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Schwangerschaftsdepression: Die besten Tipps zur effektiven Hilfe!

Schwangerschaftsdepression

Eigentlich solltet ihr unfassbare Freude verspüren und glücklich über das ganze Gesicht strahlen, stattdessen könntet ihr ununterbrochen in Tränen ausbrechen und ihr empfindet eine tiefe Traurigkeit und sogar Leere? Halten diese Symptome länger als zwei Wochen an, liegt wahrscheinlich eine Schwangerschaftsdepression vor, die bei werdenden Mamas häufiger vorkommt, als vermutet wird.

In diesem Artikel klären wir euch eingehend darüber auf, wie ihr eine Schwangerschaftsdepression richtig erkennen könnt und welche Ursachen hinter der tiefen Traurigkeit stecken können. Zudem gehen wir darauf ein, welche Behandlungsmöglichkeiten in der Schwangerschaft überhaupt infrage kommen und wie ihr einer Schwangerschaftsdepression vorbeugen könnt.


Was ist eine Schwangerschaftsdepression?

Die Freude über den baldigen Nachwuchs löst im sozialen Umfeld grenzenlose Freude aus, doch so wirklich kann sich die werdende Mama nicht mit ihrer Familie und ihren Freunden freuen. Obwohl die Schwangerschaft in vielen Fällen sogar geplant war, will sich ein glückliches Gefühl sowie Vorfreude bei der Schwangeren einfach nicht so richtig einstellen. Was sich erstmal sehr furchtbar anhört, kommt leider gar nicht so selten vor, doch die wenigsten Betroffenen sprechen offen über ihr Leiden. Nach wie vor ist eine Depression in der Schwangerschaft ein Tabuthema, obwohl laut internationaler Studien zwischen 10 und 20 Prozent der Schwangeren davon betroffen sind.

Allerdings wird nur etwa jede fünfte Schwangerschaftsdepression überhaupt diagnostiziert. Das liegt zum einen daran, dass negative und traurige Gefühle oft als übliche schwangerschaftsbedingte Stimmungsschwankungen abgetan und somit nicht ernst genommen werden. Zum anderen fühlen sich die werdenden Mamas häufig schuldig dafür, keine Vorfreude auf das Muttersein zu empfinden und stattdessen beim Gedanken an die bevorstehende Zeit Traurigkeit und Leere zu verspüren. Oft fällt es den Schwangeren enorm schwer, sich dem Partner, einer engen Freundin, der Familie oder anderen nahestehenden Personen anzuvertrauen und über die Gefühle zu sprechen. Zu groß ist die Angst, für seine negativen Gedanken von seinem Umfeld verurteilt zu werden.

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Bei einer Schwangerschaftsdepression wird auch von einer sogenannten peripartalen Depression gesprochen, die unter anderem dadurch gekennzeichnet ist, dass sie zu jedem Zeitpunkt in der Schwangerschaft auftreten kann. Doch auch in den ersten beiden Jahren nach der Geburt kann es zu peripartalen Schwangerschaftsdepressionen kommen, wobei diese vorrangig bereits während der Schwangerschaft oder in den ersten Wochen nach der Entbindung entsteht. Bei dem postpartalen Stimmungstief, welches umgangssprachlich auch unter dem Begriff Babyblues verbreitet ist, kann das vorübergehende und zum Teil stark ausgeprägte Stimmungstief in den ersten 14 Tagen nach der Entbindung auftreten. Studien zufolge sind davon sogar 50 bis 80 Prozent der frisch gebackenen Mamas betroffen.

Zu den häufigsten Anzeichen des sogenannten Babyblues gehören Energiemangel und Erschöpfung, häufiges Weinen, Ängstlichkeit sowie Schlaf- und Ruhelosigkeit. Ausgelöst wird das Stimmungstief nach der Geburt von der hormonellen, körperlichen sowie psychischen Umstellung. In den meisten Fällen ist die schlechte Stimmung nicht behandlungsbedürftig und diese verschwindet nach einigen Tagen wieder von ganz allein und zurück bleibt das pure Mutterglück. Dauert das postpartale Stimmungstief jedoch länger als zwei Wochen an, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden, denn der Übergang vom weit verbreiteten Babyblues zur schwerwiegenden Wochenbettdepression kann fließend sein.

