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Baby schreit beim Stillen: Mögliche Gründe und empfehlenswerte Hilfestellungen für Mütter

Baby schreit beim Stillen

Muttermilch ist unbestritten die gesündeste Mahlzeit für Babys und das Stillen ist die natürlichste Sache der Welt, allerdings auch nicht die einfachste. Selbst, wenn sich Mama und Baby nach einer längeren Eingewöhnungszeit aufeinander eingespielt und eine innige Stillbeziehung aufgebaut haben, kann es hin und wieder zu Problemen beim Stillen kommen. Doch warum schreien Babys beim Stillen und was können stillende Mütter dagegen unternehmen?

Wir klären euch in diesem Artikel über die möglichen Gründe für das Schreien und Weinen beim Stillen auf und haben Tipps für euch, wie ihr das Stillen möglichst entspannt gestalten könnt.

Mögliche Gründe für das Schreien beim Stillen

Bei Säuglingen ist der Saugreflex angeboren. Das erklärt, dass die Neugeborenen direkt nach der Geburt Mamas Brust suchen, um sich mit der nahrhaften Muttermilch zu stärken. Bis das Zusammenspiel zwischen Baby und Mamas Brust jedoch reibungslos funktioniert und eine innige Stillbeziehung aufgebaut werden kann, sind zahlreiche Stillmahlzeiten notwendig. Doch auch nach einem sorgenfreien Stillstart können die gesamte Stillzeit über hin und wieder kleinere oder größere Probleme auftauchen, weshalb sich viele besorgte Mamas die Fragen stellen: Warum schreit mein Baby beim Stillen? Liegt es an meinen Brüsten oder an meiner Muttermilch?

Zwar kann nicht immer eine konkrete Ursache ausgemacht werden, dennoch gibt es zahlreiche und vielseitige Gründe, warum ein Baby bei einer Stillmahlzeit weint und manchmal sogar regelrecht die Brust anschreit. Bei der Ermittlung der Ursache kann unterschieden werden, ob das Baby bereits vor, während oder erst nach dem Trinken an der Brust zu schreien beginnt. Wir haben euch mögliche Gründe für Probleme beim Stillen zusammengefasst und unterscheiden dabei den Zeitpunkt, wann euer Baby zum Schreien beginnt:

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Vor dem Stillen

Mutter ist nervös oder gestresst: Babys haben ein sehr feines Gespür, weshalb sich die Gemütslage der Mutter auch auf das Trinkverhalten auswirken kann. Ist die Mama gestresst, unruhig oder nervös, können auch die Babys dementsprechend reagieren und verweigern die Brust oder weinen beim Stillen.

Saugverwirrung: Von einer Saugverwirrung wird gesprochen, wenn das Baby nicht richtig oder kräftig genug an Mamas Brust saugen und somit nicht ausreichend Muttermilch aufnehmen kann. Die Folge einer Saugverwirrung ist, dass das Baby frustriert ist und nicht angelegt werden möchte. Hierfür müsst ihr wissen, dass das Saugen und Trinken an Mamas Brust eine wahre Herausforderung für die Babys darstellt, denn Lippen, Kiefer, Gaumen und Zunge müssen synchron miteinander zusammenwirken, um gleichzeitig saugen, schlucken und atmen zu können. Bevor also die Muttermilch fließt, haben die Kleinen einen nicht zu unterschätzenden Kraftakt zu bewältigen.

Erst mit der Zeit und viel Übung ist der Saugreflex nicht mehr nötig, um an Mamas Brust Kraft zu tanken. Hat sich der wichtige Saugautomatismus allerdings noch nicht ausreichend gefestigt und werden in dieser Zeit Saughilfsmittel, wie zum Beispiel ein Fläschchen, ein Stillhütchen oder ein Schnuller, verwendet, kann dies eine Saugverwirrung auslösen. Um einer Saugverwirrung vorzubeugen, solltet ihr eurem Kind, insbesondere in den ersten Lebenswochen, keinen Schnuller geben oder mit einem Fläschchen zufüttern und auf ein exaktes Anlegen achten.

