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Was ist das Väter-Netzwerk und wie funktioniert es?

Väternetzwerk

Die Rolle der Väter hat sich in den letzten Jahrzehnten stark verändert. Väter wollen ernsthaft und voller Engagement am Familienleben teilhaben und eine starke Bindung zu ihrem Kind aufbauen. Das alte Rollenmuster passt nicht mehr zu ihrer Lebenseinstellung. Sie wollen Väter sein, die gemeinsam mit ihrer Partnerin die Erziehung der Kinder in die Hand nehmen. Dieser Zeitenwandel erfordert eine Vereinbarkeit mit dem Beruf. Dafür wurde das Väter-Netzwerk gegründet. Wir zeigen euch, um was es dabei geht.

Wie funktionieren Väter-Netzwerke?

Das Väter-Netzwerk ist mittlerweile bundesweit und in vielen Unternehmen vertreten. Diese Initiative ging von Vätern aus, die sich stärker in der Vaterrolle einbinden wollen. Generell ist es jedoch so, dass Mütter mehr Erfahrung in der Erziehung haben und sich schneller untereinander vernetzen.

Den geeigneten Rahmen für Väter, sich auszutauschen, finden sie in den Väter-Netzwerken. Derzeit gibt es in vielen Unternehmen diese Netzwerke. Im Austausch mit den Personalverantwortlichen oder sogar dem Chef des Unternehmens bietet das Väter-Netzwerk einen Einblick in die Wünsche und Vorstellungen der Väter.

Meist übernehmen schon beim ersten Treffen zwei oder drei Väter die Verantwortung in dem Väter-Netzwerk. Sie legen die regelmäßigen Treffen fest und organisieren Expertenvorträge. Hier geht es darum wie die Väter ihre Elternzeit gestalten und um konkrete Strategien, wie sie Beruf und Familie vereinbaren.

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In den Treffen der Väter-Netzwerke geht es auch um Erziehungsfragen und wie Eltern noch eine gemeinsame Zeit finden neben Beruf und Kindererziehung. Väter, die bereits in Teilzeit arbeiten und sich das berufliche Engagement mit der Partnerin teilen, berichten in den Treffen, wie sich das praktisch anfühlt und welche Erfahrungen gemacht wurden. Für Väter, die sich gerade mit dem „Vater sein“ befassen, sind das wertvolle Informationen.

Weitere Informationen zur Beduetung der Väternetzwerke finden sich in diesem Video:

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Gibt es nur in großen Firmen Väter-Netzwerke?

Wenn ihr glaubt, dass ein Väter-Netzwerk sich nur in großen Unternehmen etabliert, liegt ihr vollkommen falsch. Zum einen muss es Väter geben, die sich mit dem Thema befassen und engagieren. Zudem ist ein familienfreundlicher Betrieb von Vorteil. Immer mehr Arbeitnehmer suchen sich ihren Arbeitgeber nach diesem Kriterium aus. Erfahrungsgemäß bildet sich ein Väter-Netzwerk vor allem in Betrieben mit einem Personal von überwiegend jüngerem Alter, die diesem Austausch von Vätern positiv gegenüber eingestellt sind.

Einige Unternehmen haben selbst Väter-Netzwerke gegründet oder arbeiten intensiv mit ihnen zusammen. Sie haben erkannt, dass nur ein zufriedenes und nicht gestresstes Personal (Väter) eine gute Arbeit liefern kann.

So vorteilhaft für Väter ein familienorientiertes Unternehmen ist, so sehr wird die Attraktivität des Arbeitsgebers gesteigert. Durch Angebote des Unternehmens, die auf die verschiedenen Phasen des Lebens eingehen, binden sie gleichzeitig die Arbeitnehmer stärker an sich. Fachkräfte werden sich vermutlich in Zukunft das Unternehmen aussuchen, das ihnen eine Vereinbarkeit von Karriere und Familie ermöglicht.

Welche Aufgaben übernehmen Väter-Netzwerke?

Die Zahl der Väter-Netzwerke ist in den letzten Jahren gestiegen. Die Aufgabenstellungen sind oft unterschiedlich, dennoch haben sie nur ein Ziel – sie möchten Väter in ihrer Vaterrolle stärken.

In persönlichen Gesprächen wird analysiert, wie sich die Vaterrolle mit dem Beruf am besten vereinbaren lässt. Väter-Netzwerke sensibilisieren die Unternehmen auf die Situation von Vätern, die sich mehr der Familie widmen wollen. In Zeiten von Corona finden oftmals Webseminare statt und Informationsmaterial wird online zur Verfügung gestellt. Zugleich werden die Väter mit anderen Vätern und Unternehmen vernetzt.

