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Pubertät bei Jungen: Antworten auf die wichtigsten Fragen

Pubertät Jungen

Stimmbruch, Bartwuchs, der erste Samenerguss und Stimmungsschwankungen. Das sind die typischen Anzeichen der Pubertät bei Jungen, die durch körperliche, seelische sowie soziale Veränderungen geprägt ist. Viele Eltern blicken dieser Phase mit einem mulmigen Gefühl entgegen und auch für die Jungs ist die Pubertät oft alles andere als leicht.

In diesem Artikel beantworten wir die wichtigsten Fragen rund um das Thema Pubertät bei Jungen und wir geben euch einen Einblick in die Gefühlswelt eures Sohnes. Zudem haben wir hilfreiche Tipps für euch Eltern, wenn euer einst offener, redseliger und verspielter Sohnemann zu einem kleinen Macho oder wortkargen Griesgram mutiert.

Wie kommt es überhaupt zur Pubertät?

Unter Pubertät wird die Phase verstanden, in der Kinder zu jungen Frauen oder Männern heranwachsen und die Geschlechtsreife erreichen. Dabei hängt die Pubertät mit Veränderungen im Hormonhaushalt zusammen, welche die Welt der Mädchen und Jungen erstmal ziemlich aus dem Gleichgewicht bringen. Bereits im zarten Alter von 8 bis 9 Jahren finden die ersten kleinen hormonellen Veränderungen statt, die allerdings aufgrund fehlender Anzeichen noch nicht wahrgenommen werden.

Eingeleitet wird die Pubertät bei Jungen, indem die Hormonproduktion in der Nebennierenrinde gesteigert wird. Die erhöhte Hormonproduktion fördert wiederum die Reifung des Sexualzentrums in der dafür zuständigen Schaltzentrale des Gehirns und kurbelt diese an. Angeregt durch den Hypothalamus wird daraufhin das Hormon GnRH (Gonadotropin-releasing-Hormon) ausgeschüttet, welches dafür sorgt, dass vermehrt die Sexualhormone LH und FSH gebildet werden.

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Sobald die Sexualhormone mit den männlichen Keimdrüsen in Kontakt kommen, wird in den Hoden Testosteron gebildet und der eigentliche Startschuss für die Pubertät ist gegeben. Durch die nun sehr aktiven hormonellen Aktivitäten kommt es unter anderem zu einer verstärkten Tätigkeit der Talgdrüsen und zu einer erhöhten Schweißbildung.

Wann beginnt die Pubertät bei Jungen?

Bei den meisten Jungen setzt die Pubertät im Durchschnitt im Alter zwischen 12 und 13 Jahren ein. Mädchen hingegen kommen generell etwas früher in die Pubertät. Das genaue Alter ist jedoch von Junge zu Junge unterschiedlich und wird hormonell gesteuert. Zudem hängt der Zeitpunkt, an welchem die Veränderungen beginnen, unter anderem von genetischen Faktoren, dem allgemeinen Gesundheitszustand sowie den Ernährungsgewohnheiten ab.

Bei einigen Jungen macht sich die Pubertät schon mit 10 Jahren bemerkbar, wohingegen sie bei anderen Jungs erst mit 14 Jahren eintritt. Die Entwicklung von Gleichaltrigen läuft nie parallel ab und schreitet unterschiedlich schnell voran. Schließlich gibt es auch für die ersten Schritte oder die ersten Worte keinen eindeutigen Zeitpunkt, sondern lediglich ein ungefähres Durchschnittsalter und so ist es eben auch mit der Pubertät.

Gut zu wissen:
Laut Statistiken setzt die Pubertät heutzutage früher ein, als es noch vor einigen Jahrzehnten der Fall war. Gründe hierfür könnten die Gewichtszunahme der Jugendlichen sowie der zunehmende Bewegungsmangel darstellen. Ein früheres Eintreten der Pubertät bedeutet im Gegenzug jedoch nicht, dass die Entwicklungs-Phase deshalb automatisch länger andauert.

Wie lange dauert die Pubertät bei Jungen?

Die Pubertät ist nicht nur für Außenstehende eine harte Belastungsprobe, auch die Kinder haben ganz schön an der anstrengenden Phase zu knabbern. Sollte euch euer pubertierendes Kind mal wieder alles abverlangen, denkt daran, dass die Pubertät zum großen Glück wieder vorübergeht und euch einen wunderbaren und liebenswerten Sohn hinterlässt.

