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Rekorde: Die ältesten Mütter und Väter der Welt

älteste Mütter

Das Mutterglück mit über 40 Jahren erleben zu dürfen, ist mittlerweile keine Ausnahme mehr. Viele Frauen entscheiden sich heutzutage ganz bewusst dazu, erstmal beruflich Fuß zu fassen, bevor sie sich der Familienplanung widmen und das Muttersein in vollen Zügen genießen. Unter anderem aufgrund der immer weiter voranschreitenden Möglichkeiten der künstlichen Befruchtung werden auch Frauen jenseits der 50 häufiger (nochmal) Mutter, als es noch vor einigen Jahrzehnten der Fall war.

In diesem Artikel stellen wir euch die ältesten Mütter der Welt vor und in diesem Zuge gehen wir auf die gesundheitlichen Risiken ein, die mit einer späten Schwangerschaft verbunden sind. Zudem klären wir euch über die verschiedenen Möglichkeiten der künstlichen Befruchtung auf und wie die gängigsten Verfahren durchgeführt werden.

Beispiele für die ältesten Mütter der Welt

Nachfolgend stellen wir euch neben den ältesten Müttern der Welt auch noch die älteste Vierlings-Mutter sowie den wohl ältesten Vater der Welt vor. Bleibt uns nur zu sagen: Sehet und staunet!

Erramatti Mangayamma aus Indien (zum Zeitpunkt der Geburt angeblich 74 Jahre)

2019 hat die damals 74-jährige Erramatti Mangayamma Zwillinge geboren und somit wäre die Inderin sowohl die älteste Mutter der Welt als auch die älteste Mutter von Mehrlingen. Allerdings ist das Alter der Frau nicht offiziell bestätigt und einige Kritiker sowie Ärzte wollen das hohe Alter nicht so ganz glauben. Fakt ist jedoch, dass Erramatti und ihr Ehemann, der zum Zeitpunkt der Geburt der Zwillinge 80 Jahre alt war, zu den ältesten Eltern der Welt gehören.

Doch nun zur Geschichte: Auf natürlichem Wege konnte die Inderin nie schwanger werden und der Kinderwunsch war ihr ganzes Leben sehr groß, weshalb sie sich letztendlich gemeinsam mit ihrem Ehemann zu einer künstlichen In-Vitro-Befruchtung entschieden hat. Laut eigenen Angaben und der Aussage des behandelnden Arztes war bereits der erste Versuch der künstlichen Befruchtung mit einer Eizellspende erfolgreich und es konnte eine Schwangerschaft mit Zwillingen festgestellt werden.

Aufgrund des hohen Alters wurde die Inderin jedoch die komplette Schwangerschaft über im Krankenhaus ärztlich überwacht. Die beiden Töchter wurden in der Klinik per Kaiserschnitt entbunden und waren nach der Geburt wohl auf. Medienberichten zufolge erlitt der frisch gebackene Vater kurz nach der Geburt jedoch einen Herzinfarkt und wurde selbst ins Krankenhaus gebracht, um zu genesen.

Tian Huang aus China (zum Zeitpunkt der Geburt 67 Jahre)

Medienberichten aus dem Jahr 2019 zufolge hat eine 67-jährige Frau in der chinesischen Stadt Zaozhuang per Kaiserschnitt eine gesunde Tochter zur Welt gebracht. Vater der Tochter ist der allen Anschein nach noch zeugungsfähige Ehemann der Chinesin, der selbst bereits stolze 68 Jahre alt ist. Das Kuriose an der Geschichte ist, dass die Frau nichts von ihrer Schwangerschaft geahnt hat und das Krankenhaus lediglich aufgrund von mutmaßlichen Beschwerden der Menopause aufgesucht hat.

Erst im Krankenhaus hat die ahnungslose Frau dann erfahren, dass sie bereits im 3. Monat schwanger ist und ein Kind erwartet. Nach Absprache mit den Ärzten hat sich die Chinesin dazu entschieden, das Baby auszutragen. Zwar verlief die Schwangerschaft ohne größere Komplikationen, risikolos war diese jedoch nicht, denn die Frau erlitt bereits vor der Empfängnis einen Hirninfarkt und hatte unter anderem mit Bluthochdruck sowie Diabetes zu kämpfen. Medizinisch bestätigt wurde diese Aussage zwar nicht, doch das verheiratete Paar bezeugt, dass ihre Tochter auf natürlichem Wege und nicht durch eine Eizellspende oder durch eine andere Form der künstlichen Befruchtung gezeugt wurde.

