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Schwangerschaftstest negativ und trotzdem schwanger: Daran kann es liegen

Sobald ihr die Vermutung habt schwanger zu sein, kann ein Schwangerschaftstest aus der Drogerie oder aus der Apotheke für Klarheit sorgen. In der Regel sind die Urin-Tests, welche unkompliziert und ohne großen Aufwand zu Hause durchgeführt werden können, sehr zuverlässig. Vor allem, wenn der Schwangerschaftstest ein positives Ergebnis liefert, könnt ihr mit großer Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, schwanger zu sein.

Anders sieht es jedoch aus, wenn der durchgeführte Schwangerschaftstest negativ ausfällt. Dass Frauen trotz eines negativen Testergebnisses dennoch schwanger sind, kommt dabei gar nicht mal so selten vor.

Wir klären euch auf, warum ein negatives Testergebnis nicht immer bedeuten muss, dass keine Schwangerschaft vorliegt und wie ein Schwangerschaftstest für zu Hause überhaupt funktioniert.

Körperliche Veränderungen zu Beginn einer Schwangerschaft

Die ersten Gedanken über eine mögliche Schwangerschaft machen sich Frauen spätestens mit dem Ausbleiben der Monatsblutung. Doch auch andere Anzeichen können auf eine Schwangerschaft hindeuten.

Auch interessant: Ab wann ist der früheste Schwangerschaftstest möglich?

Zu den weiteren typischen Schwangerschaftsanzeichen gehören unter anderem:

  • Übelkeit, die den ganzen Tag andauern kann
  • Erbrechen und Unwohlsein
  • Starke Müdigkeit und Abgeschlagenheit
  • Gereizte und geschwollene Brüste
  • Einnistungsblutungen, welche als Schmierblutungen erkennbar sind
  • Vermehrter Harndrang
  • Erhöhte Temperatur (erkennbar, wenn ihr regelmäßig eure Basaltemperatur messt)
  • Blähungen und Völlegefühl
  • Gereiztheit sowie Stimmungsschwankungen
  • Sensibler Geruchssinn

Heißhunger oder Ekelgefühl vor bestimmten Lebensmitteln

Nicht bei allen Frauen treten zu Beginn der Schwangerschaft die gleichen Symptome auf. Diese sind oft unterschiedlich ausgeprägt oder in einigen Fällen auch gar nicht zu spüren. Mit einem Schwangerschaftstest, der im besten Fall nach dem Ausbleiben der Periode durchgeführt werden sollte, könnt ihr feststellen, ob eine Schwangerschaft besteht.

Was wird mit einem Schwangerschaftstest gemessen?

Der praktische Schwangerschaftstest für zu Hause misst den sogenannten HCG-Wert (HCG= Humanes Choriongonadotropin) in eurem Urin. HCG ist ein Hormon, welches von gesunden Frauen lediglich in der Schwangerschaft und zwar in der zukünftigen Plazenta, die für die Versorgung des Babys verantwortlich ist, gebildet wird.

Zudem hat HCG die wichtige Aufgabe die Schwangerschaft aufrechtzuerhalten sowie verstärkt Progesteron sowie Östrogen zu bilden. Vermehrtes Progesteron und Östrogen verhindern wiederum, dass die Gebärmutterschleimhaut nicht abgestoßen wird, sondern stattdessen erhalten bleibt.

Durch den Anstieg des HCG-Werts werden außerdem keine neuen Eizellen gebildet, damit keine weitere Schwangerschaft möglich ist. Gleichzeitig wird dem weiblichen Gehirn durch den Hormonanstieg signalisiert, dass weder die Periode einsetzen noch ein Eisprung stattfinden soll.

Durch den im Urin gemessenen HCG-Wert kann mit einem Schwangerschaftstest für zu Hause rund 14 Tage nach der Befruchtung der Eizelle festgestellt werden, ob eine Schwangerschaft vorliegt. Denn sobald sich die befruchtete Eizelle erfolgreich in der Gebärmutterschleimhaut eingenistet hat, beginnt die Produktion des Hormons HCG.

Direkt nach der Einnistung steigt der Wert enorm an und verdoppelt sich anschließend etwa alle 2 Tage. Zwischen der achten und der elften Schwangerschaftswoche ist der HCG-Wert am höchsten, bevor er anschließend wieder absinkt.

Gründe für ein negatives Ergebnis trotz Schwangerschaft

Liegt trotz eines negativen Testergebnisses eine Schwangerschaft vor, ist die Überraschung natürlich sehr groß. Doch wie kann es überhaupt dazu kommen, dass der Test trotz einer bestehenden Schwangerschaft negativ ausfällt?

