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Schwangerschaftsanzeichen trotz Fehlgeburt – ist das möglich?

Schwangerschaftsanzeichen trotz Fehlgeburt

Eine Fehlgeburt zu erleiden, gehört zu den schlimmsten Befürchtungen werdender Eltern und die Angst ist vor allem in den ersten zwölf Wochen allgegenwärtig. Dabei ist eine Fehlgeburt in der Frühschwangerschaft leider keine Seltenheit und kann neben Blutungen auch mit starken Krämpfen im Unterleib einhergehen. Gleichzeitig ist es unter Umständen möglich, dass einige Schwangerschaftsanzeichen trotz einer Fehlgeburt vorerst erhalten bleiben.

Warum das so ist und welche Anzeichen auf eine Fehlgeburt hindeuten, erfahrt ihr in diesem Artikel. Zudem informieren wir euch darüber, wann eine erneute Schwangerschaft nach einer erlittenen Fehlgeburt möglich ist.

Wann wird von einer Fehlgeburt gesprochen?

Medizinisch wird von einer Fehlgeburt oder einem Abort gesprochen, wenn die Schwangerschaft beendet wird, bevor das Kind lebensfähig ist. Als lebensfähig gelten Kinder nach der 23. Schwangerschaftswoche, beziehungsweise ab 500 Gramm Geburtsgewicht. Laut Medizinern finden die meisten Fehlgeburten zu einem Zeitpunkt statt, an welchem die Schwangerschaft noch gar nicht bemerkt oder festgestellt wurde.

Ab der 24. Schwangerschaftswoche sowie ab einem Geburtsgewicht von 500 Gramm liegt medizinisch gesehen eine Frühgeburt vor, sofern das Kind lebend auf die Welt kommt. Um das Leben des Kindes bei einer Frühgeburt zu retten, sind unter anderem Medikamente zur Lungenreife sowie eine intensivmedizinische Betreuung lebensnotwendig.

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Ist das Kind hingegen nach der 23. SSW im Bauch verstorben, wird nicht von einer Frühgeburt, sondern von einer Totgeburt gesprochen. Zudem wird zwischen einem Frühabort, welcher vor der 13. SSW stattfindet, sowie einem Spätabort unterschieden. Dabei handelt es sich bei rund 80 Prozent aller Fehlgeburten um einen sogenannten Frühabort. Ein Spätabort liegt hingegen vor, wenn das Kind zwischen der vollendeten 12. Schwangerschaftswoche und der 24. Schwangerschaftswoche verstirbt.

Gut zu wissen:
Die meisten Fehlgeburten finden statt, bevor sich die Eizelle überhaupt in die Gebärmutterschleimhaut einnisten konnte. Zu einem Zeitpunkt, an welchem die Schwangerschaft noch gar nicht bemerkt wurde. Es wird sogar davon ausgegangen, dass bei Frauen unter 30 Jahren rund die Hälfte der befruchteten Eizellen unbemerkt abgehen. Sobald die Schwangerschaft feststellbar ist, handelt es sich bei 10 bis 15 Prozent um eine Fehlgeburt. Nach der 12. SSW nimmt das Risiko einer Fehlgeburt stark ab.

Warum Schwangerschaftsanzeichen trotz Fehlgeburt?

Viele Frauen, die eine Fehlgeburt erleiden mussten, berichten im Nachhinein, dass sie unterbewusst Veränderungen an ihrem Körper bemerkt haben und sich plötzlich nicht mehr schwanger gefühlt haben. Häufig lassen auch die ersten Schwangerschaftsanzeichen bei einer Fehlgeburt ziemlich schnell nach, was viele Frauen natürlich in Angst und Schrecken versetzt. Zu den ersten Schwangerschaftsanzeichen gehören unter anderem:

  • Übelkeit und Erbrechen
  • Spannende und empfindliche Brüste
  • Geruchsempfindlichkeit
  • Müdigkeit und Abgeschlagenheit
  • Stimmungsschwankungen
  • Erhöhter Harndrang
  • Völlegefühl sowie Blähungen

Doch nicht immer verschwinden die Schwangerschaftsanzeichen nach einer Fehlgeburt sofort: Es kommt immer wieder vor, dass Frauen trotz einer Fehlgeburt weiterhin Schwangerschaftsanzeichen verspüren. Doch woran liegt das? Dazu müsst ihr wissen, dass der weibliche Körper nach der erfolgreichen Einnistung der Eizelle in die Gebärmutterschleimhaut das Schwangerschaftshormon hCG (Humanes Choriongonadotropin) bildet.

