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Milcheinschuss: Schmerzen, Zeitpunkt und Tipps zum Lindern

Milcheinschuss

Endlich hat euer kleines Wunder das Licht der Welt erblickt und sowohl ihr als auch euer Baby genießen den Hautkontakt und die Körpernähe in vollen Züge. Bis es zum Milcheinschuss kommt, kann sich das Neugeborene nach der anstrengenden Geburt mit der nahrhaften und sättigenden Vormilch stärken. In diesem Artikel erfahrt ihr, ab wann mit dem Milcheinschuss zu rechnen ist und ob ihr diesen fördern könnt. Zudem haben wir Tipps und bewährte Hausmittel für euch zusammengestellt, die den Milcheinschuss lindern und gleichzeitig den Milchfluss anregen sollen.

Was passiert beim Milcheinschuss?

Vom Milcheinschuss wird gesprochen, sobald einige Tage nach der Geburt die Vormilch (Kolostrum) von der Übergangsmilch abgelöst wird. Zu diesem Zeitpunkt werden die Brüste deutlich praller und können neben einem unangenehmen Spannungsgefühl sogar Schmerzen verursachen. Gleichzeitig schwellen die Brustwarzen an und die Haut an den Brüsten ist oft warm und gerötet. Einige frisch gebackene Mamas haben beim Milcheinschuss zudem eine etwas erhöhte Körpertemperatur, was jedoch unbedenklich ist und somit kein Grund zur Sorge ist.

Anders als viele Frauen vermuten, wird die durch den Milcheinschuss ausgelöste Volumenzunahme der Brüste in erster Linie durch einen Lymphstau im Drüsengewebe ausgelöst und nur etwa zu einem Drittel von der einschießenden Muttermilch. Vereinfacht ausgedrückt, handelt es sich beim Milcheinschuss somit um eine Schwellung der Brustdrüsen. Ausgelöst wird der Milcheinschuss durch das Ablösen der Plazenta und dem damit einhergehenden Absinken des Östrogen- sowie Progesteronspiegels. Dieser Hormonabfall ist außerdem dafür verantwortlich, dass einige Frauen in den ersten Tagen nach der Geburt melancholisch oder schlecht gelaunt sind.

Gleichzeitig mit dem Absinken der Hormone Östrogen sowie Progesteron, der Schwellung von Brüsten und Brustwarzen, der Zunahme von Brustvolumen sowie einer vermehrten Durchblutung steigt der Prolaktin-Hormonspiegel nach der Geburt an. Das Hormon Prolaktin, welches vorwiegend in der Schwangerschaft sowie Stillzeit gebildet wird, ist wiederum maßgeblich dafür verantwortlich, die Milchbildung nach der Geburt des Kindes anzuregen. Durch das Saugen an der Brust wird die Brustwarze stimuliert und der Wert des Milch-Hormons im Blut der Mama steigt automatisch. Zudem führt das Saugen des Babys an Mamas Brust zu einer vermehrten Ausschüttung von Oxytocin, welches umgangssprachlich als Kuschelhormon bezeichnet wird und den Milchtransport durch das Brustgewebe durch sanfte Kontraktionen unterstützt.

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Ab wann kommt der Milcheinschuss?

Bereits in der Schwangerschaft bereiten sich die Brüste auf das Stillen und somit die Versorgung des Neugeborenen vor. Insbesondere durch die Veränderungen im Hormonhaushalt differenzieren sich die Brustdrüsen, das Drüsengewebe nimmt zu und sowohl die Milchgänge als auch die Milchsäckchen stellen sich auf die Ernährung des Babys nach der Geburt ein. Etwa ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel beginnt sich in der Brust der Schwangeren die Vormilch, welche auch Kolostrum, Erstmilch oder Neugeborenenmilch genannt wird, in geringen Mengen zu bilden. So soll sichergestellt werden, dass das Baby im Falle einer Frühgeburt mit der nährenden Milch versorgt werden kann.

