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Haarausfall während und nach der Schwangerschaft – Das könnt ihr dagegen tun!

Haare färben in der Schwangerschaft

Mit den Haaren ist das bei Frauen so eine Sache. Fast scheint es, als wäre die Damenwelt nie so recht mit ihrer Haarpracht zufrieden. Lockige Frauen wünschen sich glatte Haare und andersrum. Genauso sieht es aus, wenn es um die Frisur oder die Haarfarbe geht. Ein Glück, dass zumindest in der Schwangerschaft viele werdende Mamis mit einer wundervollen Mähne gesegnet und dementsprechend zufrieden sind.

Grund für volle, glänzende und gesund aussehende Haare während der Schwangerschaft ist das weibliche Hormon Östrogen. Dieses wird in der Schwangerschaft vermehrt produziert und führt, zumindest bei manchen Schwangeren, zu weniger Bad-Hair-Days.

Die erhöhten Schwangerschaftshormone sorgen in erster Linie dafür, dass die Haare in der Schwangerschaft für eine längere Zeit in der Wachstumsphase gehalten werden. Somit wird der natürliche Haarausfall, bei welchem täglich 50 bis 100 Haare ausfallen, verzögert und das Ergebnis ist häufig eine sichtbar voluminösere Mähne.

So kommt es bei vielen Schwangeren während der neun Monate zu sage und schreibe bis zu zehn Prozent mehr Haarfülle! Doch bei einigen Schwangeren tritt genau das Gegenteil auf, nämlich Haarausfall.

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Ursachen für Haarausfall in der Schwangerschaft

Leider sind nicht alle Schwangeren mit einer gesünderen und volleren Mähne gesegnet. Bei manchen Bald-Mamis wirkt sich die Schwangerschaft negativ auf das Haarwachstum sowie die komplette Haargesundheit aus. Gehört ihr vielleicht auch zu den Frauen, die im Lauf der neun Monate unter lichter werdenden sowie glanz- und kraftlosen Haaren leiden? Oder befinden sich gefühlt mehr ausgefallene Haare in der Bürste oder auf dem Kopfkissen, als einst im üppigen Pferdeschwanz?

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Wenn die Schwangerschaft diese Symptome bei euch hervorruft, gehört ihr unglücklicherweise zu den Schwangeren, bei denen sich das Östrogen nicht positiv auf die Haarpracht auswirkt. Die gute Nachricht vorweg: Spätestens ein paar Monate nach der Entbindung ist der Spuk vorbei, euer Haarwachstum normalisiert sich wieder und auch der übermäßige Haarausfall verschwindet.

Neben der hormonellen Umstellung sind dies die häufigsten Ursachen von Haarausfall während der Schwangerschaft:

Eisenmangel: Dass einige Frauen während der Schwangerschaft von Haarausfall betroffen sind, liegt häufig an einem schwangerschaftsbedingten Eisenmangel. In der Schwangerschaft ist der Bedarf an Eisen fast um das Doppelte erhöht, da in dieser Zeit zwischen 30 und 40 Prozent mehr Blut gebildet wird. Dadurch wird gewährleistet, dass nicht nur ihr selbst, sondern auch euer Baby ausreichend mit Blut versorgt wird.

Wenn der wichtige Eisenspeicher aufgebraucht ist, wird nicht mehr genügend Sauerstoff in eure Haarfollikel transportiert und es kommt zu kraftlosen Haaren sowie Haarausfall.

Euer Frauenarzt testet im Zuge der regelmäßigen Routineuntersuchungen auch euren Eisenwert, beziehungsweise den Hämoglobinwert. Ist dieser zu niedrig und um einer gefährlichen Blutarmut vorzubeugen, kann der Frauenarzt bestimmte Eisenpräparate verschreiben.

Von einer Selbstmedikation mit Eisen solltet ihr während der Schwangerschaft allerdings absehen und vor einer möglichen Einnahme mit eurem Frauenarzt oder aber der Hebamme sprechen.

Häufige Begleiterscheinungen bei einem Eisenmangel sind Abgeschlagenheit, ständige Müdigkeit, Nervosität, blasse Haut, brüchige und weiche Nägel sowie eingerissene Mundwinkel. Stellt ihr diese Symptome bei euch fest, solltet ihr auf jeden Fall euren Frauenarzt konsultieren. Denn eine unbehandelte Anämie kann unter Umständen dazu führen, dass sich die Plazenta nicht richtig entwickelt und euer Baby nicht genügend Nährstoffe sowie Sauerstoff erhält. Zudem steigt die Gefahr von einer verminderten Blutreserve während der Geburt, was nicht selten einen verlängerten Krankenhausaufenthalt mit sich bringt.

