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Wehencocktail: Alles zu den Voraussetzungen, Zutaten und Wirkung

Scheinschwangerschaft

Der errechnete Geburtstermin eures Kindes steht kurz bevor oder ist bereits überschritten? Nicht nur, dass die Vorfreude und die Spannung langsam unerträglich werden, auch die Schwangerschaft und der gesamte Alltag werden mit der großen Babykugel immer anstrengender.

Da gegen Ende der Schwangerschaft auch die Bewegungsfreiheit mehr und mehr eingeschränkt ist, verbringen Schwangere ihre Freizeit häufig in den eigenen vier Wänden, mit dem Warten auf den großen Tag. Dabei fühlt sich ein Tag beinahe wie eine Woche an und ihr fragt euch nicht zum ersten Mal, wann ihr endlich euer lang ersehntes Neugeborenes in eure Arme schließen könnt.

Mit einem Wehencocktail den Wehen nachhelfen

Spätestens mit dem Beginn der 40. Schwangerschaftswoche werden die werdenden Bald-Mamis auf eine ziemliche Geduldsprobe gestellt. Vielleicht habt ihr auch schon bewährte Hausmittel wie ein heißes Bad, Himbeerblättertee, sanfte Massagen, Spaziergänge oder die Brustwarzenstimulation ausprobiert, um die Wehen anzustoßen und eurem Schatz einen kleinen Schubs in Richtung Welt zu verpassen.

Fakt ist jedoch, dass es sich bei dem errechneten Geburtstermin lediglich um einen ungefähren Zeitraum handelt, in dem euer Baby auf die Welt kommen wird. Dabei werden nicht einmal 10 Prozent der Kinder pünktlich zu diesem Datum geboren. Viel wahrscheinlicher ist es, dass sich euer Schatz drei Wochen vor oder zwei Wochen nach dem errechneten Termin auf den Weg macht.

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Oft hat dies auch seinen guten Grund und euer Baby braucht einfach noch ein paar Extra-Tage im schützenden Mutterleib. Sobald euer Kind so weit ist, werden auch die Wehen einsetzen und ihr könnt der Geburt ihren natürlichen Lauf lassen.

Wann kann ein Wehencocktail verabreicht werden?

Hin und wieder kann es dennoch vorkommen, dass den Wehen ein klein wenig nachgeholfen werden muss. Doch wie funktioniert das überhaupt? Höchstwahrscheinlich habt ihr schon einmal von eurer Hebamme, eurem Frauenarzt oder einer schwangeren Freundin von dem sogenannten Wehencocktail gehört.

Da es sich um eine relativ natürliche Form der Geburtseinleitung handelt, verabreichen einige Frauenärzte lieber zuerst einen Wehencocktail bevor Tabletten, ein geburtseinleitendes Gel oder der Wehentropf zum Einsatz kommen.

Der Wehencocktail ist ein altes Hausmittel, welches die Wehentätigkeit innerhalb von wenigen Stunden anregen und die Geburt einleiten soll. Frauenärzte und Hebammen greifen allerdings nur zu dieser Maßnahme, wenn es absolut nötig ist und bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind.

Wann wird über die Verabreichung eines Wehencocktails nachgedacht?

Ihr wartet und wartet und mittlerweile ist der errechnete Geburtstermin bereits um mehrere Tage überschritten? Ist dies der Fall, so wird von einer sogenannten Übertragung gesprochen und euer Frauenarzt oder eure Hebamme wird euch über eine eventuelle Geburtseinleitung aufklären.

Denn ab Vollendung der 41. Schwangerschaftswoche steigt statistisch gesehen das Risiko, dass ihr eine Plazentainsuffizienz entwickelt und euer Baby im Mutterleib nicht mehr mit genügend Nährstoffen und ausreichend Sauerstoff versorgt wird.

Auch wenn bereits ein Blasensprung stattgefunden hat und Fruchtwasser abgegangen ist, die Wehen jedoch weiter auf sich warten lassen, wird des Öfteren ein Wehencocktail verabreicht.

