Startseite Schwangerschaft Folsäure bei Kinderwunsch und Schwangerschaft: Alles Wichtige zum Nahrungsergänzungsmittel

Folsäure bei Kinderwunsch und Schwangerschaft: Alles Wichtige zum Nahrungsergänzungsmittel

Folsäure in der Schwangerschaft

Neben einer gesunden und ausgewogenen Ernährung ist die Einnahme von Folsäure sowohl bei einem bestehenden Kinderwunsch als auch im ersten Drittel der Schwangerschaft essenziell. Doch warum ist Folsäure so wichtig und wann sollte mit der Einnahme begonnen werden? Antworten auf alle wichtigen Fragen rund um das Thema Folsäure findet ihr in diesem Artikel.

Was ist Folsäure oder Folat?

Bei Folat handelt es sich um ein wasserlösliches B-Vitamin, welches für die Gesundheit unverzichtbar ist. In selteneren Fällen wird Folat auch als Vitamin B9, B11 oder Vitamin M bezeichnet. Streng genommen wird zwischen Folaten, die natürlich in der Natur und in Lebensmitteln vorkommen, sowie synthetisch hergestellter Folsäure unterschieden. Folsäure ist dabei in Nahrungsergänzungsmitteln, Arzneimitteln sowie in angereicherten Lebensmitteln enthalten.

Folat sowie Folsäure sind im menschlichen Körper maßgeblich an der Entstehung neuer Zellen, an der Zellteilung, an diversen Wachstumsprozessen sowie an wichtigen Stoffwechselprozessen beteiligt. Da sich die Blut bildenden Zellen im Knochenmark sehr häufig teilen, ist Folsäure zudem für die lebenswichtige Blutbildung verantwortlich.

Im Gegensatz zu natürlich enthaltenen Folaten in Lebensmitteln ist Folsäure stabiler und daher beinahe zu 100 Prozent vom Körper verwertbar, sofern diese auf nüchternen Magen eingenommen wird. Synthetisch hergestellte Folsäure kann im Vergleich fast doppelt so gut aufgenommen werden, wie Folat aus Lebensmitteln.

Wie gefällt dir der Artikel bisher?
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne
Loading...
Bitte bewerte den Beitrag: Folsäure bei Kinderwunsch und Schwangerschaft: Alles Wichtige zum Nahrungsergänzungsmittel! Aktuell gibt es 1 Bewertungen mit 5,00 von 5 Sternen!

Lebensmittel, die Folat enthalten

Das wasserlösliche Folat wird nicht selbst vom Körper hergestellt, daher muss es über die Nahrung aufgenommen werden. Enthalten ist Folat sowohl in tierischen als auch in pflanzlichen Lebensmitteln. Folat lässt sich von dem lateinischen Wort „folium“ (auf Deutsch: Blatt) ableiten und ist in hoher Konzentration in grünen Pflanzen zu finden.

Gute Folat-Quellen stellen unter anderem grünes Gemüse, wie zum Beispiel Spinat und Feldsalat, sowie einige Kohlsorten, wie Grünkohl, Rosenkohl, Spitzkohl und Kohlrabi, dar. Außerdem ist Folat in Weizenkeimen, Sojabohnen, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, Nüssen, Zitrusfrüchten, Brokkoli, gerösteten Erdnüssen, Leber sowie Eigelb enthalten.

Weitere Lebensmittel, die Folat (natürliche Folsäure) enthalten:

  • Haferflocken (100 Gramm enthalten etwa 85 Mikrogramm Folat)
  • Rote und rohe Paprika (150 Gramm enthalten ca. 80 Mikrogramm Folat)
  • Tomaten (100 Gramm enthalten ca. 20 Mikrogramm Folat)
  • Rohe Karotten (200 Gramm enthalten ca. 30 Mikrogramm Folat)
  • Orangen (eine Orange enthält ca. 40 Mikrogramm Folat)
  • Mango (100 Gramm enthalten etwa 35 Mikrogramm Folat)
  • Sauerkirschen (100 Gramm enthalten um die 70 Mikrogramm Folat)
  • Weintrauben (100 Gramm enthalten ca. 40 Mikrogramm Folat)
  • Erbsen (150 Gramm enthalten ca. 80 Mikrogramm Folat)
  • Kichererbsen (100 Gramm enthalten ca. 340 Mikrogramm Folat)
  • Weiße Bohnen (100 Gramm enthalten rund 200 Mikrogramm Folat)
  • Spargel (100 Gramm enthalten etwa 100 Mikrogramm Folat)

Bei der Zubereitung sowie Lagerung von folathaltigen Lebensmitteln müsst ihr beachten, dass Folat nicht nur wasserlöslich, sondern auch sehr empfindlich gegenüber Hitze sowie Licht ist. Da bei der Zubereitung die Hälfte des Vitamins verloren gehen kann, solltet ihr beim Kochen darauf achten, das Obst oder Gemüse nur kurz, bei geringer Hitze und mit wenig Wasser zu garen und dieses möglichst wenig zu zerkleinern. Zudem bietet es sich an, Obst und Gemüse in der Schwangerschaft häufiger als Rohkost zu verzehren.