Doch bis die Pubertät überstanden ist, dauert es laut Experten in der Regel vier bis fünf Jahre. Die psychischen sowie sozialen Veränderungen sind sogar erst im Alter von etwa 21 Jahren vollständig abgeschlossen. Das hört sich jetzt zugegebenermaßen sehr lange an, doch die schlimmste Phase ist meist zwischen dem 17. und 18. Lebensjahr gemeistert.

Verfrühte Pubertät (Pubertas praecox)

Bilden sich bei Jungen bereits vor dem neunten Lebensjahr sogenannte sekundäre Geschlechtsmerkmale, wie zum Beispiel Bartstoppel, Scham- oder Achselbehaarung, vermehrte Schweißbildung sowie auffallender Schweißgeruch, oder wird ein beschleunigtes Längenwachstum festgestellt, wird von einer verfrühten Pubertät gesprochen.

Warum es in einigen Fällen zu einer verfrühten Pubertät kommt, ist nicht eindeutig erwiesen. Verletzungen, Tumore oder andere Krankheiten am Gehirn, angeborene Veränderungen am Gehirn sowie Genvarianten könnten jedoch zu einer verfrühten Pubertät führen. Zudem kann die Einnahme bestimmter Medikamente unter Umständen eine verfrühte Pubertät auslösen. In der Hälfte der Fälle kann jedoch gar kein Ursache für das verfrühte Einsetzen der Pubertät gefunden werden.

Je nach Ursache kann eine Hormontherapie in Erwägung gezogen werden, um die körpereigene und verfrühte Hormonproduktion zu unterdrücken. Mit Eintritt der normalen Pubertätsentwicklung wird die Hormonbehandlung in der Regel beendet. Das hat mitunter den Vorteil, dass sich betroffene Jungen körperlich kaum von ihren Altersgenossen unterscheiden und nicht unnötig unter der verfrühten Pubertät leiden müssen.

Verzögerte Pubertät (Pubertas tarda)

Eine verzögerte Pubertät liegt hingegen vor, sollte es bei einem Jungen bis zum Erreichen des 15. Lebensjahres noch nicht zu einer Reifung der primären (Penis, Hoden, etc.) und zu einer Ausbildung der sekundären Geschlechtsmerkmale (vermehrte Körperbehaarung, etc.) gekommen sein. Auch wenn die begonnene Pubertätsentwicklung mehr als 18 Monate stillsteht, ist die Rede von einer verzögerten Pubertät. In beiden Fällen ist es ratsam, einen Arzt zu konsultieren.

In den meisten Fällen kommt die Pubertät letztendlich zwar später, aber dennoch in Gange und die weitere Entwicklung verläuft normal. Im medizinischen Bereich wird hier von einer sogenannten konstitutionellen Entwicklungsverzögerung gesprochen. Weitere Ursachen für eine verzögerte Pubertät sind unter anderem Schädigungen der Keimdrüsen durch eine vorangegangene Chemotherapie oder entzündliche Allgemeinerkrankungen. Auch Fehlbildungen in Form einer Chromosom-Anomalie können zu einer verzögerten Pubertät führen.

Liegt eine konstitutionelle Entwicklungsverzögerung vor, kommt eine Hormongabe infrage, um den Eintritt in die Pubertät zu beschleunigen. Dabei ist es äußerst wichtig, dass die Hormonbehandlung von einem Spezialisten durchgeführt und kontrolliert wird.

Wie äußert sich die Pubertät bei Jungen?

Körperliche Veränderungen sind meist das erste Anzeichen der Pubertät bei Jungen. In der Vorpubertät steigt die Produktion des männlichen Sexualhormons Testosteron plötzlich stark an und der Körper beginnt sich langsam, aber sicher zu verändern. Der knabenhafte Körper wird im Laufe der Pubertät männlicher, größer, breiter und muskulöser.

