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Kind 3 Jahre: Alle Entwicklungsschritte im Überblick

Kind 3 Jahre

Kinder mit drei Jahren werden immer selbstständiger und selbstbewusster. Dabei wollen sie häufig ihren eigenen Willen durchsetzen, wobei der Höhepunkt der Trotzphase meist überstanden ist.

Trotz ihrer neuen Unabhängigkeit haben Kinder nun vermehrt Angst und können gleichzeitig Gefahrensituationen besser einschätzen. In diesem Artikel erfahrt ihr, was das vierte Lebensjahr für euer Kind bereithält und wir geben euch Tipps, wie ihr es beim Trockenwerden unterstützen könnt.

Sprachentwicklung bei Dreijährigen

Bis zum 3. Geburtstag umfasst der Wortschatz etwa 200 Wörter und Kinder sind in der Lage, Gegenstände in unkomplizierten Drei- und Vierwortsätzen zu beschreiben. Im Laufe des vierten Lebensjahres werden bereits Sätze aus fünf Wörtern gebildet und auch der Wortschatz erweitert sich beinahe täglich. Kein Wunder also, dass Kinder einen großen Redebedarf haben, denn die neu erlernten Wörter wollen unbedingt mit euch und anderen nahestehenden Personen kommuniziert werden. Dabei erzählen Kinder im Alter von drei Jahren oft alles, was ihnen im Moment durch den Kopf geht und sollten Mama und Papa keine Zeit haben, wird ganz einfach mit der Puppe oder dem Kuscheltier geredet.

Dreijährige sind zudem sehr wissbegierig und stellen sehr viele Fragen. Damit festigen Kinder nicht nur ihre Sprache, sondern sie bekommen ein Gefühl für den richtigen Satzbau und gleichzeitig kann sich das grammatische Verständnis bilden. Um die Sprachentwicklung nachhaltig zu fördern, solltet ihr viel mit eurem Kind sprechen und dieses durch Fragen zum Reden animieren. Im Zuge dessen könnt ihr eurem Kind beibringen, dass es in bestimmten Situationen „danke“ sowie „bitte“ sagen muss.

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Neben der Sprachentwicklung verbessert sich auch das Sprachverständnis enorm und Dreijährige kommen den Aufforderungen ihrer Eltern immer häufiger nach. Zudem können Kinder den Handlungsabläufen in Bilderbüchern besser folgen und sie lernen, zwischen Tätigkeiten in der Vergangenheit und in der Zukunft zu unterscheiden. Lokale Präpositionen sowie Zeitwörter, wie beispielsweise „unter“ und „über“ sowie „morgen“ und „gestern“, werden mittlerweile verstanden und richtig angewandt.

Bitte beachten:
Spricht ein dreijähriges Kind gar nicht oder nur sehr wenig, kann dies auf eine Entwicklungsstörung hindeuten und sollte daher logopädisch abgeklärt werden. Dabei kann die Verzögerung in der Entwicklung unter anderem durch eine Hörschädigung oder eine Sprachentwicklungsstörung hervorgerufen werden.

Bewegung und Motorik bei Dreijährigen

Auf Wiedersehen, Babyspeck! Kinder im Alter von drei Jahren bewegen sich sehr viel: Sie toben, laufen, klettern und hüpfen herum, was das Zeug hält und werden dabei einfach nicht müde. Dies ist mit ein Grund, warum der niedliche Babyspeck meist in diesem Alter verschwindet und der gesamte Körperbau allgemein schlanker und gleichzeitig proportionaler wird.

Beim Laufen schwingen mittlerweile die Ärmchen mit, wodurch die Balance verbessert wird und Stürze seltener werden. Durch die verbesserte Balance kann sich euer Kind über neue motorische Fähigkeiten freuen. So balancieren dreijährige Kinder mit großer Freude auf Baumstämmen, Bordsteinkanten oder anderen schmalen Hindernissen und hüpfen auf einem oder beiden Beinen umher. Auch Klettergerüste oder Möbel üben eine große Faszination auf Kleinkinder in diesem Alter aus, weshalb diese – mühelos wie es scheint – erklommen werden.