María del Carmen Bousada de Lara (zum Zeitpunkt der Geburt 66 Jahre)

Lange Zeit hielt die damals 66-jährige Spanierin, die im Jahr 2006 zwei Jungen per Kaiserschnitt auf die Welt brachte, den Titel „Älteste Mutter der Welt“ inne. Möglich machte das späte Mutterglück auch in diesem Falle das Verfahren der In-Vitro-Fertilisation. Aufgrund von Komplikationen mussten ihre Zwillinge allerdings vorzeitig auf die Welt geholt werden und beide wogen zum Zeitpunkt ihrer Geburt nur rund 1600 Gramm. Durch vorgelegte Dokumente konnte die Spanierin ihr Alter beweisen und galt daher zum damaligen Zeitpunkt als die offiziell älteste Mutter der Welt. Bei den Voruntersuchungen bezüglich ihrer künstlichen Befruchtung war die Spanierin allerdings nicht ganz so ehrlich, denn wie sie selbst zugegeben hat, machte sie sich bei ihren Ärzten um mehr als zehn Jahre jünger, um so die zulässige Altershöchstgrenze von 55 Jahren nicht zu überschreiten.

Schauspielerin Brigitte Nielson (zum Zeitpunkt der Geburt 54 Jahre)

Nachdem man die anderen Beispiele gelesen hat, kommt einem das Alter der sympathischen Schauspielerin, Sängerin sowie der Ex-Frau von Sylvester Stallone gar nicht mehr so spektakulär vor, oder? Im Jahr 2018 brachte Brigitte Nielson im Alter von 54 Jahren eine gesunde Tochter auf die Welt und machte das späte Mutterglück der beiden stolzen Eltern perfekt. Der Weg bis zur Geburt der kleinen Tochter war jedoch nicht ganz einfach, denn Brigitte Nielson musste sich mehrere Jahre einer künstlichen Befruchtungsbehandlung unterziehen. Letztendlich hat es jedoch geklappt und mit dem jüngsten von insgesamt fünf Kindern ist die Familienplanung abgeschlossen.

Die älteste Mutter Deutschlands: Annegret Raunigk (zum Zeitpunkt der Geburt 65 Jahre)

Im Jahr 2005 brachte die damals 55-jährige Annegret Raunigk aus Deutschland eine Tochter auf die Welt, was ihr den Titel „Älteste Mutter Deutschlands“ einbrachte. Doch damit ist die Geschichte noch längst nicht erzählt: Zehn Jahre später, also im Jahr 2015, brachte die alleinerziehende Frau nicht nur ein weiteres Baby, sondern Vierlinge auf die Welt. Ja, ihr habt richtig gelesen, mit Mitte 60 wurde Annegret auf einen Schlag Mutter von vier Babys und ihr Titel gilt somit bis heute definitiv als verteidigt.

Unter anderem aufgrund eines gefährlichen Bluthochdrucks, den die Mutter in der Schwangerschaft entwickelt hat, sowie der hohen Belastung der Gebärmutter mussten die vier Babys jedoch bereits in der 26. Schwangerschaftswoche mit einem Notkaiserschnitt auf die Welt gebracht werden. Der Schwangerschaft an sich ging eine künstliche Befruchtung mit einer Samen- und Eizellspende in der Ukraine voraus. Hierfür müsst ihr wissen, dass eine Eizellspende in Deutschland nicht erlaubt ist.

Annegret ist nicht nur die älteste Mutter Deutschlands, sondern auch die älteste Vierlings-Mutter der Welt. Insgesamt hat die ehemalige Lehrerin 13 Kinder und laut eigener Aussage ist ihre Familienplanung mit den Vierlingen endgültig abgeschlossen.

