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Wie lange stillen? Erfahrungswerte, Durchschnitte und mehr!

Baby schreit beim Stillen

Unbestritten ist Muttermilch die gesündeste Nahrung für neugeborene Babys und bringt als optimal abgestimmte Ernährungsform viele gesundheitliche Vorteile mit sich. Zudem trägt das Stillen unter anderem dazu bei, das Band zwischen der frisch gebackenen Mama und ihrem Baby nachhaltig zu stärken. Doch wie lange sollen Babys gestillt werden und was empfehlen Experten diesbezüglich?

In diesem Artikel informieren wir euch unter anderem darüber, ob es eine optimale Stilldauer gibt und wie lange das Stillen aus medizinischer Sicht sinnvoll ist. Zudem gehen wir auf das Thema Abstillen ein und klären euch über die verschiedenen Formen auf.

Empfehlungen zur Stilldauer

Für viele Mamas und deren Babys ist das Stillen eine äußerst intensive und innige Zeit, die in vollen Zügen genossen wird. Doch wie lange sollte gestillt werden und wann ist die beste Zeit, um mit dem Abstillen sowie der Beikost anzufangen? Die Frage bezüglich der optimalen Stilldauer kann nicht pauschal beantwortet werden, denn wie lange ein Baby gestillt werden soll, kommt auf verschiedene Faktoren an und variiert daher sehr stark. Unter anderem wird die Stilldauer von den Lebensumständen, dem Gesundheitszustand der Mutter sowie dem Entwicklungstand des Babys beeinflusst, doch auch persönliche Gründe spielen eine große Rolle und dürfen nicht vernachlässigt werden. Nichtsdestotrotz raten Experten dazu, wenigstens die ersten vier Monate voll zu stillen, bevor feste Nahrung in den Speiseplan integriert wird.

Stillen Öffentlichkeit

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Wirft man einen Blick auf die Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO), sollte in den ersten sechs Lebensmonaten voll gestillt und auf zusätzliche Getränke oder Speisen verzichtet werden. Auch die Nationale Stillkommission sieht das ähnlich und empfiehlt, Säuglinge in den ersten vollen vier Monaten ausschließlich zu stillen. Frühestens ab dem fünften Lebensmonat, spätestens jedoch zu Beginn des siebten Lebensmonats sollte schrittweise auf Beikost umgestellt und die Milchmahlzeiten nach und nach durch feste Nahrung ersetzt werden. Denn obwohl Muttermilch reich an Nährstoffen ist, können die Ernährungsbedürfnisse des Kindes etwa ab dem sechsten Monat nicht mehr vollständig von dieser erfüllt werden. Bezüglich der optimalen Stilldauer gibt die Nationale Stilkommission keine Empfehlung ab, stattdessen wird den Müttern dazu geraten, so lange zu stillen, wie sie es für richtig halten.

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Die Umstellung auf Beikost bedeutet nicht, dass Babys nicht zwischendrin oder abends vor dem Schlafen an die Brust angelegt werden dürfen. Im Gegenteil, denn der Schutz vor Krankheitserregern bleibt weiterhin vorhanden und die körperliche Nähe hilft dem Kind dabei, besser einschlafen oder sich beruhigen zu können. Aufgrund der Vorteile des Stillens nach dem sechsten Lebensmonat empfehlen neben der WHO auch viele Hebammen, Kinder zusätzlich zur festen Nahrung bis zu zwei Jahren zu stillen.

Bitte beachten:
Beikost ist nicht mit dem Abstillen gleichzusetzen. Vielmehr sollten sich Beikost und Stillmahlzeiten im Idealfall ergänzen.

Die gesundheitlichen Vorteile für Mama und Baby sind nicht von der Hand zu weisen, letztendlich bleibt es allerdings eine persönliche Entscheidung der Mutter, ob und wie lange sie ihr Baby stillen möchte. Einige Frauen wollen ihren Körper schneller wieder für sich, wohingegen andere Frauen das Stillen so lange wie nur möglich auskosten möchten. Beide Entscheidungen sind völlig in Ordnung, solange es keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen gibt. Heutzutage sind die industriell hergestellten Säuglingsersatznahrungen (Formula-Nahrung) hervorragend und tragen zu einer gesunden Entwicklung sowie zu einem normalen Wachstum des Kindes bei. Einen gesundheitlichen Schaden tragen Kinder, die gar nicht oder früher abgestillt wurden, nicht davon, weshalb sich Mütter gewiss keine Vorwürfe machen brauchen, sollten sie sich gegen das Stillen und für das Fläschchen entscheiden. Eine innige Beziehung zum Baby kann auch ohne den Stillvorgang bestens aufgebaut und aufrechterhalten werden.