In der Regel setzt zuerst das Wachstum der Hoden ein, woraufhin auch bald die ersten Schamhaare sprießen. Die Stimme wird tiefer, die ersten Bartstoppeln zeigen sich und die Körperbehaarung beginnt zu wachsen. Zudem wird die Haut unreiner und von Pickeln sowie Mitessern heimgesucht. Im Großen und Ganzen wird bei der Pubertät zwischen körperlichen und seelischen sowie psychischen Veränderungen unterschieden.

Körperliche Veränderungen:

Körperwachstum

Insbesondere durch die erhöhte Testosteronproduktion schießt der Körper von Jungen regelrecht in die Höhe. Dabei erfolgt das Körperwachstum in ungleichmäßigen Schüben und nicht kontinuierlich. Dies ist auch der Grund, warum Jungen, die gerade mitten in der Pubertät stecken, mit zu langen Armen oder zu langen Beinen häufig etwas unproportional wirken.

Im Laufe der weiteren Entwicklung gleichen sich die Gliedmaßen dem restlichen Körper wieder an und das Aussehen erscheint generell harmonischer. Während der rasanten Wachstumsphase haben die pubertierenden Jungen einen erhöhten Energiebedarf, was sich unter anderem durch einen ständigen Hunger und eine erhöhte Nahrungszufuhr bemerkbar macht.

Knochen- und Muskelaufbau

Nicht nur die Körpergröße verändert sich in der Pubertät zusehends, auch die Knochendichte nimmt kontinuierlich zu. Bis etwa zum 20. Lebensjahr verdoppeln sich sowohl die Muskel- als auch die Knochenmasse, was maßgeblich zu einem deutlich männlicheren Aussehen beiträgt.

Stimmbruch

Zwischen 11 und 16 Jahren wachsen die Stimmbänder rund einen Zentimeter und gleichzeitig vergrößert sich der Kehlkopf. Es kommt zum sogenannten Stimmbruch, der unter anderem dafür sorgt, dass die Stimme teilweise krächzt, quietscht, heiser wird oder gar bricht. Die bis dato zarte Jungenstimme nimmt mehr und mehr eine männliche Tonlage an. Bis jedoch die richtigen Töne getroffen werden, können einige Monate und manchmal sogar Jahre vergehen. Sobald der Stimmbruch überstanden ist, klingt die Stimme der jungen Männer bis zu einer ganzen Oktave tiefer.

Scham- und Achselbehaarung

Die Pubertät ist im wahrsten Sinne des Wortes eine haarige Angelegenheit für die Männer der Schöpfung, denn plötzlich beginnt es beinahe auf dem ganzen Körper zu sprießen. Den Anfang machen in der Regel feine und glatte Schamhaare, welche von den Achselhaaren gefolgt werden. Erst mit der Zeit beginnen sich die Schamhaare zu kräuseln und sich auszubreiten.

Bartwuchs sowie Brustbehaarung

Der erste Bartwuchs macht sich zwischen 15 und 19 Jahren sowie an der Oberlippe bemerkbar. Mit einem Vollbart ist, wenn überhaupt, erst nach der vollendeten Pubertät zu rechnen. Auch die von Jungen oft lang ersehnte Brustbehaarung zeigt sich meist erst gegen Ende der Pubertät. Bei einigen Männern wachsen die Brusthaare auch erst zwischen 20 und 30 Jahren, andere Männer wiederum haben so gut wie gar keine Haare auf ihrer Brust. Wie stark die Körperbehaarung ausgeprägt ist, hängt unter anderem von den Genen ab.

Veränderung der Geschlechtsteile

Hoden sowie Penis verändern sich in ihrem Aussehen und beginnen zu wachsen. Bevor der Penis jedoch an Umfang zunimmt, wächst dieser zuerst in die Länge. Auch der Hodensack nimmt durchschnittlich im Alter von 12 Jahren an Größe zu und die Haut legt sich zunehmend in kleine Falten.

Gut zu wissen:
Vor allem bei etwas übergewichtigeren Jungen kann es vorkommen, dass im Zuge der Pubertät ein vorübergehendes Brustwachstum wahrgenommen wird. Die sogenannte Pubertätsgynäkomastie ist jedoch völlig harmlos und stellt eine Reaktion auf das derzeitige Hormonungleichgewicht dar. Eine Behandlung ist in den meisten Fällen nicht notwendig, da sich die Brustdrüsenschwellung normalerweise von selbst wieder zurückbildet. Ist dies jedoch nicht der Fall, sollte ein Arzt aufgesucht werden, um den Hormonhaushalt medikamentös zu regulieren.