Anzeichen einer Schwangerschaftsdepression

„Das sind die Hormone“. Diesen typischen Satz haben wohl alle werdenden Mamas im Laufe ihrer Schwangerschaft von ihrem Umfeld oder von sich selbst zu hören bekommen. Dass die Stimmungsschwankungen in der Schwangerschaft meist auf die leichte Schulter genommen werden, verstärkt bei den betroffenen Frauen jedoch die Reaktion, tapfer zu bleiben und sich die Schwangerschaftsdepression nicht einzugestehen. Hin und wieder traurig zu sein, sich in einer schlaflosen Nacht Sorgen um die Zukunft mit Kind zu machen und auch mal ein paar Tränchen zu verdrücken, ist in der Schwangerschaft aufgrund der Hormonschwankungen natürlich mehr als normal und beinahe jede werdende Mama hat schon einmal ein emotionales Tief erlebt. Glücklicherweise gehen diese Momente in der Regel sehr schnell wieder vorüber und die meiste Zeit wird die Schwangerschaft von positiven Gefühlen, wie Freude, Glück, Stolz und unbändige Vorfreude auf sein kleines Wunder, begleitet und dominiert.

Schwangerschaftsdepression traurige Mutter

Will das Gefühl der Traurigkeit und Leere jedoch nicht verschwinden und stellt sich nur wenig oder gar keine Vorfreude auf die Geburt des Babys ein, kann eine Schwangerschaftsdepression vorliegen. Diese entwickelt sich in vielen Fällen sehr schleichend, weshalb die Depression in der Schwangerschaft häufig erst spät erkannt wird. Eine unerkannte und somit nicht behandelte Schwangerschaftsdepression kann jedoch schwerwiegende Folgen haben. Aus diesem Grund solltet ihr unbedingt eure Hebamme oder euren Frauenarzt über eure negativen Gefühle informieren, sobald die Traurigkeit überhandnimmt und nicht nach einigen Tagen wieder von selbst verschwindet.

Bitte beachten:
Habt ihr Selbstmordgedanken, Panikattacken oder fühlt ihr euch nicht mehr in der Lage, den Alltag zu bewältigen, müsst ihr sofort reagieren und euch umgehend ärztliche Hilfe holen.

Doch wie erkennt man eine Schwangerschaftsdepression und wie unterscheidet sich diese von einem vorübergehenden Gefühlstief? Es gibt verschiedene Anzeichen, die auf eine Schwangerschaftsdepression hindeuten können. Anders als bei normalen Stimmungsschwankungen erlebt ihr keine Achterbahnfahrt der Gefühle und seid nicht mal überglücklich und dann wieder betrübt. Stattdessen wird die Schwangerschaft langanhaltend von Traurigkeit, Leere, Ängsten sowie anderen negativen Gefühlen dominiert. Halten diese Stimmungstiefs länger als 10 bis 14 Tage an, liegt wahrscheinlich eine Schwangerschaftsdepression vor.

Damit ihr eine Schwangerschaftsdepression frühzeitig erkennen könnt, haben wir euch die häufigsten Anzeichen auf einen Blick zusammengefasst:

  • Anhaltende Traurigkeit und Niedergeschlagenheit
  • Lustlosigkeit und Antriebslosigkeit
  • Ständiges Grübeln, ob man eine gute Mutter für sein Kind sein wird
  • Kaum Appetit oder Fressattacken
  • Permanente Sorgen über die eigene sowie die Gesundheit des Ungeborenen
  • Gereiztheit
  • Negative Gefühle dominieren die Schwangerschaft
  • Ein- und Durchschlafprobleme
  • Extreme Müdigkeit
  • Häufiges Weinen und zahlreiche Ängste sowie Sorgen
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Verlust der Lebensfreude
  • Kein Interesse mehr an Sachen, die einem sonst Freude bereiten
  • Nähe zum Partner oder anderen nahestehenden Personen bereitet Probleme
    Sexuelle Unlust
  • Gefühl der Wertlosigkeit und Hoffnungslosigkeit
  • Geringes Selbstwertgefühl
  • Es wird keine Freude auf das bevorstehende Mutterglück empfunden
  • Schwangerschaftsvorsorge wird nur schlecht eingehalten
  • Häufig wiederkehrende Schuldgefühle in Bezug auf die eigenen Gedanken

Treffen mindestens drei der oben aufgezählten Symptome auf euch zu und tritt nach zwei Wochen keine Besserung beim Gemütszustand auf, solltet ihr nicht zögern und professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Gemeinsam mit einem Arzt oder Psychologen könnt ihr die weitere Vorgehensweise sowie die infrage kommenden Behandlungsmöglichkeiten besprechen. Sich Hilfe zu suchen ist äußerst wichtig, denn eine unbehandelte Schwangerschaftsdepression ist nicht nur sehr belastend für die werdende Mama, auch die Gesundheit des ungeborenen Babys ist unter anderem durch die erhöhte Ausschüttung von Stresshormonen gefährdet.

