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Kosten für eine Sterilisation bei der Frau

Schwanger trotz Sterilisation

Die Sterilisation bei einer Frau gehört zu den sichersten Verhütungsmethoden überhaupt und ist mit wenigen Risiken verbunden. Ein sehr großer Vorteil der Sterilisation zu anderen Verhütungsmethoden ist, dass der weibliche Hormonhaushalt und der Zyklus nicht beeinträchtigt werden. Allerdings ist die Sterilisation, bei welcher die Eileiter durchtrennt, verödet oder mit einem Clip verschlossen werden, ein operativer Eingriff und in der Regel dauerhaft.

Aus diesem Grund muss eine Sterilisation im Vorfeld gründlich durchdacht werden und sollte nicht aus einer spontanen Entscheidung oder aus dem Bauch heraus durchgeführt werden. Eine Sterilisation ist vor allem für Frauen geeignet, die ihre Familienplanung abgeschlossen haben und definitiv kein Baby mehr bekommen möchten.

In diesem Artikel erfahrt ihr, was ihr über die Sterilisation bei Frauen wissen müsst, welche Risiken es gibt und wir klären euch über die Kosten sowie über Nachteile und mögliche Nebenwirkungen auf.

Kosten einer Sterilisation

Entscheidet ihr euch für eine Sterilisation, müsst ihr mit Kosten zwischen 500 Euro und 1000 Euro rechnen. Im Preis inbegriffen ist der Eingriff selbst sowie die Narkose. Da sich die Krankenkassen in der Regel nicht an den Kosten beteiligen und diese auch nicht zum Teil übernehmen, muss die Sterilisation komplett aus der eigenen Tasche gezahlt werden.

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Lediglich wenn die Sterilisation medizinisch notwendig ist, werden die Kosten unter Umständen übernommen. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn aus psychologischen Gründen von einer Schwangerschaft abgeraten wird, keine anderen Verhütungsmittel vertragen werden oder eine Schwangerschaft die Gesundheit gefährden würde.

Wie eine Sterilisation funktioniert

Alle Frauen können sich auf eigenen Wunsch sterilisieren lassen, um eine Schwangerschaft dauerhaft zu verhindern und um sich nicht mehr mit dem Thema Empfängnisverhütung beschäftigen zu müssen. Für viele Frauen bedeutet eine Sterilisation auch, endlich auf hormonelle Verhütungsmethoden verzichten zu können.

Zudem greift eine Sterilisation nicht in den Hormonhaushalt der Frau ein und beeinflusst weder die Hormonproduktion, noch den weiblichen Zyklus. Zwar werden die Eizellen daran gehindert, in die Gebärmutter zu gelangen und sich mit den Samen zu verschmelzen, der Eisprung findet jedoch wie gewohnt statt.

Bei einer Sterilisation handelt es sich um eine operative und dauerhafte Methode zur Empfängnisverhütung, bei welcher die Eileiter anschließend nicht mehr durchgängig sind. Theoretisch kann die Sterilisation wieder rückgängig gemacht werden, allerdings ist der Eingriff kompliziert und vor allem nicht immer erfolgreich.

Um eine Sterilisation durchzuführen, gibt es verschiedene Methoden. Die Eileiter, welche mit der Gebärmutter verbunden sind, werden meistens verschlossen, verödet, durchtrennt oder in seltenen Fällen teilweise oder komplett entfernt.

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Somit ist es weder den Spermien, noch den Eizellen möglich, den Eileiter zu passieren und eine Befruchtung der Eizellen wird verhindert. Gleichzeitig kann die Eizelle nicht mehr in die Gebärmutter gelangen, um sich dort erfolgreich einzunisten.

Wo und wie eine Sterilisation durchgeführt wird

Eine Sterilisation dient dem Zweck, Frauen dauerhaft unfruchtbar zu machen. Denkt ihr also über eine Sterilisation nach, müsst ihr euch den Eingriff gründlich überlegen sowie Pro und Contra abwägen.

Da es sich bei dem Eingriff um eine sehr weitreichende Entscheidung handelt, solltet ihr euch außerdem eingehend von eurem Frauenarzt beraten und über mögliche Komplikationen aufklären lassen. Zudem informiert euch der Arzt über den geplanten Eingriff und auf was ihr nach der Operation achten müsst.

Habt ihr euch eingehend mit dem Thema Sterilisation befasst und seid euch über die Folgen bewusst, steht einem Eingriff nichts mehr im Wege. Um eine mögliche Schwangerschaft sicher ausschließen zu können, wird der Eingriff häufig vor dem Eisprung, also in der ersten Hälfte des Zyklus, durchgeführt.