Dieses ist unter anderem dafür zuständig, die Schwangerschaft aufrechtzuerhalten, indem es die Produktion von Östrogen sowie Gestagen ankurbelt und die Gebärmutterschleimhaut nicht abgestoßen wird. Zudem verhindert der Anstieg des hCG-Werts, dass neue Eizellen gebildet werden und die vermehrte Hormonproduktion sorgt gleichzeitig dafür, dass vorerst keine Periode und kein Eisprung stattfinden.

Bereits sechs bis neun Tage nach der erfolgreichen Befruchtung kann der Frauenarzt das hCG im Blut nachweisen. Im Urin und mit einem handelsüblichen Schwangerschaftstest für zu Hause kann das hCG jedoch erst nach dem Ausbleiben der Periode und somit etwa 14 Tage nach der Befruchtung sicher festgestellt werden.

Doch auch, wenn das hCG noch nicht im Urin nachweisbar ist, wird dieses direkt nach der Einnistung in die Gebärmutterschleimhaut bereits vermehrt produziert. Der hCG-Wert verdoppelt sich anschließend etwa alle 2 Tage, um zwischen der achten und zwölften Schwangerschaftswoche seinen höchsten Wert zu erreichen. Anschließend beginnt der hCG-Wert wieder kontinuierlich zu sinken.

Nach einer erlittenen Fehlgeburt dauert es jedoch einige Zeit, bis der hCG-Wert im Körper wieder absinkt. Dabei ist es von Frau zu Frau unterschiedlich, wann der hCG-Wert vollständig abgesunken ist. Bei einigen Frauen ist der Wert sogar mehrere Wochen nach der Fehlgeburt erhöht sowie nachweisbar. Dies ist auch der Grund, warum Schwangerschaftsanzeichen, wie Übelkeit und spannende Brüste, weiterhin auftreten können. Oft lassen die Schwangerschaftsanzeichen erst nach, wenn der hCG-Wert wieder gesunken ist.

Nicht nur bei einer Fehlgeburt, sondern auch bei einer Eileiterschwangerschaft können Schwangerschaftsanzeichen auftreten. Vor allem bei einer sogenannten Missed Abortion kommt es häufig vor, dass weiterhin deutliche Schwangerschaftsanzeichen vorhanden sind. Bei einer Missed Abortion, die auch verhaltene Fehlgeburt oder verhaltener Abort genannt wird, scheint die Schwangerschaft intakt zu sein und normal zu verlaufen. Zudem ist eine Embryoanlage auf dem Ultraschall zu erkennen.

Im weiteren Schwangerschaftsverlauf hört das Herz des Kindes plötzlich zu schlagen auf und es sind keine Vitalanzeichen mehr zu erkennen. Bei einer Missed Abortion verstirbt das Kind somit unbemerkt und ganz plötzlich in der Gebärmutter. Zudem treten in der Regel keine Anzeichen oder Symptome einer Fehlgeburt auf. Im Gegenteil: Die Schwangerschaftsanzeichen sind oft nach wie vor vorhanden und die Frauen fühlen sich weiterhin schwanger.

Kennzeichnend für eine Missed Abortion ist, dass die Schwangerschaft vorerst erhalten bleibt und der Embryo nicht direkt aus der Gebärmutter ausgestoßen wird. Da bei einer Missed Abortion in der Regel Blutungen, Schmerzen oder Krämpfe ausbleiben und auch die Schwangerschaftsanzeichen vorhanden bleiben können, erfahren betroffene Frauen meist erst bei der nächsten Routineuntersuchung beim Frauenarzt von ihrer Fehlgeburt.

Bitte beachten:
Bei einigen Schwangeren lassen die Schwangerschaftsanzeichen in der Frühschwangerschaft plötzlich nach, obwohl die Schwangerschaft ganz normal und ohne Probleme verläuft. Um jedoch auf Nummer sicher zu gehen, solltet ihr so schnell wie möglich euren Frauenarzt aufsuchen, falls eure Schwangerschaftsanzeichen in der Frühschwangerschaft plötzlich verschwinden.

Anzeichen und Symptome einer Fehlgeburt

Das typische Anzeichen einer Fehlgeburt sind Blutungen, welche schwach oder stärker ausfallen können. Doch nicht immer treten bei einer Fehlgeburt automatisch auch Blutungen auf. So sind beispielsweise bei einer Missed Abortion, welche meistens in der Frühschwangerschaft auftritt, keine Blutungen sowie Wehentätigkeiten vorhanden. Weitere mögliche Anzeichen und Symptome einer Fehlgeburt sind:

  • Starke und krampfartige Schmerzen im Unterleib
  • Starke Schmerzen im unteren Rücken
  • Ziehen im Unterleib und Rücken
  • Fieber
  • Wehenartige Schmerzen
Bitte beachten:
Treten ein oder mehrere Anzeichen bei euch auf, solltet ihr umgehend euren Frauenarzt aufsuchen und euch untersuchen lassen. Zwar spielt der Körper vor allem in der Frühschwangerschaft aufgrund der Hormonumstellung häufig verrückt, doch lieber geht ihr einmal mehr zum Frauenarzt als einmal zu wenig.