Gut zu wissen:
Natürlich ist es in der Schwangerschaft völlig normal, nicht ausschließlich glücklich zu sein und auf der sprichwörtlichen rosa Wolke zu schweben. Unter anderem aufgrund der Hormonschwankungen gibt es mal bessere und mal schlechtere Tage in Sachen Laune. Halten die negativen Gedanken und die Traurigkeit jedoch länger als 10 bis 14 Tage an, solltet ihr eure Hebamme oder euren Frauenarzt darüber informieren, um eine eventuelle Schwangerschaftsdepression so früh wie möglich behandeln zu können.

Ursachen einer Schwangerschaftsdepression

Die Ursachen einer Schwangerschaftsdepression sind, genauso wie bei jeder anderen Depression, sehr vielfältig und können nicht immer ausgemacht werden. Schwangerschaftsdepressionen haben entweder einen psychologischen oder biologischen Ursprung und treten insbesondere bei Frauen auf, die bereits vor der Schwangerschaft zu Depressionen neigen oder bereits daran erkrankt sind. Zwar ist es richtig, dass die Gefühle und die Stimmung in der Schwangerschaft maßgeblich von den Hormonschwankungen beeinflusst werden, dennoch können diese nicht pauschal und als Hauptursache für eine Schwangerschaftsdepression verantwortlich gemacht werden. Fakt ist jedoch: Die Ausschüttung der Hormone ist im Laufe der Schwangerschaft unterschiedlich stark und sorgt für die schwangerschaftstypischen Hochs und Tiefs. Sind diese Schwankungen sehr stark ausgeprägt, leiden manche Schwangere mehr als andere. Experten zufolge kann der schnell ansteigende Hormonspiegel zu Beginn der Schwangerschaft eine biochemische Reaktion im Gehirn und im weiteren Verlauf eine Schwangerschaftsdepression auslösen.

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Nichtsdestotrotz liegt eine Depression in der Schwangerschaft nicht nur an den Hormonen. Vielmehr werden die Depressionen durch die weitreichenden Veränderungen, die eine Schwangerschaft mit sich bringt, ausgelöst. Somit können zahlreiche Gründe eine Rolle dabei spielen, ob sich eine Schwangerschaftsdepression bildet. Bei Frauen, die lange Zeit nicht schwanger geworden sind oder die in der Vergangenheit Fehlgeburten erleben mussten, kann sich aufgrund der Angst eines erneuten Verlusts im schlimmsten Fall eine Depression entwickeln. Auch ein schwieriger Schwangerschaftsverlauf sowie eine komplizierte Risikoschwangerschaft, bei welcher das Wohl des Kindes gefährdet ist, kann zu einer Schwangerschaftsdepression führen, da sich die werdende Mama aus Angst oft nicht unbeschwert über die Schwangerschaft und die Geburt ihres Kindes freuen kann.

Neben Komplikationen und Beschwerden vor oder während der Schwangerschaft können zudem Probleme in der Partnerschaft oder mit anderen nahestehenden Personen zu einer Schwangerschaftsdepression führen. Zudem werden nicht alltägliche Ereignisse, wie zum Beispiel ein Hausbau, Streit in der Familie oder im Freundeskreis, Stress in der Arbeit oder schwere Krankheiten innerhalb des sozialen Umfelds, in der Schwangerschaft als noch belastender empfunden und verlangen den werdenden Mamas einiges ab.

Weitere Ursachen für eine Schwangerschaftsdepression sind folgende:

  • Ungewollte Schwangerschaft
  • Finanzielle Sorgen
  • Existenzängste
  • Erfolgsdruck nach künstlicher Befruchtung
  • Jegliche Art von Missbrauch in der Vergangenheit
  • Belastende Ereignisse vor oder während der Schwangerschaft
  • Angst vor der Entbindung
  • Fehlende Unterstützung im Freundes- und Familienkreis
  • Stark ausgeprägte und langanhaltende Schwangerschaftsbeschwerden

