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Heißhunger und Appetit auf ungewöhnliche Lebensmittel und Speisen

Heißhunger in der Schwangerschaft

Heißhunger gehört zu den typischen Anzeichen einer frühen Schwangerschaft. Die Gründe für den auftretenden Heißhunger konnten wissenschaftlich noch nicht erklärt werden. Bei manchen schwangeren Frauen tritt oft Heißhunger auf Lebensmittel und Speisen, die sie vor der Schwangerschaft überhaupt nicht gemocht haben, auf.

Sind Schwangerschaftshormone am Heißhunger schuld?

Komische Essgelüste und Heißhunger können während einer Schwangerschaft zu jedem Zeitpunkt auftreten. Besonders typisch sind diese Anzeichen jedoch in den ersten Schwangerschaftswochen. Zu dieser Zeit stellt sich der Körper einer Frau auf die Schwangerschaft und die Versorgung des ungeborenen Kindes ein. Der Hormonhaushalt arbeitet in der Schwangerschaft auf Hochtouren, was bei den meisten Frauen (bis zu 85 Prozent) zu Veränderung des Geruchs- und Geschmackssinns führt. Die Wissenschaftler vermuten, dass insbesondere das sogenannte schwangerschaftserhaltende Hormon (Beta-hCG, humanes Choriongonadotropin) den Heißhunger und die untypischen Essensgelüste auslöst. Das Hormon wird in der früheren Phase der Schwangerschaft von den äußeren Zellschichten der befruchteten Eizelle gebildet. Bei manchen Frauen führt diese hormonelle Umstellung zu Übelkeit, andere wieder reagieren mit Heißhungerattacken.


Der Körper holt sich instinktiv das, was er braucht

Manche Ärzte sind dagegen der Meinung, dass sich der Körper einer Schwangeren durch die Hungerattacken das holt, was der Frau und dem Baby gut tut und was sie unbedingt brauchen. Die Schwangerschaft erhöht den Bedarf an vielen Nährstoffen, der Blutzuckerspiegel kann schneller als normal senken. Es kann durchaus möglich sein, dass zum Beispiel Heißhunger auf Süßes durch Energiemangel verursacht wird. Bekommt die Schwangere wiederum einen Heißhunger auf Fleisch, könnte das ein Zeichen für Eiweißmangel sein. Anders sieht die Situation bei schlanken Frauen. Wiederholen sich bei ihnen die Heißhungerattacken, kann es darauf deuten, dass der Körper Fettreserven aufbauen will. Deswegen sollten Schwangere ruhig alles essen, was ihnen schmeckt und worauf Sie Lust haben. Besondere Vorsicht ist bei rohem Fleisch sowie Rohmilchkäse geboten: Diese Lebensmittel können gesundheitsgefährdende Keime enthalten. Schwangere Frauen sollten auf den Verzehr dieser Lebensmittel unbedingt verzichten.

Psyche spielt bei Heißhungerattacken eine Rolle

Die Psyche einer schwangeren Frau ist bei Heißhungerattacken nicht ohne Bedeutung. Das betrifft vor allem Frauen, die sich vor der Schwangerschaft besonders bewusst ernährt und auf ihre Figur geachtet haben. Jetzt, wo sie schwanger sind, spielt für sie das Thema Figur nicht so große Rolle, weil sich ihr Körper so oder so verändert. Heißhungerattacken und seltsame Essensgelüste können als eine Art Kompensation in depressiven Zeiten dienen.

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Essen für zwei in der Schwangerschaft?

