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Plötzlicher Kindstod – Ursachen, Risikofaktoren & Vorbeugung

Plötzlicher Kindstod

Das gesunde Kind wird wie gewohnt am Abend liebevoll in sein Bettchen gelegt und schläft dort kurze Zeit später friedlich ein – doch es wacht nicht mehr auf. Der plötzliche Kindstod ist eine wahre Horrorvorstellung für alle Eltern. In diesem Artikel erfahrt ihr, welche Ursachen und Risikofaktoren es für den plötzlichen Kindstod gibt und wie häufig dieser heutzutage noch vorkommt. Zudem informieren wir euch über vorbeugende Maßnahmen, um euer Baby vor dem plötzlichen Kindstod zu schützen.

Was ist der plötzliche Kindstod?

Von plötzlichem Kindstod wird gesprochen, wenn ein gesundes Baby oder Kleinkind ohne Vorerkrankung oder andere erkennbare Ursache völlig unerwartet verstirbt. Können Ärzte nach einer gründlichen Untersuchung keine andere Todesursache feststellen, wird die Diagnose Sudden Infant Death Syndrome (SIDS), also plötzlicher Kindstod oder auch plötzlicher Säuglingstod, gestellt. Das Beunruhigende ist, dass der plötzliche Kindstod ohne Warnzeichen oder gesundheitliche Veränderungen und somit aus dem Nichts zuschlagen kann.

Der plötzliche Kindstod tritt dabei so gut wie ausschließlich im ersten Lebensjahr und davon zu 80 Prozent in den ersten sechs Lebensmonaten auf. Die meisten Fälle von SIDS werden bei Babys im Alter von zwei bis vier Lebensmonaten verzeichnet. Das Risiko sinkt, je älter das Kind ist. Jungen sind häufiger von dem plötzlichen Kindstod betroffen als Mädchen.

Häufigkeit und Alter

In den meisten Fällen tritt der plötzliche Kindstod unbemerkt im Nachtschlaf und selten tagsüber beim Mittagsschlaf ein. Nach wie ist der plötzliche Kindstod in den Industrienationen eine häufige Todesursache bei Säuglingen und Kleinkindern unter einem Jahr. Zwar sind die Zahlen der SIDS-Todesfälle in den letzten Jahren stark gesunken, dennoch versterben nach wie vor Babys und Kleinkinder in Deutschland am Krippentod, wie der plötzliche Kindstod auch genannt wird.

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Laut den Zahlen des Statistischen Bundesamtes verstarben im Jahr 2012 insgesamt 131 Kinder am plötzlichen Kindstod. Im Vergleich hierzu lag die Zahl der Todesfälle in Deutschland im Jahr 1990 noch bei über 1280. Die Gesundheitsberichterstattung des Bundes beziffert die Todesfälle in Deutschland, die durch SIDS hervorgerufen wurden, im Jahr 2013 auf insgesamt 152, 2014 auf 119 und im Jahr 2017 auf 129 (Stand: 2020). Auf Grundlage dieser Zahlen sterben aktuell etwa 0,2 Prozent von 1000 Babys und Kleinkindern am plötzlichen Kindstod. Dass die Zahl der Todesfälle seit vielen Jahren stark rückläufig ist, liegt laut Experten an einer besseren Aufklärung infolge der Präventionsarbeit.

Der plötzliche Kindstod tritt bei rund 80 Prozent der Fälle bei Kindern unter einem Jahr auf und insbesondere in den ersten zwei bis vier Lebensmonaten. Dabei sind mit etwa 60 Prozent mehr männliche Säuglinge betroffen als Mädchen. Bis zu welchem Lebensalter ein SIDS-Risiko besteht, ist nicht eindeutig erforscht, allerdings waren die verstorbenen Kinder in fast allen Fällen unter einem Jahr alt.