Faktoren, die eine Schwangerschaftsdepression begünstigen

Einige Faktoren und Einflüsse können eine Schwangerschaftsdepression begünstigen. So besteht zum Beispiel ein höheres Risiko, wenn die betroffenen Frauen bereits vor der Schwangerschaft an einer Depression erkrankt sind oder Depressionen in der Familie häufiger auftreten. Zudem spielt das Alter der Schwangeren wohl eine Rolle: Zwar erkranken Frauen in jedem Alter an einer Schwangerschaftsdepression, laut einer Studie sind jedoch jüngere Frauen unter 25 Jahren häufiger davon betroffen. Experten zufolge kann das damit in Verbindung stehen, dass immer mehr junge Frauen ihre Kinder in unsicheren finanziellen sowie sozialen Verhältnissen auf die Welt bringen und großziehen müssen. Dieses Wissen kann wiederum zu einer großen Belastung in der Schwangerschaft führen und im schlimmsten Fall eine Depression auslösen.

Wie können Schwangerschaftsdepressionen behandelt werden?

Kommt bei euch der Verdacht einer Schwangerschaftsdepression auf, solltet ihr euch unverzüglich eurer Hebamme oder eurem behandelnden Frauenarzt anvertrauen und gemeinsam über die weiteren Schritte sprechen. In den meisten Fällen findet im Anschluss ein ausführliches Gespräch in einer psychotherapeutischen Praxis statt und es wird unter anderem über die aktuellen Lebensumstände sowie die Anzeichen der Schwangerschaftsdepression gesprochen. Mithilfe eines speziellen Fragebogens, der auch bei dem Verdacht auf Wochenbettdepression angewendet wird, kann der Arzt feststellen, ob eine Schwangerschaftsdepression oder eine starke hormonbedingte Stimmungsschwankung vorliegt. Um die richtige Diagnose sowie Behandlung zu finden, müssen die Fragen unbedingt ehrlich beantwortet werden.

Liegt eine leichte depressive Verstimmung vor, helfen lange Gespräche mit dem Arzt oder auch der Hebamme oft schon Wunder und tragen zu einer Besserung der Symptome bei. Auch der Austausch in einer Selbsthilfegruppe oder mit einer vertrauten Person aus dem eigenen sozialen Umfeld ist bei der Linderung der Symptome von erheblicher Bedeutung. Zudem können Entspannungsmethoden, wie zum Beispiel autogenes Training oder Entspannung nach Jacobson, aus dem vorübergehenden Stimmungstief helfen und sich nachhaltig positiv auf das Gemüt auswirken. Wurde hingegen eine richtige Schwangerschaftsdepression diagnostiziert, gibt es verschiedene Behandlungsmethoden, die in Erwägung gezogen werden können. Da die Verabreichung von Medikamenten in der Schwangerschaft generell schwierig ist und dem ungeborenen Baby schaden könnte, kommen in der Regel zuerst andere Behandlungsmethoden zum Einsatz.

Diese Behandlungsmöglichkeiten bestehen:

  • Gesprächstherapie
  • Psychotherapie
  • Akupunktur
  • Homöopathische Mittel
  • Yoga
  • Bewegung
  • Einnahme von Omega-3-Fettsäuren (nach Absprache mit dem Arzt)

Bei der Bekämpfung von Depressionen wird seit einigen Jahren immer häufiger auf die sogenannte Lichttherapie gesetzt. Durch den Einsatz verschiedener Lichtkörper, die physikalisch wiederum dem Sonnenlicht entsprechen, wird ein positiver Einfluss auf die Psyche sowie den Gemütszustand von depressiven Personen erzielt. Das helle Licht der speziellen Lichttherapie-Lampen bringt die aus dem Gleichgewicht geratene innere Uhr wieder in ihren Takt und sorgt dafür, dass der Serotoninspiegel wieder ausreichend erhöht wird. Serotonin wird umgangssprachlich auch als das Glückshormon bezeichnet, denn die Ausschüttung sorgt für gute Laune. Ernsthafte Nebenwirkungen für Mama und Baby sind bei der Lichttherapie nicht zu befürchten, weshalb sie in der Schwangerschaft regelmäßig angewendet werden kann. Vorteilhaft ist zudem, dass die Lichttherapie ambulant und in den eigenen vier Wänden durchgeführt werden kann und sehr kostengünstig ist.

Leider helfen die schonenden Behandlungsmöglichkeiten nicht bei jeder Schwangeren, weshalb der Arzt bei schwerwiegenden Fällen der Schwangerschaftsdepression ein Antidepressivum verschreiben muss. Laut Experten überwiegen die Vorteile eines Antidepressivums bei schweren Fällen der Depression und die Risiken für das ungeborene Baby bleiben überschaubar. Der schweizerische Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie Konrad Michel sagt hierzu: „Die Fachleute seien sich aufgrund groß angelegter Studien heute einig, dass «weitaus die meisten Antidepressiva» während der Schwangerschaft ohne negative Auswirkungen für das Kind verschrieben werden könnten.“ Dennoch betont er weiter, dass vor jeder Einnahme die Risiken und Vorteile abgewogen werden müssen.