Indem sich am Geländer festgehalten wird, werden Treppen mit dem sogenannten Wechselschritt (ein Fuß pro Stufe) hoch- und wieder runtergelaufen. Einige Dreijährige sausen sogar schon mit einem Dreirad oder Laufrad umher, doch hierfür benötigen Kinder Übung und die Beine müssen stark genug sein. Allerdings haben längst noch nicht alle Kinder in diesem Alter ihre Liebe zu den neuen Fortbewegungsmitteln entdeckt und sie bewegen sich lieber mit ihren Füßen voran.

Bitte beachten:
Um Verletzungen vorzubeugen, sollten Lauf- oder Dreiräder erst gefahren werden, wenn euer Kind über die nötige Körperstabilität sowie Körperbeherrschung verfügt. Eine weitere Grundvoraussetzung für das Fahren mit einem Laufrad ist, dass Kinder sicher laufen und stehen können, weshalb diese erst ab dem Alter von drei Jahren zu empfehlen sind.

Kinder lieben es, Bälle sowie andere Gegenstände durch die Luft zu werfen. Vielleicht habt ihr in diesem Zuge schon einmal beobachten können, dass Dinge bisher meist von unten nach oben geworfen wurden. Mit der Zeit lernen Kinder allerdings, diverse Wurfobjekte von oben nach unten zu werfen. Doch nicht nur das Werfen ist mittlerweile sehr zielsicher geworden, auch das Fangen von Gegenständen wird immer präziser.

Euer Kind macht nicht nur in Sachen Bewegung und Grobmotorik riesige Schritte, auch die Feinmotorik verbessert sich zusehends. Unter Feinmotorik werden übrigens die kleinen und filigranen Bewegungsabläufe verstanden, welche unter anderem die Mundbewegungen beim Sprechen, das Schreiben und Malen, das Knöpfe schließen, die Regungen der Zehen, Füße, Hände und Finger sowie die Koordination der beiden Hände umfassen.

Im Alter von drei Jahren sind Kinder dazu in der Lage, Stifte beim Malen zwischen den Fingern und nicht mehr in der ganzen Faust zu halten und sie können bereits zwischen einigen Grundfarben unterscheiden. So werden aus Wachsmal- oder Buntstiften farbenfrohe sowie abstrakte Kunstwerke à la Kandinsky kreiert, welche in Form von Kreisen, Strichen und Rechtecken stolz an Eltern oder Großeltern verschenkt werden.

Auch der Umgang mit einer stumpfen Kinderschere ist Dreijährigen nicht mehr fremd und vom Bastelspaß bekommen die Kleinen oft gar nicht genug. Dreijährige Kinder schrauben außerdem mit Vorliebe Deckel von allen möglichen Dosen ab und verschließen diese anschließend wieder. Zudem wird selbstständig mit Besteck gegessen und auch das An- und Ausziehen geschieht meist ohne elterliche Hilfe. Doch obwohl Kinder viele Dinge zuerst selbst versuchen wollen, fragen sie um Hilfe, sollte diese nötig sein.

Soziale und emotionale Entwicklung bei Dreijährigen

Dreijährige Kinder bringen vor allem nahestehende Bezugspersonen mit Freude zum Lachen. Außerdem wiederholen Kinder in diesem Alter gerne Sachen, die sie lustig finden oder über die andere Personen gelacht haben. Gleichzeitig versuchen Dreijährige andere Menschen zu trösten, wenn diese traurig sind, was dafür spricht, dass immer mehr Empathie empfunden wird.

Viele Eltern können sich glücklich schätzen, denn der Höhepunkt der oft sehr anstrengenden Trotzphase ist in der Regel mit dem vierten Lebensjahr überstanden. Das bedeutet jedoch nicht, dass die ichbezogene Phase und die Ich-Entwicklung auch schon der Vergangenheit angehören, denn nach wie vor gehören „Das ist meins“, „Das gehört mir“ und „Ich will das nicht“ zu den absoluten Lieblingssätzen von Dreijährigen. Kurz gesagt: Euer Kind will seinen Willen unbedingt durchsetzen und lässt euch das in vielen Alltagssituationen spüren.

