Startseite Schwangerschaft 3D-Ultraschall in der Schwangerschaft: Risiken, Kosten und Tipps zum richtigen Zeitpunkt

3D-Ultraschall in der Schwangerschaft: Risiken, Kosten und Tipps zum richtigen Zeitpunkt

3D-Ultraschall

Das niedliche Gesichtchen und die Ähnlichkeit zu Mama oder Papa bereits vor der Geburt detailgetreu betrachten zu können, stellt für viele werdende Eltern ein wunderschönes und einzigartiges Erlebnis während der Schwangerschaft dar. Kein Wunder also, dass 3D-Babybilder so beliebt sind und der dreidimensionale Ultraschall häufig erfolgt. Durch eine Gesetzesänderung ist die Durchführung eines solchen Ultraschalls ab 01.01.2021 jedoch lediglich bei einer medizinischen Notwendigkeit erlaubt.

Warum das so ist und ob der 3D-Ultraschall Risiken für das Ungeborene birgt, erfahrt ihr in diesem Artikel. Zudem klären wir euch unter anderem über die anfallenden Kosten der 3D-Bilder eures Babys auf und ab welchem Zeitpunkt das Screening überhaupt sinnvoll ist.

Unterschied zwischen 2D und 3D

Hat das Baby Mamas Grübchen oder vielleicht Papas markantes Kinn geerbt? Aufschluss darüber kann eine 3D-Aufnahme geben, bei welcher das Baby um eine weitere Dimension abgebildet wird. Doch was ist der genaue Unterschied zu einem 2D-Ultraschall? Der herkömmliche Ultraschall wird hierzulande im Zuge der regelmäßig stattfindenden Vorsorgeuntersuchungen durchgeführt, wobei durch die reflektierten Wellen ein flaches schwarz-weiß Bild entsteht. In der Regel erfolgt die erste von insgesamt drei Ultraschall-Untersuchungen zwischen der 9. und 12. Schwangerschaftswoche.

Sobald das Baby etwas größer ist, sind die Umrisse des Körpers sowie die inneren Organe deutlicher erkennbar und ab dem 2. Ultraschall kann in der Regel das Geheimnis um das Geschlecht gelüftet werden. Wie gut ihr euer Baby auf dem Ausdruck erkennen könnt, ist unter anderem von der Lage des Kindes, der Erfahrung des Arztes und von der Qualität des Geräts abhängig. Erfahrene Frauenärzte können auf einem 2D-Ultraschall sogar winzige Feinheiten, wie zum Beispiel die Blutgefäße im Gehirn oder die Breite des Nasenrückens, erkennen. Neben der Entwicklung des Kindes kann sich der Frauenarzt zudem ein Bild über das Wachstum der Gebärmutter machen.

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Anders als beim herkömmlichen Ultraschall verleiht der weiterentwickelte 3D-Ultraschall dem Bild eine gewisse Tiefe und wie der Name schon sagt, erhalten der Frauenarzt und die werdenden Eltern eine dreidimensionale und somit eine sehr naturgetreue und plastische Aufnahme des Babys. Durch die plastische Darstellung sind neben den Gliedmaßen sogar Grübchen, eine gerunzelte Stirn oder andere feine Gesichtsstrukturen deutlich auszumachen. Kurz gesagt: Auch Laien können das Gesicht oder das Geschlecht ohne Probleme erkennen. Zudem macht es die ausgereifte Technik möglich, gegebenenfalls die Nabelschnur wegrechnen zu lassen, um eine freie Sicht auf das Baby zu bekommen.

Hier wird in der Regel ein 3D-Ultraschall eingesetzt:

  • Genaueres Betrachten der inneren Organe und Knochen
  • Frühzeitiges Erkennen von Fehlbildungen oder embryonalen Anomalien des Nervensystems
  • Auffälligkeiten im Zuge des 2D-Ultraschalls
Bitte beachten:
Ein 3D-Ultraschall bietet lediglich zusätzliche diagnostische Informationen über das ungeborene Baby und ersetzt die herkömmlichen Ultraschall-Untersuchungen, welche in den Mutterschaftsrichtlinien vorgeschrieben sind, nicht.