Intensiver oder unbekannter Geruch: Tatsächlich können Babys von intensiven oder unbekannten Gerüchen so irritiert werden, dass sie beim Stillen zu weinen oder schreien beginnen. Vor allem stark riechende Pflegeprodukte oder Reinigungsmittel können das empfindliche Näschen stören, weshalb ihr vor dem Stillen unter anderem auf Parfüms, Deodorants oder stark riechende Körperlotionen verzichten solltet.

Veränderte Brust: Etwa drei Monate nach der Geburt werden die Brüste nicht mehr so stark durchblutet und gleichzeitig verändert sich der Milchspendereflex. Die Brüste sind nicht mehr so prall wie in den ersten Wochen und Monaten nach der Geburt, was dazu führen kann, dass euer Baby eure Brüste schlicht und ergreifend nicht mehr erkennt und daher beim Stillen zum Schreien beginnt. Redet beim Anlegen sanft und beruhigend mit eurem Baby, damit es weiß, es handelt sich um euch und eure Brüste.

Während dem Stillen

Zu wenig oder zu viel Milch: Kommt beim Stillen zu wenig Milch aus der Brust, kann das Saugen ziemlich anstrengend sein und das Baby beginnt zu weinen. Auf der anderen Seite kann das Baby allerdings auch überfordert sein, wenn die Milch zu schnell einschießt und regelrecht aus der Brust heraussprudelt. Ein regelmäßiges und häufiges Anlegen sorgen in den meisten Fällen dafür, dass sich die Milchbildung einpendelt und sich den Bedürfnissen eures Schleckermäulchens anpasst. Sofern die Schwierigkeiten aufgrund der Milchmenge länger andauern, solltet ihr eure Hebamme oder eine Stillberaterin zurate ziehen.

Geschmack der Muttermilch: Spargel, Kohlarten, Knoblauch, Pfefferminz sowie scharfe oder exotische Gewürze stellen nicht für alle Babys einen kulinarischen Genuss dar und tatsächlich können diese Lebensmittel den Geschmack der Muttermilch deutlich verändern. Weint euer Baby also plötzlich und ohne erkennbaren Grund bei einer seiner heißgeliebten Stillmahlzeiten, könnte das an dem veränderten Geschmack eurer Muttermilch liegen. Lasst ihr die Lebensmittel wieder weg, verschwindet auch der ungewohnte Geschmack von ganz allein.

Bestimmte Atemwegserkrankungen: Eine verstopfte Nase, Erkältungen sowie Hals- oder Ohrenschmerzen tragen maßgeblich dazu bei, dass die Babys beim Saugen an der Brust nicht richtig atmen und schlucken können. Kein Wunder also, dass die Kleinen zu weinen beginnen, schließlich haben sie Hunger, aber das Schlucken bereitet Probleme. Hebammen empfehlen bei einem Schnupfen einige Tropfen Muttermilch in die verstopfte Nase zu träufeln, um das Sekret sanft und auf natürliche Weise zu lösen. In vorheriger Absprache mit dem Kinderarzt könnt ihr gegebenenfalls auch auf eine isotonische Kochsalzlösung oder einen anderen Wirkstoff zurückgreifen.

Bauchweh: Da der gesamte Verdauungstrakt noch trainiert werden muss, werden insbesondere Babys in den ersten Lebenswochen oft von Bauchschmerzen geplagt, was sich wiederum mit weniger Appetit und Quengeln äußern kann. Nehmt ihr beispielsweise ein Grummeln im Bauch eures Babys wahr, ist dies ein Zeichen für starke Darmtätigkeiten und Bauchschmerzen. Hier hat sich neben einem warmen Körnerkissen und viel Körperkontakt der sogenannte Fliegergriff bewährt.

„Falsche“ Brust: Einige Babys haben eine Lieblingsbrust und fangen das Weinen und Schreien an, wenn sie an die „falsche“ Brust angelegt werden. Stellt ihr fest, dass euer Baby eine Seite bevorzugt, solltet ihr es zu Beginn des Stillens an die unbeliebtere Seite anlegen, denn zu diesem Zeitpunkt ist der Hunger noch besonders groß und die Saugkraft ist am stärksten ausgeprägt.

