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Missed Abortion: Alles Wichtige zur Fehlgeburt in der frühen Schwangerschaft

Missed Abortion

Bei einer Missed Abortion entwickelt sich die Schwangerschaft zuerst ganz normal und auf dem Ultraschall ist bereits eine Embryoanlage zu erkennen. Im Laufe der Schwangerschaft bleibt das Herz des Kindes plötzlich stehen und es sind keine Vitalanzeichen mehr auf dem Ultraschall zu erkennen. Die Schwangerschaft scheint jedoch intakt zu sein, weshalb eine Missed Abortion meist erst bei der Routineuntersuchung beim Frauenarzt erkannt wird. In diesem Artikel informieren wir euch unter anderem über die Ursachen einer Missed Abortion und was danach auf euch zukommt.

Was genau bedeutet Missed Abortion?

Unter einer Missed Abortion wird eine besondere Form der Fehlgeburt verstanden, die in den meisten Fällen in der Frühschwangerschaft stattfindet. Anders als bei einer Totgeburt ist das Baby bei einer Fehlgeburt noch nicht überlebensfähig und wiegt unter 500 Gramm. Von einem Frühabort, der rund 80 Prozent der Fehlgeburten ausmacht, wird gesprochen, wenn der Embryo vor der 13. Schwangerschaftswoche abgeht.

Nach der vollendeten 12. Schwangerschaftswoche bis zur 24. Schwangerschaftswoche handelt es sich um einen Spätabort und das Risiko einer Fehlgeburt sinkt stark ab. Doch vor allem in der Frühschwangerschaft sind eine Vielzahl von Frauen von einer Fehlgeburt betroffen. Gewisse Studien gehen sogar davon aus, dass rund 30 Prozent aller Frauen im Laufe ihres Lebens eine Fehlgeburt erleiden, manchmal ohne diesen überhaupt wahrzunehmen.

Eine Missed Abortion oder ein Missed Abort wird auch verhaltene Fehlgeburt, verhaltener Abort sowie stiller Abort genannt und lässt sich von dem englischen Wort „to miss“ (auf Deutsch: verpassen) ableiten. Betroffene Frauen nehmen diese Form der Fehlgeburt, bei welcher der Embryo nicht direkt aus der Gebärmutter ausgestoßen wird und keine Blutung stattfindet, meist gar nicht wahr, denn die Schwangerschaft bleibt vorerst erhalten.

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Somit wird die Missed Abortion oft erst bei der nächsten Ultraschalluntersuchung beim Frauenarzt erkannt. Doch nicht nur im Stadium der Frühschwangerschaft kann es zu einer verhaltenen Fehlgeburt kommen. Auch nach der 12. Schwangerschaftswoche kann es passieren, dass das Herz des Kindes plötzlich zum Schlagen aufhört und das Baby in der Gebärmutter verstirbt.

Eine sehr seltene Komplikation bei der Missed Abortion ist das sogenannte Dead-Fetus Syndrom, bei welchem der tote Fötus nach der 12. Schwangerschaftswoche für mehrere Wochen in der Gebärmutter verbleibt. Durch den abgestorbenen Fötus können Enzyme sowie Proteine in den Blutkreislauf der Mutter gelangen und im schlimmsten Fall eine lebensgefährdende Gerinnungsstörung verursachen.

Anzeichen und Symptome einer Missed Abortion

Das heimtückische einer Missed Abortion ist, dass diese in den meisten Fällen ohne die typischen Anzeichen einer Fehlgeburt einhergeht. Da der Embryo bei einer normalen Fehlgeburt eigenständig vom Körper abgestoßen wird, kommt es unter anderem zu vaginalen Blutungen sowie starken und krampfartigen Schmerzen im Unterleib. Weitere Anzeichen einer Fehlgeburt sind:

  • Starke Schmerzen im Bereich des unteren Rückens
  • Wehenartige Schmerzen
  • Starkes Ziehen im Unterleib
  • Fieber
  • Eitriger Ausfluss
  • Abgang von Fruchtwasser (bei einer vorangeschrittenen Schwangerschaft)

Bei einer verhaltenen Fehlgeburt wird der Embryo nicht direkt abgestoßen und der Muttermund sowie der Gebärmutterkanal bleiben komplett verschlossen. Da der Embryo in der Gebärmutter verbleibt und der Wert des Schwangerschaftshormons HCG nur langsam absinkt, wird eine Missed Abortion nur in sehr seltenen Fällen bemerkt.