Gut zu wissen:
Leider ist die Trotzphase nicht immer im vierten Lebensjahr überstanden. Sollte euer Kind im Alter von drei Jahren also weiterhin von Wut- und Trotzanfällen heimgesucht werden, ist dies nicht ungewöhnlich. Zeigt Verständnis für euer Kind und macht euch immer wieder aufs Neue bewusst, dass die Trotzphase völlig normal ist und genauso wie das Sprechen lernen zur Entwicklung von Kindern dazugehört.

Spiel- und Lernverhalten von dreijährigen Kindern

Bilderbücher sowie Bauklötze stehen auf der Liste der Lieblingsspielzeuge ganz weit oben und dreijährige Kinder können bereits Türme aus bis zu acht Holzklötzen bauen, ohne, dass diese umfallen. Zudem können bereits altersgerechte Puzzle mit bis zu 6 Teilen zusammengesetzt werden. Neben Bauklötzen & Co. bereiten außerdem Knete, Lego sowie das Spielen mit einer Holz-Eisenbahn Dreijährigen eine große Freude. Dabei basteln oder bauen Kinder gerne zusammen mit Gleichaltrigen oder Geschwistern. Auch das Spielen mit Puppen oder Kuscheltieren steht nach wie vor hoch im Kurs.

Natürlich stellen Spielplätze für die meisten Dreijährigen ein Paradies auf Erden dar und die Rutsche wird mittlerweile ganz allein und ohne Hilfe benutzt. Doch nicht nur die Rutsche, auch auf der Schaukel oder im Sandkasten können sich Kinder stundenlang beschäftigen und gleichzeitig werden durch das gemeinsame Spielen neue Freundschaften geknüpft. Dabei werden Wünsche ganz selbstbewusst in der sogenannten „Ich-Form“ verkündet und der eigene Wille wird unter anderem durch das Wort „Nein“ durchgesetzt.

Aus diesem Grund ist leider auch unter Kindern nicht immer Friede, Freude, Eierkuchen und selbst zwischen Freunden kann es im „Spielgefecht“ hin und wieder zum Streit kommen. Macht euch diesbezüglich keine Sorgen, das ist eine normale Entwicklung und dient unter anderem dazu, seine Grenzen auszuloten. Des Weiteren teilen Kinder in diesem Alter nicht gerne ihre Spielsachen und ein Streit ist quasi vorprogrammiert.

Zeigt euer Kind anderen Kindern gegenüber häufiger ein aggressives Verhalten, ist es unter Umständen mit der Gesamtsituationen oder der Größe der Gruppe überfordert. Da sich Kinder mit drei Jahren natürlich noch nicht so gut artikulieren können, wird der Streit anstatt mit Worten häufig mit einem Hauen, an den Haaren ziehen oder Schubsen ausgetragen. Sprecht mit eurem Kind über seine Gefühle, zeigt Verständnis und fragt es, was ihn so traurig oder wütend gemacht hat.

Kognitive Entwicklungen bei dreijährigen Kindern

Die Aufmerksamkeitsspanne von dreijährigen Kindern umfasst mittlerweile um die fünf Minuten. Dies hört sich im ersten Moment vielleicht nicht gerade lang an, stellt allerdings einen sehr großen Schritt in der kognitiven Entwicklung dar. Die Fantasie kennt jetzt keine Grenzen mehr und neben Geschichten werden mit Freude fantasievolle Spiele erfunden. So wird beispielsweise eine große Kiste vorübergehend zum Auto umfunktioniert, welches nicht mit einem Lenkrad, sondern einem Buch gesteuert wird.

Auch einfache Zahlen werden in diesem Alter immer interessanter und manche Kinder können bereits bis fünf zählen. Gegenstände werden somit häufig gezählt und anschließend nach Farbe, Größe oder Form geordnet. Zudem können Dreijährige wiederkehrende Muster sowie Gemeinsamkeiten bei Gegenständen erkennen und ihre eigenen Körperteile benennen.