So funktioniert ein 3D-Ultraschall

Im Prinzip funktioniert ein 3D-Ultraschall, der auch Volumensonografie oder 3D-Sonografie genannt wird, ähnlich wie ein 2D-Ultraschall: Der Frauenarzt fährt behutsam mit dem Schallkopf des Ultraschallgeräts über die Bauchdecke der werdenden Mama, bis eine bestmögliche Darstellung gegeben ist. Alternativ kann die Ultraschallsonde durch die Vagina eingeführt werden. Mithilfe von Schallwellen, welche wiederum ein Echo zurückwerfen, wird daraufhin die Entfernung des Gewebes von der Körperoberfläche ermittelt.

Auf Grundlage dieser errechneten Daten können der Körper sowie die Organe des ungeborenen Babys bildlich dargestellt werden. Im Unterschied zu den konventionellen 2D-Aufnahmen in schwarz-weiß werden die Einzelaufnahmen des Babys mithilfe einer speziellen Software in ein dreidimensionales und sehr plastisches Bild umgewandelt. Somit zeigen die Aufnahmen nicht nur einen Umriss, sondern ein räumliches sowie naturgetreues Bild des Kindes.

Welche Voraussetzungen müssen gegeben sein?

Ein bisschen Glück gehört bei einem Ultraschall durchaus dazu, denn damit ihr überhaupt was von dem Screening habt und ihr am Ende euren Schatz in 3D bestaunen könnt, müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein. So hat vor allem die Lage und Position eures Babys natürlich gravierende Auswirkungen darauf, wie präzise die 3D-Aufnahmen ausfallen. Liegt euer Kind beispielsweise mit dem Rücken zur Bauchdecke, kann auch das modernste Ultraschallgerät keine guten Bilder liefern. Idealerweise befindet sich das Baby während dem Ultraschall in der Bauchlage und zeigt mit seinem Gesicht in Richtung Bauchdecke der Mama.

Zudem spielt die Lage der Plazenta eine wichtige Rolle. Sitzt diese, wie es bei den meisten Schwangeren der Fall ist, im oberen Teil der Gebärmutter, sind 3D-Aufnahmen möglich. Liegt hingegen eine Vorderwandplazenta vor, kann die Sicht auf das Baby versperrt sein. Des Weiteren hängt die Qualität sowie die Aussagekraft der 3D-Babybilder von folgenden Faktoren ab:

  • Fruchtwassermenge
  • Aktuelle Schwangerschaftswoche
  • Erfahrung und Geschicklichkeit des Frauenarztes
  • Dicke der mütterlichen Bauchdecke
  • Qualität des Ultraschallgeräts

Der beste Zeitpunkt für einen 3D-Ultraschall

Viele Eltern fragen sich, ab wann ein dreidimensionaler Ultraschall sinnvoll ist. Grundsätzlich gilt, dass ein 3D-Ultraschall zu jedem Zeitpunkt der Schwangerschaft möglich ist, allerdings kommt es immer darauf an, welchem Zweck die dreidimensionalen Babybilder dienen sollen. Bereits zwischen der 8. und 12. Schwangerschaftswoche lassen sich einige Entwicklungsstörungen erkennen und etwa ab der 14. SSW können Frauenärzte mögliche Fehlbildungen feststellen. Soll der Ultraschall Auskunft über einzelne Organe liefern, wird dieser in der Regel ab der 25. Schwangerschaftswoche durchgeführt.

Sofern keine medizinische Notwendigkeit besteht und lediglich eine Erinnerung geschaffen werden soll, liegt der optimale Zeitpunkt für einen 3D-Ultraschall etwa zwischen der 20. und 30. Schwangerschaftswoche. Zu dieser Zeit ist euer heranwachsendes Baby bereits gut entwickelt und das Gesicht sowie die Mimik sind besonders gut zu erkennen. Gleichzeitig ist noch ausreichend Platz vorhanden, damit möglichst viele Details sichtbar sind und euer Baby turnen und Purzelbäume schlagen kann.

Findet der Ultraschall zwischen der 14. und 20. Schwangerschaftswoche statt, erhaltet ihr hingegen Aufnahmen, die den ganzen Körper eures Kindes zeigen und ihr könnt noch möglichst viel von eurem kleinen Liebling betrachten. Wird der Ultraschall erst nach der 30. Schwangerschaftswoche vorgenommen, ist nicht mehr allzu viel Platz in eurem Bauch vorhanden, was die dreidimensionalen Babybilder beeinträchtigen kann.