In den ersten Tagen nach der Entbindung wird das Neugeborene durch die dickflüssige und cremige Vormilch ernährt. Da diese sehr viele Kalorien, Proteine sowie Nährstoffe enthält, reichen bereits wenige Tropfen aus, um das Baby satt zu machen. Zudem ist die wertvolle Vormilch durch den geringen Fett- sowie Zuckergehalt äußerst schonend für den noch sehr empfindlichen und kleinen Magen des Babys und leicht verdaulich. Durch jedes Anlegen erhöht sich die verfügbare Milchmenge und der Magen weitet sich dementsprechend aus. Neben zahlreichen Antikörpern enthält das Kolostrum zudem Enzyme, Vitamine, Mineralien sowie Stammzellen: ein wahrer Wundercocktail, den Neugeborene zu sich nehmen. Wird das Baby in den ersten Tagen regelmäßig angelegt und saugt kräftig an Mamas Brust, fließt nach und nach mehr Milch.

Im Durchschnitt beginnt der Milcheinschuss zwei bis fünf Tage nach der Entbindung und bei einem Kaiserschnitt etwas später. Der Milcheinschuss sorgt unter anderem dafür, dass die Vormilch von der Übergangsmilch abgelöst wird und in Zuge dessen verändert sich die Zusammensetzung der Milch. Wie lange der Milcheinschuss dauert und wie stark dieser empfunden wird, variiert von Frau zu Frau, allerdings sollten die Beschwerden nach einigen Tagen wieder verschwinden. Etwa am 15. Tag nach der Geburt wird dann die reife Muttermilch produziert und die Produktion der Übergangsmilch wird eingestellt.

Wir haben euch alle Symptome auf einen Blick zusammengefasst, die auf den Milcheinschuss hindeuten:

  • Geschwollene und gerötete Brüste sowie Brutwarzen
  • Warme Brüste
  • Der Brustumfang nimmt sichtbar zu
  • Die Brüste werden zunehmend schwerer
  • Hin und wieder tropft Muttermilch aus den Brüsten
Gut zu wissen:
Ein verfrühter Milcheinschuss vor der Geburt wird durch den hohen Östrogenspiegel in der Schwangerschaft verhindert. Tritt im letzten Schwangerschaftsdrittel bereits etwas Milch aus der Brust aus, handelt es sich somit um die Vormilch, die sich bereits in geringen Mengen gebildet hat.

Milcheinschuss nach Kaiserschnitt

Gleich vorneweg: Das Stillen ist nach einem Kaiserschnitt genauso möglich wie bei einer normalen Geburt, allerdings ist manchmal etwas mehr Geduld sowie Unterstützung durch das Krankenhauspersonal nötig. Zudem findet der Milcheinschuss im Durchschnitt etwa 3 bis 5 Tage nach der Geburt des Kindes und somit etwas verzögert statt. Die leichte Verzögerung hängt sehr wahrscheinlich damit zusammen, dass die Hormonausschüttung nach dem operativen Eingriff etwas verändert ist. Sofern beide nach dem Eingriff wohlauf sind, wird das Neugeborene direkt im Anschluss auf die nackte Brust der frisch gebackenen Mama gelegt, um den Saugreflex sowie die Milchbildung anzuregen.

Ein vorangegangener Kaiserschnitt bedeutet zudem nicht automatisch, dass die Muttermilch in den ersten Tagen nicht ausreicht. Durch die sehr nahrhafte Vormilch werden auch Kaiserschnittkinder für gewöhnlich ohne Zufüttern satt. Wichtig nach einem Kaiserschnitt ist jedoch, dass das Baby häufig und nach Bedarf an die Brust angelegt wird, um die Milchproduktion anzuregen. Zudem wirken sich, wie bei einer natürlichen Geburt auch, ein früher Haut-zu-Haut-Kontakt, Ruhe und Gelassenheit sowie eine einfühlsame Unterstützung durch die Hebamme und den Partner positiv auf den Milcheinschuss aus.

Allerdings kann es vorkommen, dass Neugeborene nach einem Kaiserschnitt schläfrig und erschöpft sind, was sich wiederum auf den Saugreflex auswirken kann. Indem das Baby gar nicht oder zu schwach an der Brust saugt, kann nicht genügend Muttermilch produziert werden. Ist dies der Fall, sollte die Muttermilch mit der Hand ausgestrichen oder abgepumpt werden, um das Baby damit zu füttern und zu stärken. Gleichzeitig werden durch das Ausstreichen die Brustwarzen stimuliert und der Milchfluss angeregt. Durch das frühe und häufige Anlegen, den Hautkontakt und die damit einhergehenden Kuscheleinheiten sorgt ihr dafür, dass sich euer Liebling sicher und geborgen fühlt und den Kaiserschnitt besser verarbeiten kann.

