuell und nach ihrem Belieben zu gestalten. So nutzen viele Frauen die Chance, beruflich durchzustarten und stellen ihren Kinderwunsch hinter die Karriere sowie den Beruf.

Gleichzeitig ist es vielen Frauen wichtig, beruflich Fuß zu fassen und finanziell unabhängig zu sein. Dieser Trend ist vor allem bei Frauen mit einem Universitätsabschluss zu beobachten. Hinzu kommt, dass heutzutage immer mehr Ehen sowie feste Partnerschaften später geschlossen werden und die Anzahl der Scheidungen stetig zunimmt.

Als weiteren Grund geben viele Frauen zudem an, dass sie den richtigen Partner für die Familiengründung und das Großziehen von eigenen Kindern schlicht und ergreifend erst später gefunden haben.

Einige Paare entscheiden sich auch ganz bewusst für eine spätere Familienplanung, damit sie Geld ansparen können, um ihren Kindern und sich selbst ein finanziell abgesichertes Leben zu ermöglichen. Bei anderen Paaren wiederum funktioniert es erst nach einigen Jahren mit der Schwangerschaft sowie der eigenen kleinen Familie.

Auch durch die Möglichkeit der künstlichen Befruchtung steigt das Alter der Paare, die sich ihren langersehnten Kinderwunsch durch die Behandlungsmethoden doch noch erfüllen können, an.

Welche Risiken birgt eine Schwangerschaft mit 40?

Eine späte Schwangerschaft birgt durchaus einige Risiken für Mutter und Kind, sollte aber dennoch nicht überbewertet werden. Solange keine chronischen Erkrankungen bei der Mutter vorliegen und die Vorsorgeuntersuchungen zuverlässig wahrgenommen werden, steht einem gesunden und normalen Schwangerschaftsverlauf in der Regel nichts im Wege.

Bekommt ihr ab 35 euer erstes Kind, wird in eurem Mutterpass bereits vermerkt, dass es sich bei euch um eine sogenannte Risikoschwangerschaft handelt. Das Gleiche gilt bei Müttern, die ab 40 Jahren ihr mindestens zweites oder drittes Kind erwarten.

Eine Risikoschwangerschaft liegt beispielsweise auch bei chronischen Erkrankungen, starkem Übergewicht, Plazentastörungen, seelischen Belastungen oder bei einer Mehrlingsschwangerschaft vor. Insgesamt gibt es 52 Kriterien, die zu dem Vermerk „Risikoschwangerschaft“ führen können.

Auch, wenn in der Vergangenheit eine Früh- oder Fehlgeburt erlitten wurde, wird bei einer erneuten Schwangerschaft von einer Risikoschwangerschaft gesprochen. Tatsächlich ist es sogar so, dass bei 60 bis 70 Prozent aller werdenden Mütter eine Risikoschwangerschaft vorliegt.

Im Grunde genommen bedeutet eine Risikoschwangerschaft für euch, dass eine spezielle medizinische Betreuung sowie eine genaue Beobachtung durch den Frauenarzt und engmaschige Vorsorgeuntersuchungen nötig sind, um Risiken zu vermeiden oder diese frühzeitig zu erkennen.

Spätgebärende müssen deshalb zu Beginn der Schwangerschaft etwa alle vier Wochen zur Vorsorgeuntersuchung und im letzten Schwangerschaftsdrittel sogar alle zwei Wochen. Dies ist wichtig, damit der Frauenarzt frühzeitig erkennen kann, ob bestimmte Risikofaktoren, wie beispielsweise eine Gestose oder Schwangerschaftsdiabetes, vorliegen.

Schwangerschaftsdiabetes sowie eine Gestose, die auch unter dem Namen Präeklampsie bekannt ist und mit einem stark erhöhten Blutdruck sowie Wassereinlagerungen mit einhergeht, treten vermehrt bei Schwangeren über 35 Jahren auf.

Auch das Risiko von Früh- oder Fehlgeburten ist bei Spätgebärenden höher, als bei jüngeren Schwangeren. Zudem steigt das Risiko von Fruchtwasserembolien, Thrombosen sowie Bluthochdruck, der in Verbindung mit einer Eiweißüberproduktion wiederum zu einer gefährlichen Präeklampsie führen kann.

Mit zunehmenden Alter der Schwangeren steigt zudem die Wahrscheinlichkeit, dass das Kind mit der Chromosomen-Störung Trisomie 21, auch bekannt unter dem Namen Down-Syndrom, geboren wird. Bei dieser Form der Chromosomen-Abweichung besitzt das Baby das Chromosom 21 dreimal, statt die üblichen zweimal.

Um eine solche Fehlbildung der Chromosomen oder auch der Organe frühzeitig erkennen zu können, gibt es neben der Nackenfaltenuntersuchung auch noch andere pränatale Untersuchungen, wie zum Beispiel die Fruchtwasseruntersuchung.

Ob ein solcher Test jedoch durchgeführt wird, ist alleinig die Entscheidung der werdenden Eltern. Der Frauenarzt klärt lediglich über die pränatale Diagnostik sowie die Vor- und Nachteile einer solchen Untersuchung auf.