Hinzu kommt, dass aufgrund der nur langsam sinkenden HCG-Konzentration im mütterlichen Blut die bisherigen Begleiterscheinungen der Schwangerschaft, wie zum Beispiel Übelkeit, Geruchsempfindlichkeit, Müdigkeit sowie spannende Brüste, noch einige Zeit anhalten können, obwohl keine intakte Schwangerschaft mehr vorliegt. Hierfür müsst ihr wissen, dass der HCG-Wert bei einer Schwangerschaft stark ansteigt und sowohl im Blut als auch im Urin der Schwangeren nachweisbar ist. Aus diesem Grund stellt der HCG-Wert die Basis für Schwangerschaftstests dar.

Meist wird die Missed Abortion erst im Zuge der Routineuntersuchung beim Frauenarzt festgestellt, da auf dem Ultraschall keine Vitalitätszeichen, also weder Kindsbewegungen noch Herztöne, vorhanden sind. Zudem hat die Gebärmutter nicht die Größe, die in der entsprechenden Schwangerschaftswoche üblich wäre, da diese bei einer verhaltenen Fehlgeburt nicht weiter wächst.

Zweitmeinung einholen

Stellt der Frauenarzt eine Missed Abortion bei euch fest, ist es wichtig, dass ihr euch eine zweite Meinung von einem anderen Frauenarzt einholt. Zwar ist die Wahrscheinlichkeit ehrlich gesagt nicht allzu groß, doch immerhin handelt es sich bei einem geringen Prozentsatz um eine ärztliche Fehldiagnose.

Bestätigt der zweite Gynäkologe die Vermutung einer verhaltenen Fehlgeburt, wird zusätzlich ein Bluttest durchgeführt, um den HCG-Wert zu messen. Liegt der HCG-Wert unter dem für die Schwangerschaftswoche üblichen Wert, ist von einer verhaltenen Fehlgeburt auszugehen und das weitere Vorgehen muss zusammen mit dem Frauenarzt besprochen werden.

Gut zu wissen:
Eine Fehldiagnose kann zustande kommen, wenn es sich beim Baby um einen sogenannten „Eckenhocker“ handelt, der zum Zeitpunkt der Untersuchung an einer ungewöhnlichen Stelle der Gebärmutter sitzt, die nicht vom Ultraschallgerät erfasst werden kann. In einigen seltenen Fällen wird bei der nächsten Ultraschalluntersuchung festgestellt, dass die Schwangerschaft doch intakt ist.

Ursachen und Gründe einer Missed Abortion

Warum es vor allem in der Frühschwangerschaft zu einer Missed Abortion kommt, kann nicht pauschal beantwortet werden, denn die Ursachen sind vielfältig. In den meisten Fällen liegt jedoch eine genetische Störung oder eine Missbildung beim Ungeborenen vor. Doch nicht nur genetische Störungen können zu einer Missed Abortion führen, auch folgende Ursachen können für eine verhaltene Fehlgeburt verantwortlich sein:

  • Angeborener Herzfehler beim Baby
  • Störungen im mütterlichen Hormonhaushalt
  • Infektionen oder Autoimmunerkrankungen
  • Fehlbildung der Gebärmutter
  • Myome in der Gebärmutter
  • Fehlbildung der Plazenta
  • Die Plazenta arbeitet nicht optimal
  • Blutgruppenunterverträglichkeit
  • Bisher unbekannte Blutgerinnungsstörungen bei der Mutter
  • Seelische Belastungen

Wie wird eine Missed Abortion behandelt?

Liegt bei euch eine Missed Abortion vor, wird in der Regel eine Ausschabung oder eine Absaugung vorgenommen. In einigen Fällen wird die Geburt auch medikamentös in der Klinik eingeleitet, um das Baby aus dem Geburtskanal auszustoßen. Allerdings könnt ihr unter bestimmten Voraussetzungen auch auf einen natürlichen Abgang warten und euer Baby mit der sogenannten „kleinen Geburt“ gehen lassen.

Lasst euch am besten fachlich und eingehend über die verschiedenen Möglichkeiten bei einer Missed Abortion sowie über die jeweiligen Risiken von eurem Frauenarzt beraten. Im Endeffekt ist es eure eigene und persönliche Entscheidung, für welche Methode ihr euch letztendlich entscheidet. Nachfolgend klären wir euch über die verschiedenen und in Frage kommenden Methoden auf.

