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Diese Hausmittel helfen beim Stillen – Unsere Tipps

Abstillen und Entwöhnung vom Baby

Endlich ist euer Baby da! Das lange Warten hat ein Ende und das Mutterglück könnte nicht größer sein. Doch nach der Geburt kommen auch neue Herausforderungen, wie zum Beispiel das Stillen, auf euch zu. Euer Schatz kommt meist schon hungrig auf die Welt, ist ja auch klar. Schließlich ist der Geburtsvorgang für das Baby sehr anstrengend und verlangt eine anschließende Stärkung.

Nichts ist für die Entwicklung und den Hunger besser geeignet, als eure Muttermilch. Bereits zwischen dem zweiten und dritten Schwangerschaftstrimester ist die weibliche Brust so vorbereitet, dass sie Milch geben kann. So gewährleistet die Natur, dass auch ein Frühgeborenes nicht hungern muss und der Milchfluss unverzüglich seine Arbeit aufnehmen kann.

Doch vor allem beim ersten Kind oder aber auch bei Mehrlingsschwangerschaften ist die mütterliche Sorge groß, dass nicht genügend Milch produziert wird, um das Kind vollständig satt zu bekommen. Oft sind die Zweifel jedoch unbegründet. Nur in seltenen Fällen reicht die Muttermilch nicht aus und es muss unter Umständen zugefüttert werden.

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Wir haben alle wichtigen Informationen rund um das Thema Muttermilch sowie Milchproduktion für euch zusammengefasst. Außerdem erfahrt ihr, mit welchen Hausmitteln ihr den Milchfluss anregen und wie ihr feststellen könnt, ob genug Milch für euer Baby vorhanden ist.

Wie Muttermilch produziert wird

Neben den Hormonen Östrogen sowie Progesteron steigt in der Schwangerschaft auch das Hormon Prolaktin an, welches vorwiegend für die Milchproduktion zuständig ist. Prolaktin wird bereits ab dem 2. Schwangerschaftstrimester gebildet und steigt kontinuierlich an, bis es nach der Geburt, durch den Saugreflex des Kindes, verstärkt ausgeschüttet wird.

Durch das Abstoßen der Plazenta, kurz nach der Geburt, steigt die Milchmenge stark an und die Vormilch beginnt zu fließen. Vielleicht habt ihr auch schon in den letzten Schwangerschaftswochen bemerkt, dass eure Brüste etwas weiße Flüssigkeit verlieren. Das ist nichts Ungewöhnliches, da das Kolostrum, wie die Vormilch auch genannt wird, bereits mehrere Wochen vor der Geburt gebildet wird.

Die dickflüssige und eiweißhaltige Vormilch ist sehr wichtig für euer Neugeborenes, da viele krankheitsbekämpfende Antikörper enthalten sind, die das Immunsystem eures Lieblings stärken und vor Viren, Bakterien sowie Krankheitserregern schützen. Zudem ist die Vormilch leicht verdaulich und vor allem sehr gehaltvoll.

Etwa 2 bis 3 Tage nach dem Geburtsvorgang läuft die wichtige Milchproduktion dann auf Hochtouren. In diesem Zusammenhang wird auch von dem sogenannten Milcheinschuss gesprochen, der die Brüste oft sensibel macht und gleichzeitig zu einem Spannungsgefühl führt.

Durch die Nachgeburt, bei der die hormonproduzierende Plazenta abgestoßen wird, sinkt der hohe Östrogen- und Progesteronspiegel rapide ab und gleichzeitig wird vermehrt Prolaktin ausgeschüttet. Die Nach- beziehungsweise Stillwehen führen außerdem dazu, dass Oxytocin ausgeschüttet wird, welches wiederum den Milchfluss anregt und den Körper bei der Rückbildung der Gebärmutter unterstützt.

Etwa zwei Wochen nach der Entbindung wird nicht mehr von der Vormilch oder der Übergangsmilch, sondern von der reifen Muttermilch gesprochen.

Das Geheimnis der Muttermilch

Doch was genau macht die wertvolle Muttermilch so unersetzlich für euer Baby? Muttermilch ist äußerst gut verträglich und enthält viele und lebenswichtige Substanzen, wie zum Beispiel Immunstoffe, Vitamine sowie Stoffe, die das Wachstum eures Babys anregen.

