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Milchstau – Entstehung, Symptome und Behandlung

Milchstau

Stillen ist verschiedenen Studien zufolge das Beste, was Mütter ihren Kindern in der Anfangszeit geben können. Die Muttermilch – sozusagen der Alleskönner – und eben die perfekte Nahrung für Babys, bringt so einige Vorteile mit sich. In meinem Artikel „Muttermilch – Abpumpen, aufbewahren, einfrieren – ein Alleskönner“ könnt ihr alles rund um die Muttermilch lesen.

Doch es läuft nicht immer so glatt wie man es sich wünscht – Milchstau, wunde Brustwarzen, Brustentzündungen und andere Stillprobleme können die Freude am Stillen trüben. Gerade Milchstau ist eine unangenehme Sache. Was Milchstau ist und welche Möglichkeiten ihr im Falle des Falles zur Behandlung habt, könnt ihr im folgenden Text lesen.

Was ist überhaupt ein Milchstau? Wie entsteht er?

Hat die junge Mutter in dem Falle zu wenig Muttermilch? Wie der Name schon sagt, handelt es sich bei einem Milchstau um eine Stauung der Muttermilch in der gesamten oder nur in vereinzelten Teilen der Brust. Der Milchstau kann relativ kurzfristig entstehen, ohne Vorzeichen, ohne Symptome – er ist plötzlich da. Wird der Milchstau zeitnah behandelt, ist er auch in der Regel relativ schnell verschwunden. Solch ein Stau der Muttermilch ist für die Mutter teilweise sehr schmerzhaft und äußerst unangenehm.

Die Anzeichen eines Milchstaus

  • die Brust schmerzt
  • die Brust ist gespannt und sehr prall
  • in der Brust sind harte Stellen oder Knoten fühlbar, die auf die Milchkanäle drücken
  • die Haut um die Brust ist gerötet
  • Fieber, teilweise mit Schüttelfrost

Was für die Mutter schmerzhaft und unangenehm ist, hat für das Baby keinerlei Auswirkungen. Einzig und allein muss das Baby vielleicht um einiges stärker saugen, was in der Regel jedoch kein Problem darstellt. Ansonsten merkt das Baby beim Stillen vom Milchstau nichts.

Ursachen für den Milchstau

Nicht immer muss ein Grund für einen Milchstau vorliegen. Natürlich sind als mögliche Ursachen für dieses schmerzhafte Thema Stress oder eine Erkältung der Mutter zu nennen.
Beim Milchstau durch Stress gebildet, zählen natürlich verschiedene Stressfaktoren mit rein, an die man vielleicht anfangs gar nicht denken würde. So kann zu viel Besuch, das „zuviel-von-sich-selbst-fordern“, aber auch Schlafmangel dazu führen, dass sich die Milch staut. In geringen Fällen kann ein zu enger Still-BH der Grund für den Milchstau sein.
Es kann aber auch sein, dass die Ursache des Milchstaus darin liegt, dass das Baby nachts länger schläft, somit weniger trinkt und dies dann zu dem Milchstau in der Brust führt.
Einen Milchstau vermeiden, kann man nicht wirklich. Man kann lediglich versuchen, Stresssituationen zu umgehen, sich ausreichend Schlaf zu gönnen und auf sich achten. Doch was kann man tun, wenn es doch zu einem Milchstau kommt?

Erste Abhilfe bei einem Milchstau

Die Behandlung des Milchstaus ist relativ einfach, mit den entsprechenden Tipps kann schnell Abhilfe geschaffen werden.
Was tun bei Milchstau? Erste Tipps für die schnelle Entlastung der Mutter und der schmerzenden und prallen Brust:

  • Baby stillen
  • Milch abpumpen
  • Brust ausstreichen

Generell hilft ein Quarkwickel, um die Brustschmerzen zu stillen und auch Entzündungen zu hemmen.

Was tun bei einem akuten Milchstau?

Um den akuten Milchstau zu lösen, solltet ihr im Falle des Falles folgendermaßen vorgehen:

Den Milchfluss anregen

Durch ein warmes Bad, eine Dusche, ein Kirschkernkissen oder durch das Auflegen eines warmen Tuches sollte die betroffene Brust etwas erwärmt werden. Dadurch wird der Milchfluss angeregt und es kann mit dem Stillen des Babys weitergehen.

Das Baby stillen

Stillen, ein hervorragendes Mittel, um den Milchstau zu behandeln – vorausgesetzt, das Baby hat in dem Moment gerade Hunger. Ansonsten besteht die Möglichkeit, die Milch abzupumpen und so für Entlastung zu sorgen.
Ein kleiner, aber feiner Tipp, wenn ihr das Baby stillt: legt es mit seinem Unterkiefer an die Stelle, an der sich die Milch staut, also wo sich auch die Verhärtung der Brust befindet. So löst ihr den Stau und der Milchfluss ist wieder gegeben.