Ausschabung (Kürettage) oder Absaugung (Saugkürettage)

Bei einer Ausschabung, die auch Abrasio, Kürettage oder Curettage genannt wird, handelt es sich um einen operativen Eingriff, bei welchem die Gebärmutterhöhle vorsichtig ausgeschabt und die gesamte oder Teile der Gebärmutterschleimhaut abgetragen wird. Dabei zählt das Verfahren zu den häufigsten gynäkologischen Eingriffen in Deutschland und stellt somit einen Routineeingriff für den behandelten Frauenarzt dar.

Angewendet wird die Ausschabung unter anderem bei einer Missed Abortion sowie bei einer Fehlgeburt, sofern diese vor der 12. Schwangerschaftswoche stattgefunden hat. Doch auch bei Schwangerschaftsabbrüchen, bei Krebserkrankungen sowie für diagnostische Zwecke kann eine Ausschabung vorgenommen werden. Durch eine Ausschabung soll verhindert werden, dass es zu Infektionen kommt, welche durch Gewebereste in der Gebärmutter hervorgerufen werden können.

Spricht nach Einschätzung des behandelnden Arztes nichts dagegen, wird die Ausschabung ambulant in einer gynäkologischen Praxis oder in einer Klinik und unter Vollnarkose durchgeführt. Bevor die Ausschabung stattfindet, wird der Patientin meist das Gewebshormon Prostaglandin verabreicht, um den Muttermund zu öffnen und diesen weicher zu machen.

Nachdem der Intimbereich desinfiziert sowie mit einem sterilen Tuch abgedeckt wurde, führt der Frauenarzt ein Spekulum (trichterartiges Instrument) in die Vagina ein. Sobald der operierende Arzt einen guten Blick auf die Schleimhaut sowie den Muttermund hat, wird dieser behutsam geweitet. Anschließend kommt die sogenannte Kürette, ein löffelartiges Instrument mit stumpfen Kanten, zum Einsatz, um die Gebärmutterhöhle sowie den Gebärmutterhals auszuschaben und die Gebärmutterschleimhaut sowie die Plazenta zu entfernen.

Seid ihr der Meinung, dass Stress ein Auslöser für eine Fehlgeburt sein kann?

Wird hingegen eine Absaugung durchgeführt, kommt anstelle der Kürette ein elektrischer Sauger zum Einsatz, mit dem das Gewebe abgesaugt wird. Im medizinischen Bereich wird dann von der sogenannten Saugkürettage gesprochen. Ansonsten ist das Prozedere bei einer Absaugung ähnlich wie bei einer Ausschabung. In einigen Fällen wird das Gewebe sowohl ausgeschabt als auch ausgesaugt.

Sofern die Ausschabung oder die Absaugung, welche an sich nur etwa 15 Minuten dauert, ohne Komplikationen verlaufen ist, können die Frauen die Klinik oder die Frauenarztpraxis nach einigen Stunden wieder verlassen, um sich zu Hause von dem Eingriff zu erholen.

Das muss nach einer Ausschabung beachtet werden

Nach einer Ausschabung ist es wichtig, dass sich die Patientin erst einmal schont und zu Kräften kommt, weshalb der Frauenarzt eine Krankschreibung für mehrere Tage ausstellt. Fühlt ihr euch dem Berufsalltag so kurz nach dem schrecklichen Erlebnis noch nicht gewachsen, sprecht offen mit eurem Frauenarzt darüber, denn bei Bedarf kann eine etwas längere Krankschreibung ausgestellt werden.

Nach der Ausschabung können leichte vaginale Blutungen auftreten, die nach etwa 5 Tagen in einen rötlich oder bräunlichen Ausfluss übergehen. Der Ausfluss wiederum kann etwa zwei Wochen lang andauern. Während dem Heilungsprozess können zudem leichte Schmerzen und ein Ziehen auftreten, was von der Intensität häufig mit normalen Menstruationsschmerzen verglichen wird.

Leichte Schmerzen sind nach einer Ausschabung völlig normal und lassen nach einigen Tagen nach. Leidet ihr hingegen unter starken Schmerzen sowie einer länger andauernden oder starken Blutung, solltet ihr zur Abklärung euren Frauenarzt aufsuchen.