Der älteste Vater der Welt (zum Zeitpunkt der Geburt 96 Jahre)

Unglaublich, aber wahr: Der bekannteste älteste Vater der Welt ist im Jahre 2012 mit sage und schreibe 96 Jahren tatsächlich noch einmal Vater eines gesunden Sohnes geworden. Doch damit nicht genug, denn der fitte Inder, der sich offensichtlich auch im hohen Alter noch eines regen Sexuallebens erfreut, durfte sich bereits mit 94 Jahren über die Geburt eines Sohnes freuen. Zwar ist seine Frau um einiges jünger als der stolze Vater, dennoch ist sie mit fast Mitte 50 auch eine Mutter höheren Alters. Nichtsdestotrotz erblickten beide Söhne das Licht der Welt gesund und normal entwickelt. Ob der älteste Vater der Welt seine eigenen Rekorde aus den Jahren 2010 und 2012 wohl nochmal brechen wird? Wir dürfen gespannt sein.

Der älteste Vater Deutschlands (zum Zeitpunkt der Geburt 74 Jahre)

Zu den ältesten Vätern Deutschlands gehört der Fernsehmoderator und Wissenschaftsjournalist Jean Pütz, der im Jahr 2010 und somit im stolzen Alter von fast Mitte 70 noch einmal Vater einer Tochter geworden ist. Pütz, der neben seiner jüngsten Tochter auch noch zwei Söhne hat, genießt das späte Vaterglück in vollen Zügen und sagt, dass er seiner Tochter auch mit über 80 ein guter und aktiver Vater ist.

Entwicklung in Sachen Alter und Schwangerschaft

In den 1960er Jahren galt 23 Jahre als Durchschnittsalter für die erste Schwangerschaft. Mit der Einführung der Anti-Baby-Pille erhöhte sich das Alter von Erstgebärenden auf durchschnittlich 25 Jahre. 2010 lag das Alter bei der Geburt des ersten Kindes bei fast 29 Jahren und heutzutage liegt das Durchschnittsalter von erstgebärenden Frauen zwischen 29 und 31 Jahren. Diese Zahlen machen deutlich, dass das Alter der ersten Schwangerschaft langsam, aber dennoch stetig ansteigt.

Dass das Durchschnittsalter steigt, hat sowohl gesellschaftliche als auch kulturelle Gründe. So dauert beispielsweise die schulische Ausbildung mittlerweile länger und nach der Beendigung der Schullaufbahn wird häufig entweder ein Studium absolviert oder eine Berufsausbildung ergriffen. Anschließend wollen die Frauen Fuß im Berufsleben fassen und berufliche Erfahrungen sammeln, weshalb die Familienplanung oft hinten angestellt wird.

Im Gegensatz zu früher spielt auch der finanzielle Aspekt mittlerweile eine immer größere Rolle, wenn es um die Entscheidung geht, eine Familie zu gründen. Die Lebenshaltungskosten sind in den letzten Jahren und Jahrzehnten enorm gestiegen und häufig reicht ein Gehalt schlicht und ergreifend nicht mehr aus, um sich die Miete, geschweige denn ein Kind leisten zu können. Bei vielen Frauen tritt zudem der Wunsch Mutter zu werden schlicht und ergreifend später ein und die Partnerschaft sowie das Sammeln von eigenen Erfahrungen stehen erstmal im Vordergrund.

Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft auf natürlichem Wege sinkt

Bei Frauen zwischen 40 und 50 Jahren nimmt die Wahrscheinlichkeit auf natürlichem Wege ein Kind zu bekommen kontinuierlich ab, was unter anderem an der sinkenden Anzahl der produzierten Eizellen liegt. Zudem lässt die Qualität der befruchtungsfähigen Eizellen ab 40+ nach. Aufgrund der Möglichkeit der künstlichen Befruchtung sowie der stetigen Weiterentwicklung im Bereich der Reproduktionsmedizin ist es dennoch möglich, auch im fortgeschrittenen Alter schwanger zu werden und ein gesundes Kind auf die Welt zu bringen.