Zum Weiterlesen: Baby schreit beim Stillen – Mögliche Gründe und empfehlenswerte Hilfestellungen für Mütter

Gut zu wissen:
Im ersten halben Jahr ist Muttermilch die erste Wahl und das Baby sollte in dieser Zeit bestenfalls gestillt werden. Nichtsdestotrotz bestimmen allein die Mutter und ihr Kind, wie lange die gesamte Stilldauer andauern soll. Keine Frau sollte sich für die Stilldauer rechtfertigen müssen.

Stilldauer aus medizinischer Sicht

Wie lange ist das Stillen aus medizinischer Sicht sinnvoll? Sofern es möglich ist, sollte aus medizinischer Sicht unbedingt in den ersten Tagen nach der Geburt gestillt werden, und zwar auch in dem Fall, wenn sich die Mutter gegen das Stillen entscheidet. Die sehr nahrhafte Vormilch, die auch Kolostrum genannt wird, enthält viele wertvolle Antikörper, einen hohen Gehalt an Immunabwehrstoffen sowie Mineralien und Vitamine und ist somit die beste Nahrung für Neugeborene. Gleichzeitig ist die dickflüssige und cremige Vormilch sehr leicht zu verdauen, da diese unter anderem weniger Fett und Zucker enthält als die reife Muttermilch.

Gut zu wissen:
Entscheiden sich Mütter gegen das Stillen, sollte dem Neugeborenen dennoch in den ersten Tagen nach der Geburt die Vormilch verabreicht werden, da diese sehr viele Antikörper enthält.

Vorteile des Stillens

Grundsätzlich hat das Stillen viele Vorteile für das Baby, was in erster Linie an der Zusammensetzung sowie den enthaltenen Stoffen in der Muttermilch liegt. So enthält Muttermilch von Natur aus zahlreiche Nähr- und Mineralstoffe sowie wichtige Spurenelemente, Kohlenhydrate, ungesättigte Fettsäuren, Aminosäuren, Hormone, gute Bakterien sowie Eiweiße. Dabei kurbeln bestimmte Enzyme in der Muttermilch die Fettverdauung an und Hormone helfen dem Säugling dabei, den Appetit zu regulieren, wohingegen Immunmoleküle das Immunsystem stärken. Sollte das Baby dennoch krank werden, erholt es sich durch die gesunde Muttermilch in den meisten Fällen schneller als Babys, die nicht gestillt werden. Dies ist damit zu begründen, dass die enthaltenen Stoffe in der Muttermilch dementsprechend angepasst und zum Beispiel mit vermehrten infektionsbekämpfenden Antikörpern sowie zusätzlichen weißen Blutkörperchen versehen werden.

Abstillen und Entwöhnung vom Baby

Doch auch nach den ersten sechs Lebensmonaten und wenn bereits Beikost auf dem Speiseplan steht, schützt eine Extra-Portion Muttermilch weiterhin vor Krankheitserregern sowie Infektionen. Ein weiterer Vorteil ist, dass die körperliche Nähe beim Stillvorgang das emotionale Band zwischen Mama und Kind nachhaltig stärkt. Des Weiteren lassen sich Babys schneller beruhigen und trösten, weshalb das Stillen auch nach Impfungen, beim Zahnen, bei Verdauungsbeschwerden sowie Bauchschmerzen empfohlen wird.