Gut zu wissen:
Wurde der Kaiserschnitt mit einer regionalen Betäubung durchgeführt, steht dem frühen Anlegen und Stillen des Neugeborenen nichts im Wege. Und ist der Anfang gemeistert, stillen Mamas, die einen Kaiserschnitt hatten, im Durchschnitt genauso lang wie Mamas mit einer natürlichen Entbindung.

Milcheinschuss fördern

Das Wichtigste für einen guten Stillstart zwischen Mama und Baby ist, dieses innerhalb der ersten ein bis zwei Stunden nach der Geburt an die Brust anzulegen. Zu dieser Zeit ist der Saugreflex des Neugeborenen besonders stark ausgeprägt, was das erste Anlegen in der Regel für die frisch gebackene Mama erleichtert. Genießt die Zeit und bleibt vor allem entspannt, denn euer Baby hat sehr feine Antennen und beruhigt sich ganz automatisch durch eure Ruhe und Gelassenheit.

Am besten kann der Milcheinschuss gefördert werden, indem die Brust in den ersten Tagen nach der Geburt regelmäßig durch das Anlegen und Trinken des Babys entleert wird. In den meisten Fällen verspüren die stillenden Frauen bereits kurz nach dem Stillvorgang eine große Erleichterung. Regelmäßig heißt, die Brüste acht bis zwölf Mal innerhalb eines Zeitraums von 24 Stunden zu leeren, indem das Neugeborene zum Trinken angelegt wird oder die Milch abgepumpt, beziehungsweise mit der Hand ausgestrichen wird.

Auch nach dem Milcheinschuss ist es wichtig, dass das Baby weiterhin regelmäßig angelegt wird, um unter anderem einen Milchstau vorzubeugen. Etwa zwei Wochen nach der Entbindung wird die richtige Muttermilch gebildet, welche sich mit ihrer Menge sowie Zusammensetzung perfekt auf die Bedürfnisse des Säuglings einstellt. Zudem führt eine regelmäßige Entleerung der Brüste dazu, dass mehr von dem milchbildenden Hormon Prolaktin gebildet wird und somit die Milchproduktion aufrechterhalten bleibt.

Da jedoch noch kein Meister vom Himmel gefallen ist und sich der Stillbeginn durchaus schwierig gestalten kann, ist es vor allem für Mamas mit dem ersten Kind ratsam, sich Hilfe und Unterstützung von einer erfahrenen Hebamme oder Stillberaterin zu holen. Diese haben viele hilfreiche Tipps und Tricks und können euch dabei helfen, Unsicherheiten zu überwinden. Zudem gibt es einige Stillverbände, Stillgruppen sowie eine telefonische Stillberatung, bei welchen ihr euch Hilfe suchen könnt.

Gut zu wissen:
Bis sich Mama und Baby beim Stillen aufeinander eingespielt haben, dauert es im Durchschnitt zwischen vier und acht Wochen.

Mögliche Probleme und Komplikationen beim Milcheinschuss

Es gibt einige Gründe dafür, dass der Milcheinschuss verspätet eintritt. So können bei der Entbindung verabreichte Medikamente sowie Schmerzmittel durchaus Auswirkungen auf das Neugeborene haben. Häufig sind die Babys dann in den ersten Tagen sehr schläfrig und saugen nicht stark genug oder einfach zu wenig, was wiederum dazu führt, dass der Milcheinschuss nicht effektiv angeregt wird. Weitere mögliche Gründe für einen verspäteten Milcheinschuss sind:

Kaiserschnitt: Bei Mamas, die ihr Baby mit einem Kaiserschnitt auf die Welt gebracht haben, tritt der Milcheinschuss in der Regel etwas später ein. Das ist unter anderem damit zu begründen, dass der natürliche Geburtsvorgang sowie die damit verbundenen Folgeprozesse aufgrund des operativen Eingriffs durcheinander geraten sind. Mit viel Einfühlungsvermögen sowie Unterstützung der Hebamme kann zum Glück in den meisten Fällen dennoch der Milcheinschuss ausgelöst werden und Mama und Baby können trotz Kaiserschnitt eine innige Stillbeziehung miteinander aufbauen.

