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Wann lernen Babys sprechen? Die besten Tipps zur sprachlichen Förderung!

Wann lernen Babys sprechen

Vom ersten Schrei über das Brabbeln zu den ersten Worten und vollständigen Sätzen: Bis Kinder sprechen sowie die Sprache verstehen können und Eltern mit einem langersehnten „Mama“ oder „Papa“ beglückt werden, ist es ein langer Weg.

In diesem Artikel gehen wir auf die Fragen ein, wann und wie Kinder sprechen lernen und wir informieren euch über die verschiedenen Phasen der Sprachentwicklung sowie die Voraussetzungen, um überhaupt sprechen zu lernen. Zudem haben wir hilfreiche Tipps und Tricks, wie ihr die sprachliche Entwicklung eures Kindes unterstützen und nachhaltig fördern könnt.

Kommunikation ohne Wörter

Direkt nach der Geburt und mit dem langersehnten ersten Schrei beginnen die Babys mit ihrer Art der Kommunikation. In den kommenden ersten Lebenswochen lauschen die Babys dann schon gespannt den unterschiedlichen Stimmen und Geräuschen und machen durch Weinen, Schreien, Lachen oder Glucksen auf ihre Bedürfnisse, wie Hunger, eine volle Windel, Langeweile oder Müdigkeit, aufmerksam. Dabei haben Verhaltensforscher in Untersuchungen etwas Faszinierendes herausgefunden, und zwar, dass Neugeborene in der Klangmelodie ihrer Muttersprache, welche sie bereits in Mamas Bauch gehört haben, weinen und schreien.

So betonen Babys in Deutschland beim Weinen eher den hinteren Teil ihrer Klagelaute, wohingegen französische Babys den vorderen Teil betonen. Zudem haben Forscher anhand verschiedener Tests herausgefunden, dass Babys bereits im Alter zwischen vier und acht Monaten aus der täglichen Flut von Wörtern und Sätzen ihren eigenen Namen verstehen und diesen wiedererkennen können. Die Fähigkeit, seinen eigenen Namen zu verstehen, ist sehr wichtig und stellt für die Babys eine Art Anker dar, der ihnen wiederum als Orientierung im Redestrom dient.

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Gut zu wissen:
Das simple Kommunikationsverhalten sowie die Laute von Neugeborenen bilden das Fundament zur sprachlichen Kommunikation.

Wann beginnen Kinder mit dem Sprechen?

Diese Frage kann nicht pauschal beantwortet werden, denn jedes Kind entwickelt sich unterschiedlich schnell und in seinem eigenen Tempo. Im Durchschnitt sprechen Kinder ihr erstes Wort jedoch im Alter zwischen ein- und anderthalb Jahren. Einige Babys sind richtige Quasselstrippen und brabbeln unaufhörlich mit den süßesten Lauten vor sich hin und entzücken bereits mit neun Monaten mit ihrem ersten Wort. Andere gleichaltrige Babys hingegen sind eher stumme Beobachter und überraschen ihre Eltern erst mit 18 Monaten oder mit zwei Jahren mit einem klar verständlichen Wort. In diesem Zusammenhang wurde herausgefunden, dass Mädchen ihr erstes Wort meist früher sagen als Jungs.

Die Sprachentwicklung an sich geht bei den Kindern allerdings ähnlich vonstatten: Etwa mit fünf Monaten ahmen Babys immer häufiger Geräusche aus ihrer Umgebung nach und es werden Töne und Silben ausprobiert, welche sie in erster Linie von den Eltern, Geschwistern oder Großeltern aufschnappen und sich wie „agggg“, „irrrr“ oder „grrrgh“ anhören. Mit acht Monaten beginnen die Babys im Durchschnitt mit typischen Silbenwiederholungen, wie zum Beispiel „da-da-da“, „na-na-na“ oder „ga-ga-ga“. Diese Laute werden in den nächsten Wochen fleißig geübt, bis jedoch ein richtiges Wort gesprochen wird, braucht es noch etwas Geduld.