Ursachen für den plötzlichen Kindstod

Bis heute wurden zahlreiche Studien von Wissenschaftlern durchgeführt, doch diese lieferten bislang keine einheitlichen oder aussagekräftigen Ursachen für den plötzlichen Kindstod bei Säuglingen und Kleinkindern. Einige Ärzte vermuten, dass der plötzliche Kindstod mit einer Störung der kindlichen Atemfunktion in Zusammenhang steht, welche dafür sorgt, dass sich der Herzschlag verlangsamt und gleichzeitig weniger Sauerstoff transportiert wird. Da nicht ausreichend frischer Sauerstoff (O2) eingeatmet werden kann, erhöht sich daraufhin der CO2-Wert (Kohlenstoffdioxid) im Blut des Kindes.

Im Normalfall können Babys eine erhöhte Konzentration von CO2 ausgleichen und würden dank lebenserhaltender Reflexe aufwachen, um die Atmung wieder anzukurbeln und eine Erstickung zu vermeiden. Ist jedoch ein Areal im Hirnstamm defekt, versagt die natürliche Steuerungs- und Kontrollfunktion des Körpers und ein gestiegener CO2-Wert kann nicht mehr durch die Atmung ausgeglichen werden. Der Körper erleidet eine Unterversorgung mit Sauerstoff (O2), was zum Ersticken des Babys führt.

Bitte beachten:
In diesem Fall würde allerdings eine pathologische Ursache zugrunde liegen, da der Arzt die Todesursache bei einer Obduktion nachweisen könnte. Dies würde jedoch gegen die Theorie des plötzlichen Kindstods sprechen.

Welche Risikofaktoren liegen dem plötzlichen Kindstod zugrunde?

Zwar liegen die wahren Ursachen trotz intensiver Forschung nach wie vor im Dunkeln, dennoch konnten die Ergebnisse von zahlreichen Studien einige wichtige Risikofaktoren liefern, welche SIDS begünstigen können. Dabei kann zwischen beeinflussbaren (exogenen) und nicht beeinflussbaren (endogenen) Risikofaktoren unterschieden werden. Wir haben euch die Risikofaktoren dementsprechend zusammengefasst:

Nicht beeinflussbare (endogene) Risikofaktoren:

Alter des Kindes: Babys und Kleinkinder unter einem Jahr, insbesondere zwischen dem zweiten und vierten Lebensmonat, sind besonders häufig betroffen. Ab dem achten Lebensmonat wird das Risiko immer geringer.

Geschlecht: 60 Prozent der an SIDS verstorbenen Kinder sind Jungs.

Problemgeburt: Kinder, die vor der 33. SSW geboren werden oder ein zu niedriges Geburtsgewicht aufweisen, haben ein erhöhtes SIDS-Risiko, sofern bereits eine Lungenerkrankung oder eine andere schwerwiegende Erkrankung vorliegt. Zudem ist das Risiko bei Kindern einer Mehrlingsschwangerschaft erhöht.

Gene: Sind bereits Geschwisterkinder am plötzlichen Kindstod gestorben, ist das SIDS-Risiko laut Forschern erhöht. Aus diesem Grund wird vermutet, dass SIDS auch durch Veränderungen am Erbgut hervorgerufen werden kann.

Beeinflussbare (exogene) Risikofaktoren:

Bauchlage beim Schlafen: Laut zahlreichen Untersuchungen spielt die Schlafposition beim plötzlichen Kindstod eine nicht zu unterschätzende Rolle, denn die Bauchlage gehört zu den größten Risikofaktoren in Sachen SIDS. Dies ist damit zu begründen, dass die Atmung des Babys in dieser Schlafposition negativ beeinträchtigt werden kann. Infolgedessen kann es dazu kommen, dass zu viel Kohlenstoffdioxid und gleichzeitig zu wenig Sauerstoff eingeatmet wird. 