Gut zu wissen:
Bei der künstlichen Befruchtung wird das Baby nicht durch den Geschlechtsakt zwischen Mann und Frau gezeugt. Stattdessen wird die Eizelle der Frau mithilfe eines medizinischen Eingriffs entweder innerhalb oder außerhalb des Körpers mit dem Samen des Mannes befruchtet.

Möglichkeiten der künstlichen Befruchtung

Vor allem für ältere Frauen sowie für Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch ist die künstliche Befruchtung oft die einzige Möglichkeit, um (noch) einmal Mutter zu werden. Dabei geht der künstlichen Befruchtung in den meisten Fällen eine Hormonbehandlung voraus, um den weiblichen Körper zu stimulieren und auf die Schwangerschaft vorzubereiten. Ziel der Hormonbehandlung ist, mehrere Eibläschen (Follikel) gleichzeitig reifen zu lassen und somit die Anzahl der befruchtungsfähigen Eizellen zu erhöhen.

Im Großen und Ganzen wird bei der künstlichen Befruchtung zwischen zwei Möglichkeiten unterschieden: entweder findet die Verschmelzung zwischen Samen und Eizelle außerhalb oder innerhalb des weiblichen Körpers statt. Bei beiden Methoden trägt die Frau das Kind selbst aus. Wir haben euch den Ablauf dieser beiden Methoden auf einen Blick zusammengefasst:

Externe Befruchtung (IVS- und ICSI-Methode)

Hier wird der Frau die Eizelle mit einem medizinischen Eingriff entnommen, bevor die Eizelle im Anschluss in einem Reagenzglas mit dem Samen des Mannes zusammengeführt wird. Bei der bekanntesten Form, der sogenannten In-Vitro-Fertilisation (IVF), muss der Samen die Eizelle im Reagenzglas selbstständig und ohne medizinischen Eingriff befruchten. Da bei dieser Form der Befruchtung nicht nachgeholfen wird, müssen die Spermien eine gute Qualität sowie eine uneingeschränkte Beweglichkeit vorweisen können, damit eine Verschmelzung mit der Eizelle überhaupt stattfinden kann.

Sind die Samen des Mannes in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt, was wiederum die Befruchtung der Eizelle erschwert oder gänzlich unmöglich macht, kommt hingegen die sogenannte Intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI) zum Einsatz. Bei dieser speziellen IVF-Methode wird die Eizelle nach einer vorangegangenen Hormonbehandlung entnommen und im Anschluss wird der Samen direkt in die weibliche Eizelle injiziert. Sowohl bei der IVF- als auch bei der ICSI-Methode wird die Eizelle, sofern die Befruchtung erfolgreich war, anschließend wieder in den Körper der Frau eingesetzt.

Interne Befruchtung (Intrauterine Insemination)

Bei der intrauterinen Insemination oder Samenübertragung werden die Samen des Mannes direkt in die Gebärmutter und nicht wie bei anderen Methoden üblich in den Eileiter oder den Gebärmutterhals übertragen. Nach der Entnahme des Samens wird dieser aufbereitet, um unter anderem die Chance auf eine Befruchtung zu erhöhen. In den meisten Fällen ist vor der Samenübertragung eine Hormonbehandlung nötig, dennoch gilt diese Methode als weniger belastend für den weiblichen Körper.

Doch bei welcher dieser Methoden ist die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft am größten? Laut diverser Studien weist die externe Befruchtung durch die IVS- oder ICSI-Methode die höchsten Erfolgsquoten in Sachen künstlicher Befruchtung auf. Dennoch sind auch hier im Durchschnitt fünf bis sieben Versuche notwendig, bis eine Schwangerschaft vorliegt.

Voraussetzungen und Kosten einer künstlichen Befruchtung

Eine rechtlich gültige Ehe ist in Deutschland eine der Voraussetzungen, um überhaupt eine künstliche Befruchtung durchführen zu können. Bei lesbischen Paaren oder bei einer alleinstehenden Frau ist eine künstliche Befruchtung nur möglich, wenn die zuständige Ärztekammer oder die Ethikkommission diese als ethisch unbedenklich eingestuft hat. Bevor eine künstliche Befruchtung durchgeführt wird, muss das Paar zudem viele Beratungsgespräche wahrnehmen.