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Zwar sind viele Wörter und deren Bedeutung zu diesem Zeitpunkt schon im Kopf des Kindes abgespeichert, allerdings kommen diese erst später über die Lippen. Im Zuge der Silbenwiederholungen wird von dem sogenannten kanonischen Lallen oder kanonischen Brabbeln gesprochen, welches meist zwischen dem 6. und 10. Lebensmonat beginnt und einen wichtigen Meilenstein in der Sprachentwicklung darstellt. Gleichzeitig signalisiert das kanonische Lallen, dass sich das Sprechen normal entwickelt. Bleiben die Silbenwiederholungen bis nach dem 10. Monat vollständig aus, könnte unter Umständen ein Problem mit dem Gehör vorliegen, weshalb Eltern vorsichtshalber einen Kinderarzt aufsuchen sollten.

Baby schnarcht

Zwischen dem 10. und 11. Monat verstehen Babys die Handlungsanweisungen ihrer Eltern immer besser. Diese Entwicklung lässt sich unter anderem daran erkennen, indem die Kinder auf die Frage „Wo ist dein Teddy?“ zu eben diesem Teddy schauen oder nach diesem greifen. Babys können also anhand von dem Klang bestimmte Worte und Begriffe den dazu passenden Gegenständen zuordnen. Das verdeutlicht, dass die Sprachentwicklung bereits im vollen Gange ist, und zwar lange bevor die ersten verständlichen Worte gesprochen werden. Zwischen dem ersten Geburtstag und dem Alter von anderthalb Jahren sorgen die Kinder dann meist mit einem entzückenden „Mama“ oder „Papa“ für regelrechte Begeisterungsstürme bei den Eltern. Weitere häufige erste Worte sind „Ball“, „Oma“ oder „Wauwau“.

Gut zu wissen:
Das Zeitfenster bezüglich des ersten Wortes ist sehr groß und bewegt sich im Durchschnitt zwischen dem 7. und dem 18. Lebensmonat. Bis Kinder einigermaßen gut zu verstehen und kürzere Unterhaltungen möglich sind, vergehen in der Regel 1,5 Jahre bis 3 Jahre.

Voraussetzungen zum Sprechen

Bereits im Mutterleib werden die Weichen für die Sprachentwicklung gestellt, denn etwa ab der 24. Schwangerschaftswoche können Ungeborene hören und lauschen demzufolge gespannt Mamas Herzschlag. Des Weiteren können Stimmen, Musik und andere Geräusche von außen wahrgenommen werden, weshalb Neugeborene direkt nachdem sie das Licht der Welt erblickt haben, mit dem Klang sowie der Melodie der Sprache vertraut sind. Bereits zum Zeitpunkt der Geburt sind zudem die Sprachzentren im Gehirn, welche das Verarbeiten, Verstehen und Erlernen der Sprache ermöglichen, vorhanden. Zu den Grundlagen der Sprachentwicklung gehören außerdem die fünf Sinne: Sehen, Hören, Schmecken, Riechen und Fühlen, welche allesamt ab dem ersten Lebenstag beherrscht werden. Somit bringen Neugeborene die grundlegenden Voraussetzungen mit, um sprechen zu lernen.

Des Weiteren sind die Lippen, die Zunge, das Gehör, das Zwerchfell und andere Organe und Muskeln, die für das Sprechen wichtig sind, bei gesunden Neugeborenen ausreichend ausgebildet. Unter anderem durch das Saugen, Kauen, Schlucken und Lecken bei der Nahrungsaufnahme wird nicht nur der Hunger und Durst gestillt, sondern gleichzeitig die Bewegungen und Muskeln trainiert, die zum Sprechen benötigt werden. Nur, wenn bestimmte Zungen- Mundbewegungen ausgeführt werden können, ist das Sprechen überhaupt möglich. Zudem ist die Hörfähigkeit für das Sprechen essenziell, denn hören Babys nichts oder nur sehr schlecht, können sie ihre Sprache nicht richtig erlernen. Um mögliche Probleme mit dem Gehör frühzeitig erkennen und entgegenwirken zu können, ist es wichtig, die U-Untersuchungen beim Kinderarzt durchführen zu lassen.