Es gibt auch Netzwerke, die Vätern Unterstützung anbieten, die gerade eine Trennung hinter sich haben. Sie setzen sich dafür ein, dass beide Eltern uneingeschränkt Bezugspersonen zum Kind bleiben (siehe Eltern-Kind-Entfremdung). Sie fördern die aktive Vaterrolle und setzen sich für ein zeitgemäßes Vaterbild in der Gesellschaft ein.

Seit Corona legen die Väter-Netzwerke einen großen Fokus auf mobiles Arbeiten von Zuhause. Sie setzen sich für mehr Flexibilität im Job ein. Das klassische Arbeitsmodell müsste einer familien- und väterfreundlicheren Arbeit weichen. Hier sind sich viele einig. Die Bereitschaft für das Homeoffice ist bei vielen Vätern gestiegen. Familie und Job ließen sich dadurch besser vereinbaren.
Ebenso setzen sich Väter-Netzwerke für mehr Teilzeitarbeit für Väter ein. Nur das Netzwerk kann hier etwas bewirken, denn eine einzelne Stimme wird meist nicht gehört. Der CDO (Chief Digital Officer) Mark Klein des Unternehmens ERGO bekräftigt die zentrale Rolle der Väter-Netzwerke. Auf dem bundesweiten Väternetzwerktreffen meinte er, dass diese Netzwerke notwendig sind. Als Kernrolle haben sie die Aufgabe die spezifischen Bedürfnisse der Väter zu kommunizieren. Dies geht von Kinderbetreuung bis hin zu flexiblen Arbeitszeiten.

Wie hat die Corona-Krise Väter beeinflusst?

Sehr viele Väter arbeiteten in der Corona-Krise plötzlich im Homeoffice. Das war zunächst vollkommen ungewohnt und stellte etliche Väter vor scheinbar ungelösten Aufgaben. Doch genau die ständige Präsenz zuhause, hat bei vielen Vätern etwas verändert. Plötzlich war es schön, zuhause zu sein und die Kinder öfter zu sehen, wenn sie auch bei der Arbeit störten. Das Ergebnis einer Umfrage des Instituts für Demoskopie Allenbach:

  • 16 Prozent arbeiten zu anderen Zeiten wie vor der Corona-Krise
  • 31 Prozent arbeiten mehr zuhause wie vorher
  • 43 Prozent führten mit ihren Arbeitgebern Gespräche, um die Arbeitszeiten, Arbeitsweisen oder Arbeitsort zu ändern
  • 44 Prozent übernehmen mindestens die Hälfte der Kindesbetreuung

Der Väter-Netzwerk e.V.

Der eingetragene Verein Väter-Netzwerk wurde von engagierten Vätern gegründet. Der Verein unterstützt Väter, die sich in schwierigen Lebenssituationen befinden, wie beispielsweise nach einer Trennung ohne regelmäßigen Kontakt zu den Kindern. Das Netzwerk leistet Hilfe zur Selbsthilfe und begleitet entsprechende Forschungsprojekte. Die Ergebnisse werden vom Väter-Netzwerk e.V. aktiv in die Gesellschaft und Politik getragen. In den Mitgliedertreffen gibt es die Möglichkeit des Austauschs. Betroffene können sich hier von Vätern, die bereits einschlägige Erfahrungen hinter sich haben, beraten und helfen lassen.

Einen großen Fokus legt das Väternetzwerk e.V. auf die Auseinandersetzung der Vaterrolle in dieser Gesellschaft und der Eltern-Kind-Entfremdung bei Trennung oder Scheidung.

Projektbeispiel des Väter-Netzwerkes Conpadres

Etliche Unternehmen haben sich den Ansprüchen des modernen Vaters gestellt und ein Väter-Netzwerk gegründet. Dazu gehört unter anderem das Väternetzwerk Conpadres. Volker Baisch ist der Gründer und Geschäftsführer des Väternetzwerks Conpadres. Vor über 10 Jahren hatte er die Idee zu diesem Netzwerk, das Väter in ihrer Rolle bestärken soll. Zudem lag die Unterstützung von Unternehmen im Fokus, damit sie neue Modelle für Vereinbarkeits- und Elternzeitmodelle entwickeln konnten. Mittlerweile werden von diesem engagierten Väternetzwerk circa 30 Mitgliedsunternehmen unterstützt. Dazu gehören große internationale Konzerne, Stadtwerke oder Landesbanken.

