Startseite Schwangerschaft Inkontinenz in der Schwangerschaft: Ursache, Behandlung und Vorbeugung

Inkontinenz in der Schwangerschaft: Ursache, Behandlung und Vorbeugung

Blutungen in der Schwangerschaft

Eine Schwangerschaft lässt Frauen von innen heraus strahlen, viele sprudeln nur so vor Energie und das Schönste in den neun Monaten ist, das heranwachsende Leben in euch zu spüren und hautnah mitzuerleben. Doch bei aller Vorfreude und aufregenden Veränderungen hat die Schwangerschaft auch ihre unschönen Seiten.

Dazu gehören lästige Schwangerschaftsbeschwerden, unter denen beinahe alle werdenden Mamis im Laufe ihrer Schwangerschaft in irgendeiner Form leiden. Eine sehr unangenehme und für viele Schwangere auch peinliche Begleiterscheinung ist die Harninkontinenz.

Eine schwache Blase sowie das gelegentliche Verlieren von Urin ist während und nach der Schwangerschaft weit verbreitet. Tatsächlich tritt Blasenschwäche sogar bei rund 40 Prozent der Schwangeren auf. Ihr seht also, ihr seid absolut nicht alleine und das Thema braucht euch nicht unangenehm zu sein.

Hier erfahrt ihr alles über die verschiedenen Ursachen, was ihr vorbeugend tun könnt und über hilfreiche Tipps bei einer schwachen Blase und Inkontinenz.

Wie gefällt dir der Artikel bisher?
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne
Loading...
Bitte bewerte den Beitrag: Inkontinenz in der Schwangerschaft: Ursache, Behandlung und Vorbeugung! Aktuell gibt es 1 Bewertungen mit 5,00 von 5 Sternen!

Wieso kann es in der Schwangerschaft zu einer Inkontinenz kommen?

Vielleicht kennt ihr diese Situation: Ihr müsst herzlich lachen und plötzlich verliert eure Blase Urin. Das Gleiche kann beim Niesen, Husten, Sport oder auch beim Bücken passieren. Alle Situationen, in denen ihr eure Bauchmuskeln anspannt, können zu einem unwillkürlichen Abgang von Urin führen. Doch woran liegt es, dass es während und nach der Schwangerschaft zu einer Blasenschwäche kommen kann?

Hauptursachen einer schwangerschaftsbedingten Inkontinenz sind hormonelle Veränderungen, die zunehmende Einwirkung auf euren Beckenboden sowie die wachsende Gebärmutter. In der Schwangerschaft wird vermehrt Progesteron, Relaxin sowie Östrogen gebildet. Die erhöhte Hormon-Produktion lockert euer gesamtes Gewebe, die Muskeln und Bänder sowie euren Beckenboden und macht diese weich und geschmeidig.

Dieser sehr wichtige Vorgang bereitet euren Körper auf die Geburt vor und erleichtert den Geburtsvorgang. Nur leider sind von der Lockerung auch eure Blase und die Spannung der Harnröhre betroffen, was es für euch schwieriger macht, den Urin zu halten. Hinzu kommt, dass durch die Hormonumstellung und eine verbesserte Durchblutung mehr Flüssigkeit gebildet wird und die Nierentätigkeit zunimmt. Somit wird natürlich auch mehr Urin produziert.

Zudem führt die geschwächte Beckenmuskulatur dazu, dass die Schließmuskeln der Blase dem Druck nicht mehr komplett standhalten können und der Urin unkontrolliert abgehen kann. Gleichzeitig nimmt die Kapazität der Blase im letzten Drittel der Schwangerschaft drastisch ab.

Mit dem Einsetzen der Senkwehen, ca. ab der 36. Schwangerschaftswoche, begibt sich der Kopf eures Babys tiefer in das Becken und verstärkt den Druck auf eure Blase zusätzlich zur Gebärmutter. Hinzu kommt, dass sich eure Beckenbodenmuskulatur, je näher die Geburt rückt, entspannt. Auch durch das Strampeln oder Tritte auf die Blase kann es passieren, dass ihr unfreiwillig Urin verliert.

Weitere Ursachen für Inkontinenz:

Neben dem allgemeinen Zustand der Beckenbodenmuskulatur können auch noch das Alter, Verstopfungen, sowie die genetische Veranlagung beim ungewollten Verlust von Urin eine Rolle spielen. Auch wenn ihr vor der Schwangerschaft eine sensible und schwache Blase hattet, ist das Risiko erhöht, während der Schwangerschaft an einer vorübergehenden Inkontinenz zu leiden.

Wie ihr einer Inkontinenz während der Schwangerschaft vorbeugen könnt

Um die Schwangerschaft möglichst ohne den plötzlichen und ungewollten Abgang von Urin zu überstehen, gibt es ein paar effektive Maßnahmen zur Vorbeugung:

Beckenbodentraining: Ein regelmäßiges Beckenbodentraining vor, während und nach der Schwangerschaft können eine Blasenschwäche nicht nur vorbeugen, sondern diese auch wieder beheben. So wird auch das Risiko minimiert nach der Geburt an einer Blasenschwäche zu leiden.