In den Wochen und Monaten nach der Geburt bekommen Babys ganz automatisch durch das Beobachten eurer Mimik und Gestik sowie dem Klang eurer Stimme ein Gespür für die emotionale Bedeutung der Sprache. Zudem begreifen Babys bereits im Laufe des ersten Lebensjahres, wie praktisch die Sprache ist, um zum Beispiel Dinge zu bekommen, die sie gerne haben möchten, und ihre Empfindungen und Wünsche besser ausdrücken zu können.

Gut zu wissen:
Habt ihr das Gefühl, euer Kind hört schlecht, solltet ihr vorsichtshalber einen Kinderarzt aufsuchen, um die Hörfähigkeit testen zu lassen. Denn diese ist eine essenzielle Voraussetzung, um sprechen zu lernen.

Sprachentwicklung im zweiten und dritten Lebensjahr

Im Alter von zwei Jahren umfasst der Wortschatz von Kindern bereits um die 200 Wörter und pro Tag werden sage und schreibe zehn neue Wörter in den kindlichen Sprachschatz aufgenommen. Die Kinder können von Tag zu Tag besser ausdrücken, was sie möchten oder was ihnen gerade nicht passt und stärken auf diesem Weg ihr Selbstvertrauen. Mit zwei Jahren können die Kinder zudem kurze Sätze mit zwei bis drei Wörtern bilden, sogenannte Zwei- und Dreiwortsätze, bevor etwa im Alter von drei Jahren schon längere Gespräche mit dem Kind möglich sind.


Überblick über die Sprachentwicklung in den ersten zwei Jahren

Damit ihr euch einen besseren Überblick verschaffen könnt, haben wir euch die wichtigsten Etappen in der Sprachentwicklung eures Kindes übersichtlich zusammengestellt. Behaltet allerdings im Hinterkopf, dass es sich bei der Auflistung lediglich um das durchschnittliche Alter der Kinder handelt und die tatsächliche Entwicklung der Sprache von Kind zu Kind individuell vonstattengeht.

0 bis 6 Monate

In den ersten drei Lebensmonaten kommunizieren die Babys hauptsächlich mit Weinen, Schreien, einem zufriedenen Glucksen sowie mit ihrer Mimik. Nach und nach kommen Schmatz- sowie Zischlaute hinzu und die Babys reagieren verstärkt auf Geräusche und Stimmen. Zudem beginnen Babys im Alter von einem halben Jahr mit dem Lallen und dem Bilden von ersten Silben.

6 bis 8 Monate

Das Baby versteht seinen Namen und erkennt diesen wieder. Gleichzeitig nimmt das kanonische Lallen sowie Brabbeln zu und es können die ersten Doppelsilben, wie „ga-ga“, „la-la“ oder ba-ba“ gebildet werden.

8 bis 12 Monate

Eine sehr spannende Phase, in welcher die Babys damit beginnen, verschiedene Laute bestimmten Kategorien und Dingen zuzuordnen. Des Weiteren werden immer mehr einzelne Wörter, wie zum Beispiel „Ball“, sowie Aufforderungen der Eltern verstanden.

12 bis 18 Monate

Um den ersten Geburtstag herum spricht die Mehrheit der Kinder ihr erstes richtiges Wort und in den nächsten sechs Monaten kommen bis zu 50 neue Wörter hinzu. Den Anfang machen Einwortäußerungen, wie „Mama“ oder „Papa“, und es werden Protowörter, wie zum Beispiel „Didi“ für Schnuller oder „Wauwau“ für Hund, gebildet.

18 bis 24 Monate

Zum Sprachgebrauch kommen nun auch Zwei- und Dreiwortsätze hinzu und der Wortschatz von zweijährigen Kindern beträgt bereits bis zu 200 Wörter, wobei täglich neue Wörter hinzukommen. Zudem werden Substantive mit den ein oder anderen Adjektiven sowie Verben kombiniert.


