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Babys weinen ohne Tränen: Deshalb weinen sie „trocken“

Babys weinen ohne Tränen

Habt ihr euch auch schon das ein oder andere Mal gefragt, warum euer Neugeborenes zwar weint, aber dabei keine Tränen zu sehen sind? In diesem Artikel erfahrt ihr unter anderem, was es mit dem Phänomen auf sich hat, dass Neugeborene in den ersten Lebenswochen ohne Tränen weinen. Zudem informieren wir euch darüber, wie ihr eine Bindehautentzündung erkennen könnt.

Entwicklung der Sehkraft sowie der Tränendrüsen nach der Geburt

Die ersten Wochen nach der Entbindung sieht das Neugeborene nur so viel, wie unbedingt nötig ist: also in erster Linie Mamas Brust und Mamas Gesicht. Dabei ist insbesondere der Augenkontakt wichtig, um die Bindung und das Vertrauen nachhaltig zu stärken, denn Neugeborene verbinden das Gesicht der Mama mit Nahrung, Geborgenheit und Zuneigung. Die restliche Umwelt wird in den ersten Lebensmonaten nur verschwommen und unscharf wahrgenommen.

Ein schlauer Schachzug der Natur, denn so wird das Neugeborene nicht von zu viel neuen Eindrücken verängstigt oder überfordert. Erst ab einem halben Jahr sind die Sehschärfe sowie die Kontrastempfindlichkeit in der nahen Umgebung vergleichbar mit einem Erwachsenen. Das Sehvermögen an sich entwickelt sich allerdings bereits um die 28. Schwangerschaftswoche herum und das Ungeborene kann ab diesem Zeitpunkt zwischen hell und dunkel unterscheiden.

Im Laufe der ersten Lebenswochen werden die Augenmuskeln sowie der Sehnerv trainiert und Gegenstände sowie Gesichter werden fixiert. Doch nicht nur der Sehnerv muss sich auf seine neuen Aufgaben außerhalb von Mamas Bauch vorbereiten, auch die Tränendrüsen sind direkt nach der Geburt und auch in den ersten Lebenswochen noch nicht vollständig entwickelt. Dabei befinden sich die Tränendrüsen seitlich unter dem oberen Augenlid. Von dort fließt die Tränenflüssigkeit über den inneren Lidwinkel in den Tränenkanal und weiter in die Tränensäcke sowie in die Nase.

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Tränen erst einige Wochen nach der Geburt

Wusstet ihr, dass ein Mensch im Laufe seines Lebens durchschnittlich etwa zwei Milliarden Tränen vergießt? Dies entspricht in etwa unglaublichen achtzig Litern Tränen. Doch obwohl Tränenflüssigkeit bereits im Mutterleib produziert wird, weinen Neugeborene in den ersten Wochen nach der Geburt ohne Tränen. In der Regel wird erst ab der 5. oder 6. Lebenswoche mit Tränen geweint, doch auch danach bleiben die Augen beim Weinen häufig trocken. Woran liegt das?

Dies liegt zum einen daran, dass sich die Tränenkanäle bis etwa zur 6. Lebenswoche noch vollständig entwickeln müssen. Zum anderen ist die produzierte Tränenmenge in den ersten Wochen nach der Geburt schlicht und ergreifend zu wenig, um beim Weinen letztendlich aus den Äuglein zu kullern. Aus diesem Grund weinen Neugeborene oft herzerweichend, obwohl weit und breit keine Tränen zu sehen sind.

Zwar ist der Tränenkanal ab der 6. Lebenswoche ausgereift und auch die Tränenmenge ist in der Regel schon ausreichend vorhanden, dennoch weinen Babys ab diesem Zeitpunkt hin und wieder ohne Tränen. Dieses weit verbreitete Phänomen ist leicht erklärt, denn Babys weinen aus unterschiedlichen Gründen, um ihren Eltern und ihrer Umgebung mitzuteilen, dass etwas nicht in Ordnung ist.

So weinen Babys zum Beispiel vor Müdigkeit, bei Hunger und Durst oder bei einer vollen Windel. Auch Langeweile oder schlechte Laune bringt Babys genauso zum Weinen, wie das Verlangen nach Nähe, Geborgenheit und Zuwendung. Weitere Gründe für das Weinen sind unter anderem:

  • generelle Überforderung
  • zu viel Trubel und zu viele Leute
  • Verlangen nach Körperkontakt
  • zu heiß oder zu kalt
  • Baby kommt nicht zur Ruhe
  • noch nicht müde genug
  • tagsüber zu wenig geschlafen
  • Blähungen
  • der Body oder ein anderes Kleidungsstück kratzt
  • zu hell oder zu dunkel zum Schlafen
  • ein Pups muss raus oder das Baby muss aufstoßen
  • Reize müssen verarbeitet werden

Weinen Neugeborene aus oben genannten Gründen, wollen sie also auf ein Bedürfnis aufmerksam machen und ihren Eltern mitteilen, dass sie etwas ganz Bestimmtes brauchen. Diese Form des Weinens geschieht in den ersten Wochen und Monaten nach der Geburt in der Regel ohne Tränen.

