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Sex nach der Geburt: Wie lange solltet ihr warten?

Sex nach Geburt

Nur einige Wochen ist es her, dass euer kleines Wunder auf die Welt gekommen ist und natürlich hat die Geburt eine sehr große körperliche sowie seelische Veränderung mit sich gebracht. Frisch gebackene Mamis müssen sich in den ersten Wochen und Monaten nach der Entbindung von den Strapazen erholen, daher ist es kein Wunder, dass der Sex erstmal auf der Strecke bleibt.

Sobald die Lust auf intime Zweisamkeit zurückkommt, fragen sich viele Paare, wie lange sie mit dem Sex nach der Geburt warten sollen und auch andere Fragen stellen sich: Tut der erste Sex nach der Entbindung weh? Auf was muss beim Geschlechtsverkehr geachtet werden und wie schaut es mit der Verhütung beim Stillen aus? Antworten auf all diese Fragen findet ihr in diesem Artikel und zudem informieren wir euch darüber, was es mit dem Wochenfluss auf sich hat und warum es einige Zeit dauert, bis das Lustempfinden zurückkehrt.

Wie lange kein Sex nach der Geburt?

Das bisherige Leben der Eltern wird mit der Geburt des Kindes ziemlich auf den Kopf gestellt. So sorgt ein Neugeborenes nicht nur für schlaflose Nächte, setzt neue Prioritäten und birgt einen komplett anderen Tagesablauf, auch die Beziehung und die Sexualität mit dem Partner ändert sich schlagartig. Somit ist es nicht verwunderlich, dass die meisten Paare in den Wochen und Monaten nach der Geburt erst einmal keine große Lust auf Sex verspüren und sich voll und ganz auf das neue und zuckersüße Familienmitglied konzentrieren.

Irgendwann jedoch kommt der Gedanke an Sex und die Zweisamkeit wieder zurück. Doch wann können Paare nach der Geburt überhaupt wieder Sex miteinander haben? Diese Frage kann natürlich nicht pauschal beantwortet werden. Einige Paare verspüren bereits wenige Wochen nach der Entbindung wieder Lust aufeinander und leben ihre gemeinsame Sexualität schon recht früh nach der Geburt ihres Kindes wieder aus. Nicht selten ist es jedoch so, dass der erste Sex ein halbes und manchmal auch erst ein ganzes Jahr später stattfindet.

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Gynäkologen raten den Neu-Mamis dazu, mit dem ersten Geschlechtsverkehr etwa vier bis sechs Wochen nach der Geburt zu warten. Dies ist damit zu begründen, dass in dieser Zeit die Wundheilung in der Gebärmutter sowie der sogenannte Wochenfluss vonstattengeht. Denn indem sich die Plazenta nach der Entbindung von der Gebärmutterwand löst, entsteht eine Wundfläche, die in den Wochen nach der Geburt abheilen muss. Dabei ist der Wochenfluss in den ersten Tagen nach der Entbindung blutig und tritt ziemlich stark auf.

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Neben Blut werden unter anderem Bakterien, Lymphflüssigkeit sowie Gewebereste ausgeschieden. Im weiteren Verlauf des Wochenbetts und der Rückbildung der Gebärmutter wird der Wochenfluss schwächer sowie bräunlich und dann gelblich. Bevor der Wochenfluss vollends versiegt, ist dieser nur noch schwach und grau-weißlich. Insgesamt dauert der Wochenfluss etwa sechs Wochen, wird gestillt, kann dieser auch etwas früher versiegen. Bis sich der weibliche Körper jedoch vollständig von der Geburt erholt hat, können mehrere Monate vergehen.