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

  • Ganz wichtig ist, dass Baby und Mutter für die bevorstehende Geburt bereit sind. Das heißt, der Muttermund muss weich und bereits leicht geöffnet und der Gebärmutterhals ausreichend gedehnt sein.
  • Zudem muss sich euer Baby mit dem Kopf nach unten in der Geburtsposition und bereits tief im Becken befinden.
  • Der errechnete Geburtstermin muss mindestens um 10 bis 14 Tage überschritten sein, damit eine sogenannte Übertragung vorliegt.
  • Die Einnahme muss unter strenger Kontrolle und Aufsicht einer erfahrenen Hebamme oder eures Frauenarztes sowie nach einer vorherigen Untersuchung stattfinden.

Die enthaltenen Zutaten eines Wehencocktails

Jede Hebamme oder Geburtsklinik hat ihre eigene Rezeptur für den klassischen Wehencocktail. Doch einige Zutaten eignen sich für den wehenfördernden Cocktail besonders gut. Bewährt haben sich eine Mischung aus Rizinusöl, Aprikosensaft sowie Alkohol in Form von Sekt, Wein oder klarem Schnaps.

Was bewirken die verschiedenen Zutaten? Rizinusöl wird seit Hunderten von Jahren als zuverlässiges Abführmittel verwendet und fand bereits in der Antike Anwendung im Geburtsbereich und als wehenförderndes Mittel. Die im Öl enthaltene Rizinolsäure wird dabei über die Darmschleimhaut aufgenommen und regt die Darmtätigkeit an. Durch die starken Darmbewegungen sollen auch die Kontraktionen der benachbarten Gebärmutter verstärkt und somit die Wehen ausgelöst werden.

Aprikosensaft enthält viele wertvolle Vitamine und ist vor allem sehr kaliumhaltig. Die Beigabe des Saftes dient dazu, einem gefährlichen Kalium- sowie Elektrolytverlust, die durch das Rizinusöl hervorgerufen werden können, vorzubeugen. Zudem verbessert der Fruchtsaft den Geschmack, da Rizinusöl wirklich alles andere als lecker ist.

Der beigemischte Alkohol bewirkt, dass sich das Rizinusöl im Saft lösen kann. Einige Hebammen fügen dem Getränk auch noch Mineralwasser, Mandelmus oder Eisenkraut bei, wobei das Eisenkraut die Wehentätigkeit zusätzlich stimuliert.

Das richtige Mischverhältnis ist bei einem Wehencocktail essenziell und eine Überdosierung muss unbedingt vermieden werden. Zudem sollte der Cocktail nur von einer erfahrenen Hebamme zubereitet werden.

Aus diesen Gründen raten wir dringend von einer Selbstherstellung ab und verzichten an dieser Stelle auf ein detailliertes Rezept mit dem wehenfördernden Rizinusöl. Wenn ihr euch für einen Wehencocktail entscheidet, solltet ihr euch mit eurer Hebamme oder eurem Frauenarzt beraten.

Wann tritt die Wirkung des Wehencocktails ein?

Der Wehencocktail sollte nach der Zubereitung innerhalb von 30 Minuten und nur unter Aufsicht der Hebamme getrunken werden. Die Wirkung setzt in der Regel bereits nach 2 bis 6 Stunden ein. Bei manchen Schwangeren zeigt der Wehencocktail jedoch kaum oder gar keine Wirkung. Dann muss unter Umständen über andere wehenfördernde Maßnahmen nachgedacht werden oder ihr solltet eurem Liebling, sofern keine gesundheitlichen Risiken für euch und das Baby bestehen, noch ein paar Tage mehr Zeit geben.

Nebenwirkungen eines Wehencocktails

Ein Wehencocktail kann zwar dazu beitragen die Wehen zu fördern, allerdings dürfen die Nebenwirkungen nicht unterschätzt werden. Deshalb ist es äußerst wichtig, dass ihr stets unter der Aufsicht und Kontrolle eurer Hebamme oder des Frauenarztes seid.

Zu den möglichen Nebenwirkungen zählen:

Starker Durchfall, Erbrechen und Übelkeit. Daraus können Kreislaufprobleme und ein gefährlicher Wasser- sowie Nährstoffmangel entstehen. Durchfall raubt euch außerdem wichtige Kraft, die ihr dringend für die bevorstehende Geburt benötigt. Zudem kann sehr starker Durchfall Darmschäden sowie schmerzhafte Darmkoliken auslösen.