Denn je größer das Baby ist und je mehr es sich zusammenrollt, desto geringer ist die Chance, dass bestimmte Details, wie das Näschen, die Füße, das Kinn, die Kopfform oder die Augen, zu sehen sind. Zudem begibt sich das Baby so langsam in die Geburtsposition, was bedeutet, dass das Köpfchen weniger gut auf den 3D-Bildern zu erkennen ist.

Bitte beachten:
Handelt es sich um eine Mehrlingsschwangerschaft empfehlen Frauenärzte häufig, den Termin für das Screening zwischen die 18. und 22. Schwangerschaftswoche zu legen.

Medizinische Vorteile eines 3D-Ultraschalls

Sowohl die routinemäßigen Ultraschall-Untersuchungen als auch die Fehlbildungsdiagnostik werden durch die herkömmliche zweidimensionale Sonografie durchgeführt. Sofern die Schwangerschaft normal verläuft, besteht keine Notwendigkeit für die Durchführung eines 3D-Ultraschalls. Stellt der Frauenarzt allerdings Auffälligkeiten in der Entwicklung des ungeborenen Babys fest oder benötigt zusätzliche diagnostische Informationen bei bestimmten Fragestellungen kommt der dreidimensionale Ultraschall zum Einsatz.

Durch eine spezielle Technik trägt ein 3D-Ultraschall dazu bei, das Innere des Körpers räumlich darzustellen und Formen sowie Strukturen können besser wahrgenommen werden. Gleichzeitig werden bestimmte Details kontrastreicher hervorgehoben, was mitunter dazu führt, dass auf diese Weise eine genauere Diagnostik beim ungeborenen Baby durchgeführt werden kann.

Zudem hat ein dreidimensionaler Ultraschall den Vorteil, dass fetale Herzfehler oder Nierenfehlfunktionen festgestellt und frühzeitig gesundheitserhaltende Maßnahmen getroffen werden können. Auch die Gehirnstrukturen des Kindes lassen sich besser untersuchen, als es mit einem konventionellen Ultraschall der Fall ist.

Neben Herzfehlern oder Auffälligkeiten bei inneren Organen kann ein Screening mit einem 3D-Ultraschall unter anderem Auskunft über folgende Fehlbildungen oder Fehlentwicklungen geben:

  • Organische Anomalien
  • Fetale Gesichtsdefekte, wie zum Beispiel Gesichtsspalten oder Lippen-Kiefer-Spalten
  • Neuralrohrfehlbildungen, wie zum Beispiel Spina bifida
  • Fetale Skelettdefekte

Für Frauenärzte hat ein 3D-Ultraschall außerdem den großen Vorteil, dass die sogenannten Volumenaufnahmen ohne Zeitverzug gespeichert und nachträglich bearbeitet werden können. Somit kann sich der Arzt die Aufnahmen nach dem Ultraschall ganz in Ruhe anschauen und verschiedene Ebenen, Oberflächendarstellungen sowie Schichten näher betrachten und Anomalien beim Baby frühzeitig erkennen. Für einen dreidimensionalen Ultraschall spricht außerdem, dass unter Umständen etwaige andere Tests entfallen, welche höhere Risiken für das ungeborene Baby und die werdende Mama bergen.

Emotionale Vorteile eines 3D-Ultraschalls

Ein herkömmlicher schwarz-weiß Ultraschall vom Umriss des ungeborenen Babys gehört für Eltern zu den schönsten Bildern überhaupt und bekommt natürlich einen Extra-Platz im Fotoalbum oder an der Fotowand. Kein Wunder, denn schließlich handelt es sich um die allererste Aufnahme des eigenen Kindes. Spannender ist eigentlich nur noch eine Aufnahme des kleinen Wunders in 3D, welches die werdenden Eltern nach dem Ultraschall-Termin in der Regel mit nach Hause nehmen dürfen.