Dass ein Schwangerschaftstest ein negatives Ergebnis zeigt, obwohl eine Schwangerschaft vorliegt, ist durchaus möglich und kommt häufiger vor, als man vermuten würde.

Es gibt einige Gründe, die für ein sogenanntes falsch-negativ Ergebnis sorgen können:

Der HCG-Wert in eurem Urin ist noch zu niedrig: Führt ihr den Test zu früh durch, also bereits wenige Tage nach der möglichen Befruchtung sowie vor dem Ausbleiben eurer Periode, kann es trotz Schwangerschaft zu einem negativen Testergebnis kommen. Grund hierfür ist, dass der HCG-Wert in eurem Urin noch nicht hoch genug konzentriert ist, um eine Schwangerschaft eindeutig nachweisen zu können.

Vor allem bei einem Urin-Frühtest, mit diesem bereits vor dem Ausbleiben der Monatsblutung eine Schwangerschaft festgestellt werden kann, kommt es häufiger zu einem falsch-negativ Ergebnis. Ein Frühtest ist oft nicht aussagekräftig genug, um eine Schwangerschaft zuverlässig zu bestätigen. Deshalb kommt es, verglichen mit normalen Schwangerschaftstests, zu einer höheren Fehlerquote.

Anders sieht es aus, wenn der Frühtest ein positives Ergebnis liefert. Dies bedeutet, dass der HCG-Wert bereits eindeutig nachgewiesen werden kann und dementsprechend eine Schwangerschaft vorliegt.

Anwendungsfehler: Auch Fehler in der Anwendung können trotz Schwangerschaft zu einem negativen Testergebnis führen. Daher ist es ganz wichtig, dass ihr den Test genau nach der Packungsbeilage durchführt und anwendet.

Lesetipp: Wann sollte man einen Schwangerschaftstest machen?

Durch die Luftfeuchtigkeit sowie eingetrockneten Urin kann es außerdem bereits nach 10 Minuten zu einem verfälschten Testergebnis kommen. Der Schwangerschaftstest hat demzufolge keine Gültigkeit mehr und sollte umgehend entsorgt werden.

Neben dem Überschreiten des aufgedruckten Haltbarkeitsdatums kann das Testergebnis zudem negativ ausfallen, wenn der Schwangerschaftstest nicht ordnungsgemäß und bei Zimmertemperatur gelagert wurde. Auch wenn ihr den Test-Stab zu kurz oder zu lange in euren Urin haltet, kann dies unter Umständen zu einem ungenauen Testergebnis führen.

Es wurde kein Morgenurin verwendet: Verwendet ihr für euren Schwangerschaftstest nicht den empfohlenen Morgenurin, kann es durchaus auch zu einem falsch-negativen Testergebnis kommen. Der Morgenurin ist besonders aussagekräftig, da dieser am konzentriertesten ist und bei einer Schwangerschaft den höchsten HCG-Wert vorweist.

Verwendet ihr den Schwangerschaftstest allerdings erst im Laufe des Tages, ist euer Urin stark verdünnt und der HCG-Wert kann unter Umständen nicht gemessen werden, obwohl ihr schwanger seid.

Tipp: Solltet ihr nachts arbeiten müssen, empfiehlt es sich, den Test nach einer längeren Ruhe-, beziehungsweise Schlafpause durchzuführen, um ein verlässliches Ergebnis zu erhalten.

Einnahme bestimmter Medikamente: Die Einnahme der Anti-Baby-Pille sowie Antibiotika, aber auch andere Medikamente, wie zum Beispiel zur Erhöhung der Fruchtbarkeit oder bei der Behandlung von Depressionen, können das Testergebnis verfälschen.

Nicht-intakte Schwangerschaft: Nicht jedes befruchtete Ei führt zu einer intakten Schwangerschaft. Hat sich die Schwangerschaft nicht normal entwickelt, steigt der HCG-Wert auch nicht regelmäßig an und es kann zu einem negativen Testergebnis kommen. Habt ihr Schmerzen oder auch unerklärliche Blutungen, solltet ihr deshalb vorsichtshalber euren Frauenarzt aufsuchen.

Schwangerschaftstest richtig durchführen

Damit euch ein falsches Testergebnis und viele Nerven erspart werden, gibt es einige Tipps und Tricks, wie ihr ein falsch-negativ Ergebnis besser verhindern könnt.

Um ein zuverlässiges Testergebnis zu erhalten, solltet ihr – so schwer es euch selbstverständlich fällt – den Schwangerschaftstest erst durchführen, wenn eure Periode mindestens 1 bis 2 Tage überfällig ist oder die mögliche Befruchtung rund 14 Tage zurückliegt. Erst dann ist der HCG-Wert in eurem Urin eindeutig nachweisbar.