Erster Samenerguss

Unter anderem durch die gesteigerte Testosteronproduktion beginnen die Hoden etwa im Alter von 13 Jahren damit, Spermien zu produzieren und es kommt zum ersten Samenerguss. Dabei wird dieser häufig durch einen sexuellen Traum oder durch die erste Selbstbefriedigung ausgelöst. Allerdings dauert es noch eine gewisse Zeit, bis die Anzahl und Qualität der Spermien ausreichend ist, um zeugungsfähig zu sein. Zum Zeitpunkt des ersten Samenergusses sind die Spermien nur in einer sehr geringen Anzahl vorhanden und außerdem noch nicht befruchtungsfähig.

Hautbild

Durch die hormonellen Veränderungen sowie den Testosteron-Überschuss kommt es in der Pubertät neben einem verstärkten Körpergeruch und einer erhöhten Schweißbildung häufig zu Hautunreinheiten, Pickeln, Mitessern sowie fettiger Haut. Bei einigen Pubertierenden kann es aufgrund der vermehrten Talgproduktion auch zu einer Akne kommen, die vorwiegend in der T-Zone auftritt. Eine stark ausgeprägte Akne sollte immer ärztlich behandelt werden, damit keine Narben zurückbleiben.

Seelische und psychische Veränderungen

Nicht nur der Körper verändert sich stark, auch seelisch sowie psychisch verlangt die Pubertät den zu Männern heranwachsenden Jungen so einiges ab. Stimmungsschwankungen sind in dieser prägenden Zeit an der Tagesordnung und auch Aggressionen sowie Protesthaltungen sind keine Seltenheit. Nach außen hin geben sich die Jungs häufig rebellisch, machohaft und streitlustig. Im Inneren hingegen versuchen die Jungen mit den vielen Veränderungen klarzukommen und diese zu verarbeiten.

Häufig fühlen sich die kleinen Rebellen sehr unsicher und müssen sich erst einmal neu kennenlernen und orientieren. Im Prinzip wird ein stetiger Kampf mit sich selbst ausgetragen, was einige Jungs vorübergehend zu Einzelgängern werden lässt. Andere Jungs hingegen suchen Bestätigung in ihrer Clique und schlagen bei einigen Aktionen über die Stränge. Pubertierende Jungen suchen auf diesem Weg ihre Persönlichkeit, was einigen am besten durch Abgrenzung oder Rebellion gelingt.

Zudem beginnt jetzt die große und oft allseits gefürchtete Trotzphase, in der Eltern aus Sicht der Söhne sowieso nur alles falsch machen können. Die Eltern sind gemein, treffen die falschen Entscheidungen, erlauben nichts und sind außerdem unfassbar ungerecht. Na, kommt euch das vielleicht von euch daheim bekannt vorbei? Versucht euch in solchen Situationen bewusst zu machen, dass die Hormonumstellung für eine wilde Achterbahnfahrt der Gefühle sorgt und das innere Gefühlsleben eures Sohnes regelrecht durcheinander wirbelt.

Zwar wollen sich die Jungs durch ihr Verhalten von den Eltern ablösen und selbstständig sein, auf der anderen Seite suchen sie wiederum nach Geborgenheit, Zuwendung sowie Anerkennung. Es ist völlig normal, dass die Pubertät mit einer Abkapselung des Elternhauses einhergeht und die Freunde im Gegenzug einen immer höheren Stellenwert einnehmen. Auf diesem Wege wollen die Jugendlichen ihre eigene Persönlichkeit sowie Individualität in den Fokus stellen und sich bewusst von den Eltern abgrenzen. Auch das andere Geschlecht wird immer interessanter und die Jungen fangen an, das sexuelle Verhalten Erwachsener zu kopieren.

Vor der Pubertät haben die Kinder noch frei ihre Meinung sowie Ansichten mitgeteilt und getan, wonach ihnen gerade der Sinn stand. Durch die vielen Veränderungen denken die Jugendlichen plötzlich viel über sich selbst und das eigene Verhalten nach, was dazu führt, dass die eigene Meinung vorerst zurückgehalten wird und die Jungen häufig ein Schamgefühl entwickeln. Infolge der neu erlernten Form der Selbstreflexion haben die Pubertierenden zudem verstärkt das Gefühl, permanent von Gleichaltrigen bewertet zu werden, was zusätzlich Druck erzeugt.