Absetzen der Anti-Baby-Pille: Bei Frauen, die erst kurz vor der Schwangerschaft die Anti-Baby-Pille abgesetzt haben, kann auch vorübergehender Haarausfall auftreten. Durch das Absetzen der Pille sinkt der Östrogenspiegel, bis er durch die Schwangerschaft wieder steigt. Diese starken Hormonschwankungen beeinflussen euer Haarwachstum, indem sich die Wachstumsphase verkürzt und gleichzeitig die Ruhephase der Haare früher eintritt. So kommt es zu Haarausfall sowie einem kurzzeitig beeinträchtigten Haarwachstum.

Bei einigen Schwangeren kommt zudem eine starke Hauttrockenheit hinzu, welche die Haare austrocknet und brüchig werden lässt. Die einst kräftigen Haare brechen daraufhin oft ab und der Haarausfall wird unter Umständen begünstigt.

Haarausfall nach der Geburt

Der Haarausfall nach der Entbindung kommt um einiges häufiger vor, als während der Schwangerschaft. Jetzt büßen vor allem frisch gebackene Mamis ihre Haarpracht ein, die sich im Laufe der Schwangerschaft an kräftigen, vollen und glänzenden Haaren erfreuen durften. Grund hierfür ist, dass der Östrogenspiegel einige Wochen nach der Geburt drastisch absinkt und somit der gesamte Haarzyklus völlig durcheinandergebracht wird.

Der Lebenszyklus der einzelnen Haare verkürzt sich wieder und es kommt zu einem verstärkten Haarausfall. Dieser ist auch unter dem Namen postparatales Effluvium bekannt. Spätestens ein paar Monate nach der Geburt normalisiert sich der Hormonspiegel wieder und eure Haare wachsen wieder so, wie ihr es vor der Schwangerschaft gewohnt wart.

Haare sind zwar äußerst robust, aber sie können eben auch nicht alles unbeschadet überstehen. So können auch einschneidige Erlebnisse, zu denen eine Geburt definitiv dazugezählt werden kann, zu einem vorübergehenden Haarverlust führen. Durch große Stresssituationen schüttet der Körper vermehrt Adrenalin aus, was wiederum den Hormonhaushalt, zusätzlich zum schwangerschaftsbedingten Östrogenchaos, durcheinanderbringt.

Tipps gegen Haarausfall während und nach der Schwangerschaft

Ihr müsst jetzt ganz stark sein, aber effektiv vorbeugen könnt ihr dem hormonell bedingten Haarausfall nach der Schwangerschaft leider nicht. Ein durch Eisenmangel ausgelöster Haarausfall während der Schwangerschaft kann hingegen in den Griff bekommen werden.

Doch Haarausfall während und nach der Schwangerschaft ist kein Grund euch die sowieso schon strapazierten Haare zu raufen. Wir haben einige hilfreiche Tipps und Tricks für euch zusammengestellt, wie ihr mit Haarausfall während und nach der Schwangerschaft umgehen solltet:

Eisenhaltige Lebensmittel: Vor allem, wenn euer Haarausfall aufgrund von einem Eisenmangel auftritt, ist es enorm wichtig, dass ihr viele eisenhaltige Lebensmittel zu euch nehmt. So werden eure geschwächten Haarwurzeln von innen heraus gestärkt und das gesunde Haarwachstum angekurbelt. Zum Beispiel Fisch und Fleisch weisen einen sehr hohen Eisenanteil auf. Zudem kann das Eisen aus Fleisch um einiges besser aufgenommen werden, als aus pflanzlichen Lebensmitteln.

Doch auch Vegetarier und Veganer können mit eisenhaltigen Lebensmitteln wie Linsen, Quinoa, Spinat, Fenchel, Pfifferlingen, Rucola, getrocknetem Obst, Orangensaft, Vollgetreide, Tofu, Sojabohnen und Nüssen ihren Eisenspeicher auffüllen.

Beinahe alle dieser Lebensmittel sind außerdem reich an Zink, Eiweiß, wichtigen Ballaststoffen sowie Antioxidantien, welche maßgeblich an einem gesunden Haarwachstum beteiligt sind.

Vitaminreiche und ausgewogene Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung mit viel frischem Obst und Gemüse, Kohlenhydraten, Eiweißen, gesunden Fetten, Spurenelementen und Mineralien sind für Schwangere generell sehr wichtig und können Haarausfall reduzieren.