Sollte es euch Probleme bereiten den Test-Stab präzise unter euren Urinstrahl zu halten, könnt ihr euren Urin alternativ mit einem sauberen Gefäß auffangen und den Stab anschließend für wenige Sekunden in den Urin tauchen.

Verwendet für den Schwangerschaftstest den aussagekräftigeren und hoch konzentrierten Morgenurin. Durch die hohe Konzentration am Morgen kann ein vorhandener HCG-Wert eindeutiger gemessen werden, als tagsüber mit bereits verdünntem Urin.

Verwendet den Schwangerschaftstest nicht mehr, wenn das abgedruckte Haltbarkeitsdatum überschritten wurde. Zudem ist der Teststreifen, der durch eine chemische Reaktion mit HCG-Antikörpern reagiert und dadurch das Ergebnis sichtbar macht, relativ empfindlich und sollte daher nicht bei zu hohen Temperaturen gelagert werden. Eine Lagerung bei Zimmertemperatur ist hingegen möglich.

Wichtig ist außerdem, dass ihr den Schwangerschaftstest genauso durchführt, wie in der jeweiligen Packungsbeilage empfohlen wird.

Beim Frauenarzt auf Nummer sicher gehen

Da gerade zu Beginn einer Schwangerschaft ein negatives Testergebnis trotz bestehender Schwangerschaft möglich sein kann, solltet ihr nach 3 oder 4 Tagen erneut einen Schwangerschaftstest durchführen.

Erhaltet ihr bei dem zweiten Test ein positives Ergebnis, ist es sehr wahrscheinlich, dass ihr schwanger seid und der gemessene HCG-Hormonspiegel letztendlich hoch genug war, um eine Schwangerschaft festzustellen.

Fällt der Test wiederholt negativ aus, könnt ihr euch darauf einstellen, dass eure Periode bald einsetzt. Häufig hängt das Ausbleiben der Menstruation auch mit einer starken Erkältung, psychischem Stress oder einer inneren Unruhe zusammen.

Bleibt die Menstruation allerdings weiterhin aus, solltet ihr euren Frauenarzt aufsuchen. Dieser wird durch einen Bluttest feststellen, ob vielleicht doch eine Schwangerschaft vorliegt oder ob andere Gründe für das Ausbleiben der Periode verantwortlich sind.

Da der HCG-Wert im Blut früher nachweisbar ist als im Urin, kann der Frauenarzt durch einen Bluttest bereits sechs bis neun Tage nach der eventuellen Befruchtung sowie einige Tage vor dem Ausbleiben der Periode zuverlässig feststellen, ob ihr schwanger seid oder nicht. Wenn ihr es also gar nicht erwarten könnt, lohnt sich unter Umständen ein Termin beim Frauenarzt.

Auch mithilfe eines Ultraschalls kann der Frauenarzt erkennen, ob sich in der Gebärmutter eine Fruchthöhle gebildet hat, die auf eine Schwangerschaft hindeutet. Allerdings ist dies erst einige Tage nach Ausbleiben der Blutung erkennbar.

Fazit

Ein negativer Schwangerschaftstest bedeutet nicht automatisch, dass keine Schwangerschaft vorliegt. Vor allem, wenn der Test sehr früh und noch vor dem Ausbleiben der Periode durchgeführt wurde, kann eine Schwangerschaft nicht sicher ausgeschlossen werden.

Erst nach dem Ausbleiben der Periode sowie rund 14 Tage nach der möglichen Befruchtung kann ein erhöhter HCG-Wert, der lediglich bei einer Schwangerschaft messbar ist, zuverlässig durch einen Schwangerschaftstest festgestellt werden. Dieser Wert steigt daraufhin kontinuierlich an, bis er zwischen der achten und elften Schwangerschaftswoche seinen höchsten Wert erreicht hat.

Auch Anwendungsfehler, bestimmte Medikamente sowie die Verwendung von zu niedrig konzentriertem Urin können zu einem falsch-negativ Ergebnis führen.

Um eine Schwangerschaft sicher ausschließen, beziehungsweise bestätigen zu können, solltet ihr zusätzlich euren Frauenarzt aufsuchen. Dieser kann anhand eines Bluttests bereits vor dem Ausbleiben der Periode feststellen, ob eine Schwangerschaft vorliegt. Denn der HCG-Wert im Blut ist bereits etwa sieben Tage nach der möglichen Befruchtung und daher früher als im Urin nachweisbar.

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