Muttermilch besteht hauptsächlich aus Wasser und ist unter anderem mit Spurenelementen, Vitaminen, Mineralstoffen, wichtigen Fetten, Eiweißen, Enzymen, Immunglobulinen (Antikörper) sowie Kohlehydraten in Form von Laktose angereichert.

Durch das Stillen werden alle wichtigen Nährstoffe sowie wie der Flüssigkeitsbedarf des Kindes ausreichend gedeckt.

Vorteile von Muttermilch

Neben der ausreichenden Nährstoff- und Flüssigkeitsversorgung führt das Stillen außerdem zu einer engen Bindung zwischen euch und eurem Baby und die Mutter-Kind-Beziehung wird nachhaltig gestärkt.

Doch Muttermilch hat auch noch andere Vorteile für euer Baby:

  • Besserer Schutz vor Infektionen der Atem- und Harnwege
  • Schutz vor Entzündungen des Darms sowie vor Ohr- und Lungenentzündungen
  • Asthma und Allergien werden vorgebeugt
  • Das Risiko für Diabetes sowie Herz-Kreislauferkrankungen werden gemindert
  • Übergewicht ist selten, da durch die begrenzte Muttermilch keine Überfütterung möglich ist
  • Der Saugreflex stärkt Mund- und Kiefermuskulatur
  • Niedrigere Cholesterinwerte im Erwachsenenalter
  • Weitere Vorteile sind, dass Muttermilch kostenlos ist und das Stillen beinahe überall und ohne großen Aufwand möglich ist

Reicht die Muttermilch für euer Baby aus?

Macht ihr euch Gedanken, ob eure Muttermilch unter Umständen nicht ausreichend ist und stellt ihr euch die Frage, wie und ob ihr die Milchproduktion anregen könnt oder ob ihr gar Zufüttern oder Abstillen müsst? Mit diesen Zweifeln seid ihr gewiss nicht alleine.

Vor allem junge und unerfahrene Neu-Mamis haben oft das Gefühl, dass ihre Milchmenge nicht ausreicht und ihr Schatz nicht satt wird. Bei diesem Gedanken ist es daher mehr als verständlich, dass euer Mutterherz blutet. Doch wir können euch beruhigen: In den meisten Fällen reicht die Milchmenge für die Ernährung eures Babys aus und eine Zufütterung ist oft unnötig.

Natürlich dauert es eine gewisse Zeit, bis sich Mama und Baby aufeinander eingespielt haben und das Stillen sowie der Milchfluss reibungslos ablaufen. Auch klappt das Anlegen anfangs noch nicht immer perfekt, was das Füttern zusätzlich erschwert. Das Wichtigste ist jedoch, dass ihr mit euch selbst Geduld habt. Denn wie so oft gilt: Aller Anfang ist schwer.

Doch warum denken viele stillende Mamas, dass ihr kleiner Schützling nicht genügend zu trinken bekommt und der Milchfluss beeinträchtigt ist? Ein Grund hierfür ist, dass ihr vor allem in der Anfangszeit den Milchflussreflex deutlich spürt.

Dieser entsteht, wenn euer Baby an der Brust andockt und zu saugen beginnt. Durch diesen Vorgang wird Oxytocin sowie Prolaktin ausgeschüttet und die Milch schießt in eure Brüste ein. Nach einiger Zeit werdet ihr das Einschießen der Milch jedoch nicht mehr so deutlich beziehungsweise gar nicht mehr feststellen, was häufig zu der Annahme führt, dass der Milchfluss nicht mehr richtig aktiv ist.

Weitere Ursachen können sein:

  • Euer Baby verlangt häufiger und in kürzeren Zeitabständen die Brust
  • Das pralle Gefühle in euren Brüsten verschwindet. Stattdessen fühlen sich die Brüste weich und leer an
  • Euer Baby quengelt und weint häufiger
  • Die Trinkgeschwindigkeit ändert sich
  • Beim Milch abpumpen kommt eine geringere Menge oder gar keine Milch mehr heraus

In den meisten Fällen sind diese Umstände jedoch kein Zeichen für einen Milchmangel und lassen sich einfach erklären.

Vor allem, wenn euer Baby einen Wachstumsschub hat, dies passiert oft mit 5 und 6 Wochen sowie zwischen dem 3. und 4. Lebensmonat, ist auch der Hunger besonders groß. Euer Schatz will häufiger angelegt werden und trinkt meist auch gieriger. Dabei ist es keine Seltenheit, dass zwischen den Stillabständen vorübergehend nur noch eine Stunde oder sogar noch weniger Zeit liegt.