Trennung nach der Geburt: Wir das Neugeborene direkt nach der Entbindung von seiner Mama getrennt, kann dies negative Auswirkungen auf den Milcheinschuss haben, da der Stillreflex durch die Trennung verzögert wird. Aus diesem Grund ist es wichtig, das Baby direkt nach der Geburt zum Stillen, beziehungsweise zum Bonding an die frisch gebackene Mama zu geben. Allerdings haben unter bestimmten Umständen, zum Beispiel nach einem Notkaiserschnitt, ärztliche Untersuchungen Priorität, um die Gesundheit von Mama und Baby zu gewährleisten.

Falsche Anlegetechnik: Das Anlegen sowie die richtige Stilltechnik müssen erst erlernt und daraufhin geübt werden. Unter anderem aus diesem Grund sind Hebammen beim Stillbeginn unerlässlich, um euch zu unterstützen und wertvolle Tipps in Sachen Stillen und Anlegetechnik zu geben. Bis alles reibungslos läuft und sich Mama und Baby perfekt aufeinander eingespielt haben, dauert es oft mehrere Wochen.

Stillen nach der Uhr: Nach wie vor erhalten manche frisch gebackenen Mamas den Rat, ihr Neugeborenes nach einer bestimmten Zeit anzulegen, allerdings wird heutzutage nicht mehr das Stillen nach der Uhr, sondern das Stillen nach Bedarf des Babys empfohlen. Auf diese Weise kann sich sowohl die Milchmenge als auch die Zusammensetzung der Muttermilch ideal auf die Bedürfnisse des Kindes einstellen. Zudem gibt weder bei der Stillhäufigkeit noch bei der Stilldauer zeitliche Begrenzungen.

Zufüttern: Werden die Neugeborenen mit einer Flasche zugefüttert, kann dies zu Verwirrung führen und negative Auswirkungen auf den natürlichen Saugreflex haben und dadurch den Milcheinschuss verzögern.

Zu pralle Brüste: Schießt die Muttermilch heftig ein, sind die Brüste meist sehr prall und geschwollen. Dies kann dazu führen, dass das Neugeborene die Brustwarzen nicht richtig umschließen und somit nicht daran saugen kann. Hier ist es oft hilfreich, die Milch vor dem Anlegen mit der Hand sanft auszustreichen.

Gut zu wissen:
Auch Ungeduld und Stress haben durchaus einen Einfluss auf den Milcheinschuss und können diesen negativ beeinträchtigen, weshalb es wichtig ist, dass ihr ruhig und gelassen mit der neuen Situation umgeht. Wird das Baby regelmäßig angelegt und ist die Mama entspannt, fließt meistens auch die Muttermilch fast ganz von allein.

Gefahr einer Brustdrüsenentzündung (Mastitis)

Es ist ganz normal, dass der Milcheinschuss von den meisten Frauen als unangenehm empfunden wird, denn dieser ist mit stark spannenden und geschwollenen Brüsten sowie Brustwarzen und einem generellen Unwohlsein verbunden. Zum Spannungsgefühl gestellt sich zudem häufig noch ein Hitzegefühl in den Brüsten, welches wiederum von der Milchbildung, der vermehrten Lymphflüssigkeit sowie einer erhöhten Blutzirkulation hervorgerufen wird. Sobald das Baby nach seinem individuellen Bedarf gestillt wird, gewöhnen sich die Brüste relativ schnell an die Milchproduktion und auch das unangenehme und spannende Gefühl verschwindet meist von ganz allein.

Dennoch handelt es sich bei dem Milcheinschuss um eine kritische Phase, die im schlimmsten Fall zu einem Stillproblem führen kann. Zudem besteht bei einem falschen Umgang mit dem Milcheinschuss die Gefahr, dass sich die geschwollenen Brustdrüsen zu einer schmerzhaften Brustentzündung entwickeln können. Verursacht wird die Mastitis, wie die Brustentzündung im medizinischen Bereich auch genannt wird, überwiegend von Bakterien oder aufgrund eines Milchstaus. Zudem ist die Brustdrüsenentzündung in der Regel einseitig und tritt vorwiegend im Wochenbett sowie in der Stillzeit auf.