Heißhungerattacken haben auf die Gesundheit und Wohlergehen des Babys keinen großen Einfluss, sie sind in der Regel harmlos. Allerdings sollte die schwangere Frau trotzdem auf eine möglichst gesunde Ernährung achten, auch wenn sie ab und zu Lust auf ungesundes Essen bekommt. Für die Schwangere können beispielsweise zu viele Süßigkeiten einen Schwangerschaftsdiabetes auslösen. Darüber hinaus können Heißhungerattacken eine starke Gewichtszunahme hervorrufen. Eine gesunde, nicht schwangere Frau, hat einen Kalorienbedarf zwischen 2.200 und 2.400 Kalorien pro Tag. Ab dem vierten Schwangerschaftsmonat braucht sie zusätzlich etwa 250 bis 300 Kalorien, was einem Glas Milch oder einem Stück Obst entspricht. Übergewicht kann neben Diabetes zu Stoffwechselkrankheiten (Gestose) führen. Vorsicht ist vor allem zu Beginn der Schwangerschaft geboten, hier sollte die Ernährung nicht üppiger, sondern vor allem gesund und ausgewogen ausfallen. Essen für zwei in der Schwangerschaft ist also ein Mythos.

Was tun bei Heißhungerattacken

Heißhungerattacken können die schwangeren Frauen stark belasten oder sogar gesundheitsschädlich sein. Durch einige hilfreiche Tipps kann man den auftretenden Heißhunger ein wenig bändigen:


  • regelmäßig essen. Bei regelmäßigen Mahlzeiten bleibt der Blutzuckerspiegel konstant, die Heißhungerattacken halten sich dadurch in Grenzen. Drei Mahlzeiten pro Tag, möglichst zu festen Tageszeiten, sind optimal.
  • Gesunde Snacks zwischendurch essen, das können beispielsweise Joghurt, Obst, Gemüse oder Nüsse sein. Das hilft, die Blutzuckerspiegelschwankungen zu reduzieren und verhindert die Heißhungerattacken.
  • Frühstück nicht vernachlässigen. Viele Frauen leiden in der Schwangerschaft unter Morgenübelkeit. Trotzdem sollten sie zumindest eine Kleinigkeit essen, bevor der Tag beginnt.
  • aktiv bleiben. Ein Spaziergang an der frischen Luft oder ein Paar Gymnastikübungen können von einer Heißhungerattacke ablenken.
  • Alternativen wählen. Falls eine Heißhungerattacke doch plötzlich kommt, kann man statt etwas Süßes und Kalorienreiches auf die gesunden Alternativen zurückgreifen. Das könnte zum Beispiel ein frischer Obstsalat, ein Vanillepudding oder eine Quarkspeise sein. Es betrifft auch die Trockenfrüchte (Feigen, Datteln und Dörrobst), die sehr wertvoll sind und für eine für Abwechslung sorgen.

Appetit auf ungewöhnliche Lebensmittel bei Schwangerschaft

Essensgelüste betreffen die meisten Frauen während der Schwangerschaft. Der Appetit auf komisch vorkommenden Lebensmittel kann jedoch ein wichtiges Zeichen für ein Ernährungsbedürfnis sein. Der Körper versucht der Frau mitzuteilen, was er zu diesem Zeitpunkt verstärkt braucht und wo die Nährstoffmängel liegen. Falls Heißhungerattacken und ungewöhnliche Essensgelüste vor der Schwangerschaft auftreten, dann werden sie sich auch bei der Schwangerschaft zurückmelden. Frauen, die in der Frühschwangerschaft gegen Morgenübelkeit und Erbrechen kämpfen mussten, bekommen in den weiteren Schwangerschaftsphasen meistens ungewöhnliche Essensgelüste. Im zweiten Schwangerschaftsdrittel sind die Essengelüste am stärksten ausgeprägt, um später nach und nach abzuklingen. Am meisten sehnen sich die Frauen nach besonders energiereichen Lebensmitteln und Speisen, die entweder fettreich oder besonders süß sind.