Ist der Wochenfluss vorüber und ihr habt zudem keine Beschwerden mehr durch einen möglichen Dammriss oder Kaiserschnitt, ist nichts gegen Sex einzuwenden. Das Wichtigste ist, dass sowohl ihr als auch euer Partner Lust empfindet und sich keiner zum Sex gedrängt fühlt. Habt ihr allerdings noch Schmerzen durch mögliche Geburtsverletzungen, solltet ihr auf Sex verzichten, bis die Wunden vollständig verheilt sind. Wenn ihr euch unsicher seid, könnt ihr euren Frauenarzt bei der anstehenden Nachuntersuchung fragen, ob ihr körperlich schon wieder bereit für Geschlechtsverkehr seid.

Bitte beachten:
Damit die Wunde an der Gebärmutter richtig heilen kann, sollte in den ersten vier bis sechs Wochen nach der Geburt auf Sex verzichtet werden. Solltet ihr jedoch schon früher Lust auf Geschlechtsverkehr verspüren, benutzt unbedingt ein Kondom, denn die Gebärmutter ist in der Zeit der Wundheilung anfällig für Infektionen. Zwar ist der Wochenfluss an sich nicht infektiös, allerdings bietet dieser einen guten Nährboden für Keime, weshalb ihr in dieser Zeit zudem vorsichtshalber auf Oralverkehr verzichten solltet.

Kommt es zu Schmerzen beim Sex?

Nicht jede Frau verspürt beim ersten Sex nach der Geburt Schmerzen. Für viele Frauen fühlt sich der Geschlechtsverkehr die ersten Male nach der Entbindung jedoch unangenehm und gleichzeitig völlig ungewohnt an. Dies liegt unter anderem daran, dass der Penis beim Geschlechtsakt gegen die noch nicht vollständig zurückgebildete und meist noch leicht verwundete Gebärmutter drückt. Durch die starke Dehnung bei der Geburt ist es außerdem ganz normal, dass die Scheide in den ersten Wochen und Monaten nach der Entbindung schmerzempfindlich ist.

Vor allem bei Frauen, die bei der Geburt einen Dammriss oder andere Geburtsverletzungen an den Schamlippen oder an der Scheide erlitten haben, können intime Berührungen noch länger Schmerzen oder ein Brennen verursachen. Dabei dauert es in der Regel zwischen sechs und acht Wochen, bis ein Dammriss vollständig verheilt ist. Auch ein Damm- oder Kaiserschnitt kann für Schmerzen beim Sex nach der Geburt sorgen. Hinzu kommt, dass die Brüste durch das Stillen sehr empfindlich auf Druck und Berührungen reagieren.

Bitte beachten:
Sollte der Sex schmerzhaft bleiben, obwohl ihr und euer Partner dabei sehr vorsichtig miteinander umgeht, solltet ihr euren Frauenarzt um Rat fragen, denn in einigen Fällen kann ein genähter Dammriss Beschwerden beim Geschlechtsverkehr hervorrufen. Das Gleiche gilt, wenn vier Wochen nach der Entbindung noch Blutungen auftreten oder der Wochenfluss nach dieser Zeit noch sehr stark ausfällt.

Wege, wie ihr den Sex nach der Entbindung möglichst angenehm gestalten könnt

Für viele Frauen stellt der erste Sex nach der Geburt eine Art Neubeginn dar und einige Frauen vergleichen diesen sogar mit ihrem ersten Mal. Und damit liegen sie gar nicht so falsch, denn durch die Geburt hat sich nicht nur körperlich, sondern auch psychisch sehr viel verändert. Mit ein Grund, dass dem ersten Sex nach der Entbindung mit Aufregung, Spannung, aber auch Angst und Unsicherheit entgegengefiebert wird.