Somit trägt ein Bild vom ungeborenen Baby in 3D zur Vorfreude der werdenden Eltern bei und dient gleichzeitig als eine einzigartige Erinnerung. Das Erstaunliche an den dreidimensionalen Aufnahmen ist, dass diese enorm viele Details aufweisen und somit richtig naturgetreu aussehen. Anders als bei den herkömmlichen schwarz-weiß Bildern ist es bei den plastischen 3D-Babybildern möglich, bereits das Stupsnäschen, ein Stirnrunzeln, ein kleines Lächeln, die Augen, ein Grübchen oder andere Kleinigkeiten zu bewundern. Zudem stellt es einen unvergesslichen Moment dar, wenn das Baby stolz den Großeltern, Geschwistern oder anderen nahestehenden Verwandten und Freunden gezeigt werden kann. Auch, wenn es sich dabei vorerst nur um eine Aufnahme handelt.

Gut zu wissen:
Einige Eltern haben durch das 3D-Bild das Gefühl, ihr Baby bereits vor der Geburt besser kennenzulernen, was das Band nachhaltig stärken kann.

Sind 3D-Babybilder wirklich nötig?

Die drei großen und von den Mutterschaftsrichtlinien vorgeschriebenen Ultraschall-Untersuchungen sind bei einer normal verlaufenden Schwangerschaft völlig ausreichend. Zudem haben diverse Studien gezeigt, dass spezielle 3D-Aufnahmen nicht zwangsläufig bessere Ergebnisse als ein herkömmlicher Ultraschall liefern. In ihrer Doktorarbeit mit dem Titel „Indikationen für den dreidimensionalen Ultraschall in der Pränataldiagnostik“ gibt Dr. med. Irina-Brigitte Ziegelmüller-Uhlmann diesbezüglich zu bedenken:

„Es stellte sich heraus, daß der routinemäßige Einsatz des 3D-Gerätes bei jeder Schwangeren nicht sinnvoll ist. Darüber hinaus zeigt diese Studie, daß der dreidimensionale Ultraschall bei der Erstdiagnose von fetalen Fehlbildungen keine Vorteile gegenüber dem konventionellen Ultraschall hat, wenn dieser von einem erfahrenen Untersucher durchgeführt wird.“

Für Frauenärzte ist die Durchführung eines 3D-Ultraschalls also nur dann notwendig, sollten bei den Basis-Ultraschalluntersuchungen Auffälligkeiten entdeckt worden sein. Das Gleiche gilt, sollte ein Verdacht von Fehlbildungen beim Baby bestehen, der zusätzlich abgeklärt werden muss. In den letzten Jahren geht der Trend jedoch zu einer permanenten Überwachung des Babys seitens der Eltern.

Dies bedeutet, dass die dreidimensionalen Babyaufnahmen gerne zum sogenannten „Baby-Fernsehen“ in Anspruch genommen werden, um schon mal einen lang ersehnten Blick auf sein Kind werfen zu können. Sofern allerdings keine medizinische Notwendigkeit besteht, sollten Eltern im Vorfeld abwägen, ob ein 3D-Ultraschall wirklich nötig ist. Zudem gibt es keine Garantie, dass am Ende überhaupt eine gute Aufnahme entsteht, was hinsichtlich der doch recht hohen Kosten zusätzlich berücksichtigt werden sollte.

Bitte beachten:
Aus medizinischer Sicht gesehen, ist ein 3D-Ultraschall nur dann sinnvoll und empfehlenswert, sollte ein Verdacht seitens des behandelnden Frauenarztes auf eine Fehlentwicklung beim Ungeborenen bestehen.

Birgt ein 3D-Ultraschall Gefahren für das Baby?

Zahlreiche Studien besagen, dass es bisher keine Anhaltspunkte dafür gibt, dass ein 3D-Ultraschall gesundheitliche Risiken für das ungeborene Baby birgt. In einer öffentlichen Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) zum Thema „Verbot des Baby-Fernsehens“ betont der Vizepräsident PD Dr. med. K.-S. Heling: „Es gibt trotz jahrzehntelanger intensivster Forschungsarbeit nach wie vor keine Studienergebnisse, die auf irgendeine ultraschallinduzierte „Gesundheitsbelastung“ des Feten hindeuten.“

Auch der Bundesverband der Frauenärzte e. V. sieht laut aktuellen Untersuchungen keine Gefahren für das Ungeborene durch die Durchführung eines 3D-Ultraschalls. Zudem wird hervorgehoben, dass das Baby im Mutterleib kaum von den Schallwellen erfasst wird, sofern der Ultraschall korrekt angewendet und von einem erfahrenen Frauenarzt durchgeführt wird. Werdende Eltern müssen sich somit keine Sorgen machen, sollte aus medizinischen Gründen ein kurzer 3D-Ultraschall erfolgen.

