Startseite Baby Baby trinkt zu wenig: Was soll ich tun?

Baby trinkt zu wenig: Was soll ich tun?

Baby trinkt zu wenig

Babys trinken, bis sie satt sind“. Eine gut gemeinte, aber doch sehr schwammige Aussage auf die Frage, welche Trinkmenge für Säuglinge empfehlenswert ist. Für die Eltern ist es selbstverständlich sehr wichtig, dass ihr kleiner Liebling ausreichend Flüssigkeit zu sich nimmt. Doch wie viel sollten Babys überhaupt trinken und was tun, wenn zu wenig getrunken wird?

In diesem Artikel bekommt ihr die Antworten auf eure Fragen und wir stellen euch wertvolle Tipps und Tricks vor, um euer Baby zum Trinken zu animieren. Zudem gehen wir auf typische Anzeichen ein, die auf einen Flüssigkeitsmangel bei Babys hindeuten können.

Wie viel muss ein Baby trinken?

Die richtige Trinkmenge bei Säuglingen ist eine komplexe Angelegenheit und vor allem beim ersten Kind ist die Unsicherheit bei den frisch gebackenen Eltern groß. Damit euer Baby in den ersten Lebenswochen und -monaten ausreichend viel trinkt, sollte es in erster Linie regelmäßig und häufig angelegt werden. Hebammen und andere Experten empfehlen acht Stillmahlzeiten über 24 Stunden. Sollte euer Kind noch häufiger nach der Brust oder seinem Fläschchen verlangen, ist dies auch völlig in Ordnung.

Bekommt euer Baby ausschließlich Muttermilch oder Flaschennahrung, braucht ihr euch in der Regel keine Sorgen machen, dass es zu viel trinkt. Im schlimmsten Fall landet die überschüssige Milch nach dem Bäuerchen auf eurem Oberteil oder dem Spucktuch. Lasst euer Baby außerdem so lange trinken, bis es von selbst von eurer Brust abdockt oder von seinem Fläschchen ablässt. So könnt ihr sicher sein, dass euer Kind ausreichend getrunken hat und nicht mehr hungrig oder durstig ist.

Wie gefällt dir der Artikel bisher?
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne
Loading...
Bitte bewerte den Beitrag: Baby trinkt zu wenig: Was soll ich tun?! Aktuell gibt es 2 Bewertungen mit 4,00 von 5 Sternen!
Gut zu wissen:
Im Durchschnitt trinken Säuglinge in den ersten vier bis sechs Monaten und vor der Einführung der Beikost ein Sechstel ihres Körpergewichts pro Tag.

In den ersten vier bis sechs Lebensmonaten ist die Muttermilch, beziehungsweise die Säuglingsersatznahrung für die Babys sowohl Nahrung als auch Getränk. Zusätzliche Flüssigkeit ist nur in Ausnahmefällen, wie Durchfall oder Fieber, und am besten nach Absprache mit dem Kinderarzt sinnvoll. Ist das Kind gesund und wird regelmäßig gestillt, ist die Flüssigkeitszufuhr durch die Muttermilch oder das Fläschchen völlig ausreichend und es muss nicht zusätzlich Wasser oder Tee angeboten werden.

Erst mit der Einführung der dritten Breimahlzeit (Getreide-Obst-Brei) ist die Milch nicht mehr ausreichend und die Kinder brauchen zusätzlich Wasser. Dabei gilt: Je mehr Beikost gefüttert wird, umso mehr Flüssigkeit wird neben dem Stillen oder dem Fläschchen benötigt. Zu Beginn wird euer Baby wahrscheinlich nur wenig trinken, macht euch diesbezüglich jedoch keine unnötigen Sorgen. Mit der veränderten Zusammensetzung der Beikost sowie dem zunehmenden Alter wird euer Kind von ganz allein häufiger trinken wollen. Wichtig ist, regelmäßig etwas zu trinken anzubieten.

Als Faustregel gilt: Mit der Einführung der dritten Beikost benötigen Babys in etwa einen halben Liter Flüssigkeit, wobei hier die Muttermilch, beziehungsweise die Flaschennahrung mit einbezogen ist. Mit dem Übergang von der Beikost zur festeren Familienkost sollten die Kinder pro Tag um die 200 ml zusätzlich trinken. Sobald die Familienkost erfolgreich eingeführt und die Beikost beendet wurde, sollte über den Tag verteilt und zu den Mahlzeiten zwischen 600 ml und 700 ml getrunken werden.