Ist eine erneute Schwangerschaft nach einer Fehlgeburt möglich?

Kaum vorstellbar, wie sich Frauen nach einer Fehlgeburt fühlen und wie ihnen zumute ist. Bis die abgegangene Schwangerschaft psychisch verarbeitet ist, vergehen viele Monate und oft verheilen die Wunden einer Fehlgeburt nie vollständig. Hinzu kommt die Angst, beim nächsten Schwangerschaftsversuch womöglich wieder eine Fehlgeburt zu erleiden oder gar nicht erst schwanger zu werden. Wir können euch diesbezüglich allerdings beruhigen, denn eine erneute Schwangerschaft ist auch nach einer vorangegangenen Fehlgeburt möglich.

Das Risiko einer Fehlgeburt ist von vielen unterschiedlichen Faktoren abhängig. So kann diese unter anderem von einer Missbildung der Gebärmutter, Infektionen, hormonellen Störungen oder gar Stress ausgelöst werden. Eine Vielzahl der Fehlgeburten wird von genetischen Veränderungen, wie Abweichungen in der Anzahl oder Form von Chromosomen, beim ungeborenen Kind verursacht. Aufgrund der embryonalen Fehlanlagen ist die Lebensfähigkeit oft nicht gegeben und es kommt zu einer Fehlgeburt.

Liegen chronische Erkrankungen, erbliche oder körperliche Ursachen vor, ist das Risiko einer erneuten Fehlgeburt erhöht. Treten die Fehlgeburten dreimal oder häufiger hintereinander auf, wird von sogenannten „habituellen Aborten“ gesprochen. Die Ursachen können unter anderem Anomalien der Gebärmutter oder eine Immunerkrankung sein. Um die Chance schwanger zu werden zu erhöhen, sollte nach einer erlittenen Fehlgeburt ein erfahrener Frauenarzt konsultiert werden.

Wann der Zeitpunkt gekommen ist, es erneut mit einer Schwangerschaft zu versuchen, ist von Paar zu Paar verschieden und kommt vor allem auf die seelische und emotionale Verfassung an. Biologisch betrachtet, ist eine erneute Schwangerschaft bereits möglich, nachdem ein kompletter Zyklus abgelaufen ist.

Früher wurde Paaren nach einem Abort geraten, etwa drei Monate abzuwarten, um das Risiko einer erneuten Fehlgeburt gering zu halten. Studien haben mittlerweile jedoch ergeben, dass diese Angst unbegründet ist und keine bestimmte Zeit abgewartet werden muss, um es erneut mit einer Schwangerschaft zu versuchen.

Einige Frauen sehnen sich schon kurz nach der Fehlgeburt danach, wieder schwanger zu werden. Andere Frauen hingegen brauchen mehr Zeit, um das Erlebte zu verarbeiten und sich eine erneute Schwangerschaft überhaupt vorzustellen.

Generell gilt: Sobald man sich als Paar wieder dazu bereit fühlt, steht einer erneuten Schwangerschaft nichts im Wege. Dennoch ist es empfehlenswert abzuwarten, bis die Fehlgeburt und der Verlust des Kindes verarbeitet wurden, denn eine gute seelische Verfassung wirkt sich positiv auf eine Schwangerschaft aus.

Gut zu wissen:
Oft hilft der Austausch mit anderen betroffenen Frauen, um besser über den Schmerz einer Fehlgeburt hinwegzukommen. Solltet ihr euch mit anderen Betroffenen austauschen wollen, findet ihr auf vielen Webseiten hilfreiche Informationen zum Thema Fehlgeburt.

Fazit Schwangerschaftsanzeichen trotz Fehlgeburt

Nach einer Fehlgeburt und insbesondere nach einer Missed Abortion können die Schwangerschaftsanzeichen vorübergehend bestehen bleiben. Dies liegt daran, dass es einige Zeit dauert, bis der hCG-Wert nach der Fehlgeburt wieder sinkt und nicht mehr im Blut oder im Urin nachweisbar ist. Bei einigen Frauen ist der hCG-Wert sogar noch mehrere Wochen nach der Fehlgeburt nachweisbar, weshalb Schwangerschaftsanzeichen weiterhin möglich sind.

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