Nichtsdestotrotz darf nicht außer Acht gelassen werden, dass Schallwellen zu einer vorübergehenden Erwärmung des Gewebes führen. Bei einer korrekten Anwendung wird das Gewebe allerdings nur minimal erwärmt, damit keine Risiken für das Ungeborene bestehen. Um jedoch scharfe Aufnahmen in guter Qualität zu bekommen, sind vor allem bei einem modernen 3D- oder 4D-Ultraschall stärkere Schallwellen notwendig.

Je länger die Untersuchung also dauert und je höher die dabei angewandte Energie ist, umso höher ist dementsprechend der Erwärmungseffekt. Das Problem hierbei ist, dass Wissenschaftler nach wie vor nicht genau wissen, welche eventuellen Folgen eine Erwärmung des Gewebes für das Ungeborene birgt. Laut Experten sollte aus diesem Grund der Ultraschall möglichst nur wenige Sekunden andauern und nicht ausschließlich dem Zweck des Baby-Fernsehens dienen.

Gut zu wissen:
Sofern es sich beim durchgeführten 3D-Ultraschall um eine kurze und medizinisch notwendige Untersuchung handelt, bestehen keine gesundheitlichen Risiken für das ungeborene Baby oder die werdende Mama.

Neue Regelungen verbieten 3D-Ultraschall ab 2021

Beginnend mit dem 1. Januar 2021 sind nur noch diejenigen 3D-Ultraschalls erlaubt, die medizinisch notwendig sind. Verabschiedet wurde das entsprechende Gesetz, welches sich auf die im Jahr 2018 in Kraft getretene neue Strahlenschutzverordnung bezieht, vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU). Dabei äußerst sich die BMU in einer öffentlichen Stellungnahme wie folgt:

„Nach der am 31. Dezember 2018 in Kraft getretenen Modernisierung des Strahlenschutzrechtes durch die ‚Verordnung zum Schutz vor schädlichen Wirkungen nichtionisierender Strahlung bei der Anwendung am Menschen‘ sind Untersuchungen, die Diagnostik dienen, also nicht durchgeführt werden, um medizinische Fragestellungen zu beantworten, künftig verboten.“

Im Klartext soll das bedeuten, dass nur noch 3D-Ultraschalls erlaubt sind, die vom Frauenarzt als medizinisch notwendig erachtet werden. Dies liegt unter anderem vor, wenn beim Ungeborenen fetale Herzfehler oder andere Fehlbildungen vermutet werden. Das sogenannte und bis dato durchaus beliebte Baby-Fernsehen, welches keinem medizinischen Zweck, sondern lediglich zum reinen Vergnügen der Eltern dient, ist somit ab Ende 2020 verboten.

Wie ihr bereits im Text erfahren habt, gehen von einem dreidimensionalen Ultraschall nach aktueller Studienlage keine Gefahren für das ungeborene Baby oder die Schwangere aus, sofern ein kundiger Frauenarzt diesen gewissenhaft durchführt. Warum also werden 3D-Ultraschalls dann ab 2021 verboten? Das liegt daran, dass sich die Mehrzahl der Studien lediglich auf kurze medizinische Untersuchungen und nicht auf die Auswirkungen des oft länger andauernden Baby-Fernsehens bezieht. Um kein Risiko einzugehen, lässt das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit somit eine besondere Vorsicht zum Schutz von ungeborenen Babys walten.

In erster Linie ist die erhöhte Vorsicht der Tatsache geschuldet, dass eben nicht nur routinierte und geschickte Ärzte einen 3D-Ultraschall anbieten, sondern auch nicht-medizinische Anbieter. Die sogenannten Ultraschall-Studios bieten dreidimensionale Babybilder als eine Art Event an und locken mit einem zusätzlichen Foto- oder Videopaket als Erinnerung. Im Prinzip steht hier also die Kundenzufriedenheit im Fokus und nicht das Wohl sowie die Gesundheit des Kindes.