Mit Tränen wird hingegen geweint, wenn das Neugeborene unter körperlichen Schmerzen leidet, krank ist oder schon zu lange auf seine Mahlzeit warten musste und der Hunger einfach zu groß geworden ist. Auch, wenn das Neugeborene sich im Stich gelassen fühlt, kullern die Tränen. Hier wird davon gesprochen, dass Neugeborene aus körperlicher oder seelischer Not heraus weinen.

Gut zu wissen:
Erst zwischen der 5. und 6. Lebenswoche sind die Tränendrüsen dementsprechend ausgereift und entwickelt, dass Babys zunehmend mit Tränen weinen. Eltern müssen sich also überhaupt keine Sorgen über fehlende Tränen machen oder deswegen gar einen Kinderarzt aufsuchen.

Vorsicht bei einem dauerhaften Weinen ohne Tränen

Vor allem in den ersten Lebenswochen ist es absolut normal, dass euer Neugeborenes ohne Tränen weint. Auch in den folgenden Wochen weinen Babys meist nur bei Schmerzen, Krankheit oder bei starkem Hunger. Weint euer Baby jedoch dauerhaft ohne Tränen, ist Vorsicht geboten, denn dann sind möglicherweise die Tränengänge zu eng oder verstopft.

Sind die Tränengänge gar nicht oder nur kaum durchlässig, können die Augen sehr schnell verkleben, rot werden und sich entzünden. Besteht die Verengung über einen längeren Zeitraum, können sich Bakterien ansammeln und es droht eine unangenehme Bindehautentzündung, die im schlimmsten Fall immer wiederkehren kann.

Bei leichten Augenentzündungen sowie bei geröteten und gereizten Augen bieten sich diverse homöopathische Mittel an. So haben sich zum Beispiel gut verträgliche Augentropfen aus der Heilpflanze Euphrasia, die auch unter dem Namen Augentrost bekannt ist, bei Babys im Säuglingsalter bewährt. Diese Augentropfen bieten in der Regel eine schnelle Abhilfe und sorgen für eine rasche Heilung. Allerdings solltet ihr vor der Verabreichung mit dem Kinderarzt oder eurer Hebamme sprechen.

Wurde eine bakterielle Infektion ausgeschlossen, könnt ihr außerdem einen Baumwolltupfer in steriles Wasser tränken und die leicht entzündeten, geröteten oder tränenden Augen eures Lieblings sanft reinigen. Dabei solltet ihr euch von der Augen-Außenseite nach innen in Richtung Nasenwurzel vorarbeiten. Hebammen empfehlen stillenden Müttern zudem, wenige Tropfen Muttermilch in das gereizte Auge des Babys zu träufeln. Muttermilch ist entzündungshemmend und kann sich positiv auf leichte Entzündung auswirken.

Hat mein Baby eine Tränenwegsstenose?

Leidet euer Baby schon direkt nach der Geburt an tränenden Augen, könnte es sich um eine Tränenwegsstenose handeln. Unter einer Tränenwegsstenose wird eine Verstopfung oder Verengung der Tränenwege zwischen Auge und Nase verstanden. Die Verstopfung führt wiederum dazu, dass die Tränen nicht in die Nase abfließen und sich daraufhin im unteren Augenlid sammeln können.

Eine Tränenwegsstenose könnt ihr unter anderem an geröteten Augen sowie einem gelblichen Sekret am Augenwinkel erkennen. Um den Tränenstau zu lösen, könnt ihr einen leichten Druck auf den Tränensack ausüben und den Augeninnenwinkel ganz sanft massieren. In den meisten Fällen geht die Tränenwegsstenose von selbst zurück und muss nicht medikamentös behandelt werden.

Indem ihr die Augen eures Babys regelmäßig reinigt, könnt ihr einer bakteriellen Infektion vorbeugen. Für die Reinigung der Augen könnt ihr zum Beispiel feuchte und vor allem fusselfreie Wattepads oder ein sauberes Tuch verwenden und mehrmals täglich die verklebten oder gereizten Augen eures Babys reinigen.

Bitte beachten:
Nehmt ihr eine starke Sekretbildung wahr, die gelblich oder gar grünlich gefärbt ist, handelt es sich höchstwahrscheinlich um eine Infektion und nicht um die harmlosere Tränenwegsstenose. Da bakterielle sowie viral bedingte Entzündungen meist sehr ansteckend sind, solltet ihr unbedingt den Kinderarzt aufsuchen. Dieser wird euch und eurem Baby im Falle eines Falles spezielle Augentropfen verschreiben. Vor einer Selbstmedikation solltet ihr hingegen bitte absehen.