Das Verständnis für Gefahr nimmt zu

Häufig verkünden dreijährige Kinder voller Stolz: „Ich bin schon 3“ und „Ich bin jetzt groß“. Das gehört zum neu gebildeten Selbstwertgefühl hinzu und stellt einen sehr wichtigen Meilenstein in Sachen Entwicklung dar. Doch nicht nur das Selbstbewusstsein und der eigene Willen werden größer, auch die Angst nimmt im vierten Lebensjahr zu. Bisher hat euer Kind wahrscheinlich nur wenig Angst gezeigt und trat beinahe jeder Begebenheit furchtlos gegenüber: Kein Hund war zu groß, keine Treppe zu hoch und keine Rutsche zu lang.

Ab dem Alter von drei Jahren ist es jedoch ganz normal, dass Kinder immer vorsichtiger werden und Gefahrensituationen besser erkennen können. So entwickelt sich bei Kindern vorübergehend zum Beispiel eine Angst vor Figuren aus dem Kasperletheater, vor unbekannten Personen, vor der Dunkelheit oder vor Tieren. Selbst der freundliche Weihnachtsmann hat schon das ein oder andere Kind zum Weinen gebracht und ihm Angst eingejagt.

Wichtig ist, dass ihr die Gefahr nicht zusätzlich schürt und ihr eurem Kind zuhört, was genau ihm Angst gemacht hat und warum. Tritt die Angst vorwiegend in der Nacht auf, kann es bei einigen Kindern schon helfen, nachts ein kleines Licht anzulassen oder die Tür zum Kinderzimmer offenzulassen. Euer Kind kann noch nicht selbst beurteilen, von welchen Dingen wirklich eine Gefahr ausgeht, weshalb es auf euch angewiesen ist.

Ab wann sind Kinder trocken?

Wann Kinder trocken und sauber werden, kann nicht pauschal beantwortet werden und ist von Kind zu Kind unterschiedlich. Vor allem geschieht das Trockenwerden nicht über Nacht, sondern erfolgt Schritt für Schritt. Einige Kinder sind dabei schon mit drei Jahren so gut wie trocken und gehen selbst in der Nacht selbstständig aufs Töpfchen oder auf die Toilette. Anderen Kindern hingegen passiert es, dass sie noch mit fünf oder sechs Jahren hin und wieder ins Bett machen.

Setzt euer Kind beim Trockenwerden keinesfalls unter Druck, dies sorgt für unnötigen sowie emotionalen Stress und kann sogar zu einer Angst vor dem Toilettengang führen. Wartet mit dem Weglassen der Windel am besten so lange, bis euer Kind dies von sich aus wünscht, das Trocken- und Sauberwerden kommt dann mit der Zeit von ganz allein. Gerade in einer ungewohnten Umgebung oder während einem spannenden Spiel kann es dennoch passieren, dass die Hose nass wird, obwohl euer Kind eigentlich bereits trocken ist.

Um euer Kind beim Weg auf das Töpfchen oder auf die Toilette zu unterstützen, haben wir euch einige Tipps zusammengestellt:

  • Übt auf spielerische Weise zusammen den Toilettengang und geht dabei Schritt für Schritt vor.
  • Lobt euer Kind, wenn es damit anfängt, trocken und sauber zu werden und zeigt Verständnis, sollte doch mal wieder was in die Hose gehen.
  • Schimpft nicht mit eurem Kind, sollte es in die Hose oder nachts ins Bett machen.
  • Um es eurem Kind einfacher zu machen, solltet ihr einen speziellen Toilettensitz anbringen, der kippsicher und bequem ist. Außerdem empfiehlt es sich, einen Hocker vor die Toilette zu stellen, um diese überhaupt erreichen zu können.
  • In der Übergangszeit kann es helfen, ein Töpfchen neben das Bett zu stellen oder das Licht in der Toilette brennen zu lassen. Auch ein spezieller Matratzenschutz hat sich beim Trocken- und Sauberwerden bewährt. Seid ihr unterwegs, bietet es sich an, Ersatzkleidung für den Fall der Fälle dabei zu haben.

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