Achtung
Das erste Andocken bei einem Milchstau kann sehr schmerzhaft werden. In dem Falle müsst ihr für kurze Zeit die Zähne zusammenbeißen und kurz durchhalten. Sobald der Milchstau gelöst ist, funktioniert das Stillen ohne Schmerzen.

Die Brust ausstreichen

Tja, nicht immer läuft es so, wie man es gerne hätte. Hat das Baby keinen Hunger oder schläft noch, könnt ihr auch die Brust ausstreichen – eine Alternative zum Milch abpumpen. Beim Ausstreichen der Brust solltet ihr ganz vorsichtig die verhärteten Stellen bearbeiten – was ihr aber wohl eh macht, weil das Ganze recht schmerzhaft sein kann. Nach dem Ausstreichen sollten die anfangs verhärteten Stellen wesentlich weicher sein und auch nicht mehr so schmerzen. Es kann sein, dass ein kurzes Ausstreichen schon ausreicht, um den Milchstau zu lösen.
Diese Technik des Ausstreichens kann nicht nur bei einem Milchstau Abhilfe schaffen, sondern auch beim Abstillen. Denn auch hier kommt es öfters vor, dass die Brust schmerzt, sich ein Milchstau bildet. Würde man die Milch abpumpen, würde die Milchproduktion wieder angeregt werden, so dass das Abstillen sich unnötig in die Länge ziehen würde.

Milch abpumpen

Kommt es während der Stillzeit zu einem Milchstau, kann das Abpumpen der Milch für eine schnelle Abhilfe bei Brustschmerzen sorgen. Eine Milchpumpe, entweder von Hand regulierbar oder elektrisch, kann beim Abpumpen der Muttermilch helfen.

Quarkwickel zur Schmerzlinderung

Die Brust ist entlastet, der Milchstau behoben, doch die Brust schmerzt immer noch, ist gerötet – dann hilft in dem Falle ein Quarkwickel. Dadurch wird die Brust gekühlt und der Schmerz gelindert und das sofortige, Wiedereinschießen der Muttermilch verhindert. Zudem sind die Quarkwickel entzündungshemmend – kurzum, Quarkwickel auf der Brust sind wahre Alleskönner.

Quarkwickel bei Milchstau – so geht’s

Für einen Quarkwickel benötigt ihr Quark, und zwar 20-prozentigen, den ihr im Kühlschrank aufbewahrt. Für jede Brust (wenn beide betroffen sind) nehmt ihr je zwei Küchenrolle oder dünne Tücher oder Stoffwindeln. In der Mitte der Tücher macht ihr ein Loch für die Brustwarzen. Das erste Tuch legt ihr auf die Brust auf, dann wird dieses mit Quark bestrichen und mit dem zweiten Tuch bedeckt. Das Ganze leicht eindrücken und dann heißt es: 20 Minuten wirken lassen.

Alternativen zum Quarkwickel

Kein Quark im Haus, aber der Milchstau ist da. In dem Fall können Kühlpads für die schnelle und erstmalige Abhilfe sorgen. Aber Achtung: diese dürfen nicht zu kalt sein! Der Nachteil dieser Kühlpads liegt auch darin, dass sie sich nicht so gut an die Brust anlegen lassen. So genannte anatomische Brustkompressen sind dagegen eine gute Alternative zu den Quarkwickeln.

Viel wichtiger: Stress vermeiden

Jetzt habe ich etliche Möglichkeiten genannt, mit denen man gegen den Milchstau ankämpfen kann, doch ein wichtiger Punkt fehlt: Stress vermeiden!
Stress kann, wie anfangs bereits erwähnt, Auslöser für den Milchstau sein. Also muss nicht nur mit diversen Behandlungen der Milchstau behandelt werden, sondern die Quelle des Ursprungs behoben werden. Macht ihr dies nicht, dann ist der Rückfall ganz klar vorprogrammiert. Bettruhe und Schonen sind ein wichtiger Faktor, um den Milchstau vermeiden zu können.

Kräuter und Homöopathie bei Milchstau? Hilfreich?