Wir haben euch die wichtigsten Vorteile des Stillens auf einen Blick zusammengefasst:

  • Besserer Schutz vor Krankheitserregern und Infektionen
  • Optimale Versorgung mit Nährstoffen sowie Vitaminen
  • Die körperliche Nähe stärkt die emotionale Verbindung zwischen Mama und Kind
  • Geringeres Risiko später an Allergien und Unverträglichkeiten zu erkranken
  • Gaumen- und Kieferentwicklung werden positiv beeinflusst
  • Übergewicht sowie Fettleibigkeit treten im späteren Leben seltener auf
  • Geringeres Risiko an Diabetes Typ 1 und Typ 2 sowie Herz
  • Kreislauferkrankungen zu erkranken
  • Babys lassen sich schneller trösten
  • Stillen spart Zeit und schont den Geldbeutel sowie die Umwelt
  • Muttermilch ist jederzeit verfügbar, immer wohltemperiert sowie hygienisch unbedenklich
  • Hinweise auf einen höheren IQ bei gestillten Kindern
  • Studien vermuten, dass Stillen später seltener zu Verhaltensauffälligkeiten führt
  • Stillende Mütter haben ein geringeres Risiko an Brust- und Eierstockkrebs sowie Diabetes Typ 2 zu erkranken

Stillen im Wandel der Zeit

Die gesamte Stilldauer hat sich im Laufe der Zeit stark gewandelt: Früher wurden Babys im Gegensatz zu heute noch um einiges länger gestillt und bis in die Neuzeit war das Anlegen von Kleinkindern nicht ungewöhnlich. In der Regel waren die Mütter nicht berufstätig und konnten sich ausschließlich auf die Kindererziehung konzentrieren. Dies hat sich jedoch im Laufe der letzten Jahrzehnte enorm verändert, denn mittlerweile gehen viele Frauen einem Beruf nach und kümmern sich um ihre Karriere. Hinzu kommt, dass die Lebenshaltungskosten stark angestiegen sind, weshalb in vielen Familien sowohl der Mann als auch die Frau arbeiten müssen, um sich Kinder überhaupt leisten und diesen eine sichere Zukunft ermöglichen zu können.


Richtiger Zeitpunkt und Formen des Abstillens

Den richtigen Zeitpunkt zum Abstillen gibt es nicht, denn dieser hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Zeigt das Kind zum Beispiel immer weniger Interesse an der Brust und verlangt vermehrt nach fester Nahrung? Ist das der Fall, sprechen Experten von dem sogenannten natürlichen Abstillen. Hierbei handelt es sich um die einfachste Form des Abstillens, welche sich ausschließlich nach den Bedürfnissen des Kindes richtet.

Nachfolgend gehen wir kurz auf die unterschiedlichen Formen des Abstillens sowie die damit verbundenen Vor- und Nachteile ein:

Natürliches Abstillen

Das Kind zeigt immer weniger Interesse an der Brust und die Ablehnung verfestigt sich in den darauffolgenden Tagen und Wochen, bis die Brust irgendwann komplett verweigert wird. Vielen Müttern fällt das natürliche Abstillen anfangs sehr schwer, dennoch sollte die Entscheidung des Kindes akzeptiert und der fehlende Körperkontakt durch zusätzliches Kuscheln ausgeglichen werden. Sobald seltener gestillt wird, reduziert sich die Milchmenge automatisch und passt sich ganz individuell an die Bedürfnisse des Kindes an.

Sanftes Abstillen

Bei dieser Form des Abstillens geht die Initiative nicht vom Kind, sondern von der stillenden Mama aus. Wichtig ist, dass das Abstillen langsam und schrittweise sowie über einen längeren Zeitraum erfolgt. Indem die Muttermilch nach und nach durch ein Fläschchen oder die Beikost ersetzt und das Kind nur noch vor dem Schlafen gestillt wird, kann sich der Verdauungstrakt besser an die neue Nahrung gewöhnen. Um das Abstillen und die Umstellung zusätzlich zu erleichtern, kann das Kind in der Anfangszeit nach jeder Nahrungsaufnahme kurz an die Brust angelegt werden.

Schnelles Abstillen

Hin und wieder ist es aus medizinischer Sicht nötig, so schnell wie möglich abzustillen oder die Mutter entscheidet sich bewusst dazu, das Stillen komplett einzustellen. Grundsätzlich kann das Abstillen zwar schnell stattfinden, allerdings ist es sinnvoll, sich im Vorfeld eingehend von der Hebamme oder dem Frauenarzt beraten zu lassen. Unter Umständen können bestimmte Medikamente verschrieben werden, die beim Abstillen helfen und einer Brustentzündung oder einem Milchstau vorbeugen können. Da das schnelle Abstillen eine enorme Umstellung und Herausforderung für das Baby bedeutet, sind in dieser Zeit ein inniger Körperkontakt sowie ganz viel liebevolle Zuwendung nötig.