Erhöhtes Schlafbedürfnis

Normalerweise sorgt das Hormon Melatonin bei Kindern und erwachsenen Personen dafür, dass ein Schlafsignal ausgesendet und die Müdigkeit ausgelöst wird. Da das Melatonin während des Schlafens wieder abgebaut wird, kommt es zu einem gut getakteten Schlaf-Wach-Rhythmus. Durch die Pubertät wird das Melatonin jedoch verspätet ausgeschüttet, was wiederum zu einer Verschiebung des Schlaf-Wach-Rhythmus führt.

Die Jugendlichen werden im Schnitt etwa ein bis zwei Stunden später müde, schlafen dementsprechend erst später ein und kommen in der Früh kaum aus dem Bett. Durch das frühe Aufstehen am Morgen geht wertvolle Schlafenszeit verloren, was sich mit Stimmungsschwankungen, Konzentrationsschwäche, Reizbarkeit, Müdigkeit und einem erhöhten Schlafbedürfnis äußern kann.

Gut zu wissen:
Jugendliche in der Pubertät benötigen zwischen acht und zehn Stunden Schlaf täglich, um ausgeschlafen und richtig aufnahmefähig zu sein. Zudem fördert ausreichend Schlaf die seelische sowie körperliche Gesundheit und unterstützt die emotionale Belastbarkeit. Ein langes Ausschlafen am Wochenende ist somit erforderlich und wirkt sich zudem positiv auf die Laune eures Kindes aus.

Veränderungen im Gehirn

Zu Beginn der Pubertät ist das Gehirn noch nicht in allen Bereichen vollständig entwickelt. Der Bereich, der für die Kontrolle der Emotionen sowie für die Planung zuständig ist, bildet sich sogar erst gegen Ende der Pubertät aus. Aus diesem Grund fällt es pubertierenden Kindern sehr schwer, ihre Gefühle zu kontrollieren sowie organisiert zu denken oder zu handeln. Erst wenn die Reifungsprozesse im Gehirn abgeschlossen sind, können Folgen und Risiken von Aktionen realistisch eingeschätzt und Emotionen besser kontrolliert werden.

Im Laufe der Pubertät verändern sich zudem viele Zellverbindungen und im Gehirn werden neue Verknüpfungen erstellt. Indem sich die kognitiven Fähigkeiten weiter ausprägen, werden mitunter die Leistungsfähigkeit des Gedächtnisses, das Denkvermögen sowie die Aufmerksamkeit nachhaltig verbessert. Durch die vielen Veränderungen im hochsensiblen Gehirn kann es außerdem vorübergehend zu einer Art Verwirrtheit bei den Pubertierenden kommen.

Anfälligkeit für Krankheiten

Aufgrund des veränderten Hormonhaushalts können pubertierende Jugendliche plötzlich Anfälligkeiten für bestimmte Erkrankungen entwickeln. Typische Krankheiten, die im Jugendalter auftreten können, sind unter anderem Schilddrüsenerkrankungen, Diabetes mellitus Typ 1, bestimmte Formen der Epilepsie sowie Essstörungen.

Tipps für die Eltern

Die Pubertät eures Sohnes wird euch bestimmt nicht nur einmal zur Weißglut bringen und euch wahrscheinlich die ein oder anderen Nerven kosten. Denkt jedoch immer daran: Egal, wie schwierig euer Sohnemann gerade sein mag, ihr als Eltern bleibt die wichtigsten und engsten Bezugspersonen. Auch Sätze wie „Der macht nur, was er will“ und „Der hört nicht im Geringsten auf uns“ bringen weder euch noch eurem Sohn etwas. Wichtiger ist, dass ihr eurem Kind Verständnis signalisiert und immer ein offenes Ohr für dessen Probleme und Anliegen habt.