Zudem wird euer Schatz beim Trinken immer effizienter und benötigt weniger Zeit, um sich satt zu trinken. Viele Mamis denken jedoch, dass dies ein Zeichen für einen bestehenden Milchmangel ist und ihr Baby nicht satt wird.

Auch wenn bei der Milchpumpe nicht mehr viel herauskommt, ist das kein Grund zur Sorge. Eine Milchpumpe ist längst nicht so effektiv, wie der perfektionierte Saugreflex eures Kindes. Eine weiche Brust ist sogar ein gutes Zeichen, denn dies bedeutet, dass ihr ein eingespieltes Still-Team seid.

Mögliche Gründe für einen Milchmangel

Zwar kommt es vergleichsweise selten vor, doch in einigen Fällen liegt tatsächlich ein Milchmangel vor. Ein sehr häufiger Grund von zu wenig Milch ist, dass die Stillende sich zu sehr unter Druck setzt, Stress hat, unter akutem Schlafmangel leider oder keine Ruhe zum Stillen findet.

Aus diesen Gründen ist es besonders wichtig, dass ihr euch eine angenehme und ruhige Atmosphäre zum Stillen verschafft.

Typische und häufige Gründe für einen Milchmangel:

Falsches Anlegen: Dies führt dazu, dass euer Baby nicht richtig andocken und kräftig saugen kann
BH zu eng: Sitzt euer BH zu eng, wird die Brust nach oben geschoben und der Milchfluss wird behindert
Das Baby wird zu selten angelegt: Häufiges und regelmäßiges Anlegen ist das A und O, um den Milchfluss anzuregen
Falsche Stillposition: Hier hilft es oft schon, die Brust häufiger zu wechseln oder eine bequemere Stillposition einzunehmen
Weitere Gründe: Körperliche Überanstrengung der Mutter oder aber euer Baby schläft regelmäßig während dem Stillen ein. Dies kann dazu führen, dass die Milchproduktion unterbrochen wird

Auch diese Gründe können für eine mangelnde Milchproduktion verantwortlich sein:

  • Krankheit des Babys
  • Das Zungenbändchen ist verkürzt
  • Mütterliches Ernährungsdefizit
  • Entzündete Brustwarzen
  • Vorangegangene Brustoperationen der Mutter
  • Hormonelle Störungen

So erkennt ihr, ob euer Baby ausreichend trinkt

Mit ein paar Tricks könnt ihr feststellen, ob euer Baby ausreichend Milch bekommt. Wenn ihr täglich mindestens 6 Mal eine nasse Windel vorfindet, euer Wonneproppen kontinuierlich zunimmt sowie gesund und nach dem Stillen zufrieden wirkt, besteht kein Grund zur Sorge.

Legt euer Kind kein Gewicht zu oder nimmt sogar Gewicht ab, solltet ihr jedoch nicht zögern und eure Hebamme oder den Kinderarzt aufsuchen. Das Gleiche gilt bei einer geringen Urinbildung sowie wenn euer Baby lethargisch wirkt und nach dem Stillen oft unzufrieden und quengelig ist.

Hilfreiche Hausmittel und Tipps, um den Milchfluss anzuregen

Wenn ihr das Gefühl habt, eurem Milchfluss ein klein wenig auf die Sprünge helfen zu müssen, haben wir wertvolle Tipps und bewährte Hausmittel für euch zusammengefasst:

Regelmäßiges Anlegen: Indem ihr euer Baby regelmäßig, ca. 8 bis 12 Mal am Tag, anlegt, wird automatisch der Milchfluss angeregt. Wenn euer Kind in einer Wachstumsphase besonders hungrig ist, könnt ihr sogar jede Stunde anlegen. Wichtig ist auch, dass ihr beide Brüste im Wechsel anbietet.

Die Brüste spielen sich auf die Milchnachfrage eures Kindes ein. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass ihr euer Baby immer anlegt, wenn es Hunger hat. So weiß euer Körper, wie viel Milch produziert werden muss, um euer durstiges Schleckermäulchen ausreichend mit Milch zu versorgen.

Für Entspannung sorgen: Übermäßiger Stress sorgt dafür, dass der Milchfluss negativ beeinträchtigt wird. Stillen erfordert allerdings viel Zeit und Ruhe. Achtet deshalb darauf, viel Zeit für das Stillen einzuplanen und sucht euch einen ruhigen Rückzugsort.