Das durch die Bauchlage vorhandene SIDS-Risiko wird durch eine zu weiche Matratze sowie Stofftiere, Kopfkissen sowie andere Kissen, Nestchen und zusätzliche Decken im Bett des Kindes erhöht. Auch die Seitenlage sollte vermieden werden, da sich das Baby beim Schlafen in dieser Position leichter auf den Bauch drehen kann.

Überhitzung: Der Körper eines Babys kann durch eine zu dicke Bettdecke oder zu warme Kleidung beim Schlafen schnell überhitzen, was wiederum das Herz-Kreislauf-System belastet und zum plötzlichen Kindstod führen kann.

Rauchen in der Nähe des Kindes: Wird in der Wohnung oder in der Nähe des Babys geraucht, kann dies die Vitalfunktionen negativ beeinträchtigen und das Risiko für einen plötzlichen Kindstod erhöhen. Wird bereits während der Schwangerschaft geraucht, können außerdem Entwicklungsstörungen beim Kind sowie Fehlbildungen beim Embryo auftreten, was wiederum zu SIDS führen kann.

Verzicht auf Stillen oder zu frühes Abstillen: Es wird vermutet, dass das SIDS-Risiko bei Säuglingen, die im gesamten ersten Lebensjahr gestillt werden, niedriger ist als bei Kindern, die gar nicht oder nur für kurze Zeit Muttermilch bekommen.

Falsche Matratze: Nicht nur eine weiche, auch eine nicht atmungsaktive Matratze kann die Luftzirkulation beim Baby negativ beeinträchtigen und das SIDS-Risiko erhöhen.

Weitere Risikofaktoren sind unter anderem:

  • junges Alter der Mutter zur Zeit der Schwangerschaft (unter 20 Jahre)
  • vorangegangene Erkältungsinfekte oder andere Infekte mit Bakterien oder Viren
  • beim Säugling lag bereits eine lebensbedrohliche Situation vor
  • Fehlbildungen von Organen
  • Drogen- oder Alkoholmissbrauch der Mutter
  • Rauchen in der Schwangerschaft
  • Atemaussetzer beim Baby
  • Verzögerungen in der Entwicklung
  • Jahreszeit (rund zwei Drittel der Fälle treten im Winter, insbesondere zwischen Januar und März, auf. Hier besteht wiederum ein Zusammenhang mit Infekten, die vermehrt in kalten Jahreszeiten auftreten.)
Gut zu wissen:
Bei fast allen bekannten SIDS-Todesfällen lag mindestens ein Risikofaktor bei den verstorbenen Babys vor. Experten gehen zudem von einem Zusammenspiel zwischen unterschiedlichen Faktoren und Umständen aus, was als multifaktorielle Ursache bezeichnet wird. Vor allem die Veranlagung in Kombination mit einem noch nicht vollständig ausgereiften Nerven- und Immunsystem sowie einem der oben genannten Risikofaktoren stehen im Verdacht, den plötzlichen Kindstod auslösen zu können. In diesem Zuge wird von dem sogenannten „Triple-Risk-Modell“ gesprochen.

Wird die Todesursache plötzlicher Kindstod vorschnell gefällt?

Laut einer Studie der Ludwig-Maximilians-Universität in München (Dissertation von Bettina Michaela Zinka) aus dem Jahr 2004, die sich eingehend mit dem Thema vermeintliche plötzliche Kindstode in den Jahren 1999-2001 befasst, wurde lediglich bei 5 Prozent der obduzierten Kinder keine Todesursache festgestellt. Somit lag bei der Mehrheit der obduzierten Kinder laut Studie kein plötzlicher Kindstod vor.

Bei den restlichen 95 Prozent konnte der plötzliche Kindstod ausgeschlossen werden, da entweder eine andere und zwar eindeutige Todesursache oder körperliche Auffälligkeiten diagnostiziert wurden. Diese These würde von dem Wissen gestützt werden, dass beispielsweise in den Niederlanden heutzutage kaum Babys an SIDS sterben.