Bitte beachten:
Zwar ist in Leber relativ viel Folsäure enthalten, in der Schwangerschaft sowie in der Stillzeit sollte diese jedoch aufgrund des hohen Vitamin-A-Gehalts am besten überhaupt nicht verzehrt werden. Nehmen Schwangere zu viel Vitamin-A zu sich, kann das beim Ungeborenen unter anderem zu Wachstumsstörungen, Leberschäden, Schäden an den Augen sowie zu Hautveränderungen führen.

Folsäure bei Kinderwunsch und in der Schwangerschaft

Folsäure, Kinderwunsch und Schwangerschaft stehen in engem Zusammenhang zueinander: Nicht umsonst gilt Folsäure als die Nummer eins unter den verschiedenen Schwangerschaftsvitaminen und dient unter anderem dazu, die Schwangerschaft zu erhalten. Zudem kann Folsäure bei einem unerfüllten Kinderwunsch helfen, die Fruchtbarkeit zu erhöhen. Da allerdings der Folsäure-Speicher frühestens nach einem bis drei Monaten nach Beginn der ersten Einnahme auf das erforderliche Niveau aufgefüllt ist, sollte das Nahrungsergänzungspräparat bereits eingenommen werden, sobald ein Kinderwunsch besteht oder die Pille abgesetzt wurde.

Jetzt wisst ihr schon mal, warum Folsäure schon bei einem bestehenden Kinderwunsch frühzeitig und regelmäßig eingenommen werden sollte. Doch warum ist Folsäure vor allem im ersten Drittel der Schwangerschaft unerlässlich? Sobald die Eizelle erfolgreich befruchtet wurde, entstehen rund 100 Milliarden neue Zellen gefüllt mit Leben. Da Folsäure die Zellbildung sowie Zellteilung positiv beeinflusst, ist das Vitamin also zu Beginn der Schwangerschaft essenziell.

Besonders wichtig ist Folsäure in der Frühschwangerschaft für das embryonale Nervensystem, denn das Vitamin-B sorgt unter anderem dafür, dass sich das Neuralrohr beim Embryo komplett schließt. Im Laufe der Schwangerschaft bilden sich aus dem Neuralrohr das Gehirn, das Rückenmark sowie das zentrale kindliche Nervensystem. Eine häufig durch Folsäure-Mangel hervorgerufene Fehlbildung beim Ungeborenen ist der sogenannte offene Rücken, der im medizinischen Bereich „Spina bifida“ genannt wird und daraus resultiert, dass sich der Kanal nicht vollständig schließt.

Dabei bildet sich das Neuralrohr etwa am 18. Tag der Schwangerschaft, um sich bereits um den 28. Tag wieder zu schließen. Zu einem Zeitpunkt, an dem manche Frauen noch überhaupt nichts davon wissen, dass ein neues Leben in ihnen heranwächst. Auch aus diesem Grund ist es sinnvoll und wichtig, bereits vor der Schwangerschaft Folsäure einzunehmen, damit es in der Frühschwangerschaft nicht zu einem gefährlichen Folsäure-Mangel kommt.

Neben einem offenen Rücken beugt Folsäure auch anderen Fehlbildungen, wie einer Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalte, sowie einer offenen Schädeldecke (Anenzephalie) vor. Betroffene Kinder mit einer Anenzephalie sterben in den meisten Fällen kurz nach der Geburt oder kommen tot zur Welt. Eine Heilung dieses schwerwiegenden Neuralrohrdefekts ist nicht möglich. Ein Mangel an Folsäure steht außerdem mit Frühgeburten sowie Herzfehlern in Zusammenhang, weshalb Schwangere sowie Frauen mit Kinderwunsch unbedingt Folsäure einnehmen sollten.