Auch Entspannungsübungen, Massagen, eine gemütliche Stillposition oder eine entspannende Tasse Tee sorgen für Ruhe und Entspannung sowie eine entspannte Stillatmosphäre.

Körperkontakt zwischen Mama und Kind: Häufiger und regelmäßiger Körperkontakt, vor allem vor und während dem Stillen, schafft nicht nur eine enge Mutter-Kind-Bindung, sondern wirkt sich zudem positiv auf den Milchfluss aus. Also kuschelt, was das Zeug hält!

Kleiner Tipp: Ein Tragetuch hat sich in diesem Zusammenhang sehr bewährt. Vielleicht ist das ja auch etwas für euch und euer Baby?

Ess- und Trinkgewohnheiten anpassen: Nicht nur während der Schwangerschaft, sondern auch in der Stillzeit ist es äußerst wichtig, auf die Ernährung zu achten. Um den Milchfluss anzuregen, solltet ihr täglich mindestens 2,5 bis 3 Liter trinken. Genau wie in der Schwangerschaft gilt es, die Flüssigkeit hauptsächlich in Form von stillem Mineralwasser, ungesüßten Tees und hin und wieder milden Saftschorlen zu euch zu nehmen.

Zudem sollte euer Ernährungsplan ausgewogen und nährstoffreich sein sowie viel frisches Obst und Gemüse enthalten. Wichtig ist auch, dass ihr regelmäßig esst. Nur so kommt ihr zu Kräften und euer Körper produziert wieder mehr Milch.

Vollkorn- und Kartoffelprodukten, Grieß, Reis sowie Nüssen werden eine milchbildende Wirkung zugeschrieben und sollten deshalb oft verzehrt werden.

Weitere Lebensmittel und Kräuter, die den Milchfluss anregen:

  • Brennnessel
  • Fenchel und Anis
  • Dill
  • Basilikum
  • Kümmel
  • Majoran
  • Ingwer

Bitte beachten: Auf Pfefferminz und Salbei sowie Petersilie und Hibiskus solltet ihr in der Stillzeit besser verzichten. Diese stehen im Verdacht, die Milchproduktion zu hemmen. Auch Alkohol wirkt sich langfristig negativ auf den Milchfluss aus und sollte deshalb erst nach dem Abstillen wieder konsumiert werden.

Stilltee: Stilltee enthält häufig Fenchel, Kümmel, Anis sowie Melisse und Zitronenverbene. Täglich zwei Tassen des bekömmlichen Tees können dabei helfen, den Milchfluss anzuregen und wirken zudem beruhigend.

Brustmassagen: Eine sanfte Massage der Brust kann den Milchfluss positiv beeinflussen. Auch ein Wärmekissen oder eine Wärmeflasche, die ihr euch auf die Brust legt, regen die Milchproduktion an.

Kein Muttermilchersatz: Damit sich euer Baby nur an eurer Brust satt trinkt, solltet ihr nicht mit einem Muttermilchersatz zufüttern. Denn einmal angefangen mit der Zufütterung, reduziert euer Körper den Milchfluss automatisch und euer Baby wird unter Umständen nur noch mit einer zusätzlichen Flasche satt.

Malzbier: Malzbier oder andere Malzgetränke enthalten viel Vitamin-B und regen den Milchfluss an. Auch Getreidekaffee und alkoholfreies Bier sind nicht nur lecker, sondern weitere beliebte und bewährte Hausmittel, um die Milchproduktion anzukurbeln.

Fazit

Die Stillzeit kann ohne Frage sehr anstrengend sein und den Neu-Mamis viel abverlangen. Allerdings ist das Stillen auch eine sehr innige und schöne Erfahrung, die dazu beiträgt, eine enge Bindung zwischen Mutter und Kind herzustellen. Obendrein ist Muttermilch die gesündeste und nahrhafteste Babynahrung überhaupt.

Sollte das Stillen mal nicht gleich auf Anhieb klappen, ist dies kein Grund zur Sorge. Versucht euch zu entspannen und probiert unsere Tipps und Hausmittel zur Anregung eures Milchflusses aus.

Verliert euer Schatz jedoch an Gewicht und wirkt lethargisch, solltet ihr vorsichtshalber den Kinderarzt oder eure Hebamme aufsuchen.

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