In vielen Fällen geht eine Brustdrüsenentzündung, die sich oft an der oberen Außenseite der Brust bemerkbar macht, bei frisch gebackenen Mamas neben Schmerzen mit allgemeinen körperlichen Beschwerden einher. Zu den Begleiterscheinungen gehören unter anderem Schüttelfrost, geschwollene Lymphknoten, Fieber, starke Abgeschlagenheit und Müdigkeit sowie eine gerötete und deutlich wärmere Brust. Hinzu kommt, dass die Säuglinge häufig das Trinken an der Brust verweigern, da die abgesonderte Milch einen salzigen Geschmack aufweisen kann.

Bitte beachten:
Bei geschwollenen Lymphknoten, starken Schmerzen sowie Fieber solltet ihr euren Frauenarzt oder eure Hebamme aufsuchen, denn dies deutet auf eine Brustentzündung (Mastitis) hin und muss frühzeitig behandelt werden.

Tipps und Hausmittel beim Milcheinschuss

Zuallererst gilt, dass ihr Ruhe bewahrt und gelassen bleibt, denn der Milcheinschuss findet garantiert statt, auch wenn dieser manchmal einige Tage auf sich warten lässt. Habt Vertrauen in euren Körper und genießt die wertvollen Augenblicke und den innigen Haut- sowie Körperkontakt mit eurem Baby und legt so früh wie möglich nach der Entbindung an. Da der Milcheinschuss hormonell gesteuert ist, kann der Zeitpunkt von Frau zu Frau variieren, doch bei einer normalen Geburt dauert es im Durchschnitt zwei bis vier Tage bis dieser stattfindet, bei einem Kaiserschnitt meist etwa 24 Stunden verzögert. Ihr müsst zudem nicht befürchten, dass euer Liebling in den ersten Tagen hungern muss, denn die Vormilch ist nicht nur äußerst nahrhaft und leicht verdaulich, sondern sehr sättigend.

Um euch den Stillbeginn so angenehm wie möglich zu machen, haben wir hilfreiche Tipps und bewährte Hausmittel für euch zusammengefasst, welche den Milcheinschuss lindern und gleichzeitig die Milchproduktion anregen:

Frühes und häufiges Anlegen

Durch das regelmäßige Anlegen werden die oft unangenehmen Symptome des Milcheinschusses gelindert und durch das Entleeren der Brust verspüren die Mamas eine baldige Erleichterung. Gleichzeit wird der Saugreflex des Kindes trainiert, was wiederum den Milcheinschuss fördert und die Milchbildung positiv beeinflusst. Wird hingegen zu selten angelegt, können sich die Schmerzen verschlimmern und die Milchmenge sinkt.

Brust ausstreichen oder massieren

Durch den Milcheinschuss sind die Brüste häufig sehr prall und verhärtet, was wiederum zu flachen Brustwarzen sowie einem erschwerten Trinken führen kann. Indem ihr die Brust vor dem Anlegen sanft mit den Händen ausstreicht oder etwas Milch abpumpt, tut sich euer Baby einfacher, die Brustwarze mit seinem Mund zu umfassen und daran zu saugen. Neben einer leichteren Entleerung wird die Brust durch das Ausstreichen, Massieren oder Abpumpen weicher und die Beschwerden lassen nach. Am besten lasst ihr euch im Krankenhaus von eurer Hebamme zeigen, wie das Ausstreichen funktioniert.

Feuchte und warme Umschläge vor dem Anlegen

Legt euch etwa fünf bis zehn Minuten vor dem Anlegen warme und feuchte Umschläge, zum Beispiel in Form eines Waschlappens oder einer Einmalwindel, auf eure Brüste, um das gesamte Brustgewebe weich und nachgiebig zu machen. Durch die feuchte Wärme kann die Milch leichter fließen und der Milchfluss wird angeregt. Um wunden Brustwarzen vorzubeugen, solltet ihr diese bei den Umschlägen jedoch aussparen. Alternativ hat eine warme Dusche den gleichen positiven Effekt auf geschwollene Brüste.