Gut zu wissen:
In Deutschland wird lediglich bei der Hälfte der verstorbenen Babys und Kleinkindern, bei welchen im Vorfeld ein plötzlicher Kindstod diagnostiziert wurde, eine Obduktion durchgeführt. Allerdings würden Autopsien aussagekräftigere Ergebnisse in Sachen genaue Todesursache liefern. Im Prinzip handelt es sich bei SIDS nämlich nicht um eine Todesart, sondern um eine Ausschlussdiagnose, was eine genaue Bezifferung der Todesfälle eindeutig erschwert.

Maßnahmen zur Vorbeugung

Selbst, wenn die Zahlen laut der oben erwähnten Studie tatsächlich niedriger sind als vielleicht angenommen, sollten Eltern dennoch kein Risiko eingehen und unbedingt vorbeugende Maßnahmen treffen, um einem plötzlichen Kindstod vorzubeugen. Laut dem medizinischen Leitfaden zum plötzlichen Kindstod gelten vor allem die „3 R“ als wichtigste Maßnahme, um SIDS vorzubeugen: Rückenlage beim Schlafen, Rauchfreie Umgebung sowie Richtiges Bett.

Hier haben wir euch die wichtigsten Maßnahmen zur Vorbeugung von SIDS zusammengestellt:

Rückenlage beim Schlafen: In der Rückenlage können Babys sehr gut atmen, was einer Unterversorgung mit Sauerstoff und deshalb dem plötzlichen Kindstod vorbeugen kann. Allerdings gilt die Rückenlage nur beim Schlafen: Tagsüber im wachen Zustand müssen Babys regelmäßig auf den Bauch gelegt werden, um unter anderem die Motorik zu verbessern und die Nacken-, Schulter- und Halsmuskulatur zu trainieren. Sobald sich das Baby selbst in die Bauchlage drehen kann, stellt das Schlafen auf dem Bauch in der Regel keine Gefahr mehr dar, denn in diesem Alter ist auch das SIDS-Risiko nur noch äußerst gering.

Guter Tipp:
Habt ihr ein leidenschaftliches Bauchschläfer-Baby, solltet ihr mit eurer Hebamme oder dem Kinderarzt sprechen. Können alle Risikofaktoren bei eurem Liebling sicher ausgeschlossen werden, muss die Rückenlage nicht auf Teufel komm raus erzwungen werden.

Richtiges Bett und sichere Schlafumgebung: Kinder sollten mindestens bis zu ihrem ersten Lebensjahr im elterlichen Schlafzimmer und vorzugsweise in einem eigenen Beistellbett schlafen. So kann im Notfall schnell eingegriffen werden und die Atemfunktion des Kindes wird durch die gleichmäßigen Atemzüge der Eltern positiv beeinflusst. 

Zudem sollten Eltern darauf achten, dass die Matratze nicht zu weich und vor allem atmungsaktiv sowie luftdurchlässig ist. Auf Accessoires im Bett, wie zum Beispiel Kuscheltiere, Decken, Kopfkissen sowie andere Kissen, Nestchen oder Tierfelle, sollte komplett verzichtet werden. So wird unter anderem einer Überhitzung vorgebeugt und eine gute Luftzirkulation wird gewährleistet.

Rauchfreie Umgebung: Rauchen während und nach der Schwangerschaft kann das Risiko für den plötzlichen Kindstod erhöhen. Zudem muss unbedingt darauf geachtet werden, dass nicht in der Nähe von Babys geraucht wird. Das gilt natürlich nicht nur für die Mutter und den Vater, sondern für alle anderen Verwandten und Bekannten, die sich in der Nähe des Kindes befinden.