Die Sterilisation wird ambulant oder stationär in einem Krankenhaus von einem Facharzt für Gynäkologie, in speziellen Frauenarztpraxen oder in einem OP-Zentrum vorgenommen. Dabei erfolgt der Eingriff in der Regel mit einer kurzen Vollnarkose.

Heutzutage erfolgt die Sterilisation meistens über einen kleinen Schnitt im Bereich des Bauchnabels und wird mithilfe einer Bauchspiegelung vollzogen. In medizinischen Fachkreisen wird dann von einer sogenannten laparoskopischen Tubensterilisation gesprochen. Bei einigen Patientinnen ist neben dem Schnitt am Bauchnabel zusätzlich ein ca. 5 Millimeter kleiner Schnitt oberhalb der Schambeinfuge nötig.

Bei der laparoskopischen Tubensterilisation wird eine Kamera in den Bauchraum eingeführt, auf welcher der operierende Arzt die Eileiter sehen kann. Die Eileiter werden erfasst und anschließend mit elektrischem Strom verödet, durchtrennt oder mit einem Ring oder Clip abgetrennt.

Nach einer halben Stunde bis Stunde ist der Eingriff durchgeführt und der dauerhafte und zuverlässige Empfängnisschutz ist gegeben. Sofern keine Komplikationen aufgetreten sind und die Vollnarkose gut vertragen wurde, kann die Patientin die Klinik meist schnell wieder verlassen. Zwar werden die meisten Sterilisationen ambulant durchgeführt, doch hin und wieder ist ein stationärer Klinikaufenthalt von ein bis zwei Tagen erforderlich.

In relativ seltenen Fällen kann die Sterilisation auch im Zuge einer geplanten Bauchoperation oder eines Kaiserschnitts durchgeführt werden. Auch gibt es eine Methode, bei welcher die Eileiter mit speziellen Instrumenten über die Vagina verschlossen werden. Allerdings ist dieser Eingriff vergleichsweise sehr selten.

Wie sicher ist eine Sterilisation?

Das Verhüten durch eine Sterilisation ist sehr sicher und zuverlässig. Wurde der Eingriff korrekt durchgeführt, beträgt der Pearl-Index für die dauerhafte Empfängnisverhütung zwischen 0,2 und 0,5. Das bedeutet, dass von 1000 Frauen höchstens 5 Frauen schwanger werden.

Eine Schwangerschaft trotz Sterilisation kommt statistisch gesehen bei jüngeren Frauen häufiger vor, als bei älteren Frauen. Zudem ist das Veröden der Eileiter sicherer, als das Abtrennen durch einen Clip oder Ring.

Da bei einer Sterilisation nicht mehr an die tägliche Einnahme der Pille oder an die Verwendung von Kondomen gedacht werden muss und Anwendungsfehler ausgeschlossen sind, handelt es sich um eine unkomplizierte und gleichzeitig äußerst sichere Methode, um einer ungewollten Schwangerschaft vorzubeugen.

Gründe, die für eine Sterilisation sprechen

Vor allem Frauen, die ihre Familienplanung bereits abgeschlossen haben und definitiv keine Kinder mehr zur Welt bringen wollen, entscheiden sich für eine Sterilisation. Der größte Vorteil besteht darin, dass nicht mehr an die Verhütung gedacht werden muss und nicht in den weiblichen Zyklus sowie den Hormonhaushalt eingegriffen wird.

Eine Sterilisation greift außerdem nicht in den Menstruationszyklus ein und beeinträchtigt den Eisprung nicht. Dadurch, dass keine hormonellen Nebenwirkungen auftreten, kommt es in der Regel auch nicht zu Stimmungsschwankungen, depressiven Verstimmungen oder dem Verlust der Libido.

Auch für Frauen, die aus gesundheitlichen Gründen nicht schwanger werden dürfen, andere Verhütungsmethoden nicht vertragen oder diese aus bestimmten Gründen nicht anwenden wollen, kommt eine Sterilisation infrage.

Das Gleiche gilt für Frauen, die generell keinen Kinderwunsch verspüren. Allerdings ist es in diesem Fall umso wichtiger, sich gründlich mit dem Thema Sterilisation und den damit einhergehenden Folgen auseinanderzusetzen.

Gut zu wissen
Minderjährigen ist in Deutschland die Sterilisation, auch mit Zustimmung der Eltern oder des gesetzlichen Vormunds, generell untersagt.