Weitere mögliche Risiken einer späten Schwangerschaft:

  • Komplikationen bei der Geburt sowie Kaiserschnitte kommen häufiger vor.
  • Bänder, Muskeln und Sehnen können bei Spätgebärenden schneller nachgeben, da das Bindegewebe an Elastizität verliert und das Gewicht des Kindes nach unten drückt. So kann es unter Umständen zu frühzeitigen Wehen kommen.
  • Die Strapazen einer Schwangerschaft sind eventuell belastender und anstrengender, als für jüngere Schwangere.
Gut zu wissen:
Die Kosten für die zusätzlich anfallenden Vorsorgeuntersuchungen sowie für die pränatale Diagnostik werden, sofern eine medizinische Indikation vorliegt, von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Allerdings sind Frauen nicht dazu verpflichtet, die pränatalen Untersuchungen in Anspruch zu nehmen, um Chromosomen-Störungen oder Fehlbildungen der Organe diagnostizieren zu können.

Vorteile einer späten Schwangerschaft

Eine Schwangerschaft ist mit zunehmenden Alter zwar nicht mehr so leicht wegzustecken, gleichzeitig strahlen Spätgebärende im Gegenzug häufig mehr Ruhe und Gelassenheit aus. Wir haben euch einige weitere Vorteile zusammengefasst, die mit einer späten Schwangerschaft verbunden sind:

Spätgebärende sind finanziell meist abgesichert und stehen mit beiden Beinen im Leben.
Frauen mit 40 pflegen in der Regel einen gesunden und aktiven Lebensstil, der unter anderem eine ausgewogene Ernährung sowie regelmäßige Bewegung beinhaltet.

Ältere Schwangere leben in den meisten Fällen in einer gefestigten und glücklichen Beziehung.
Spätgebärende haben meist keine Angst mehr, etwas im Leben zu verpassen.

  • Oft profitieren Frauen mit 40 von mehr Gelassenheit, Selbstbewusstsein, Ruhe sowie Lebensweisheit.
  • Die körperlichen Veränderungen, die eine Schwangerschaft mit sich bringt, werden gelassener hingenommen.
  • Verläuft die Schwangerschaft sowie die Geburt ohne Komplikationen, besteht kein gesundheitliches Risiko oder Entwicklungsstörungen beim Kind.

Darauf gilt es in der Schwangerschaft zu achten

Damit die Vorteile einer späten Schwangerschaft überwiegen und bestenfalls keine Risiken auftreten, ist ein gesunder Lebensstil essenziell. Als werdende Mama solltet ihr deshalb verstärkt darauf achten, dass ihr euch gesund und ausgewogen ernährt.

Dazu gehören, neben einer ausreichenden Flüssigkeitszufuhr sowie einer ballaststoffreichen Ernährung, viel frisches Obst und Gemüse, eiweißhaltige Nahrung sowie Milchprodukte.

Damit sich das Kind im Mutterleib gesund entwickeln kann und keine Fehlbildungen, wie beispielsweise ein offener Rücken, entstehen, sollte zu Beginn der Schwangerschaft zusätzlich Folsäure eingenommen werden.

Zudem ist eine regelmäßige Bewegung für die Gesundheit von Mama und Baby unabdingbar. Zu den schwangerschaftstauglichen Aktivitäten gehören unter anderem Nordic Walking, lange Spaziergänge an der frischen Luft, Schwimmen, Yoga und Pilates sowie Schwangerschaftsgymnastik.

So stehen die Chancen mit 40 überhaupt schwanger zu werden

Können Frauen ab 40 überhaupt noch auf natürlichem Wege schwanger werden? Diese Frage wird häufig im Zusammenhang mit einer späten Schwangerschaft gestellt. Grundsätzlich gilt, dass eine Schwangerschaft auf natürlichem Weg auch mit 40 plus möglich ist, sofern der weibliche Zyklus noch regelmäßig stattfindet und die Qualität der männlichen Spermien ausreichend ist.

Allerdings nehmen sowohl die Anzahl und die Qualität der befruchtungsfähigen Eizellen bereits ab dem Alter von 35 Jahren kontinuierlich ab und auch der Eisprung findet nicht mehr so regelmäßig statt, wie bei Frauen unter 35.

Sollte sich also auf natürlichem Wege keine Schwangerschaft einstellen, empfiehlt es sich, einen Frauenarzt oder Spezialisten auf dem Gebiet der künstlichen Befruchtung aufzusuchen.

Diese können Paare mit unerfülltem Kinderwunsch, über die verschiedenen Behandlungsmethoden informieren. In einigen Fällen reicht auch schon eine Hormontherapie aus, um einer Schwangerschaft auf die Sprünge zu helfen.

Fazit

Natürlich sollte eine Risikoschwangerschaft bei Frauen ab 40 Jahren nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Denn statistisch gesehen sind Risiken, wie beispielsweise an einer Gestose oder Schwangerschaftsdiabetes zu erkranken, mit zunehmendem Alter erhöht.

Auch die Wahrscheinlichkeit, dass das Kind mit einer Chromosomen-Störung oder einer anderen Fehlbildung geboren wird, ist bei älteren Schwangeren höher, als bei jüngeren Schwangeren.

Allerdings sollte das Alter der werdenden Mutter auch nicht überbewertet werden. Durch die häufig und regelmäßig stattfindenden Vorsorgeuntersuchungen sowie der besonderen medizinischen Betreuung steht einer normalen und komplikationslosen Schwangerschaft nichts im Wege.

Achtet die Schwangere zudem auf eine gesunde Lebensweise und hat keine chronischen Vorerkrankungen, ist gegen das späte Mutterglück absolut nichts einzuwenden.

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