Gut zu wissen:
Je mehr Beikostmahlzeiten eingeführt werden, umso mehr Flüssigkeiten brauchen die Kinder zusätzlich zu den Milchmahlzeiten.

Anzeichen, dass euer Baby ausreichend trinkt

Natürlich ist es eine Möglichkeit, das Baby vor und nach dem Anlegen zu wiegen, um feststellen zu können, ob ausreichend getrunken wurde. Hebammen empfehlen die Methode jedoch nicht, da diese unter anderem zu viel Stress sowie Druck ausübt und bei gesunden Kindern schlicht und ergreifend nicht nötig ist. Es ist völlig ausreichend, wenn die Hebamme das Gewicht des Babys bei ihren regelmäßigen Hausbesuchen kontrolliert. Wird daraufhin festgestellt, dass zu langsam und zu wenig Gewicht zugelegt wird, kann nach Absprache mit der Hebamme oder dem Kinderarzt ein Testwiegen mit einer speziellen Babywaage durchgeführt werden.

Wir haben euch die typischen Anzeichen auf einen Blick zusammengestellt, bei welchen ihr von einem gesunden und ausreichenden Trinkverhalten bei eurem Baby ausgehen könnt:

  • Haut hat einen rosigen und gesunden Hautton
  • Pro Tag etwa sechs bis acht nasse Windeln
  • Der Stuhl ist weich und geformt
  • Das Baby ist munter und neugierig
  • Das Baby nimmt stetig zu und wächst
  • Die Fontanelle ist nicht eingesunken

Vorsicht vor zu viel Flüssigkeit

Solange die Babys voll gestillt werden und noch keine feste Nahrung erhalten, wird in der Regel keine zusätzliche Flüssigkeit benötigt. Der Flüssigkeitsbedarf wird von der Muttermilch oder der Flaschennahrung optimal gedeckt. Zu viel Flüssigkeit in Form von Wasser oder Tee kann für die Säuglinge sogar gefährlich werden, denn in den ersten Lebensmonaten sind die Nieren der Neugeborenen noch nicht ausgereift und befinden sich im Entwicklungsstadium. Die Nieren können „unbekannte“ Flüssigkeiten noch nicht richtig verarbeiten und filtern. Es kann zu einem Ungleichgewicht im Natriumhaushalt kommen und im schlimmsten Fall droht eine Wasservergiftung (Wasserintoxikation), die sich unter anderem mit Krampfanfällen beim Baby äußern kann.

Doch es besteht nicht nur die Gefahr einer Wasservergiftung: Durch zusätzliche Flüssigkeit wird das natürliche Prinzip von Angebot und Nachfrage beim Stillen gestört. Wird der Durst mit Wasser oder Tee gelöscht, trinkt das Baby automatisch weniger und demzufolge wird zu wenig Milch produziert. Hinzu kommt, dass das Baby dadurch vorwiegend die durstlöschende Vormilch trinkt und nicht ausreichend mit der sättigenden Hintermilch versorgt wird, was wiederum zu einer Mangelversorgung führen kann.

Hat euer Baby Fieber, Durchfall, einen Magen-Darm-Infekt oder bei hohen Temperaturen kann unter Umständen Wasser oder Tee angeboten werden. Um kein Risiko einzugehen, solltet ihr jedoch im Vorfeld unbedingt eure Hebamme oder den Kinderarzt kontaktieren.

Bitte beachten:
In den ersten Lebensmonaten ist bei einer zu hohen Flüssigkeitszufuhr Vorsicht geboten, da die Nieren noch nicht ausgereift sind und sich im Wachstum befinden. Erst ab der dritten Beikost sollte zusätzlich Wasser angeboten werden.

Welche Getränke sind für Babys geeignet?

Neben der Muttermilch oder Flaschennahrung ist stilles Mineral- oder Leitungswasser das beste Getränk für Babys und Kleinkinder. Dabei müsst ihr nicht gekauftes und somit abgefülltes Mineralwasser speziell für Säuglinge und Kleinkinder kaufen, denn deutsches Trinkwasser ist qualitativ sehr hochwertig und muss in der Regel nicht abgekocht werden. Es ist ausreichend, wenn ihr das Wasser vor dem Trinken so lange laufen lasst, bis es kalt aus eurer Leitung kommt.