Bindehautentzündung beim Baby

Im Normalfall schützt ein Tränenfilm zusammen mit der gesunden Bindehaut die Augen vor Keimen. Wird die Schleimhaut in der Bindehaut überreizt, kommt es zuerst zu einer Bindehautreizung, die in einer Bindehautentzündung enden kann. Dabei werden vor allem Säuglinge und Kleinkinder häufig von einer wiederkehrenden Bindehautentzündung heimgesucht. Dies liegt unter anderem daran, dass es mehrere Wochen und manchmal auch Monate dauern kann, bis sich die Tränenkanäle und -gänge richtig entwickelt haben und sich ein Eigenschutz gebildet hat.

Eine Bindehautentzündung könnt ihr beispielsweise an geschwollenen, geröteten, tränenden und verklebten Augen erkennen. Zudem kann sich diese durch einen erhöhten Tränenfluss bemerkbar machen und die Augen sind bei einer Bindehautentzündung generell lichtempfindlicher und gleichzeitig leicht geschwollen.

Eine solche Entzündung kann jedoch nicht nur durch einen zu engen Tränenkanal ausgelöst werden, sondern auch durch Allergien, Infektionen oder Irritationen am Auge. Tritt die Entzündung bereits kurz nach der Geburt auf, sind neben einem verstopften Tränenkanal meist Bakterien, die bei der Entbindung von der Mutter an das Neugeborene übertragen wurden, die Ursache.

Bindehautentzündungen bei Neugeborenen sind dabei nicht immer ansteckend. Wird diese allerdings durch Bakterien oder Viren hervorgerufen, ist die Bindehautentzündung ansteckend und kann über eine sogenannte Schmierinfektion übertragen werden. Der Kinderarzt wird euch entweder spezielle Augentropfen oder eine Augensalbe verschreiben, die von Säuglingen gut vertragen werden.

Tipps, um Babys Augentropfen zu verabreichen

Einem Baby Augentropfen zu verabreichen, ist oft alles andere als leicht, denn aus einem Reflex heraus werden die Äuglein sofort fest zusammengekniffen. Damit sich euer Baby nicht sofort wehrt und zu weinen anfängt, haben wir euch ein paar Tipps zusammengestellt, die das Verabreichen von Augentropfen vereinfachen:

  • Wascht euch vor und nach der Prozedur gründlich die Hände, damit keine möglichen Keime in das Auge eures Kindes gelangen.
  • Entfernt zuerst das Sekret am Auge eures Kindes sanft mit lauwarmen Wasser oder einer Kochsalzlösung und verwendet hierfür ein sauberes Tuch oder ein fusselfreies Wattepad.
  • Legt euer Baby in eine bequeme Rückenposition und redet beruhigend auf euren Liebling ein. Am besten ist es, den Kopf sanft auf ein Kissen zu betten und den Nacken ganz leicht zu überstrecken.

Träufelt die Augentropfen direkt in den inneren Augenwinkel oder auf die innere Lidfalte. Dabei hilft es, wenn ihr das untere Augenlid sanft nach unten zieht. Doch selbst bei einem geschlossenen Auge laufen die Tropfen beim Öffnen direkt an die richtige Stelle, weshalb ihr euch keine Sorgen machen müsst, sollte der Tropfen nicht direkt in das Auge gelangt sein.

Fazit zum Phänomen, warum Neugeborene ohne Tränen weinen

Es ist völlig normal, dass Neugeborene bis etwa zur 6. Lebenswoche ohne Tränen weinen. Dies liegt in erster Linie daran, dass der Tränenkanal in den ersten Wochen nach der Geburt zu eng ist und gleichzeitig noch mehr Tränenflüssigkeit produziert werden muss.

Auch in den folgenden Wochen und Monaten weinen Babys nicht immer mit Tränen. Wollen sie ihren Eltern zum Beispiel lediglich mitteilen, dass die Windel voll ist, wird weiterhin ohne Tränen geweint. Haben die Babys jedoch Schmerzen, sind kränklich oder haben starken Hunger, kullern beim Weinen auch Tränen.

Sind die Augen des Neugeborenen gerötet, geschwollen oder gar verklebt und tränen häufig, könnte eine Tränenwegsstenose oder eine Bindehautentzündung vorliegen. Da eine bakterielle oder virale Bindehautentzündung ansteckend ist und leicht übertragen wird, solltet ihr vorsichtshalber den Kinderarzt aufsuchen. Das Gleiche gilt, wenn die Augenentzündung immer wieder auftritt.

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