Stillen: Experten empfehlen, bis etwa zum 6. Lebensmonat voll zu stillen. Das Stillen und die Muttermilch stärken unter anderem das Immunsystem des Kindes, weshalb der medizinische Leitfaden zum plötzlichen Kindstod empfiehlt, sogar bis zum vollendeten ersten Lebensjahr zu stillen. Zudem wachen Babys, die nachts gestillt werden, häufiger auf, was wiederum die Gefahr eines plötzlichen Atemstillstands reduzieren kann. Doch keine Panik solltet ihr nicht stillen: Auch mit einer guten Babyersatznahrung wachsen Kinder gesund auf.

Nuckeln am Schnuller: Laut einiger Studien kann durch das Saugen am Schnuller das SIDS-Risiko gesenkt werden. Dies wird unter anderem damit erklärt, dass das Nuckeln am Schnuller die oberen Atemwege trainiert und die Babys in einen weniger tiefen Schlaf fallen. Verweigert euer Kind den Schnuller jedoch, sollte dieser nicht aufgezwungen werden.

Schlafsack anstatt Daunen-Bettdecke: Ein Schlafsack in einer altersgerechten Größe sorgt für eine gleichbleibende Körpertemperatur beim Baby und verhindert das Drehen von der Rücken- in die gefährlichere Bauchlage. Zudem kann der Kopf nicht unter die Decke rutschen und die Atmung behindern. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Arme im Schlafsack frei bewegt werden können.

Überhitzung vermeiden: Eine Raumtemperatur zwischen 16 und 18 Grad ist zum Schlafen optimal und beugt einer Überhitzung und somit dem plötzlichen Kindstod vor. Aus diesem Grund sollte beim Schlafen außerdem auf zu warme Kleidung (Windel, Body und ein Schlafanzug sind im Winter völlig ausreichend) sowie zusätzliche Decken, Kissen oder Tierfelle über der Matratze verzichtet werden. Das Gleiche gilt für Wärmflaschen oder Heizkissen. 

Zudem solltet ihr eurem Liebling keine Mütze zum Schlafen aufsetzen, denn die überschüssige Wärme wird über das Köpfchen abgeleitet. Das Babybett sollte außerdem nicht in der Nähe einer Heizung stehen. Angst, dass eurem Kind zu kalt wird, braucht ihr nicht zu haben, denn durch den Babyspeck wird die Körpertemperatur sehr gut reguliert und Babys mögen es beim Schlafen generell etwas kühler. Gleichzeitig beugen kühlere Temperaturen beim Schlafen einem Austrocknen der Schleimhäute vor. 

Bitte beachten: Noch heute hält sich die Meinung, dass kalte Hände ein Vorbote für den plötzlichen Kindstod sind. Diese Annahme ist jedoch schlicht und ergreifend nicht richtig. Im Gegenteil: starkes Schwitzen beim Schlafen stellt ein Warnsignal dar.

Gut zu wissen:
Beim Thema Schlafen im Elternbett gehen die Meinungen der Experten auseinander. Lange Zeit wurde Eltern empfohlen, Babys nicht im elterlichen Bett schlafen zu lassen, da sich der kleine Körper durch die zusätzliche Körperwärme schneller erhitzen kann. Andere Wissenschaftler sind hingegen der Meinung, dass das Schlafen im Elternbett das SIDS-Risiko verringert. Auch laut einer neueren Studie aus dem Jahr 2014 ist das SIDS-Risiko beim Schlafen im Elternbett nicht erhöht.

Vorsorgetermine beim Kinderarzt wahrnehmen

Um einem plötzlichen Kindstod oder anderen Erkrankungen vorzubeugen und Entwicklungsstörungen frühzeitig erkennen zu können, ist das Wahrnehmen der regelmäßigen Vorsorgetermine beim Kinderarzt essenziell. Zudem kann euch der Kinderarzt nützliche Ratschläge in Sachen SIDS erteilen. Auch in dem Fall, dass euer Baby einen Infekt, Fieber oder länger als einen Tag Durchfall hat, solltet ihr vorsichtshalber so schnell wie möglich den Kinderarzt aufsuchen.

