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Folsäure in der Schwangerschaft – Das müsst Ihr wissen

Folsäure in der Schwangerschaft

In Deutschland leiden viele Menschen unwissentlich unter einem Folsäure-Mangel. Dabei ist das fatal, denn das Vitamin ist in der Lage, den Körper vor verschiedenen Krankheiten zu schützen. Darüber hinaus ist Folsäure in der Schwangerschaft unverzichtbar, denn es verhindert Fehlbildungen bei dem Baby. Aus diesem Grunde haben Schwangere und Stillende einen erhöhten Bedarf an Folsäure. Was Folsäure genau ist und warum es in der Schwangerschaft unbedingt in ausreichender Menge aufgenommen werden sollte, das erfahrt ihr in unserem Ratgeber.

Was ist Folsäure?

Bei Folsäure handelt es sich um ein lebenswichtiges Vitamin, das der Körper nicht selbst produzieren kann. Aus diesem Grunde muss Folsäure über die Nahrung in entsprechenden Mengen aufgenommen werden. Folsäure gehört offiziell zu den B-Vitaminen, es wird aber oft auch Vitamin B9 genannt.


Folsäure wird auch gerne Folat genannt – doch nicht nur die Namen sind unterschiedlich. Folat und Folsäure sind sich grundsätzlich relativ ähnlich. Wobei Folsäure eine synthetische Verbindung darstellt, während das Folat das ganz natürlich vorkommende Vitamin ist. Sowohl Folsäure als auch Folat gehören in die Gruppe der wasserlöslichen B-Vitamine.

Der Name stammt übrigens aus dem lateinischen und wird von folium abgeleitet. Was umgangssprachlich Blatt bedeutet und darauf hindeutet, wo besonders viel Folsäure enthalten ist. Grünes Blattgemüse gilt als Hauptlieferant für Folat. Allerdings ist der menschliche Körper nur in der Lage, rund 50 Prozent aus Lebensmitteln aufzunehmen. Bei reiner Folsäure kann er hingegen auch problemlos die doppelte Menge aufnehmen.

In welchen Lebensmitteln ist Folsäure enthalten?

  • Vollkornprodukte
  • Radieschen
  • Karotten
  • Nüsse
  • Innereien von Kalb und Geflügel
  • Tomaten
  • Lachs
  • Brokkoli
  • Spinat
  • Spargel
  • Rucola

Überwiegend findet sich Folsäure in grünen Gemüsesorten vor, allerdings nur in geringen Mengen. Die Aufnahme über die Nahrung gelingt demnach nur in wenigen Fällen. Was kaum verwunderlich ist, denn der menschliche Körper benötigt täglich um die 300 Mikrogramm Folsäure (Laut Angaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung). Um diese Menge zu erreichen, müsstet ihr jeden Tag rund 300 g Leber essen. Eine durchschnittliche Scheibe Vollkornbrot wiegt meistens um die 40 g. Und in 100 g Vollkornbrot sind lediglich 15 Mikrogramm Folsäure enthalten.

Wichtig für die Aufnahme des Vitamins ist außerdem die Zubereitung der Lebensmittel. Denn Folsäure gilt besonders hitzeempfindlich und zersetzt sich an der Luft rasch. Unter Wärmeeinwirkung geht es teilweise vollständig verloren. Deswegen solltet ihr in der Schwangerschaft auf lange Lager- und Kochzeiten der folsäurehaltigen Lebensmittel verzichten. Eine schonende Zubereitung ist essenziell. Lebensmittel solltet ihr deswegen nur in wenig Wasser ganz kurz garen.


Warum ist Folsäure in der Schwangerschaft wichtig?

Folsäure ist für einen gesunden Organismus immer wichtig. Der Körper braucht es vor allen Dingen, um die roten Blutkörperchen zu bilden und die Hormone Serotonin sowie Noradrenalin zu produzieren. Darüber hinaus wird auch noch die Gehirnfunktion von dem Vitamin beeinflusst.