Ein Mangel an Biotin kann unter anderem auch zu Haarausfall und glanzlosen Haaren führen. Dadurch, dass Biotin in der Schwangerschaft und auch in der Stillzeit schneller abgebaut wird, ist es wichtig euren Speisplan um biotinhaltige Lebensmittel zu erweitern. Bananen, gekochte Eier, Haferflocken, ungeschälter Reis, Sojabohnen und Nüsse sind gute Biotin-Lieferanten.

Neben Biotin, Zink, Kupfer und Eisen sind B-Vitamine sowie Vitamin C und E essenziell für die Haargesundheit und wirken gleichzeitig Haarausfall entgegen.

Wenn ihr während und nach der Schwangerschaft zusätzlich Haar-Vitamine aus der Drogerie oder der Apotheke einnehmen möchtet, bespricht dies zuvor mit eurem Frauenarzt. Im Normalfall spricht allerdings nichts dagegen, eure geschwächten Haarwurzeln mit Kieselerde, Folsäure, Aminosäuren, Biotin oder Zink in Form von Vitaminkapseln mehr Kraft und Schwung zu verleihen.

Haare sorgsam behandeln: Um eure Haare bei einem schwangerschaftsbedingten Haarausfall nicht zusätzlich zu strapazieren, ist es äußerst wichtig, sie in dieser Zeit mit Samthandschuhen anzufassen.

Das bedeutet für euch:

  • Verwendet zum Haarewaschen ein mildes Shampoo oder aber ein Shampoo aus pflegenden Naturprodukten und massiert dieses gründlich ein. So wird eure Kopfhaut besser durchblutet und das Haarwachstum angeregt.
  • Wascht das Shampoo und die anschließende Pflege gründlich aus, damit keine Reste auf eurer Kopfhaut zurückbleiben. Diese Rückstände trocknen Haare und Kopfhaut aus und können Haarausfall begünstigen.
  • Um eure Haare zu entwirren, solltet ihr anstelle einer Bürste lieber einen grobzinkigen Kamm verwenden. Vermeidet außerdem kräftiges und häufiges Kämmen.
  • Verzichtet auf Styling-Produkte wie Schaumfestiger und Haarspray. Diese beschweren eure Haare zusätzlich und greifen unter Umständen die geschwächte Haarstruktur und Kopfhaut an.
  • Heiße Föhnluft sowie das Verwenden eines Glätteisens oder Lockenstabs solltet ihr auf ein Minimum zurückschrauben, bis sich eure Haare wieder vollständig erholt haben. Am besten lasst ihr eure Haare an der Luft trocknen oder stellt euren Föhn auf die lauwarme Stufe.
  • Auch auf das Haarefärben solltet ihr, vor allem im ersten Drittel der Schwangerschaft, verzichten, denn eure Kopfhaut kann durch die chemischen Inhaltsstoffe sehr stark reagieren.
  • Ob das Färben der Haare negative Auswirkungen auf euer Baby hat, ist bis heute umstritten und nicht wissenschaftlich belegt. Vorsichtshalber solltet ihr jedoch während der Schwangerschaft und in der Stillzeit auf synthetische, ammoniakhaltige sowie chemische Haarfarbe verzichten und auf naturbelassene Haarfarben wie zum Beispiel Henna zurückgreifen. Euer Friseur hat bestimmt eine gute Lösung und noch dazu wertvolle Sytlingtipps bei Haarausfall.

Ist Haarausfall in der Schwangerschaft gefährlich?

Haarverlust in der Schwangerschaft belastet fast alle Betroffene und nagt nicht selten am weiblichen Selbstbewusstsein. Dass die Gefühle von werdenden Bald-Mamis in der Schwangerschaft sowieso schon häufig Achterbahn fahren, macht die ganze Sache nicht einfacher. Doch gefährlich für euch oder euren Schatz ist der vorübergehende Haarverlust nicht.

Allerdings solltet ihr eurem Frauenarzt von dem plötzlich auftretenden Haarausfall berichten, damit dieser unter Umständen ein wirksames Eisenpräparat verschreiben kann. Bei sehr starkem Haarausfall kann der Frauenarzt weitere Untersuchungen vornehmen, um mögliche Schilddrüsen-Erkrankungen oder andere internistische Gründe auszuschließen. Das Gleiche gilt, wenn der Haarausfall auch ein halbes Jahr nach der Entbindung weiter anhält.

In der Regel normalisiert sich euer Haarwachstum spätestens ein halbes Jahr nach der Geburt wieder von ganz alleine. Und noch eine gute Nachricht: Eine weitere Schwangerschaft bedeutet nicht, dass ihr automatisch wieder eure glänzende Haarpracht einbüßen müsst.

Wir wünschen euch alles Gute für die bevorstehende Geburt und lasst euch wegen dem vorübergehenden Haarausfall keine grauen Haare wachsen.

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