Ist euer Körper noch nicht reif für die Geburt, also wenn der Muttermund nicht weich genug sowie leicht geöffnet ist, kann es während der Geburt unter Umständen zu Komplikationen kommen.

Plötzlich auftretende und starke Wehen können nicht nur bei euch, sondern auch bei eurem Baby enormen Stress und sogar einen riskanten Sauerstoffmangel auslösen. Zudem kann das Rizinusöl auch in den Blutkreislauf eures Kindes gelangen. Dort kann es, genauso wie bei euch, Stuhlgang hervorrufen. Das Kindspech oder Mekonium, wie der medizinische Fachausdruck dafür ist, sorgt für eine grünliche Verfärbung des Fruchtwassers und ist ein Zeichen dafür, dass euer Kind sehr gestresst ist.

Starke Wehen können unter anderem zu einer Mangeldurchblutung der Plazenta führen. Um zu verhindern, dass die Herztöne des Ungeborenen nach starken Kontraktionen der Gebärmutter abfallen, sollten die Herztöne während und nach der Einnahme des Wehencocktails überprüft und kontrolliert werden.

Durch die Einnahme eines Wehencocktails kann die Rückbildung der Gebärmutter beeinträchtigt werden.

Ihr seht also, ein Wehencocktail kann unter bestimmten Voraussetzungen zwar hilfreich sein und die überfälligen Wehen auslösen, allerdings sind die Nebenwirkungen nicht zu unterschätzen. Deshalb ist es enorm wichtig, eine erfahrene Hebamme zurate zu ziehen und vorab untersuchen zu lassen, ob ihr und euer Kind bereit für den Geburtsvorgang seid.

Zudem kennen Hebammen das richtige Mischverhältnis eines Wehencocktails und bewahren euch vor einer möglichen Überdosierung. Da die Wehen sehr schnell und heftig eintreten können, sollte der Wehencocktail nur unter Aufsicht und anschließender Kontrolle der Hebamme und vor allem niemals auf eigene Faust konsumiert werden.

Alternativen zu einem Wehencocktail

Bevor ihr euch für einen Wehencocktail entscheidet, solltet ihr es zuvor lieber erst mit den schonenden und ungefährlichen Hausmitteln versuchen. Diese sind ganz ohne Nebenwirkungen verbunden und können sanft die Wehentätigkeit anregen.

Wie wäre es zum Beispiel mit einem schönen langen Spaziergang, einem heißen Vollbad, speziellen Wehen-Tees oder einer leichten und entspannenden Bauch- oder Fußreflexzonenmassage?

Auch Geschlechtsverkehr ist bestens dafür geeignet Wehen auszulösen, da das für die Geburt wichtige Wehen-Hormon Oxytocin ausgeschüttet wird. Zudem enthält Sperma das Hormon Prostaglandin, welches unter anderem den Muttermund weich macht. Die einzige Hürde könnte sein, dass es ein bisschen dauert, bis ihr eine geeignete Stellung gefunden habt.

Sollten weder die Hausmittel noch der Wehencocktail helfen, kann der Frauenarzt auch bestimmte wehenfördernde und medikamentöse Mittel verabreichen. Dazu gehören zum Beispiel effektive Präparate mit Prostaglandin oder anderen wehenauslösenden Wirkstoffen. Diese werden der Schwangeren in der Regel jedoch nur verordnet, wenn es absolut notwendig ist.

Fazit

Gefühlt seid ihr bestimmt schon lange bereit, um euren kleinen Schatz endlich auf die Welt zu bringen. Das heißt jedoch nicht, dass sich euer Zwerg auch schon bereit dafür fühlt, das Licht der Welt zu erblicken.

Wenn der Frauenarzt oder die Hebamme keine Bedenken äußern und zudem keine gesundheitlichen Gründe wie zum Beispiel eine Unterversorgung des Babys oder eine geplatzte Fruchtblase vorliegen, solltet ihr eurem Kind noch ein paar zusätzliche Tage zur weiteren Entwicklung gönnen.

Sobald euer Baby nämlich bereit für das Leben außerhalb des schützenden Mutterleibs ist, werden auch die Wehen einsetzen und die Geburt endlich beginnen.

Bis dahin wünschen wir euch noch die nötige Geduld und alles Gute für die bevorstehende Geburt.

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