Kühlung während der Stillpause

Nach dem Stillen können kühle Umschläge für eine Wohltat bei geschwollenen Brüsten sorgen, wobei sich kalte Quarkumschläge oder kühle Brustauflagen aus Weißkohlblättern bewährt haben. Für den kühlenden Quarkumschlag streicht ihr Magerquark etwa fingerdick auf ein Baumwolltuch oder eine Stoffwindel und legt den Umschlag in der Stillpause auf eure Brüste. Sobald der Quark getrocknet ist, kann der Umschlag entfernt werden. Alternativ könnt ihr auch ein herkömmliches Kühl-Pack verwenden, welches ihr jedoch unbedingt in ein Handtuch einwickeln müsst, bevor ihr dieses auf eure Brüste legt. Auf eine sogenannte Schockkühlung solltet ihr unbedingt verzichten, um die Haut sowie das Gewebe nicht zusätzlich zu stressen und Kälteverbrennungen vorzubeugen. Zudem solltet ihr bei der Kühlung darauf achten, die Brustwarzen sowie die Vorhöfe auszusparen.

Weitere hilfreiche Tipps:

  • Indem ihr euch die Brüste mit einem straffen BH „hochbindet“ könnt ihr Schmerzen durch den Milcheinschuss lindern.
  • Achtet auf die richtige Stillposition und lasst diese vorsichtshalber von eurer Hebamme kontrollieren.
  • Stillt auch nachts regelmäßig und nach Bedarf eures Kindes, um ausreichend Milch zu produzieren.
  • Pro Brust mindestens 15 Minuten stillen und pro Stilldurchgang beide Brüste im Wechsel geben.
  • Massiert beim Stillen sanft die Fußsohlen eures Babys, um ein Einschlafen zu verhindern.
  • Nehmt ausreichend Flüssigkeit am besten in Form von Mineralwasser, Saftschorlen oder ungesüßten Teesorten zu euch, ansonsten könnte die Milchmenge zurückgehen.
  • Spezielle Milchbildungstees oder Stilltees aus der Apotheke, welche unter anderem Fenchel, Anis und Kümmel enthalten, können die Milchbildung anregen.
  • Gönnt euch Ruhe sowie Entspannung und genießt die Zeit mit eurem Liebling in vollen Zügen.

Milcheinschuss Serie

Mittlerweile hat sich auch Netflix mit dem Thema rund um den Milcheinschuss und dem Leben von frisch gebackenen Müttern befasst und eine Serie mit dem passenden Titel „Milcheinschuss“ herausgebracht. In den insgesamt zwei Staffeln der australischen Comedy-Serie geht es um die junge Mutter Audrey, die teilweise mit ihren neuen Aufgaben überfordert ist und versucht ihr Leben in den Griff zu bekommen. In lustiger Art und Weise stellt sich Audrey den Herausforderungen des Mutterseins und entwickelt in Zuge dessen ein ganz neues Selbstbewusstsein.

Zusammenfassung zum Thema: Milcheinschuss

Bei einer natürlichen Geburt kommt es etwa zwei bis fünf Tage nach der Entbindung zum Milcheinschuss, bei einem Kaiserschnitt mit einer kurzen zeitlichen Verzögerung. Häufig ist der Milcheinschuss mit prallen und geschwollenen Brüsten sowie Brustwarzen verbunden und kann für eine gerötete sowie warme Haut sorgen. Zudem kann der Milcheinschuss ein unangenehmes Spannungsgefühl sowie Schmerzen verursachen und in einigen Fällen sogar mit einer leicht erhöhten Temperatur einhergehen. Indem das Neugeborene so schnell wie möglich nach der Entbindung angelegt wird, kann der Milcheinschuss gefördert werden. Da die Vormilch sehr sättigend und reich an Nährstoffen sowie Proteinen ist, brauchen sich frisch gebackene Mamas keine Sorgen machen, dass ihr Baby Hunger hat. Unter anderem mit feucht warmen sowie kalten Umschlägen, regelmäßigem Anlegen sowie dem Ausstreichen der Brüste kann der Milcheinschuss gelindert und die Produktion der Muttermilch angeregt werden.

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