Das größte Problem hierbei ist, dass diese „Foto-Shootings“ bis zu 45 Minuten dauern, was bedeutet, dass die ungeborenen Babys den stärkeren Schallwellen und dem damit einhergehenden Temperaturanstieg unnötig lange ausgesetzt sind. Allerdings sind sich Experten lediglich darüber einig, dass eine kurze Beschallung keine gesundheitlichen Folgen für das Baby hat. Wie es bei einer derart langen Ultraschallsitzung aussieht, ist hingegen nicht abschließend geklärt. Hinzu kommt, dass die Prozedur häufig mehrere Male wiederholt werden muss, um das perfekte Foto zu erhalten.

Gut zu wissen:
Besteht kein medizinischer Grund, darf ab 2021 kein 3D-Ultraschall mehr durchgeführt werden und dem Baby-Fernsehen durch nicht-medizinische Anbieter wird somit ein gesetzlicher Riegel vorgeschoben. So soll unter anderem verhindert werden, dass das Ungeborene den Schallwellen zu lange ausgesetzt ist und gesundheitliche Aspekte in den Hintergrund geraten.

Kosten für einen 3D-Ultraschall

Die Kosten für die insgesamt drei routinemäßigen und von den Mutterschaftsrichtlinien vorgeschriebenen Ultraschall-Untersuchungen werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Anders sieht es hingegen bei den 3D-Aufnahmen aus, da es sich in den meisten Fällen nicht um eine medizinische Notwendigkeit, sondern um einen Wunsch der werdenden Eltern handelt. Ohne medizinischen Grund handelt es sich bei einem 3D-Ultraschall also um eine sogenannte individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) und nicht um eine vorgeschriebene Routineuntersuchung.

Dies wiederum bedeutet, dass die Eltern selbst und nicht die Krankenkassen für die Kosten aufkommen müssen, sollte es sich bei den Aufnahmen lediglich um ein Erinnerungsstück handeln. Wie hoch die Kosten für die 3D-Babybilder ausfallen, ist dabei von Praxis zu Praxis unterschiedlich und kommt zudem auf den Umfang an. In der Regel können werdende Eltern jedoch mit Kosten zwischen 50 Euro und 150 Euro rechnen. Am besten ist es, ihr informiert euch im Vorfeld bei eurem Frauenarzt über die anfallenden Kosten.

Gut zu wissen:
Wird der 3D-Ultraschall aufgrund einer ärztlichen Verordnung durchgeführt, werden die anfallenden Kosten von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Privatversicherte sollten sich im Vorfeld bei ihrer Krankenkasse über eine eventuelle Kostenübernahme informieren.

Zusammenfassung 3D-Ultraschall

Ein 3D-Ultraschall wird in erster Linie durchgeführt, wenn ein Verdacht auf eine eventuelle Fehlbildung oder Fehlentwicklung beim ungeborenen Baby besteht. Dazu gehören fetale Herzfehler, Skelett- oder Neuralrohrdefekte, Gesichtsspalten sowie andere Anomalien des embryonalen Nervensystems. Zudem lässt sich die Gehirnstruktur besser untersuchen als bei einem herkömmlichen Ultraschall.

Möglich werden die plastischen 3D-Aufnahmen, indem die zweidimensionale Darstellung mithilfe einer speziellen Technik um eine zusätzliche Dimension erweitert wird. Die einzelnen Aufnahmen werden daraufhin zusammengeführt und räumlich dargestellt, was ein plastisches und äußerst detailliertes Bild des Babys entstehen lässt. Da auch Laien das Ungeborene gut erkennen können, wird ein 3D-Ultraschall nicht ausschließlich für medizinische Zwecke verwendet, sondern auch, um eine bleibende Erinnerung an die Schwangerschaft zu schaffen.

Zwar gilt ein korrekt durchgeführter 3D-Ultraschall laut Studien als ungefährlich, um jedoch auf Nummer sicher zu gehen und gesundheitliche Risiken komplett auszuschließen, sind ab 2021 nur noch 3D-Aufnahmen erlaubt, die medizinisch notwendig sind. Somit soll vor allem nicht-medizinischen Anbietern ein Riegel vorgeschoben werden, bei welchen nicht der gesundheitliche Aspekt, sondern das sogenannte Baby-Fernsehen im Mittelpunkt steht. Hintergrund für die neue Regelung, welche vom Bundesministerium für Gesund, Umwelt und nukleare Sicherheit (BMU) verabschiedet wurde, ist die 2018 in Kraft getretene neue Strahlenschutzverordnung.

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