Im Ausland sollte Leitungswasser jedoch vorsichtshalber abgekocht werden, da die Wasserqualität sehr stark variieren kann. Zudem sollte kein Wasser aus Bleileitungen getrunken werden. Hier besteht die Gefahr, dass das Wasser mit Schwermetallen aus der Leitung belastet ist, welche die Gesundheit des Babys gefährden können. Seid ihr euch nicht sicher, über welche Wasserleitungen euer Haus oder eure Wohnung verfügt, solltet ihr daher beim Vermieter nachfragen und euch informieren.

Neben stillem (Mineral-) Wasser könnt ihr eurem Kind auch ungesüßten Kräuter- oder Früchtetee anbieten. Spezielle Heilkräutertees, wie zum Beispiel Fenchel-, Pfefferminz- sowie Melissentee, sind für Babys aufgrund der enthaltenen ätherischen Öle jedoch nur hin und wieder zu empfehlen und sollten nicht jeden Tag angeboten werden.

Auf zuckerhaltige Instanttees, unverdünnte Säfte, Limo & Co. sollte hingegen, am besten weit über das erste Lebensjahr hinaus, komplett verzichtet werden, um unter anderem die Zahngesundheit nicht zu beeinträchtigen und die Zähne nicht nachhaltig zu schädigen. Doch nicht nur Limo und andere Softdrinks, auch unverdünnte Obst-sowie Gemüsesäfte enthalten sowohl Zucker als auch Kohlenhydrate, welche Karies fördern können. Aus diesem Grund sollte die Saftschorle mindestens im Verhältnis zu drei Teilen Wasser und einem Teil Saft vermischt und den Kindern nur gelegentlich angeboten werden.

Flüssigkeitsmangel erkennen

Ausreichend Flüssigkeit ist für eine gesunde Entwicklung unumgänglich und ein Flüssigkeitsmangel kann vor allem bei Säuglingen gefährlich werden. Solange euer Baby jedoch munter und lebhaft ist, gibt es keinen Grund zur Sorge. Genauso wie das Hunger- und Sättigungsgefühl ist auch das Durstgefühl angeboren, was dazu führt, dass Babys immer so viel trinken, wie in dem Moment benötigt wird. Zudem kann die tägliche Trinkmenge von Babys hin und wieder deutlich variieren. So gibt es Tage, an denen sich euer Kind nicht wohlfühlt, weil es zum Beispiel krank ist oder sich mitten in einem Wachstumsschub befindet, oder es hat schlicht und ergreifend weniger Appetit. Macht euch nicht sofort verrückt, behaltet euer Kind jedoch im Auge und bietet regelmäßig die Brust oder das Fläschchen an.

Um einer gefährlichen Dehydrierung vorzubeugen, solltet ihr auf folgende Anzeichen achten, die auf einen Flüssigkeitsmangel hindeuten können:

  • Die Windel ist weniger häufig nass als sonst
  • Das Baby wirkt teilnahmslos
  • Der Urin ist dunkler verfärbt
  • Das Baby neigt zu Verstopfungen
  • Hautfalten bilden sich nur langsam zurück
  • Die Fontanelle sinkt bei jungen Säuglingen ein
  • Trockene Mundschleimhaut, Lippen sowie Zunge
  • Es wird ohne Tränen geweint

Nehmt ihr diese Anzeichen bei eurem Baby wahr, solltet ihr umgehend einen Kinderarzt aufsuchen, damit der eventuelle Flüssigkeitsmangel so schnell wie möglich ausgeglichen werden kann. Meistens verabreicht der Arzt im Falle einer Dehydrierung eine Infusion oder Elektrolytlösung.

In einigen Fällen können auch Beschwerden im Magen oder in der Speiseröhre sowie Fehlstellungen im Kiefer, ein verkürztes Zungenbändchen oder ein hoher Gaumen zu Problemen beim Trinken führen. Habt ihr die Vermutung, dass das Trinken aufgrund einer körperlichen Besonderheit beeinträchtigt ist, solltet ihr ebenfalls den Kinderarzt kontaktieren.