Bitte beachten:
Da es nach einer Ausschabung oder Absaugung aufgrund des noch leicht gedehnten Muttermundes leichter zu einer Infektion kommen kann, raten Frauenärzte in den ersten drei Wochen nach dem Eingriff von Geschlechtsverkehr, Sauna, Schwimmen sowie vom Baden ab. Auch von einer Tampon-Benutzung solltet ihr in den ersten drei Wochen absehen. Die erste Monatsblutung tritt für gewöhnlich nach etwa 4 bis 8 Wochen nach der Ausschabung auf.

Oxytocin- oder Prostaglandin-Infusion mit anschließender Ausschabung (Kürettage)

Erfolgt die Missed Abortion nach der 12. Schwangerschaftswoche, ist der Fötus zu groß für eine Ausschabung und es werden mittels einer Oxytocin- oder Prostaglandin-Infusion künstlich Wehen ausgelöst, welche wiederum eine Geburt einleiten. Anschließend wird zusätzlich eine Ausschabung bei der Patientin vorgenommen. Nur durch diese Prozedur ist gewährleistet, dass sowohl der Embryo aus der Gebärmutter als auch sämtliche Reste der Plazenta ausnahmslos entfernt worden sind und unter anderem einer Blutgerinnung vorgebeugt wird.

Welche Risiken sind mit einer Ausschabung verbunden?

Bei der Ausschabung handelt es sich um einen routinemäßigen Eingriff, der in den meisten Fällen ambulant durchgeführt wird und als risikoarm gilt. Wird die Operation gut gemacht, sind weder ein großer Blutverlust noch verbleibende Gewebereste in der Gebärmutter zu befürchten. In äußerst seltenen Fällen kann es durch das Ausschaben zu einer Verletzung an der Gebärmutter oder zu Infektionen sowie einer Thrombose kommen. Euer Frauenarzt wird euch im Vorfeld eingehend über die Ausschabung und deren Risiken aufklären.

Die „kleine Geburt“ abwarten

Für die meisten Frauen ist das schnelle Beenden der Schwangerschaft und somit die Ausschabung nach einer Missed Abortion ein guter Weg, um besser mit der traurigen Situation umzugehen. Einige Frauen haben außerdem ein ungutes Gefühl bei der Vorstellung, die nicht mehr intakte Schwangerschaft noch länger in sich zu tragen. Doch nicht immer ist eine Ausschabung die richtige Lösung.

Manche Mütter können und wollen sich nicht so schnell von ihrem Baby und ihrer Schwangerschaft verabschieden und das ist auch nicht immer nötig. Unter ärztlicher Kontrolle und sofern es die mütterlichen Blutwerte zulassen, kann mit der Ausschabung gewartet werden, bis sich die Mutter bereit dazu fühlt. Dies ist zwar nicht das übliche Vorgehen, stellt aber dennoch eine Möglichkeit für betroffene Frauen dar.

Ist eine Ausschabung medizinisch nicht notwendig, gibt es unter bestimmten Voraussetzungen zudem die Möglichkeit einer sogenannten „kleinen Geburt“. Bei einer „kleinen Geburt“ wird das Baby auf natürlichem Wege und mithilfe von Wehen aus dem Geburtskanal ausgestoßen. Dabei können die Wehen künstlich, zum Beispiel mit einer Oxytocin- Infusion, eingeleitet werden. Im Anschluss wird in der Regel eine Ausschabung durchgeführt, um einer Infektion vorzubeugen und sicherzugehen, dass keine Gewebereste in der Gebärmutter verbleiben.

Auch können betroffene Frauen der Natur ihren Lauf lassen und abwarten, bis der Körper das Baby von selbst ausstößt. In diesem Zuge wird von einem aktiven Abwarten gesprochen und in der Tat kann es ohne eine wehenfördernde Infusion einige Tage oder sogar Wochen dauern, bis die „kleine Geburt“ nach der Missed Abortion in Gang kommt. Dabei geht die „kleine Geburt“ für gewöhnlich mit Wehentätigkeiten einher und durch das Abstoßen der Schwangerschaftsanlage sowie der Gebärmutterschleimhaut kann diese zudem mit relativ starken Blutungen verbunden sein.