Die Kosten einer künstlichen Befruchtung können ziemlich hoch ausfallen und sind umso höher, je mehr Versuche durchgeführt werden müssen. Dabei setzt sich der Großteil der anfallenden Kosten aus den Arzt-, beziehungsweise Personalkosten sowie den Kosten für die Lagerung von Samen- sowie Eizellen zusammen. Zudem ist die Höhe der Kosten von der angewandten Methode, dem jeweiligen Anbieter und davon, ob im Vorfeld eine Hormonbehandlung nötig ist, abhängig. Hierzulande müssen Paare im Durchschnitt pro Versuch mit Kosten von etwa 2.000 Euro rechnen. Da in vielen Fällen jedoch mehrere Versuche durchgeführt werden müssen, können sich die Kosten einer künstlichen Befruchtung somit auf zwischen 10.000 Euro und 30.000 Euro belaufen.

Ob und in welcher Höhe sich die gesetzlichen Krankenkassen an den Kosten der künstlichen Befruchtung beteiligen, ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Gesetzlich Versicherte haben jedoch einen Anspruch darauf, dass sich ihre Krankenkasse an den Kosten für eine künstliche Befruchtung beteiligt, sofern bestimmte Voraussetzungen seitens des Paares erfüllt sind. So muss das Paar unter anderem miteinander verheiratet sein und es dürfen ausschließlich die Samen- sowie Eizellen des Ehepaares verwendet werden. Des Weiteren muss der Krankenkasse im Vorfeld ein detaillierter Behandlungsplan vorgelegt werden, der mitunter die anfallenden Kosten sowie die geplante Behandlung enthält. Weitere Voraussetzungen für eine Kostenübernahme sind:

  • Das Paar ist mindestens 25 Jahre alt.
  • Die Frau ist nicht älter als 40 Jahre, der Mann ist höchstens 50 Jahre alt.
  • Die Behandlung ist medizinisch notwendig.
  • Ausreichende Erfolgsaussichten der Behandlung sind von einem Arzt bescheinigt.
  • Es liegt keine HIV-Infektion vor.

Sind alle Voraussetzungen erfüllt, übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen in der Regel 50 Prozent der anfallenden Kosten, der Rest muss vom Ehepaar aus der eigenen Tasche gezahlt werden. Zudem übernimmt die Krankenkasse die Hälfte der anfallenden Medikamentenkosten und den Versicherten können weitere Mehrleistungen angeboten werden. Die Kosten, welche im Vorfeld für die Feststellung der Ursache der Kinderlosigkeit anfallen, werden komplett sowohl von den gesetzlichen als auch privaten Krankenkassen übernommen.

Bitte beachten:
Da die Voraussetzungen und auch die Höhe der Kostenübernahme stark variieren können, sollte sich das Paar im Vorfeld von der jeweiligen Krankenkasse beraten und eingehend informieren lassen.

Wie funktioniert eine Eizellspende?

In den oben genannten Beispielen über die ältesten Mütter der Welt war häufig die Rede von einer vorangegangenen Eizellspende, um eine Schwangerschaft hervorzurufen. Denn ab einem gewissen Alter ist eine Schwangerschaft nur noch durch eine Eizellspende und nicht mehr mit den eigenen Eizellen möglich. Aus diesem Grund wird eine Eizellspende vor allem von älteren Frauen in Erwägung gezogen, aber auch für Frauen, die verfrüht in die Menopause gekommen sind, stellt diese Form der künstlichen Befruchtung oft die letzte Chance auf ein eigenes Kind dar. Doch um was genau handelt es sich bei einer Eizellspende und wird diese hierzulande überhaupt durchgeführt?

Gleich vorneweg: Eine Eizellspende ist in Deutschland aufgrund des Embryonenschutzgesetz verboten, obwohl diese Form der künstlichen Befruchtung oft die letzte Chance darstellt, um aufgrund eines hohen Alters, einer vorangegangenen Krankheit oder einer generellen Unfruchtbarkeit schwanger zu werden. In einigen anderen Ländern, wie zum Beispiel in der Ukraine, in Polen, Spanien, Frankreich oder Österreich, ist eine Eizellspende unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt.