Denn eine gut trainierte Beckenbodenmuskulatur kann das zunehmende Gewicht in der Schwangerschaft besser tragen. Außerdem kann der Schließmuskel zuverlässig seiner Arbeit nachgehen, ohne Urin zu verlieren. Ein weiterer Vorteil eines Beckenbodentrainings ist, dass ein möglicher Dammriss schneller abheilt.

Um effektive Übungen sowie ein beckenschonendes Verhalten im Alltag zu erlernen, könnt ihr einen entsprechenden Kurs besuchen oder zu Hause ein regelmäßiges Beckenbodentraining durchführen.

Sofortübungen für den Alltag

Übung 1: Stellt euch entspannt hin und zieht euren Beckenboden für drei Sekunden nach oben. Anschließend entspannt ihr eure Muskulatur wieder. Wiederholt den Vorgang 10 bis 15 Mal und bestenfalls mehrmals täglich.

Übung 2: Legt euch auf den Boden, mit den Armen an eurem Körper, und stellt eure Beine parallel auf. Spannt jetzt euer Gesäß an und hebt Po sowie euren Oberkörper nach oben. Haltet die Position für 10 Sekunden, bevor ihr euch wieder senkt. Wiederholt die Übung mehrmals hintereinander. Achtet darauf, dass eure Schultern während der Übung auf dem Boden bleiben und euer Po angespannt bleibt.

Auch während dem Wasserlassen könnt ihr euren Beckenboden trainieren, indem ihr versucht den Urinstrahl kurzzeitig zu unterbrechen.

Bewegung: Regelmäßiger und sanfter Sport wie Schwimmen, Yoga, Pilates, Nordic Walking, Spaziergänge und Schwangerschaftsgymnastik stärken nachhaltig eure Beckenbodenmuskulatur und beugen Inkontinenz vor.

Auch nach der Entbindung solltet ihr euch so oft wie möglich sportlich betätigen, damit sich eure Blase wieder normalisiert. Zudem hilft Sport dabei euer ursprüngliches Gewicht zu erlangen, denn auch Übergewicht kann Inkontinenz während und nach der Schwangerschaft begünstigen.

Achtet auf eine ballaststoffreiche Ernährung und ausreichend Flüssigkeit: Da eine Verstopfung häufig mit einem starken Pressen beim Stuhlgang verbunden ist und dies Inkontinenz hervorrufen kann, solltet ihr euch ballaststoffreich ernähren. Dazu gehören unter anderem Vollkornprodukte, Haferflocken, Trockenobst, Äpfel, Weintrauben sowie Linsen, Floh- und Leinsamen.

Unbedingt beachten: Reduziert auf keinen Fall eure Flüssigkeitszufuhr. Gerade bei Inkontinenz ist es wichtig, dass ihr täglich mindestens 2,5 Liter trinkt. Am besten sind stilles Mineralwasser, ungesüßte Tees sowie milde Saftschorlen. Zwar müsst ihr dann häufiger auf die Toilette, aber die Gefahr einer Blasenschwäche sowie einer Verstopfung wird minimiert.

Tipps bei Blasenschwäche in der Schwangerschaft

Wenn ihr während und nach der Schwangerschaft hin und wieder Urin verliert, gibt es einige Tipps, die euch zumindest etwas wohler und sicherer fühlen lassen:

  • Sucht so häufig wie möglich die Toilette auf und entleert eure Blase komplett. So beugt ihr auch schmerzhaften Blasenentzündungen vor.
  • Tragt eine saugfähige Slipeinlage oder Binde. So habt ihr im Falle eines Falles ein angenehmeres und trockenes Gefühl.
  • Wenn ihr Nase putzen oder etwas aufheben wollt und wenn ihr merkt, dass ihr husten, niesen oder lachen müsst, spannt eure Beckenbodenmuskulatur an (wie ihr es auch beim Beckenbodentraining macht). Hilfreich ist auch, wenn ihr eure Beine übereinanderschlagt oder diese fest aneinanderpresst.

Verschwindet die Inkontinenz nach der Schwangerschaft wieder?

Wenn ihr während der Schwangerschaft unter einer Inkontinenz leidet und keine genetische Veranlagung besteht, wird sich diese nach der Geburt auch wieder zurückbilden. Da der Geburtsvorgang jedoch Schäden im Bindegewebe hinterlässt und eure Beckenbodenmuskulatur stark beansprucht, kann es mehrere Monate dauern, bis sich eure Blase wieder normalisiert und die Schließmuskeln wieder einwandfrei funktionieren.

Deshalb ist es wichtig, dass ihr euren Beckenboden auch nach der Geburt weiter trainiert, um die Muskulatur zu stärken. Auch euer Frauenarzt oder eure Hebamme können euch im Zweifelsfall und bei einer starken und länger andauernden Blasenschwäche gut beraten. Ein falsches Schamgefühl ist hier fehl am Platz, da es sich um eine ganz natürliche Begleiterscheinung handelt, die eine Schwangerschaft sowie Geburt mit sich bringen kann.

Wir wünschen euch alles Gute für die bevorstehende Geburt und hoffen, dass euch unsere Tipps zur Vorbeugung helfen!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.