Dabei stellen sich viele Frauen die Frage: Ist eine „kleine Geburt“ überhaupt sicher? Gefährlich ist die „kleine Geburt“ normalerweise nicht. Wichtig ist jedoch, dass der behandelnde Frauenarzt in regelmäßigen Abständen kontrolliert, ob das aktive Abwarten ohne gesundheitliche Risiken verläuft. Ein Ziehen im Unterleib, wehenähnliche Schmerzen sowie Blutungen sind dabei zu Beginn der „kleinen Geburt“ nicht ungewöhnlich.

Kommt es im Zuge der „kleinen Geburt“ allerdings zu sehr starken Schmerzen sowie starken und anhaltenden Blutungen solltet ihr sofort das Krankenhaus aufsuchen. Das Gleiche gilt, wenn ihr Fieber bekommt, ihr euch generell unwohl fühlt oder ihr ein ungutes Gefühl habt. Zwar treten Komplikationen bei einer „kleinen Geburt“ nur selten auf, in wenigen Fällen muss jedoch eine Not-Kürettage durchgeführt werden.

Nach der „kleinen Geburt“ ist es wichtig, dass ihr euch im Anschluss zur Nachsorgeuntersuchung in die Frauenarztpraxis begebt. Euer Frauenarzt wird unter anderem einen Ultraschall durchführen und kontrollieren, dass keine Gewebereste in der Gebärmutter verblieben sind, welche wiederum zu Infektionen oder Blutungen führen können. Häufig wird zusätzlich Blut analysiert, um eine erneute Auskunft über den HCG-Wert zu erhalten.

Bitte beachten:
Da im Zuge einer „kleinen Geburt“ plötzlich starke Blutungen auftreten können, solltet ihr in dieser Zeit vorsichtshalber nicht allzu lange allein bleiben.

Vorteile der „kleinen Geburt“ in Bezug auf die Trauerbewältigung

Der Verlust des eigenen Babys gehört zu den schlimmsten und traurigsten Ereignissen und nicht selten fallen Frauen nach einer erlittenen Fehlgeburt in ein tiefes Loch. Zu tief ist die Wunde, die das Baby und die plötzlich endende Schwangerschaft hinterlassen haben. Bodenlose Verzweiflung, Trauer und auch Wut sind die beherrschenden Gefühle nach einem solch tragischen Erlebnis. Der Körper und die Seele brauchen in erster Linie viel Ruhe und Zeit, um die verhaltene Fehlgeburt verarbeiten zu können.

Ein Vorteil der „kleinen Geburt“ ist sicherlich, dass die Schwangerschaft nicht abrupt durch eine Ausschabung oder Absaugung beendet und der Mutter die Möglichkeit gegeben wird, sich vom Baby verabschieden zu können. Zudem hat der Körper sowie die Seele etwas mehr Zeit, um sich auf die neue Situation einzustellen. Denn es darf nicht vergessen werden, dass der Körper nach einer Missed Abortion weiterhin denkt, schwanger zu sein. Von der Seele ganz zu schweigen. Ein weiterer Vorteil ist, dass sich der Hormonhaushalt bei einer „kleinen Geburt“ schrittweise anpassen kann.

Durch das abrupte Ende der Schwangerschaft fällt es betroffenen Frauen im Nachhinein zudem häufig schwerer, die Fehlgeburt psychisch überhaupt zu verarbeiten. Auch die Gebärmutter kann in seltenen Fällen durch eine Ausschabung verletzt werden, was neben Vernarbungen an der Gebärmutterwand zu Komplikationen bei nachfolgenden Schwangerschaften sowie zu einer erneuten Frühgeburt führen kann.

Eine Sepsis braucht ihr bei einer „kleinen Geburt“ übrigens nicht zu befürchten, denn der weibliche Körper ist darauf ausgelegt, eine verhaltene Fehlgeburt zu meistern. Außerdem seid ihr bei einer „kleinen Geburt“ unter ständiger ärztlicher Kontrolle, die ihr auch unbedingt wahrnehmen und ernst nehmen müsst.

Bitte beachten:
Für einige Frauen fühlt sich ein schnelles Ende der Schwangerschaft besser an, weshalb sich häufig für eine Ausschabung entschieden wird. Auch das Warten auf die „kleine Geburt“ kann für Frauen eine weitere Belastung darstellen. Andere Frauen hingegen brauchen die zusätzliche Zeit bis zur „kleinen Geburt“, um sich vom Baby und der Schwangerschaft verabschieden zu können und empfinden das Warten als kleinen Trost. Jede Frau sollte sich für die Methode entscheiden, die sie für richtig hält. Bei Zweifeln oder Fragen stehen euch euer Frauenarzt oder eine Hebamme zur Seite.