Es ist bekannt, dass Pfefferminze und Salbei milchreduzierend wirken. Da die Wirkstoffe teilweise stark sind, solltet ihr generell – wenn ihr zu diesen Kräutern greift – vorsichtig dosieren. Denn oftmals reicht bereits eine Tasse Tee aus, um die Milchmenge zu reduzieren. Aus dem Grund werden diese beiden Kräuter beim Abstillen empfohlen.
Auch homöopathische Mittel bei einem Milchstau für Abhilfe sorgen.
Dabei solltet ihr euch generell von eurer Hebamme beraten lassen, wie ihr dosiert und was ihr nehmt. Denn diese homöopathischen Mittel können die Milchproduktion einschränken und das ist ja nicht unbedingt erwünscht.

Es kommt noch dicker: Fieber und Milchstau

Es kann passieren, dass mit dem Milchstau auch noch Fieber auftritt. In dem Falle habt ihr euch eventuell eine so genannte Mastitis (Brustentzündung) eingehandelt. Hier kann nur noch Antibiotika helfen, um gegen die Brustentzündung anzukämpfen. Generell sollte bei auftretendem Fieber in Verbindung mit einem Milchstau die Hebamme oder ein Arzt konsultiert werden.

Ja aber, Milchstau, Brustentzündung und Stillen? Geht das?

Die Brustentzündung kann meist nur mit Antibiotikum behandelt werden, so dass sich die Frage stellt: Antibiotikum, Brustentzündung – darf ich weiterhin stillen? Es gibt Medikamente, die als stillverträglich eingestuft werden. Werden diese verabreicht, könnt ihr ohne Probleme weiterhin trotz Antibiotikum stillen.

Wie lange dauert so ein Milchstau eigentlich?

Wird der Milchstau behandelt, sollte er nach drei Tagen deutlich besser geworden sein. Ist dies nicht der Fall, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Denn wie bereits geschrieben, kann der Milchstau schnell in einer Brustentzündung enden – und das möchte wohl niemand unbedingt.
Tritt der Milchstau öfter auf, ist das kein Grund zur Sorge. Hier ist es wichtig, dass nach dem Stillen die Brust gekühlt wird und man sich etwas Ruhe gönnt. So sollte der Milchstau und die Beschwerden in den Griff zu bekommen sein.

Milchstau vorbeugen – möglich?

Wirklich vorbeugen, kann man den Milchstau nicht – wenn er da ist, ist er da. Mit der entsprechenden Still-Technik kann der Milchstau allerdings vermieden werden.

  • Das Baby richtig anzulegen, ist wichtig. Ein häufiger Wechsel der Stillpositionen wird empfohlen, damit alle Bereiche der Brust entleert werden.
  • Häufiges Stillen, frühzeitiges Anlegen und Stillen nach Bedarf können ebenfalls die Ursachen des Milchstaus vermeiden. Durch das Stillen stimuliert das Baby eventuell gestaute Milchgänge.
  • Ist das Stillen zu schmerzhaft, ist es sinnvoll, mit einer elektrischen Milchpumpe die Milch abzupumpen.
  • Unterstützung durch die Familie ist in der Anfangszeit ganz wichtig für die junge Mutter. Hilfe im Haushalt und das Einräumen von Ruhezeiten sind mehr als sinnvoll und können mitunter einen Milchstau vorbeugen.
  • Gesunde Ernährung – ebenfalls ein Stichwort. Durch ungesunde Fette oder gesättigte und gehärtete Fettsäuren kann die Muttermilch dickflüssiger werden, so dass es dadurch zum Milchstau kommen kann.

Und noch ein Tipp: Milchbildung anregen

Durch den Saugreflex des Babys an der Brust wird die Milchbildung angeregt. Durch das Anpassen und Verändern der Stillhaltung könnt ihr dem Baby das korrekte Saugen ermöglichen. Richtiges Anlegen und das Verlängern der Stillmahlzeiten und auch das Erhöhen der Stillfrequenz fördert die Milchbildung.

Um die Milchproduktion aufrecht zu erhalten, ist das regelmäßige und vollständige Entleeren beider Brüste wichtig. Sollte eine Brust zur Sättigung des Babys ausreichen, dann sollte beim nächsten Stillen die andere Brust genommen werden. So bleibt die Milchbildung erhalten.

Was könnt ihr noch tun, um die Milchbildung anzuregen?

Nun, eine ausgewogene und gesunde Ernährung ist auch während der Stillzeit ganz wichtig. Ausreichend trinken – mindestens 2 Liter pro Tag sollten es schon sein. Milchbildende Mittel, wie beispielsweise Malzbier, Bockhornkleesamen oder Nahrungsmittel mit hohem Vitamin-B-Gehalt regen die Milchbildung ebenfalls an. Bei manchen Frauen helfen auch Rotlicht und Wärme, um für ausreichend Milch zu sorgen.

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