Doch nicht nur Frauen, auch die frisch gebackenen Väter machen sich viele Gedanken, denn natürlich wollen sie ihrer Partnerin beim Sex auf keinen Fall weh tun oder diese drängen. Damit sowohl ihr als auch euer Partner den Sex nach der Geburt besser genießen könnt, haben wir euch einige Tipps zusammengestellt:

Scheidentrockenheit vorbeugen: Hierfür müsst ihr wissen, dass der Östrogenspiegel beim Stillen niedriger ist als sonst. Der veränderte Hormonhaushalt führt wiederum dazu, dass die Scheide nicht mehr so schnell feucht wird, wie es noch vor der Geburt der Fall war. Da Scheidentrockenheit jedoch zu Schmerzen sowie Verletzungen führen kann, solltet ihr beim Sex auf ein Gleitgel zurückgreifen. Auch ein ausgedehntes Vorspiel mit viel Streicheleinheiten und Zärtlichkeiten wirken sich durchaus positiv bei Scheidentrockenheit aus.

Auf die richtige Stellung kommt es an: Wählt für den ersten Sex nach der Geburt eine Stellung aus, die wenig Druck auf die empfindlichen Stellen ausübt und bei welcher der Penis nicht so tief in die Scheide eingeführt wird. Hier bietet sich zum Beispiel die Löffelchen-Stellung an, denn bei dieser kann der Mann leicht und vor allem vorsichtig von hinten eindringen.

Sprecht offen miteinander: Das A und O in einer Beziehung ist, dass ihr offen und ehrlich miteinander über eure Gefühle und Ängste sprecht. Teilt eurem Partner mit, wenn ihr noch Schmerzen habt oder ihr euch schlicht und ergreifend noch nicht bereit für Sex fühlt. Auch die Männer der Schöpfung müssen sich erst einmal auf die neue Situation einstellen und fragen sich, ob ihre Partnerin beim Sex wohl Schmerzen oder überhaupt schon Lust empfindet. Unsicherheit führt auch bei Männern häufig zu einer vorübergehenden sexuellen Unlust.

Nehmt euch Zeit für Zweisamkeit: Das ist mit einem Neugeborenen natürlich nicht so einfach möglich, versucht dennoch regelmäßig etwas Zeit zu zweit miteinander zu verbringen. Dabei geht es nicht unbedingt darum, Sex zu haben. Intimität kann auch durch Streicheleinheiten, eine innige Umarmung oder Händchen halten geschaffen werden und stärkt das Band sowie das Vertrauen zwischen beiden Partnern.

Gleichzeitig könnt ihr euch durch die körperliche Nähe auf sexuellem Weg wieder Schritt für Schritt annähern und die Lust aufeinander kommt dann meist von ganz allein wieder zurück. Wichtig ist, dass ihr euch gegenseitig Zeit gebt und nur das tut, auf was ihr wirklich Lust habt. Denkt daran: Sex mit dem Partner ist auch ohne Geschlechtsverkehr eine sehr intime und schöne Erfahrung.

Warum die Lust auf Sex nach der Geburt oft auf sich warten lässt

Die Geburtswunden sind das eine, doch es gibt viele weitere Gründe, warum an Sex insbesondere in den ersten Wochen und Monaten nach der Geburt zwischen Windeln wechseln, stillen und Babygeschrei oft nicht zu denken ist. Die Pflege und Versorgung des neuen Erdenbürgers stehen jetzt im Mittelpunkt und Frauen müssen sich zuerst an die neue Rolle als Mutter gewöhnen. Vor allem durch das Stillen ist das Bedürfnis nach körperlicher Nähe und Berührungen erst einmal gedeckt.

Zudem haben viele Frauen das Gefühl, dass ihr Körper nicht ihnen gehört, da sie ihr Baby gefühlt andauernd herumtragen oder an ihre Brust zum Stillen anlegen. Liegt das Kind dann einmal in seinem Bettchen und schläft, wollen Mamis einfach eine kurze Zeit ganz für sich sein und durchatmen, ohne sich für eine andere Person verantwortlich zu fühlen. Sexuelle Gefühle kommen so natürlich nicht auf. Zudem kommt es häufig vor, dass beim Sex Milch aus den Brüsten austritt, was für Frauen oft belastend ist und die Lust auf Sex zusätzlich hemmen kann.