Tipps und Tricks, um die Trinkmenge zu steigern

Habt ihr das Gefühl, dass euer Liebling zu wenig trinkt? Für diesen Fall haben wir euch einige hilfreiche Tipps und Tricks zusammengestellt, um die Trinkmenge eures Kindes zu steigern:

Häufiges und regelmäßiges Anlegen: Um euer Baby zum Trinken zu animieren, solltet ihr es regelmäßig an eure Brust anlegen, beziehungsweise ihm das Fläschchen anbieten. Dabei kann das Anlegen etwa alle zwei Stunden und auch in der Nacht erfolgen. Vor allem bei Babys, die tagsüber weniger getrunken haben, ist das Anlegen in der Nacht sinnvoll.

Körpernähe und richtige Stillposition: Legt euer Baby zum Kuscheln auf euren nackten Oberkörper. So sorgt ihr für den nötigen Hautkontakt, der wiederum die Ausschüttung des Glückshormons Oxytocin anregt und somit die Milchproduktion ankurbelt. Auch die richtige Stillposition hat enorme Auswirkungen auf die Trinkgewohnheiten von Babys. Insbesondere eine zurückgelehnte Stillposition hat sich bewährt, wenn Babys nicht ausreichend trinken. Am besten lasst ihr euch bezüglich der Stillpositionen von eurer Hebamme oder einer Stillberaterin beraten.

Mit Löffel zufüttern: Hin und wieder kommt es vor, dass Babys zu müde sind, um richtig an der Brust oder dem Fläschchen zu saugen. Indem ihr die Vormilch sanft aus eurer Brust ausstreicht und diese auf einen Löffel gebt, könnt ihr euer Baby damit füttern.

Ruhe und Entspannung: Damit sich euer Baby satt trinken kann, braucht es beim Stillvorgang möglichst viel Ruhe und Entspannung. Seid ihr zum Beispiel gestresst, kann sich das auf euer Baby übertragen und dazu führen, dass es zu wenig trinkt. Zieht euch für das Stillen an einen ruhigen Platz zurück und versucht euch zu entspannen. Ruhige Entspannungsmusik, ein abgedunkelter Raum oder eine Tasse Tee können den Entspannungsmoment positiv beeinflussen.

Stillhütchen beziehungsweise anderen Sauger verwenden: Bei Flach-, Hohl- oder Schlupfwarzen können spezielle Stillhütchen, die über die Brustwarze gestülpt werden, das Trinken für euer Baby vereinfachen. Hebammen empfehlen jedoch, die Stillhütchen nur vorübergehend zu verwenden, damit das normale Trinken an der Brust nicht verlernt wird. Gebt ihr eurem Baby das Fläschchen, könnt ihr versuchen, von Silikon- auf Latexsauger umzusteigen. Diese sind in der Regel weicher, was wiederum das Saugen vereinfacht und das Trinkverhalten somit verbessern kann.


Becher statt Flasche

Sobald ihr die dritte Beikost einführt, ist es an der Zeit, eurem Baby zusätzlich Wasser zu den Milchmahlzeiten anzubieten. Lasst euer Kind dabei von Anfang an aus einem Glas oder einem Becher trinken, auch wenn es die Lippen bei den ersten Trinkversuchen noch nicht vollständig um den Rand schließen kann. Auf diesem Weg beugt ihr einem Dauernuckeln an der Flasche vor. Zudem dient die Flasche häufig nicht nur als Durstlöscher, sondern wird als Beschäftigung oder Einschlafhilfe benutzt und die Kinder gewöhnen sich daran.

Um eurem Kind das Trinken aus dem Becher zu erleichtern und damit das Kinn nicht so hoch angehoben werden muss, sollte dieser bis zum Rand gefüllt sein. Ist euer Kind noch mit dem Becher überfordert, könnt ihr anfangs mit einem speziellen Trinkbecher für Kleinkinder, einem Puppenbecher oder einem Eierbecher üben. Geht mit gutem Beispiel voran und trinkt selbst stets ein Glas Wasser zu den Mahlzeiten und lobt euer Kind, wenn es etwas trinkt.

Gut zu wissen:
Um einem Dauernuckeln sowie Karies vorzubeugen, sollte den Kindern die Flasche weder als Einschlafhilfe noch ständig angeboten werden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.