Weitere mögliche Folgen eines Folsäure-Mangels:

  • Blutarmut (Anämie)
  • Sprachentwicklung des Kindes ist verzögert
  • Erhöhtes Autismus-Risiko
  • Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Nicht nur für das Ungeborene hat Folsäure einen positiven Einfluss, auch für die werdende Mama ist das Vitamin wichtig, um Risiken sowie Komplikationen in der Schwangerschaft zu vermeiden. So ist die Folsäure-Einnahme unter anderem für das gesamte mütterliche Immunsystem essenziell und unterstützt gleichzeitig das Wachstum des mütterlichen Gewebes in der Schwangerschaft. Zudem sorgt Folsäure für ein normales Blutbild und kann schwangerschaftsbedingte Müdigkeit verringern.

Ein weiterer Vorteil von Folsäure ist, dass diese den Homocystein-Blutspiegel nachhaltig reguliert und somit Verkalkungen der Arterien vorbeugt. Bei Homocystein handelt es sich um ein körpereigenes sowie schädliches Abbauprodukt, das außerdem im Verdacht steht, negative Auswirkungen auf die Entwicklung des Neuralrohrs zu haben. Mithilfe von Folsäure sowie dem Vitamin-B12 kann Homocystein allerdings in eine nützliche Aminosäure umgewandelt werden.

Folsäure auch in der Stillzeit

Nicht nur vor sowie während der Schwangerschaft wird die Einnahme von Folsäure empfohlen, auch Stillende sollten auf eine tägliche Dosis von 450 Mikrogramm Folat achten. Durch das Stillen wird das Neugeborene mit sehr vielen wichtigen Vitaminen versorgt und Folsäure sorgt dafür, dass sich die Zellen besser teilen und bilden können. Zudem spielt das Vitamin eine große Rolle im Wachstumsprozess und ist wichtig für die Blutbildung von Mutter und Kind.

Wie viel Folsäure bei einem Kinderwunsch und in der Schwangerschaft?

Wie viel Folsäure benötigt wird, ist in erster Linie davon abhängig, in welcher Phase eures Lebens ihr euch befindet. Ist kein Kinderwunsch vorhanden oder liegt keine Schwangerschaft vor, wird Erwachsenen von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfohlen, 300 Mikrogramm (µg) Folat täglich durch Lebensmittel zu sich zu nehmen. Folate finden sich in einer ausgewogenen Ernährung unter anderem mit Vollkornprodukten, frischem Obst und Gemüse sowie Hülsenfrüchten. In der Schwangerschaft ist der Bedarf an Folat jedoch deutlich erhöht und steigt von 300 µg auf 550 µg täglich an.

Da Frauen allein durch die Ernährung im Schnitt nicht einmal auf 200 µg Folat kommen, wird Schwangeren im ersten Schwangerschaftsdrittel sowie Frauen mit Kinderwunsch geraten, 400 µg synthetische Folsäure täglich in Form von Nahrungsergänzungsmitteln und zusätzlich zu einer folatreichen Ernährung einzunehmen. Bei Stillenden beträgt der tägliche Bedarf an Folat 450 µg.

Gut zu wissen:
Die empfohlene Tageszufuhr an Folsäure wird mit dem Begriff Folat-Äquivalent ausgedrückt. Dabei gilt: 1 Mikrogramm (µg) Nahrungs-Folat entspricht einem 1 Mikrogramm (µg) Folat-Äquivalent, welches wiederum 0,5 Mikrogramm (µg) synthetisch hergestellter Folsäure entspricht. Somit handelt es sich bei 800 Mikrogramm (µg) Folat oder Folat-Äquivalent um 400 Mikrogramm (µg) synthetische Folsäure.

Ab wann sollte mit der Einnahme von Folsäure begonnen werden?

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt bei einem bestehenden Kinderwunsch, spätestens vier Wochen vor Beginn der Schwangerschaft mit der Einnahme von Folsäure in Form von Nahrungsergänzungspräparaten zu beginnen. Besser ist jedoch, bereits nach dem Absetzen der Pille, beziehungsweise 3 Monate vor Beginn der Schwangerschaft mit der Folsäure-Prophylaxe zu starten. So kann in den ersten Schwangerschaftswochen eine ausreichende Versorgung mit Folsäure gewährleistet werden. Um unter anderem einem offenen Rücken sowie anderen Geburtsfehlern beim Ungeborenen vorzubeugen, sollte zusätzlich zu einer folatreichen sowie gesunden Ernährung synthetische Folsäure in Form von Nahrungsergänzungspräparaten bis zur vollendeten 12. Schwangerschaftswoche eingenommen werden.