Salzige Heringsfilets oder eingelegte Gurken: Lust auf Salziges

Frauen in der Schwangerschaft bekommen sehr häufig Lust auf etwas Salziges. Das kommt vor, weil der Körper in dieser Zeit besonders viel Salz braucht. Salz stabilisiert den Blutdruck, was auch dem Baby zugutekommt. Um den Salzhunger zu stillen, ist jodiertes Speisesalz bestens geeignet, weil es zusätzlich die Schilddrüse des ungeborenen Babys stärkt. Eine Fleischbrühe (leicht gesalzen) am Morgen ist zum Beispiel gut gegen Schwindel und Übelkeit. Salz verstärkt außerdem den Durst, was zum regelmäßigen Trinken animiert. Dadurch werden die inneren Organe gut durchblutet. Rund neun Gramm Salz pro Tag kann bei einem niedrigen Blutdruck in der Schwangerschaft helfen.

Lust auf Schokolade?

Salzige Produkte während der Schwangerschaft stehen jedoch nicht so hoch im Kurs. Viel mehr beliebter sind süße Speisen und Süßigkeiten (betrifft etwa 40 Prozent der Schwangeren). Rund 30 Prozent bevorzugt bei Schwangerschaft etwas Salziges, nach scharfem Essen sehnen sich wiederum 17 Prozent der schwangeren Frauen. „Saures“ liegt mit 10 Prozent weit abgeschlagen.

Hinweis
Nicht selten treten bei werdenden Müttern ganz seltsame Essensgelüste auf. Sie bekommen plötzlich Lust auf Wäschestärke, Erde oder Kalkfarben. Dabei handelt es sich jedoch um eine besondere Essstörung. Pica-Kranke leiden an Eisenmangel, der für diese ungewöhnlichen Essenswünsche verantwortlich ist. In solchen Fällen sollte die Schwangere umgehend einen Arzt aufsuchen. Allerdings sind das Ausnahmen.

Die meisten schwangeren Frauen beginnen auf einmal Speisen und Lebensmittel zu mögen, die sie früher gar nicht mochten. Dabei sind die Kombinationen manchmal ziemlich komisch: Die Schwangeren wollen Oliven mit Käsekuchen essen oder Salzstangen in Apfelmus kombinieren. Auch der Wunsch, Tomaten/Mozzarella mit Nutella zu essen, ist keine Seltenheit.

Essgelüste der Schwangeren und ihre Bedeutung

Das kann hinter dem Gelüst nach bestimmten Speisen und Lebensmittel stecken:

  1. Fettreiche Snacks. Das kann darauf deuten, dass der Körper gesunde Fette und essenzielle Fettsäuren benötigt. In diesem Fall ergeben sich verschiedene Alternativen, wie z.B. Avocados, Lachs, Nüsse, Sojabohnen, kalt gepresste Pflanzenöle, Käse, Sonnenblumenkerne oder Sesam.
  2. Schokolade (auch Nutella). Magnesiummangel kann die Ursache sein. Kakao oder Schokolade (Bitter, mind. 70 Prozent Kakaogehalt) sind dafür gute Alternativen. Außerdem Nüsse/Samen wie Mandeln, Kürbis- und Sonnenblumenkerne, Walnüsse und Haselnüsse könnten den Heißhunger auf Schokolade stillen. Spinat, Brokkoli oder Kohlrabi eignet sich ebenfalls als Ersatz für Schokolade und liefern das nötige Magnesium.
  3. Süßes (allgemein). In dem Fall „schreit“ der Körper nach Extraportion Glukose und Fruktose sowie hochwertigen Kohlenhydraten. Alternativen: Trockenfrüchte, Obst und Vollkornprodukte. Chrommangel kann auch der Auslöser sein (es kommt im Käse, Bohnen oder Mais vor). Zu wenig Phosphor kann die Lust nach Süßem verstärken, Nüsse, Fleisch, Zwiebeln, Lauch oder Rettich sind die besten Alternativen.
  4. Natriummangel scheint dafür der Grund sein (mehr Fisch, Käse und Oliven essen, Meersalz verwenden).
  5. Säure wird für eine gute Verdauung benötigt, Appetit auf Saures deutet auf ein möglichen Vitamin C Mangel hin. Cranberries, Orangen oder ein Glas Wasser mit Zitronensaft können Hilfe beschaffen.

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