Auswirkungen einer Schwangerschaftsdepression

Eine unbehandelte Schwangerschaftsdepression ist für die werdende Mama sehr belastend, doch auch für das ungeborene Baby bestehen gesundheitliche Risiken. Durch eine Depression ist das Ungeborene im Mutterleib erhöhten Stresshormonen ausgesetzt, was sowohl die mentale als auch die physische Gesundheit des Babys gefährdet. Wird die Schwangerschaftsdepression nicht als solche erkannt und behandelt, kann es aufgrund der erhöhten Ausschüttung des Hormons Cortisol beim ungeborenen Kind zu Wachstumsproblemen, einem zu geringen Geburtsgewicht sowie zu psychischen Problemen kommen und im schlimmsten Fall kann eine Frühgeburt ausgelöst werden.

Experten vermuten zudem einen Zusammenhang zwischen einer stark ausgeprägten Schwangerschaftsdepression und der Wochenbettdepression. Studien fanden heraus, dass Frauen, die bereits in der Schwangerschaft eine Depression bekommen haben, anfälliger für die Wochenbettdepression sind. Wird im Falle einer Schwangerschaftsdepression so schnell wie möglich mit einer entsprechenden Therapie begonnen, stehen die Chancen jedoch gut, dass es nach der Geburt nicht zu einer Wochenbettdepression kommt.


Tipps, um Schwangerschaftsdepressionen vorzubeugen

Nachfolgend haben wir euch Tipps zusammengestellt, die euch dabei helfen sollen, einer Schwangerschaftsdepression vorzubeugen:

Zeit für sich nehmen

Kleine Verwöhnprogramme sind vor allem dann wichtig, wenn ihr euch depressiv, traurig und ausgelaugt fühlt. Nutzt die Zeit, bevor euer Baby auf die Welt kommt intensiv, um euch nochmal so richtig zu erholen und Kraft zu tanken. Legt euch mit einem guten Buch auf die Couch, schaut einen guten Film oder eure Lieblingsserie, macht euch dazu eine Kanne Tee und genießt die Auszeit vom Alltag. Das Haus putzen, die Babyliste abarbeiten oder das Kinderzimmer perfekt einrichten, hat keine Priorität vor eurer Gesundheit und kann ruhig mal auf die sprichwörtliche lange Bank geschoben werden. Denkt immer daran: Indem ihr euch um euch selbst kümmert, kümmert ihr euch gleichzeitig um das Wohl eures ungeborenen Babys und das ist sehr wichtig.

Unterstützung annehmen

Häufig will man sich nicht eingestehen, dass man mit dem Haushalt, der immer anstrengender werdenden Schwangerschaft sowie der Vorbereitung auf die Geburt überfordert ist. Doch gerade in der Schwangerschaft und bei einer Überforderung ist es wichtiger denn je, dass ihr euch tatkräftige Unterstützung von eurem Partner, Freunden oder der Familie holt. Zudem solltet ihr eure Ängste sowie Sorgen mit eurem Partner oder einer nahestehenden Person teilen und über eure Traurigkeit sprechen. Indem ihr eure Gemütslage für euch behaltet und euch aus einem falschen Schamgefühl darüber ausschweigt, wird das Stimmungstief automatisch schlimmer und kann im schlimmsten Fall in einer Schwangerschaftsdepression enden.

Bewegung an der frischen Luft

Regelmäßige Bewegung an der frischen Luft in Form von einem ausgiebigen Spaziergang hilft bei einem Stimmungstief oft wahre Wunder. Durch die Bewegung wird der Kreislauf angekurbelt und die Zellen mit Sauerstoff versorgt, was wiederum für den Stoffwechsel sowie den gesamten menschlichen Organismus essenziell ist. Dabei steigert ein Spaziergang nicht nur das Wohlbefinden und vertreibt trübe Gedanken, sondern durch die Bewegung wird Stress abgebaut und schwangerschaftsbedingten Rückenschmerzen sowie anderen Schwangerschaftsbeschwerden wird effektiv vorgebeugt. Zudem haben sowohl Sonnenlicht als auch Tageslicht eine stimmungsaufhellende Wirkung. Natürlich tragen auch andere Sportarten, wie Radfahren, Schwimmen oder Schwangerschaftsgymnastik, zu einem besseren Wohlbefinden bei. Yoga ist in der Schwangerschaft auch bestens geeignet und hilft nachweislich dabei, Angst sowie Depressionen zu reduzieren. Wie ihr euch letztendlich sportlich betätigt, bleibt euch selbst überlassen.