Hilfreiche Abschiedsrituale nach einer Missed Abortion

Eine verhaltene Fehlgeburt ist ein Schock sowie eine emotionale Katastrophe für alle betroffenen Mütter und hinterlässt eine Wunde im Herzen. Vor allem die Entscheidung, wie die Schwangerschaft beendet werden soll, stellt für Frauen eine schlimme und zugleich sehr belastende Situation dar. Erschwerend kommt hinzu, dass es in den meisten Fällen kein greifbares Erinnerungsstück zur liebevollen Aufbewahrung gibt.

Das Wichtigste ist, die Trauer über den Verlust zuzulassen und einen Weg zu finden, sich vom Baby zu verabschieden und dieses loszulassen. Dabei kann der erste hilfreiche Schritt das Eintragen der Schwangerschaft in den Mutterpass sein. Wir haben euch weitere Maßnahmen zusammengefasst, die euch bei der Trauerbewältigung helfen sollen:

  • Habt ihr bereits ein Ultraschallbild, könnt ihr dieses oder euren Mutterpass in eine kleine Schachtel legen und so die Erinnerung an euer Baby bewahren.
  • Schreibt einen Brief an euer Baby und verabschiedet euch auf diesem Wege.
  • Beschriftet einen Stein und legt diesen auf ein bereits vorhandenes Familiengrab oder legt den Stein zur Erinnerung an einen anderen und für euch besonderen Platz.
  • Pflanzt ein kleines Bäumchen zur Erinnerung an euer Baby.
  • Das Reden über die Fehlgeburt kann bei der Trauerbewältigung helfen. Dabei ist es euch selbst überlassen, ob ihr euch eurem Partner, eurer eigenen Mama, einer nahestehenden Freundin oder einem anderen engen Vertrauten öffnet. Es gibt auch Foren, in denen ihr euch mit Betroffenen austauschen könnt.
  • Nehmt euch die nötige Zeit, um euch körperlich und seelisch von der verhaltenen Fehlgeburt zu erholen und lasst euch unter Umständen für einige Zeit krankschreiben.
  • Fällt euch die Trauerverarbeitung sehr schwer, solltet ihr psychologische Hilfe in Anspruch nehmen.
Gut zu wissen:
Sowohl bei einer Missed Abortion als auch bei einer Fehlgeburt steht euch Hebammenhilfe zu, welche ihr in Anspruch nehmen könnt. Eine Hebamme kann euch beim psychischen und physischen Verarbeitungsprozess unterstützend zur Seite stehen und euch in eurer Trauer begleiten. Die Kosten für die Hebammenbegleitung bei einem frühen Ende der Schwangerschaft werden von den Krankenkassen übernommen.

Wahrscheinlichkeit einer erneuten Missed Abortion

Statistisch gesehen, ist das Risiko nach einer Missed Abortion eine erneute Fehlgeburt zu erleiden etwas erhöht. Unter anderem aus diesem Grund wird eine erneute Schwangerschaft nach einer vorangegangenen Fehlgeburt als Risikoschwangerschaft eingestuft. Macht euch jedoch bewusst, dass sehr viele Frauen nach einer verhaltenen Fehlgeburt wieder schwanger geworden sind und auf einen ganz normalen Schwangerschaftsverlauf zurückblicken können.

Wichtig ist, dass ihr euch nicht verrückt macht und im Falle einer erneuten Schwangerschaft auf eine gesunde Lebensweise achtet sowie Stress vermeidet. Am besten ist es, dass ihr vor einer erneuten Schwangerschaft mit eurem Frauenarzt sprecht und euch eingehend beraten lasst. Dies gilt insbesondere, wenn ihr bereits mehrere Fehlgeburten erlitten habt.

Bitte beachten:
Für die Betroffenen ist dies im ersten Moment natürlich nur ein schwacher Trost, doch eine erneute Schwangerschaft ist trotz einer vorangegangenen verhaltenen Fehlgeburt möglich. Häufig ist es jedoch so, dass ein gewisses Misstrauen dem eigenen Körper gegenüber zurückbleibt, weshalb es sehr wichtig ist, dass ihr eure Trauer verarbeitet und euch gegebenenfalls Hilfe sucht.

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