Mögliche Komplikationen und Nachteile

Eine Sterilisation bringt eine dauerhafte Unfruchtbar mit sich, weshalb sich Frauen in Ruhe über die Folgen sowie die Risiken und Nebenwirkungen Gedanken machen müssen. Zwar ist es wichtig, sich als Paar gemeinsam für diesen Eingriff zu entscheiden, dennoch bleibt es letztendlich die Entscheidung der Frau.

Sich für eine Sterilisation zu entscheiden, nur weil sich der Partner diese Form der Verhütung wünscht, ist der falsche Weg und führt häufig dazu, den Eingriff später zu bereuen. Frauen sollten sich daher niemals durch das Drängen des Partners auf eine Sterilisation einlassen.

Die Entscheidung sollte zudem nicht übereilt nach einer Trennung, Scheidung oder nach einer Fehlgeburt getroffen werden. Denn Lebenssituationen und Lebenseinstellungen können sich schnell ändern. So ist es unter Umständen möglich, dass sich der Kinderwunsch erst mit einem neuen Partner einstellt oder generell ein versteckter Kinderwunsch vorhanden ist.

Im Großen und Ganzen birgt eine Sterilisation wenige körperliche Risiken für die Frau. Allerdings kann es, wie bei jedem anderen operativen Eingriff, zu gewissen Komplikationen kommen. Diese können unter anderem sein:

  • Blutungen im Bauchraum
  • Verletzungen von inneren Organen
  • Verletzungen von Blutgefäßen durch die Verödung der Eileiter
  • Entzündungen der Narbe
  • Probleme bei der Wundheilung
  • Gewisse Narkoserisiken wie Herz-Kreislauf-Beschwerden
  • Erhöhtes Thromboserisiko direkt nach dem Eingriff
  • Leicht erhöhtes Risiko von Schwangerschaften außerhalb der Gebärmutter (Eileiterschwangerschaften oder Bauchhöhlenschwangerschaften)
  • In sehr seltenen Fällen kann die Hormonproduktion negativ beeinträchtigt werden. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn die Eierstöcke durch Verletzungen schlechter durchblutet werden

Neben den körperlichen Risiken sind die seelischen Probleme, die eine Sterilisation mit sich bringen kann, nicht zu unterschätzen. Gerade jüngere Frauen, die sich vorschnell und aus einem Impuls heraus für eine Sterilisation entscheiden, können den Eingriff später bereuen.

Durch eine Sterilisation können sich auch Ängste und Depressionen entwickeln, vor allem, wenn die Entscheidung unüberlegt oder nicht aus freien Stücken getroffen wurde. Das Wissen, keine Kinder mehr zeugen zu können, ist unter Umständen sehr belastend und muss von den Frauen erstmal verarbeitet und akzeptiert werden.

Ganz wichtig
Denkt ihr über eine Sterilisation nach, müsst ihr die Entscheidung in Ruhe und nicht unter Druck fällen. Gerade nach belastenden Situationen, wie einer Fehlgeburt, einer komplizierten Geburt oder nach einer Trennung, solltet ihr euch unbedingt die nötige Zeit geben, um das Trauma oder die Trauer zu verarbeiten.

Kann die Sterilisation rückgängig gemacht werden?

Grundsätzlich kann eine Sterilisation durch eine mikrochirurgische Operation rückgängig gemacht und die Fruchtbarkeit durch die sogenannte Refertilisierung wiederhergestellt werden. Bei der Operation werden die verschlossenen Eileiter durch spezielle Methoden wieder durchgängig gemacht.

Allerdings ist der komplizierte Eingriff mit Risiken verbunden und ein Erfolg ist nicht garantiert. Tatsächlich ist es sogar so, dass die Chancen auf eine Schwangerschaft teilweise bei unter 50 Prozent liegen. Zudem sinken die Chancen mit zunehmendem Alter der Frau.

Da eine Sterilisation beim Mann, eine sogenannte Vasektomie, mit weniger Risiken verbunden ist und der Eingriff um einiges einfacher ist, solltet ihr auch diese Möglichkeit der dauerhaften Empfängnisverhütung in Betracht ziehen. Zudem kann eine Vasektomie unkomplizierter rückgängig gemacht werden und die anschließenden Erfolgschancen sind aussichtsreicher, als bei einer Frau.

Fazit

Die Sterilisation bei einer Frau ist eine sehr sichere und relativ risikoarme Methode zur dauerhaften Empfängnisverhütung. Da der Eingriff allerdings nur schwer rückgängig gemacht werden und seelische Probleme mit sich bringen kann, muss die Entscheidung wohlüberlegt werden.

Die Kosten einer Sterilisation bewegen sich zwischen 500 Euro und 1000 Euro und werden in der Regel nicht von den Krankenkassen übernommen.

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