Problematisch ist ein Mangel vor allen Dingen bei Schwangeren. Denn in der Schwangerschaft spielt Folsäure eine entscheidende Rolle, ist es doch maßgeblich an der Entwicklung des Babys beteiligt. Fatal an dieser Tatsache ist, dass sich der Bedarf an Folsäure in der Schwangerschaft deutlich erhöht. Während Erwachsene und Jugendliche laut DG täglich 300 Mikrogramm benötigen, brauchen Schwangere und Stillende täglich 800 Mikrogramm Folsäure.

Ganz besonders solltet ihr in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft auf eine ausreichende Folsäure-Zufuhr achten. Bei einem Mangel des Vitamins kann es dazu kommen, dass sich das zentrale Nervensystem des Fötus nicht gesund entwickelt. Bei Extremfällen kann der Mangel sogar einen offenen Rücken oder aber eine andere Missbildung zur Folge haben. Frühgeburten werden oftmals ebenfalls auf einen Mangel an Folsäure in der Schwangerschaft zurückgeführt.

Woran erkenne ich einen Folsäure-Mangel? Symptome im Überblick!

Statistisch nehmen die meisten Menschen zu wenig Folsäure auf. Und das bleibt oftmals auch vollkommen unbemerkt, denn die Anzeichen für einen Mangel können sehr unterschiedlich und auch noch relativ allgemein ausfallen. Folgende Symptome können unter Umständen einen Mangel anzeigen

  • Konzentrationsstörungen
  • Appetitlosigkeit
  • Blasse Haut
  • Depressive Grundstimmung
  • Haarausfall
  • Reizbarkeit
  • Wunde Stellen im Mund

Der Arzt ist in der Lage, mit einem Bluttest herauszufinden, wie gut oder schlecht der Körper mit Folsäure versorgt ist. Eine Überdosierung ist übrigens kein Problem. Zu viel Folsäure wird von dem Körper ganz einfach über den Urin ausgeschieden.

Folsäure vor der Schwangerschaft – darauf gilt es zu achten

Etwa zwei Drittel der Erwachsenen in Deutschland nehmen täglich im Durchschnitt gerade einmal 0,3 Milligramm Folsäure auf. Dabei sollten es aber mindestens 300 Mikrogramm sein. Deswegen ist es gerade für Frauen mit Kinderwunsch wichtig, sich frühzeitig um eine ausreichende Zufuhr zu kümmern – nicht erst mit Bekanntwerden der Schwangerschaft. Frauen, die eine Schwangerschaft planen, sollten sich von Beginn an sehr foltatreich ernähren. Da die Folate aber bekanntlich nur zu 50 Prozent vom Körper aufgenommen werden können, empfiehlt sich zusätzlich ein Nahrungsergänzungsmittel einzusetzen. Sicherheitshalber beginnt ihr etwa vier Wochen vor einer geplanten Schwangerschaft damit, den Folsäurehaushalt auszugleichen und eine gute Zufuhr sicherzustellen. Das ist die beste Basis für eine glückliche Schwangerschaft.

Tabletten in der Schwangerschaft – Folsäure-Mangel verhindern

Neben einer ausgewogenen Ernährung sollten Schwangere darüber nachdenken, den Bedarf an Folsäure mithilfe von Nahrungsergänzungsmitteln zu decken. Da sich der Bedarf in der Schwangerschaft verdoppelt, ist es nämlich nicht leicht, diesen lediglich mit gesunden Nahrungsmitteln sicherzustellen. Zumal der Körper auch nur 50 Prozent des Folats aus den Lebensmitteln aufnehmen kann. Frauen mit Kinderwunsch und Schwangere sollten deswegen spezielle Präparate einnehmen, um den Bedarf optimal zu decken. Hierfür ist der Frauenarzt eine geeignete Anlaufstelle. Zuerst einmal sollte der Arzt die aktuelle Versorgung überprüfen und dann ein Mittel empfehlen, das die optimalen Voraussetzungen für das Baby sicherstellen kann.

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