Nach dem Stillen

Blähungen und Verdauungsprobleme: War euer Baby beim Trinken etwas zu gierig, kann es gut möglich sein, dass neben der Muttermilch zu viel Luft geschluckt wurde. Die angestaute Luft im Magen kann ziemlich schmerzhaft sein, weshalb einige Babys nach dem Stillen zu weinen beginnen. Damit vorhandene Luft besser und schneller entweichen kann, solltet ihr euer Baby nach jeder Stillmahlzeit und bei einem Brustwechsel ein Bäuerchen machen lassen.

Spucken: Vor allem in den ersten Lebenswochen und -monaten ist es keine Seltenheit, wenn die Babys nach oder noch während der Stillmahlzeiten aufstoßen und dabei spucken müssen. Das häufige Spucken liegt unter anderem daran, dass der Mageneingang noch nicht ausreichend geschlossen ist und somit die Milch wieder nach oben zurückläuft. Um dem Spucken vorzubeugen, könnt ihr euer Baby in einer aufrechten Position stillen und es beim Wechseln der Brust schon mal aufstoßen lassen. Solange euer Baby zunimmt und einen fröhlichen Eindruck macht, braucht ihr euch keine Sorgen über das gelegentliche Spucken nach dem Stillen zu machen.

Keinen Hunger mehr: Einige Babys weinen nach dem Stillen schlicht und ergreifend deshalb, weil sie keinen Hunger mehr haben und satt sind. Euer Baby teilt euch normalerweise mit, wenn es nach einer Stillmahlzeit noch hungrig ist, weshalb ihr darauf achten solltet, es nicht mit dem Füttern zu übertreiben.

Gut zu wissen:
Weinen und schreien Babys in der Nacht, ist dies nicht unbedingt ein Zeichen für Hunger. In den meisten Fällen verlangt euer Kind nach Körperkontakt und Kuscheleinheiten. Zudem kann ein generelles Unwohlsein oder ein schlechter Traum für nächtliches Weinen sorgen. Lässt sich euer Baby auch durch eure Zuwendung nicht beruhigen, könnt ihr ihm eure Brust zum Trinken anbieten.

Lösungen und Hilfestellungen für stillende Mütter

Was gibt es schöneres als ein zufriedenes und fröhliches Kind? Weint das Baby hingegen und ist unglücklich, bricht das vielen Mamas schier das Herz. Vor allem, wenn das Baby beim Stillen zu schreien und weinen beginnt, machen sich stillende Mütter natürlich große Sorgen und sind beunruhigt. Häufig kann es schon helfen, die Stillsituation sowie die Stillposition zu ändern oder beim Stillen auf und ab zu gehen, um das Baby wieder zu beruhigen und zum Trinken zu animieren. Macht es euch daher beim Stillen so bequem wie möglich und nehmt euch stets Zeit. Euer Baby merkt sofort, wenn ihr unter Zeitdruck steht oder ihr gestresst seid und reagiert dementsprechend auf eure Gefühlslage.

Damit das Stillen möglichst entspannt abläuft, haben wir euch wertvolle Hilfestellungen auf einen Blick zusammengefasst:

Häufiges Anlegen

Um die Milchbildung anzuregen ist es wichtig, dass ihr euer Baby tagsüber sowie in der Nacht regelmäßig und häufig an eure Brust anlegt. Zudem solltet ihr nicht nach Plan, sondern nach Bedarf stillen, auch wenn die regelmäßigen Stillzeiten zum Teil sehr häufig sind. Im Durchschnitt trinken Babys in den ersten sechs Monaten zwischen 8- und 12-mal innerhalb von 24 Stunden. Produziert ihr zu wenig Milch, passt sich die Milchmenge durch das regelmäßige Anlegen auf die gesteigerte Nachfrage an. Durch häufiges Anlegen beugt ihr zudem einem Milchstau sowie einer schmerzhaften Brustdrüsenentzündung vor und durch die körperliche Nähe baut ihr eine innige Stillbeziehung miteinander auf. Bei einem Milchstau haben sich unter anderem warme Umschläge sowie sanfte Brustmassagen bewährt, um den Milchfluss anzuregen.

