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Blasenschwäche & verstärkter Druck auf die Harnblase in der Schwangerschaft

Bläsenschwache in der Schwangerschaft

Ein verstärkter Druck auf die Harnblase könnte ein erstes Zeichen für eine Schwangerschaft sein. Schon in der frühen Schwangerschaftsphase (ab der sechsten Woche) klagen die Schwangeren über einen stärkeren Blasendruck als sonst. Ein häufiger Harndrang gehört zu den typischsten Schwangerschaftszeichen. Schuld daran sind unterschiedliche Veränderungen im Körper einer Frau, die nach einer erfolgreichen Befruchtung zustande kommen. Von diesem unangenehmen Schwangerschaftsanzeichen sind rund 95 Prozent aller schwangeren Frauen betroffen.

Harndrang zu jeder Tages- und Nachtzeit

Manchmal wissen die werdenden Mütter noch nichts über ihr Glück, da kommt schon zu einem verstärkten Druck auf die Harnblase, der typisch für eine Schwangerschaft ist. Falls die Gänge auf die Toilette immer häufiger werden und die Frau sogar zu jeder Tages- und Nachtzeit auf die Toilette muss, kann das auf eine Schwangerschaft deuten. Mit dem Beginn des dritten Trimesters sind die Beschwerden noch stärker, dann genügt manchmal ein Husten oder Lachen, und die Blase entleert kleine Urinmengen. Blasendruck durch Schwangerschaft hat seine Ursachen unter anderem in der wachsenden Gebärmutter, wodurch ein Druck auf die Blase entsteht. Des Weiteren werden bei einer Schwangerschaft die inneren Organe stärker durchblutet. Infolgedessen arbeiten die Nieren auf Hochtouren und produzieren mehr Harnflüssigkeit.

Häufiger und mehr trinken

Der häufigere Gang auf die Toilette sollte durch ausreichende Flüssigkeitsaufnahme kompensiert werden – die werdende Mutter muss mehr und häufiger trinken. Das hat jedoch den Nachteil, dass sich dadurch der Druck auf die Blase noch stärker bemerkbar macht. Der Urin sollte im Normalfall eine normale Farbe und den typischen Geruch nach Brühe aufweisen. Falls es jedoch ständig „tröpfelt“ und der Urin eher rosafarben ist, kann es sich um Fruchtwasser handeln. In diesem Fall ist ein Arzttermin ratsam.

Blasendruck und Schwangerschaft: Hormone sind schuld

Neben der wachsenden Gebärmutter sind für den verstärkten Blasendruck auch Hormone verantwortlich. Dieses Schwangerschaftsanzeichen wird durch vermehrte Progesteronausschüttung eingeleitet. Das weibliche Hormon Progesteron wirkt sich beruhigend auf den Körper einer Frau aus. Davon ist auch die Blasenmuskulatur betroffen. Ein verstärkter Harndrang und Inkontinenz ist das Resultat. Normalerweise fasst die Harnblase zwischen 300 und 500 Milliliter auf. Die schwangeren Frauen können allerdings nicht so lange warten, bis ihre Blase voll ist. Sie müssen eine Toilette aufsuchen, und zwar rund um die Uhr. Durch Progesteron Wirkung gibt die Blase schon viel früher ein Signal, dass sie voll ist.

Gegenmaßnahmen bei Blasendruck in der Schwangerschaft

Eine werdende Mutter kann leider wenig tun, um diesem Symptom entgegenzuwirken. Der Körper braucht in der Schwangerschaft mehr Flüssigkeit, deswegen sollte man mindesten 500ml Flüssigkeit pro Tag mehr trinken als sonst. Damit die Nächte von den Toilettenbesuchen einigermaßen verschont bleiben, sollte die Schwangere ein bis zwei Stunden vor dem Schlafengehen nichts trinken. Das hilft jedoch auch nicht immer. Der verstärkte Harndrang bringt aber auch Positives mit: Mit dem Urin werden unter anderem die gesundheitsgefährdenden Keime ausgespült, die sonst eine Blasenentzündung verursachen könnten. Kaffee, Tee oder Alkohol sollte am besten gemieden werden, weil sie den Blasendrang noch verstärken. Vorsicht ist geboten, wenn beim Wasserlassen Schmerzen oder ein brennendes Gefühl auftreten. In solchen Fällen sollte man unbedingt einen Arzt aufsuchen, ein Verdacht auf eine Harnwegsinfektion liegt dabei nahe. Unbehandelt kann es zu einer Nierenentzündung führen.