Bewusste Entspannungsmethoden

Yoga, Meditation, Atemübungen, autogenes Training, Entspannung nach Jacobson oder andere progressive Muskelentspannungen helfen dabei, angestauten Stress und Ärger abzubauen, zur Ruhe zu finden und neue Kraft zu tanken. Zudem kommen Körper und Geist durch die bewussten Entspannungsmethoden wieder besser in den Einklang. Gleichzeitig kann der Schlaf durch Entspannungstechniken verbessert werden und durch die nötige Ruhe lassen sich die Konzentrations- sowie die Merkfähigkeit wieder steigern. Für eine kurze Entspannungsübung zwischendurch spannt ihr jeden Muskel in eurem Körper an und haltet dabei etwa für 5 Sekunden die Luft an. Während ihr anschließend kräftig ausatmet, entspannt ihr eure Muskeln wieder, indem ihr eure Glieder zum Beispiel leicht schüttelt.

Gesunder Schlafrhythmus

Die wohl wichtigste Voraussetzung für einen erholsamen und guten Schlaf ist ein regelmäßiger Schlafrhythmus. Ist der Schlaf für längere Zeit gestört, kann das enorme negative Auswirkungen auf die mentale Gesundheit haben und im schlimmsten Fall Depressionen begünstigen. Damit sich sowohl der Geist als auch der Körper von den Strapazen des Tages erholen und regenerieren kann, solltet ihr auf regelmäßige Zubettgeh- und Aufstehzeiten achten und diese so gut wie möglich einhalten.

Gesunde und ausgewogene Ernährung

Eine gesunde und ausgewogene Ernährung unter anderem mit viel frischem Obst und Gemüse, Ballaststoffen, Vollkornprodukten sowie gesunden Fettsäuren tragen maßgeblich zu eurem Wohlbefinden sowie zur Gesundheit eures Babys bei. Tierische Lebensmittel sowie Süßigkeiten und Knabbereien sollten hingegen nur hin und wieder auf dem Speiseplan von Schwangeren stehen. Zudem sollte in der Schwangerschaft auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr von mindestens 2,5 Liter täglich und vorwiegend in der Form von stillem Mineralwasser und ungesüßten Tees geachtet werden.


Hilfreiche Anlaufstellen bei Schwangerschaftsdepressionen

Neben eurer Hebamme und eurem Arzt gibt es bei Schwangerschaftsdepressionen weitere Anlaufstellen:

  • Krankenkassen
  • Selbsthilfegruppen oder Internetforen
  • Pro Familia oder Caritas

Zusammenfassung zum Thema Schwangerschaftsdepression

Eine Schwangerschaftsdepression muss klar von hormonbedingten Stimmungsschwankungen unterschieden und unbedingt behandelt werden. Bleibt die Schwangerschaftsdepression unerkannt, ist die mentale sowie körperliche Gesundheit der Schwangeren sowie des ungeborenen Babys unter anderem aufgrund der erhöhten Ausschüttung des Hormons Cortisol gefährdet und im schlimmsten Fall droht eine Frühgeburt. Zudem besteht ein Zusammenhang zwischen unbehandelter Schwangerschaftsdepression und der schwerwiegenden Wochenbettdepression. Zu den typischen Symptomen einer Schwangerschaftsdepression gehören unter anderem anhaltende Traurigkeit und Leere, große Angst um die Gesundheit des Babys, häufiges Weinen, trübe Gedanken, kaum Appetit, Antriebslosigkeit sowie Schlafstörungen.

Lichttherapien, Entspannungsübungen sowie Gesprächs- und Psychotherapien kommen bei der Behandlung infrage, bei starken Schwangerschaftsdepressionen müssen unter Umständen Antidepressiva verschrieben werden. Indem ihr euch bei einem Stimmungstief ausreichend an der frischen Luft bewegt, das intensive Gespräch mit dem Partner, eurer Hebamme oder einer anderen nahestehenden Person sucht und ihr regelmäßig Entspannungstechniken anwendet, könnt ihr einer Schwangerschaftsdepression vorbeugen.

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