Tipps und Tricks zur sprachlichen Förderung

Wie so oft im Leben gilt auch beim Sprechen lernen das Motto: Übung macht den Meister. Dabei erfolgt der Großteil der Sprachentwicklung von Kindern ganz natürlich und in erster Linie durch die alltägliche Kommunikation, weshalb es wichtig ist, dass ihr so früh und häufig wie möglich mit eurem Baby kommuniziert. Damit euer Baby den Klang eurer Stimme kennenlernt und ein Gespür für die Sprache entwickelt, solltet ihr viel mit eurem Baby sprechen, ihm etwas vorsingen, gemeinsam Lieder und Hörbücher anhören oder aus einem Kinderbuch vorlesen. Beim Spazierengehen könnt ihr zum Beispiel die Natur sowie die Umgebung erklären und diese eurem Baby ausführlich beschreiben. Auf diesem Wege schult ihr nicht nur die sprachlichen Fähigkeiten, sondern durch die liebevolle Kommunikation wird das innige Verhältnis mit eurem Baby verstärkt.


Nachfolgend haben wir euch weitere Tipps und Tricks in Sachen Sprachförderung zusammengefasst:

Nicht nur Babysprache sprechen: Vor allem in den ersten Wochen nach der Geburt ist es natürlich mehr als verständlich, in ausgeprägter Babysprache mit seinem Neugeborenen zu sprechen. Dennoch ist es wichtig, nach und nach normal mit seinem Baby zu sprechen und sowohl eine richtige Grammatik als auch einen korrekten Satzbau zu verwenden. So bekommt euer Kind bereits in den ersten Lebensmonaten ein Gespür für eine grammatikalisch richtige Sprache und es kann automatisch einen größeren Wortschatz entwickeln.

Fingerspiele: Babys lieben jegliche Form von Fingerspielen und könnten diese gefühlt stundenlang mit euch spielen. Dabei wird nicht nur die Feinmotorik geschult, sondern auch das Sprachverständnis sowie die Intelligenz trainiert. Studien fanden sogar heraus, dass regelmäßige Fingerspiele die Reifung des Sprachzentrums um bis zu acht Wochen beschleunigen können. Auch sogenannte Kniereiterspiele sind bestens dafür geeignet, die Sprache zu fördern.

Auf Augenhöhe reden: Für die sprachliche Entwicklung ist es äußert förderlich, wenn ihr nicht zu, sondern mit eurem Kind von Angesicht zu Angesicht redet. Natürlich sind diese „Gespräche“ zunächst sehr einseitig und euer Baby wird euch höchstens mit niedlichen Brabbel-Geräuschen antworten, dennoch bekommt euer Kind ein Gespür für Unterhaltungen. Indem beim Sprechen aufmerksam eure Lippenbewegungen verfolgt werden, fällt es eurem Baby später leichter, Worte richtig formulieren und bilden zu können.

Gegenstände benennen: Egal, ob ihr gerade Essen zubereitet, ihr eine gemeinsame Spielestunde macht oder ihr euren Liebling anzieht. Benennt immer die Gegenstände, welche ihr gerade in der Hand haltet oder benutzt, um den Wortschatz eures Kindes kontinuierlich zu erweitern.

Fehler nicht direkt korrigieren: Sobald sich euer Kind mit Zwei- oder Dreiwortsätzen verständigen kann, solltet ihr das von eurem Kind Gesagte in eurer Antwort korrekt wiederholen, ohne dabei den gemachten Fehler zu kritisieren. So hört euer Kind, wie der Satz richten lauten muss und es fühlt sich dennoch von euch verstanden, was wiederum das Selbstbewusstsein stärkt. Vor allem in der Anfangsphase des Sprechens solltet ihr nicht konkret auf sprachliche oder grammatikalische Fehler hinweisen, um euer Kind nicht zu verunsichern. Im schlimmsten Fall kann ein solches Verhalten zu einer Verweigerung des Sprechens führen.

Kind einbeziehen: Mit Fragen, wie zum Beispiel „Wie macht der Hund?“ oder „Was ist das für ein Tier in deinem Bilderbuch?“ geht ihr auf euer Kind ein und erschafft somit mit jeder Frage einen neuen Kontext. Zudem ist es hilfreich, wenn ihr Dinge aus dem Alltag immer und immer wieder benennt und ihr eure Tätigkeiten mit Worten beschreibt.

Seifenblasen: Ist euer Baby bereits etwas älter, könnt ihr mit ihm Seifenblasen steigen lassen. Das macht nicht nur viel Spaß, sondern das Pusten trainiert sowohl die Mundmuskulatur als auch die Atemtechnik, was wiederum der Sprachentwicklung zugutekommt.

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