Die Mitglieder des Väternetzwerks Conpadres sind also Unternehmen, die Väter in ihrer modernen Rolle unterstützen wollen und eine familienfreundliche Personalpolitik betreiben. Nach einer genauen Analyse des Väternetzwerkes Conpadres werden die konkreten Bedürfnisse der Väter ermittelt und gemeinsame Lösungen und Strategien entwickelt. Diese Analyse ist vollkommen unverbindlich und anschließend kann das Unternehmen festlegen, ob die Strategien mit dem Väternetzwerk umgesetzt werden können.
Projekt – Ihr Erfolg hat viele Väter
Dieses Projekt zur Fachkräftebindung und väterorientierter Personalpolitik in NRW wurde von Volker Baisch ins Leben gerufen. Mit diesem Pilotprojekt wurden vor allem kleine und mittelständische Unternehmen angesprochen. Ziel war es, diesen Unternehmen durch neue Wege mehr Attraktivität zu verleihen und sich stärker im Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte hervorzuheben.

Zur Kooperation wurden Verbundprojekte in NRW aus den Regionen Dortmund, Detmold, Bielefeld und dem Münsterland ausgewählt. Am Projekt haben sieben mittelständische Unternehmen teilgenommen, die in den Verbundprojekten vernetzt sind. Durch das Projekt wurden viele Maßnahmen umgesetzt. So beispielsweise wurden in einem Betrieb gezielte Coachings der Führungsebene in die Wege geleitet. Dadurch wurde die Kommunikation im Team und die Wertschätzung zwischen Führungskraft und Mitarbeiter verbessert.

Ebenfalls erfolgreich: das Väternetzwerk im Regionalverband Saarbrücken

Das Väternetzwerk im Regionalverband Saarbrücken wurde erst 2022 gegründet und setzt das Schwerpunktthema der Bundesinitiative „Stärkung partnerschaftlicher Vereinbarkeit“ um. Dafür wurde das Väternetzwerk vom Bundesfamilienministerium mit dem „Bündnis des Monats“ ausgezeichnet.

Ziel ist es, mit diesem Netzwerk Vorbilder zu schaffen. Gemeint sind damit Väter, die Teilzeit arbeiten und die Elternzeit länger in Anspruch genommen haben. Der Väterbeauftragte Heiner Fischer ist der Meinung, dass besonders auf Familien ein gesellschaftlicher Druck lastet, die es anders als gewohnt machen. Da Väter oftmals in ihrer Vaterrolle nicht ernst genommen werden, braucht es einen Austausch von Gleichgesinnten, die sich gegenseitig wertschätzen.

Eine große Hilfe bei der Vereinbarkeit zwischen Job und Kind ist das saarländische Familienbündnis, das Väter und Mütter unterstützt. Ziel ist es auch, die Erhaltung der Fachkräfte in der Region.

Darüber hinaus gibt es zahlreiche weitere erfolgreiche Beispiele wie das Väternetzwerk TÜV Rheinland, das VäterNetzwerk München e.V. oder das Väternetzwerk Sanofi

Unternehmensnetzwerk Erfolgsfaktor Familie

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hat das Unternehmensnetzwerk „Erfolgsfaktor Familie“ ins Leben gerufen. Es umfasst bereits mehr als 8.000 Mitglieder.

Das Bundesfamilienministerium setzt sich zusammen mit Spitzenverbänden der deutschen Wirtschaft und dem DGB für mehr Familienfreundlichkeit in der deutschen Wirtschaft ein. Das Programm beinhaltet:

  • Aktuelles Expertenwissen
  • Plattformen für den Austausch von Informationen
  • Das bundesweit größte Netzwerk für Unternehmen mit einer familienfreundlichen Personalpolitik
  • Erfahrungsberichte aus verschiedenen Unternehmen
  • Innovative Praxisbeispiele

Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie bringt den Unternehmen betriebswirtschaftliche Vorteile:

  • Fachkräfte können einfacher gewonnen werden
  • Die Kosten der Elternzeit werden geringer durch Überbrückung und Wiedereingliederung
  • Höhere Motivation und Einsatzbereitschaft der Beschäftigten
  • Besseres Arbeitsklima
  • Weniger Mitarbeiterflutuation (Abgang von Beschäftigten) und somit geringere Kosten
  • Weniger Fehlzeiten durch kürzere Elternzeiten und geringeren Krankenstand
  • Mehr Produktivität

Väternetzwerke kommen nicht nur Vätern zugute, sondern auch den Müttern. Wenn es finanziell möglich ist, können beide eine Teilzeitstelle annehmen oder der Arbeitgeber stellt flexible Arbeitszeiten zur Verfügung. Allerdings braucht es dazu immer einen familienfreundlichen Betrieb.

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