Damit ihr die Pubertät leichter und ohne grauen Haare überstehen könnt, haben wir euch einige wertvolle Tipps im Umgang mit eurem pubertierenden Sohn zusammengestellt:

Begegnet eurem Sohn auf Augenhöhe: Behandelt euren Nachwuchs wie einen Jugendlichen und nicht mehr als Kind. Das bedeutet unter anderem, dass ihr die Meinung eures Kindes respektiert und vor allem auch anhört. Das A und O ist, dass ihr euren Sohn zu Wort kommen lasst. Zudem ist es wichtig, eurem pubertierenden Sohn mit Verständnis und Toleranz zu begegnen, auch wenn es sicherlich manchmal einiges an elterlicher Überwindung kostet.

Privatsphäre respektieren und Freiraum schaffen: Euer Sohn macht gerade eine große körperliche sowie seelische Veränderung durch, was wiederum oft den Wunsch nach einem Alleinsein mit sich bringt. Bietet eurem Sohn in diesem Zuge Raum für seine Eigenständigkeit und respektiert seine Privatsphäre. Das bedeutet zum Beispiel, dass ihr an die Zimmertüre klopft und auf eine Reaktion wartet, bevor ihr eintretet. Habt jedoch weiterhin aktiv an seinem Leben teil und unterstützt euren Sohn wo es nur geht. So weiß euer Kind, dass es sich stets auf euch verlassen kann, was wiederum die Vertrauensbasis nachhaltig stärkt.

Kontrolle ist gut, Vertrauen ist besser: Klar, ganz ohne Kontrolle geht es bei pubertierenden Jungs natürlich nicht, dennoch solltet ihr darauf achten, keine zu starke Kontrolle auszuüben. Dies kann unter anderem dazu führen, dass euer Sohn keine Verantwortung übernimmt oder sich von euch abwendet.

Stellt feste Regeln auf: Auch wenn sie sich selbst manchmal so fühlen, sind Jugendliche noch längst keine Erwachsenen, weshalb klare Regeln, Grenzen sowie Abmachungen nach wie vor wichtig sind. Eine konkrete Regel könnte es sein, bestimmte Uhrzeiten einzuhalten oder regelmäßig den Rasen zu mähen. Natürlich gibt es kein Patentrezept in Sachen Regeln, versucht dennoch, einen festen Rahmen vorzugeben, in welchem sich euer Sohn zwar frei bewegen kann, aber an den sich gehalten werden muss. Untermauert eure Argumentationen dabei sachlich und bleibt kompromissbereit.

Zeigt Verständnis: Ja, die Kinder können in der Pubertät durchaus nervig sein. Versucht euch deshalb in besonders schlimmen Situationen daran zu erinnern, wie ihr in diesem Alter zu euren eigenen Eltern wart. Die erste große Liebe, der erste Liebeskummer und die vielen körperlichen Veränderungen sind zwar zum Teil eine sehr spannende, aber eben auch eine wirklich verwirrende Zeit.

Signalisiert Redebereitschaft: Gebt eurem Sohn stets das Gefühl, dass er mit all seinen Anliegen zu euch kommen und mit euch über seine Probleme, Ängste und Sorgen reden kann. Die Männer der Schöpfung versuchen zwar immer stark zu sein und keine Schwächen zu zeigen, doch wohin mit den vielen aufgestauten Gefühlen in der Pubertät? Macht eurem Sohn deshalb klar, dass er Gefühle zeigen und auch weinen kann, denn Emotionen sind nicht geschlechtsgebunden.

Durchhalten: Auch die furchtbare Phase der Pubertät geht vorbei und zurück bleibt ein selbstbewusster junger Mann. Irgendwann könnt ihr gemeinsam mit eurem Sohnemann über dessen Launen und Anwandlungen in der Teenie-Zeit lachen. Versprochen!

Zusammenfassung Pubertät bei Jungen

Die meisten Jungen kommen im Alter zwischen 12 und 13 Jahren in die Pubertät, welche zwischen vier und fünf Jahre andauern kann. Dabei bringt die Pubertät nicht nur körperliche, sondern auch seelische sowie psychische Veränderungen mit sich. Der berüchtigte Stimmbruch, erste Bartstoppeln, Stimmungsschwankungen, Körperbehaarung und schlechte Haut sind Anzeichen dafür, dass sich euer Sohn in der Pubertät befindet. Neben der normal verlaufenden Pubertät gibt es sowohl eine verfrühte als auch eine verzögerte Pubertät.

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