Zudem können folgende Auffälligkeiten Warnsignale darstellen und sollten daher unbedingt ärztlich abgeklärt werden:

  • euer Baby schwitzt nachts stark
  • euer Baby ist auffallend blass oder hat unerklärliche Flecken auf der Haut
  • euer Baby hat bläuliche Lippen oder eine bläuliche Gesichtsfarbe
  • euer Baby hat nachts Atemaussetzer, die länger als 15 Sekunden anhalten
  • euer Baby erbricht sich häufig oder hat Schwierigkeiten beim Trinken und Schlucken
  • euer Baby verschluckt sich häufig
  • euer Baby ist schwer zu wecken
  • euer Baby schreit und lässt sich nicht beruhigen
  • euer Baby verweigert die Nahrung

Erste-Hilfe-Maßnahmen erlernen

Was tun bei einem Atemstillstand? Wie reagiere ich im Notfall richtig? Wie leiste ich erste Hilfe? In speziellen Erste-Hilfe-Kursen für Babys und Kleinkinder können Eltern lebenswichtige Wiederbelebungsmaßnahmen, wie die Notbeatmung und die Herzmassage, erlernen. Diese Erste-Hilfe-Maßnahmen können dabei helfen, bei einem Atemstillstand richtig zu reagieren und so den plötzlichen Kindstod zu vermeiden. Zudem geben Erste-Hilfe-Kurse Eltern Sicherheit sowie das nötige Know-How, um mit kleineren und größeren Unfällen umgehen zu können.

Wir haben euch die wichtigsten Schritte zusammengestellt, solltet ihr euer oder ein anderes Baby ohne Atemfunktion auffinden:

  1. Schritt: So schnell wie möglich den Notruf (112) absetzen.
  2. Schritt: Ist der Puls noch spürbar, müsst ihr unverzüglich mit der Notbeatmung beginnen.
  3. Schritt: Haben sowohl das Herz als auch die Atmung ausgesetzt, müsst ihr eine Herzmassage durchführen. Führt diese so lange durch, bis der Notarzt eingetroffen ist.

Hier kommt ihr zu einem Artikel des Deutschen Roten Kreuzes, in welchem die Wiederbelebungsmaßnahmen bei Säuglingen und Kleinkindern anschaulich erklärt werden. Nichtsdestotrotz solltet ihr unbedingt bei einem Erste-Hilfe-Kurs für Babys teilnehmen, um unter anderem die korrekte Notbeatmung sowie die Herzmassage zu erlernen und viele weitere lebenswichtige Ratschläge von medizinischen Fachleuten zu erhalten.

Zusammenfassung

Der plötzliche Kindstod (SIDS) tritt beinahe ausschließlich im ersten Lebensjahr und insbesondere zwischen dem zweiten und vierten Lebensmonat auf. Dabei sind Jungs häufiger betroffen als Mädchen. SIDS wird diagnostiziert, wenn ein gesundes Baby völlig unerwartet verstirbt und keine eindeutige Todesursache gefunden wird. Unter anderem aufgrund intensiver Präventionsarbeit tritt der plötzliche Kindstod heutzutage nur noch sehr selten auf, wenngleich dieser mehr als dramatische Folgen für die Eltern hat.

Trotz zahlreicher sowie intensiver Forschungen und Untersuchungen konnte bis heute keine eindeutige Ursache für den plötzlichen Kindstod gefunden werden. Allerdings gibt es bestimmte Risikofaktoren, die den plötzlichen Kindstod begünstigen können. Zu diesen gehören unter anderem das Schlafen auf dem Bauch sowie eine Überhitzung. Eltern können dem plötzlichen Kindstod mit einfachen Maßnahmen vorbeugen. Zudem gibt es einige Warnsignale, die auf einen plötzlichen Kindstod hindeuten können und deshalb ernst genommen werden müssen.

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