Hinweis
Ein guter Tipp: Gegen diese Symptome können werdende Mütter mit entsprechendem Training der Beckenbodenmuskulatur vorgehen. Starke Muskulatur des Beckenbodens hilft, den Urin länger zu halten. Aber nicht übertreiben: Wird dem Harndrang nicht regelmäßig nachgegeben, kann eine Blasenentzündung die Folge sein. Ein frühes Beckenbodentraining hilft die Blase besser im Griff zu halten und beugt einer Inkontinenz nach der Schwangerschaft vor. Starke Beckenbodenmuskeln beugen zudem einer Gebärmuttersenkung vor. So kann sich die Schwangere noch besser auf die Geburt vorbereiten.

Beckenbodengymnastik gegen Blasenschwäche

Regelmäßige Beckenbodengymnastik beugt Inkontinenz vor. Die folgenden Übungen können überall, ob zu Hause oder im Büro, durchgeführt werden:

  1. Übung: Auf einem Stuhl aufrecht sitzend, den Blick nach vorne richten und dabei spüren, wo sich die Sitzbeinhöcker (lat. Ischium) befinden. Die Beckenbodenmuskulatur befindet sich genau zwischen den Höckern. Nun die Muskulatur aktivieren – einfach die Körperöffnungen verschließen und sich währenddessen vorstellen, dass diese in den Körper hineingesaugt werden. Diese Stellung etwa fünf Sekunden halten. Wichtig: Nur die Beckenbodenmuskeln sollten angespannt bleiben, die umliegende Muskulatur soll entspannt sein.
  1. Übung: Im Vierfüßlerstand die Arme schulter- und die Beine hüftbreit auseinanderstellen. Die Beckenbodenmuskulatur anspannen (die Körperöffnungen schließen und dabei versuchen, sie nach innen zu ziehen). Jetzt die Knie leicht vom Boden abheben und langsam auf und ab wippen.
  1. Übung: Auf der Seite liegend stützt man sich mit dem Unterarm auf dem Boden ab. Die Beine parallel übereinanderlegen und ganz leicht beugen. Nun das obere Bein etwas vom Boden abheben und leicht nach oben drehen (das Knie sollte in Richtung Decke zeigen). Anschließend das Bein in die Ausgangsposition zurückdrehen. Während der gesamten Bewegung bleibt die Beckenbodenmuskulatur angespannt.

Trainingstipps: Bei jeder Übung zwischen 5 und 10 Wiederholungen durchführen (pro Seite). Auf einen ständigen Wechsel von Anspannung und Entspannung der Muskulatur achten!

Wann kommt es zum Harndrang in der Schwangerschaft?

In den ersten drei Schwangerschaftsmonaten ist der Blasendrang am stärksten. Die Gründe dafür: Die Gebärmutter wächst und der Körper produziert mehr Progesteron. Ungefähr im 4. Monat wächst die Gebärmutter in die Bauchhöhle hinein (sie richtet sich auf) und der Harndrang lässt etwas nach. Das ist jedoch nicht von langer Dauer. Etwa ab dem 7. Monat – ab Ende des zweiten Trimesters – wird der Druck auf die Blase wieder stärker, weil dann der Kopf des Kindes wieder nach unten wandert und auf die Blase drückt. Das ungeborene Baby lässt in der Bauchhöhle der Mutter nur wenig Platz und drückt auf die inneren Organe, darunter auf die Harnblase. Darüber hinaus entspannt sich die Beckenbodenmuskulatur noch mehr, um den Körper auf die Geburt vorzubereiten.

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