Frühzeitiges Stillen und auf Hungerzeichen achten

Weint euer Baby bereits vor Hunger, gestaltet sich das Anlegen häufig mehr als schwierig, denn durch das Winden und Schreien kann die Brustwarze oft nicht richtig mit den Lippen umfasst werden. Aus diesem Grund solltet ihr auf frühe Hungeranzeichen bei eurem Baby achten. Zu diesen gehören unter anderem Schmatzgeräusche, das „Suchen“ der Brust, das Herausstrecken der Zunge, das Ablecken der Lippen, Handbewegungen zum Mund, Seufzer oder eine generelle Unruhe.

Tipp:
Bei sehr großem Hunger kann vor dem Anlegen etwas Milch mit der Hand ausgestrichen werden, welche dem ausgehungerten Baby im Anschluss mit einem Löffel gefüttert wird.

Entspannte Atmosphäre schaffen

Babys lassen sich sehr leicht ablenken und zu viel Trubel, zum Beispiel in Form von Besuchen, Musik oder einem laufenden Fernseher, kann schnell zu einer Überreizung führen. Aus diesem Grund solltet ihr euch zum Stillen an einen ruhigen und gemütlichen Ort zurückziehen, das Zimmer am besten etwas abdunkeln und für ganz viel Hautkontakt sorgen. So schafft ihr eine Atmosphäre, in der sich euer Baby sichtlich wohl und geborgen fühlt, was für eine entspannte und innige Stillbeziehung essenziell ist. Seid ihr unterwegs, könnt ihr euer Baby beim Stillen mit einem Tuch vor visuellen Reizen schützen.

Brust sanft ausstreichen

Dieser Tipp ist von Vorteil, wenn ihr zu viel Milch produziert und euer Milchspendereflex sehr stark ausgeprägt ist. Indem ihr eure Brüste vor dem Stillen sanft mit eurer Hand ausstreicht, könnt ihr den Milchspendereflex abmildern und eurem Baby somit das Trinken erleichtern. Zudem beugt ihr durch das Ausstreichen der Brüste einem Verschlucken beim Stillen vor und die Verdauung der Muttermilch wird gleichzeitig besser unterstützt. Um den starken Milchfluss besser kontrollieren zu können, bietet sich außerdem eine zurückgelehnte Stillposition an. Wichtig ist auch, dass ihr eurem Baby nach und während der Stillmahlzeiten ausreichend Zeit zur Verdauung einräumt, um Bauchschmerzen, Blähungen sowie einem Spucken vorzubeugen.

Auf Hilfsmittel beim Stillen verzichten

Um einer Saugverwirrung vorzubeugen, solltet ihr in den ersten sechs Lebensmonaten am besten komplett auf Stillhilfsmittel (Schnuller, Beruhigungssauger, Fläschchen, etc.) verzichten. So verhindert ihr, dass der Saugreflex verkümmert und euer Baby das Trinken an der Brust im schlimmsten Fall verweigert. Auch auf Stillhütchen, welche oft bei Hohl- oder Flachwarzen empfohlen werden, solltet ihr verzichten oder diese nur vorübergehend einsetzen. Das Baby wird sich mit der Zeit an eure Brüste gewöhnen, habt hierfür nur etwas Geduld und Vertrauen.

Gönnt euch selbst eine Auszeit

Euer Baby hat sehr feine Antennen und merkt sofort, wenn ihr unruhig oder gestresst seid. Da sich eure eigene Unruhe auf euer Baby überträgt, sind Auszeiten, in denen ihr euch entspannen könnt, enorm wichtig. Wann immer ihr die Zeit findet, solltet ihr euch Ruhe gönnen und gegebenenfalls die Hilfe von den Großeltern oder dem Partner in Anspruch nehmen. Ihr werdet sehen, eine kleine Auszeit bewirkt oft schon Wunder und hilft euch dabei, Kraft zu tanken. Weint und schreit euer Baby sehr viel, solltet ihr nicht zögern und eure Hebamme oder eine Stillberaterin kontaktieren. Für Schreibabys gibt es zudem sogenannte Schreiambulanzen, die euch kostenlos helfen, wenn ihr nicht mehr weiter wisst.

Gut zu wissen:
Sobald die Muttermilch fließt, werden wohltuende Beruhigungs- sowie Entspannungshormone an das Baby weitergegeben und sowohl ihr als euch euer Kind kann sich entspannen und fallen lassen.

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