Auch der enorme Schlafmangel verlangt den Neu-Mamis so einiges ab, denn das Neugeborene fordert zu jeder Tages- und Nachtzeit Aufmerksamkeit sowie Fürsorge und muss rund um die Uhr versorgt werden. Dabei fehlen frisch gebackenen Eltern nicht nur Schlaf, sondern auch Zeit und vor allem Ruhe für Zweisamkeit. Zudem sind die Strapazen der Schwangerschaft und vor allem der Geburt noch allgegenwärtig, was selbstverständlich auch Auswirkungen auf die Libido hat.

Hinzu kommt, dass sich viele Neu-Mamis aufgrund von Schwangerschaftsstreifen oder Hautfalten nicht sonderlich sexy und attraktiv fühlen. Es braucht einfach seine Zeit, bis der Körper wieder seine alte Form erreicht und sich ein neues positives Körpergefühl einstellt. Gleichzeitig machen sich viele Frauen Sorgen, wie sie nach der Geburt im Intimbereich aussehen. Macht euch keine Sorgen, die Natur hat es so eingerichtet, dass sich nicht nur die Gebärmutter wieder vollständig zurückbildet, sondern auch die Vagina wieder zusammenzieht.

Die äußeren Geschlechtsorgane sehen bereits nach zwei bis drei Wochen wieder aus wie vor der Geburt und auch eventuelle Schwellungen und Blutergüsse sind dann in der Regel nicht mehr sichtbar. Spezielle Rückbildungskurse nach der Geburt straffen außerdem den gesamten Beckenboden und sorgen unter anderem dafür, dass sich die in Mitleidenschaft gezogene Blase wieder regeneriert und auch wirklich dicht bleibt.

Sexuelle Unlust nach der Geburt ist also absolut nicht ungewöhnlich. Tatsächlich ist es sogar so, dass viele Paare erst sechs bis zwölf Monate nach der Geburt wieder miteinander intim werden. Um Missverständnissen vorzubeugen, ist es jedoch wichtig, dass ihr mit eurem Partner über die Gründe sprecht und ihr gemeinsam als Eltern an einem Strang zieht. Ihr werdet sehen, solange ihr euch nicht gegenseitig unter Druck setzt und Verständnis füreinander aufbringt, wird es auch nicht zu einer dauerhaften Flaute im Bett kommen und die sexuelle Lust stellt sich automatisch wieder ein.

Gut zu wissen:
Bei Männern wird die sexuelle Unlust unter anderem durch die Erkenntnis hervorgerufen, dass die Partnerin jetzt nicht mehr nur Geliebte, sondern auch Mutter ist. Zudem müssen die Bilder der Entbindung erst einmal verarbeitet werden, denn schließlich ist es kein alltäglicher Anblick, wie ihr ein Baby auf die Welt bringt.

Verhüten in der Stillzeit

Obwohl sich diese Annahme hartnäckig hält, stellt das Stillen keine sichere Verhütungsmethode dar, sofern nicht sofort wieder Nachwuchs geplant ist. Zwar wirkt das milchbildende Hormon Prolaktin, welches beim Stillen produziert wird, hemmend auf den Eisprung und bremst gleichzeitig die Aktivität der Eierstöcke, dennoch ist kein hundertprozentiger Schutz vor einer erneuten Schwangerschaft gegeben.

Auch der Zeitpunkt des ersten Eisprungs nach der Geburt variiert von Frau zu Frau. Bei Frauen, die gar nicht oder nur kurz stillen, kann der Eisprung bereits vier bis sechs Wochen nach der Entbindung wieder stattfinden. Wird das Neugeborene hingegen gestillt, kann der Eisprung auch ein halbes Jahr auf sich warten lassen.

Neben Kondomen können stillende Mamas zudem auf die Mini-Pille zurückgreifen, welche das Hormon Gestagen enthält und die Milchproduktion nicht negativ beeinträchtigt. Euer Frauenarzt wird euch über die verschiedenen Vor- und Nachteile der Verhütungsmethoden in der Stillzeit aufklären.

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