Teilweise Abstillen

Wird nur teilweise abgestillt, bleibt weiterhin mindestens eine Milchmahlzeit an Mamas Brust bestehen, wohingegen die anderen Mahlzeiten durch industrielle Säuglingsnahrung oder Brei ersetzt werden. Der Vorteil bei dieser Form ist, dass sich die Milchbildung auf den neuen Rhythmus einstellt und das Teil-Stillen so lange möglich ist, wie Mama und Kind das möchten.

Gründe des Abstillens

Es gibt viele Gründe, weshalb sich Mütter zum Abstillen entscheiden. So entscheiden sich einige Kinder selbst nach einigen Monaten dafür, indem sie zum Beispiel die Brust ablehnen oder diese immer seltener verlangen und stattdessen ein verstärktes Interesse an fester Nahrung zeigen. Nachfolgend zeigen wir euch weitere häufige Gründe für das Abstillen:

  • Wiederkehrende Brustentzündungen oder andere Stillprobleme
    Schmerzen beim Stillen
  • Einnahme bestimmter stillunverträglicher Medikamente
  • Rückkehr in den Beruf
Bitte beachten:
Ganz egal, ob ihr gar nicht stillen oder früher abstillen wollt, denkt daran: Die Stilldauer und der Zeitpunkt des Abstillens sagen absolut nichts über die emotionale Bindung zwischen Mama und Kind aus.

So stillt ihr richtig ab

Ein Patentrezept für das richtige Abstillen gibt es nicht, dennoch haben wir einige hilfreiche Tipps für euch zusammengestellt:

Geduld: Das Abstillen erfordert Geduld und die Veränderungen im Hormonhaushalt und somit auch die Psyche brauchen Zeit, um sich auf die neue Situation einzustellen. Vor allem für das Kind stellt das Abstillen eine große Herausforderung dar, weshalb ihr euch für das Abstillen idealerweise um die drei Monate Zeit lassen solltet.

Brust entleeren: Durch das Abstillen kann es vorübergehend zu prallen und gespannten Brüsten kommen, da sich Angebot und Nachfrage erst wieder einpendeln müssen. Bei einem Spannungsgefühl in der Brust könnt ihr etwas Milch mit der Hand ausstreichen oder einen Teil der Milch abpumpen. Achtet jedoch darauf, die Brust nicht vollständig zu entleeren, denn dies regt die Milchbildung erneut an. Zudem haben sich kalte Auflagen, wie beispielsweise ein kalter Waschlappen, bei spannenden und schmerzenden Brüsten bewährt und tragen zu einer Reduzierung der Milchmenge bei.

Viel Körperkontakt: Kuscheln, Nähe und Geborgenheit sind das A und O beim Abstillen, um die Umstellung sowohl eurem Baby als auch euch selbst zu erleichtern.


Zusammenfassung zur optimalen Stilldauer

Idealerweise werden Babys bis zum 5. Lebensmonat ausschließlich mit Muttermilch gestillt, um von den vielen gesundheitlichen Vorteilen zu profitieren. Experten raten diesbezüglich dazu, frühestens ab dem 5. Lebensmonat, spätestens jedoch zu Beginn des 7. Lebensmonats mit der Beikost anzufangen und die Milchmahlzeiten Schritt für Schritt mit Brei zu ersetzen. Die Einführung der Beikost bedeutet jedoch nicht, vollständig auf das Stillen verzichten zu müssen, denn nach wie vor schützt eine gelegentliche Portion Muttermilch vor Krankheitserregern und Infektionen.

In Bezug auf die Stilldauer gibt es vonseiten der Nationalen Stillkommission sowie anderen Experten keine konkrete Empfehlung. Letztendlich sollte jede Mutter diese Entscheidung für sich selbst treffen, ohne sich für den Zeitpunkt oder die Gründe rechtfertigen zu müssen. Denn ob und wie lange das Baby gestillt wird, hat absolut nichts mit den Qualitäten als Mutter zu tun.

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