Frauen, die erst nach dem Eintreten der Schwangerschaft mit der Einnahme von Folsäure begonnen haben, sollten am besten Absprache mit ihrem Frauenarzt halten. Gegebenenfalls wird dieser empfehlen, die tägliche Dosis von 400 µg Folsäure zu erhöhen. Das Gleiche gilt für Frauen, die jahrelang mit der Pille oder anderen hormonellen Verhütungsmethoden verhütet haben. Diese Präparate gelten als wahrliche „Folsäure-Räuber“, weshalb nach der Einnahme der Pille häufig ein besonderer Mangel an Folsäure vorliegt, der erst einmal wieder ausgeglichen werden muss.

Gut zu wissen:
Um einer Überdosierung, die sich unter anderem durch Übelkeit, Magen-Darm-Störungen sowie Schlafproblemen äußern kann, vorzubeugen, sollte die Folsäure-Dosis nicht auf eigene Faust und ohne vorherige Absprache mit dem Frauenarzt erhöht werden. Eine extreme Überdosierung ist zwar sehr selten, kann im schlimmsten Fall jedoch einen Vitamin-B12-Mangel hervorrufen, der wiederum zu neuronalen Schäden führen kann. Eine Menge von etwa 1000 Mikrogramm gilt allerdings als unbedenklich, da Folsäure durch die Nieren wieder ausgeschieden wird.

Darauf solltet ihr bei Folsäuretabletten in der Schwangerschaft achten

Um von der bestmöglichen Bioverfügbarkeit zu profitieren, solltet ihr die Folsäure auf leeren Magen einnehmen. In dieser Form kann das Vitaminpräparat beinahe zu 100 Prozent vom Körper verwertet werden. Solltet ihr weitere Nahrungsergänzungspräparate oder bestimmte Medikamente einnehmen, ist es ratsam, im Vorfeld mit eurem Frauenarzt zu sprechen. Dieser kann euch über mögliche Wechselwirkungen sowie Nebenwirkungen aufklären. In diesem Zuge kann zudem besprochen werden, ob die Folsäure mit anderen Vitaminpräparaten, wie zum Beispiel Vitamin-B12 Jod oder Eisen, kombiniert werden soll.

Auf welches Folsäure-Präparat ihr letztendlich zurückgreift, ist eure eigene Entscheidung. Wichtig ist jedoch, dass ihr im ersten Drittel der Schwangerschaft und bei einem bestehenden Kinderwunsch mindestens 400 Mikrogramm Folsäure zusätzlich zu einer gesunden und ausgewogenen Ernährung einnehmt. Achtet deshalb darauf, dass die Folsäure-Tabletten mindestens 400 Mikrogramm synthetische Folsäure, beziehungsweise 800 Mikrogramm Folat enthalten.

Folsäure-Präparate sind rezeptfrei in der Apotheke, in Drogerien sowie Online erhältlich. Die Preise liegen dabei meist zwischen 10 und 40 Euro. Einige Krankenkassen kommen für einen Teil oder gar die gesamten Kosten auf, sofern die Folsäure-Präparate vom Arzt verschrieben wurden. Fragt hierfür einfach bei eurer Krankenkasse nach. In den meisten Fällen müssen die Kosten jedoch aus eigener Tasche bezahlt werden.

Bitte beachten:
Den in der Schwangerschaft sowie Stillzeit erhöhten Folat-Bedarf allein durch Lebensmittel zu decken, ist so gut wie unmöglich, weshalb spezielle Nahrungsergänzungspräparate eingenommen werden müssen. Dies bedeutet jedoch nicht, dass ihr deshalb auf eine ausgewogene sowie gesunde Ernährung verzichten könnt.

Fazit

Folsäure ist nicht nur im ersten Drittel der Schwangerschaft äußerst wichtig, sondern sollte bereits bei einem bestehenden Kinderwunsch, spätestens allerdings vier Wochen vor der Empfängnis in Form von Nahrungsergänzungspräparaten zusätzlich zu einer folatreichen Ernährung eingenommen werden. Dabei wird Schwangeren und Frauen mit Kinderwunsch eine Menge von 400 Mikrogramm Folsäure täglich empfohlen.

Folsäure beugt unter anderem Fehlbildungen sowie Neuralrohrdefekten, wie einem offenen Rücken sowie einer offenen Schädeldecke, vor und wird außerdem für die Zellteilung, das Zellwachstum sowie für eine normale Blutbildung benötigt. Gleichzeitig wirkt sich Folsäure positiv auf die Fruchtbarkeit sowie das Immunsystem von Frauen aus und dient daher als optimale Vorbereitung auf die Schwangerschaft.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.