Bei einer Eizellspende werden die reifen Eizellen einer anderen Frau (Spenderin) unter 35 Jahren verwendet und auf künstlichem Wege mit dem Samen des Wunschmannes in einem Reagenzglas befruchtet. Nach der erfolgreichen Befruchtung wird die Gebärmutter der Empfängerin mithilfe einer Hormontherapie auf die Schwangerschaft vorbereitet und zudem wird der Aufbau der Gebärmutterschleimhaut angeregt. Im Anschluss wird die befruchtete Eizelle der Spenderin in die Gebärmutter der Empfängerin eingesetzt. Voraussetzung einer Eizellspende ist, dass die Spenderin generell gesund ist und keine Infektionskrankheiten aufweist und die Empfängerin über eine gesunde und funktionsfähige Gebärmutter verfügt.

Eine Eizellspende ist sowohl für die Spenderin als auch für die Empfängerin mit gesundheitlichen sowie seelischen Risiken verbunden. So muss sich die Spenderin vor der Entnahme ihrer Eizellen unter anderem einer Hormontherapie unterziehen, was wiederum zu einer körperlichen Belastung führen und ein sogenanntes Überstimulationssyndrom auslösen kann. Zudem ist die Entnahme der Eizellen mit einem Narkose- und damit einhergehenden Thromboserisiko verbunden. Bei der Empfängerin hingegen ist das Risiko einer Mehrlingsschwangerschaft stark erhöht, da in der Regel gleich mehrere Eizellen eingesetzt werden, um die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft zu erhöhen. Dies erklärt, warum Frauen im fortgeschrittenen Alter plötzlich Mutter von Zwillingen oder gar Drillingen werden, obwohl der Kinderwunsch viele Jahre zuvor nicht erfüllt wurde.

Gefahren einer späten Schwangerschaft

Werden Frauen um die 50 Jahre schwanger, wird nicht umsonst von einer Hochrisikoschwangerschaft gesprochen. So treten der Gendefekt Trisomie 21 (Down-Syndrom) sowie andere chromosomale Defekte bei Spätgebärenden um einiges häufiger auf. Statistisch gesehen kommt bei Schwangerschaften ab 40 Jahren etwa ein von 100 Babys mit dem Gendefekt zur Welt. Mit höherem Alter steigt zudem das Risiko einer Früh- oder Totgeburt an, denn aufgrund der schlechteren Durchblutung der Gebärmutter kann es zu einer gefährlichen Unterversorgung im Mutterleib kommen. Aus diesem Grund kommen die Babys bei Frauen mit fortgeschrittenem Alter häufig zu klein sowie mit einem zu geringen Geburtsgewicht auf die Welt.

Für den weiblichen Körper generell ist eine Schwangerschaft im fortgeschrittenen Alter sehr anstrengend und bringt viele Strapazen mit sich. Indem das Bindegewebe im Alter an Elastizität verliert, geben unter anderem die Muskeln, Bänder und Sehnen durch das zusätzliche Gewicht der Schwangerschaft früher nach, als es bei jüngeren Schwangeren der Fall ist. Das wiederum kann zu einer Wehenschwäche oder gar zu vorzeitigen Wehen führen und gleichzeitig werden Wadenkrämpfe, Krampfadern sowie Hämorrhoiden durch ein geschwächtes Bindegewebe begünstigt. Laut Statistiken ist bei älteren Müttern auch die Anzahl der Kaiserschnitte erhöht, wobei diese Tatsache auch mit einer erhöhten Vorsichtsmaßnahme in Verbindung steht.

Weitere Risiken, die bei einer späten Schwangerschaft auftreten können:

Zwar ist das gesundheitliche Risiko erhöht, dennoch muss es nicht zwangsläufig bei der Schwangerschaft oder bei der Entbindung zu Komplikationen kommen. Durch vermehrte Vorsorgeuntersuchungen, zusätzliche Ultraschalls, Bluttests und die Inanspruchnahme des Ersttrimester-Screenings sowie anderen Untersuchungen im Zuge der Pränataldiagnostik können mögliche Komplikationen bereits früh erkannt und gegebenenfalls behandelt werden.

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