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Urlaub ohne Kinder: Sollten Eltern ohne Kinder reisen?

Urlaub ohne Kinder

Urlaub ohne Kinder? Unvorstellbar! Oder doch gar nicht so abwegig? Familienurlaube können ganz schön stressig sein und am Ende sind es meistens die Kinder, die erholt wieder in den Alltag starten. Die Eltern wiederum können sich häufig nicht wie gewünscht entspannen, bevor es daheim wieder rundgeht. Ohne seine Kinder in den Urlaub zu fahren, kann somit dazu beitragen, Kraft und neue Energie zu tanken.

Je nach Alter der Kinder gibt es verschiedene Unterbringungsmöglichkeiten, während die Eltern einen kinderlosen Urlaub verbringen. In diesem Artikel erfahrt ihr, welche Möglichkeiten das sind und warum ein Urlaub zu zweit nicht nur Vorteile für die Eltern, sondern auch die Kinder hat. Zudem haben wir hilfreiche Tipps zur Vorbereitung, die euch dabei helfen, den kinderlosen Urlaub sorglos und mit ruhigem Gewissen genießen zu können.

Urlaub ohne Kinder: Vorteile für die Eltern

Kein Gebrüll der eigenen Kinder am Hotelpool? Die Ruhe und die Natur in den Bergen, am See oder beim romantischen Abendessen genießen, ohne ständig von den Kindern umgeben zu sein? Viele Eltern haben sofort ein schlechtes Gewissen, wenn sie nur daran denken, ohne ihre Kinder in den Urlaub zu fahren und anstelle eines Familienurlaubs die Zeit zu zweit zu genießen. Doch sind die Kinder bereits im Grundschulalter und ist gewährleistet, dass der Nachwuchs in dieser Zeit in guten und liebevollen Händen ist, kann ein kinderloser Urlaub sogar vorteilhaft sein. Denn eine kurze Auszeit von den Kindern zu nehmen, ist nicht nur sinnvoll für das persönliche Empfinden, sondern bringt noch weitere Vorteile für die Eltern mit sich, welche wir euch nachfolgend aufzeigen wollen.


Energie tanken

Die Kindererziehung, den Haushalt und den Beruf unter einen Hut zu bekommen, verlangt Eltern einiges ab und kann ganz schön an den Kräften zehren, weshalb eine Auszeit vom Alltag mehr als guttut. So schön Familienurlaube auch sind, am Ende des Tages erlebt man beim Urlaub mit Kindern meist doch bloß den Alltag und die damit verbundene Routine, aus der man ja eigentlich entfliehen will. Für Eltern bedeutet ein Urlaub ohne die Sprösslinge, seine Akkus aufladen zu können. Erholten Elternteilen fällt der Umgang mit den Kindern wieder leichter und der gesamte Alltag kann besser gemeistert werden.

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Zeit für die Partnerschaft

Auch die herzlichsten und engagiertesten Eltern kommen einmal an den Punkt, an welchem sie sich zumindest eine kleine Auszeit von ihren lieben Sprösslingen wünschen, um sich als Paar wieder näherzukommen. Denn gerade im alltäglichen Familientrubel kommt die romantische Beziehung und der gegenseitige Austausch mit dem Partner meist viel zu kurz und je älter die Kinder sind, umso größer wird das Bedürfnis, auch mal wieder seine Zweisamkeit zu genießen. Gelegentlich ohne seine Kinder in den Kurzurlaub zu fahren, ist somit Balsam für die elterliche Beziehung, da Mama und Papa auch mal wieder einfach nur Frau und Mann sein und sich Zeit für sich selbst nehmen können. Schuldgefühle sind hier fehl am Platz und solltet ihr doch ein schlechtes Gewissen bekommen, denkt daran: Umso entspannter die Eltern sind, desto mehr freuen sich eure Kinder.

Eigene Interessen verfolgen

Kinder und ihre Eltern haben völlig unterschiedliche Interessen und das ist auch ganz natürlich: So haben die Kinder im Urlaub meist keine Lust, ein Museum zu besuchen oder sich die Sehenswürdigkeiten einer Stadt anzuschauen, wohingegen Eltern sich genau darauf gefreut haben. Wird der Urlaub mit den Kindern verbracht, stehen in der Regel die Wünsche der Kinder an erster Stelle. Setzt ihr euch hingegen bei der Tagesplanung durch, besteht die Gefahr, dass ihr euch den restlichen Tag mit schlecht gelaunten Kindern rumschlagen müsst. Entscheidet ihr euch für einen Urlaub ohne eure Sprösslinge, könnt ihr zur Abwechslung einmal nur die Dinge machen, auf welche ihr Lust habt. Na, klingt das nicht verlockend?

Kleiner Tipp:
Natürlich ist der erste Urlaub ohne Kinder völlig ungewohnt und auch ihr als Eltern müsst euch erst wieder an die Zweisamkeit gewöhnen. Sind eure Kinder in eurer Abwesenheit jedoch in guten Händen, braucht ihr kein schlechtes Gewissen zu haben. Stattdessen solltet ihr die Zeit so gut es geht genießen und neue Kraft tanken.

Vorteile für die Kinder

Nicht nur für die Eltern können ein paar kinderlose Tage entspannend sein und die Partnerschaft aufleben lassen, auch die Kinder können durchaus von einer kurzen elternfreien Zeit profitieren. So werden die Kinder bei Oma & Co. in der Regel nach Strich und Faden verwöhnt und bis überhaupt Heimweh aufkommen kann, sind die Eltern schon wieder zurück von ihrem Urlaub. Nehmen ältere Kinder hingegen an einer Kinder- und Jugendfreizeit teil, können viele neue Eindrücke gesammelt sowie Freundschaften geknüpft werden, was wiederum einen positiven Einfluss auf die sozialen Kompetenzen hat. Gleichzeitig werden das Selbstbewusstsein sowie das Selbstvertrauen nachhaltig gestärkt.

Kinder ohne Eltern zu Hause

Indem sich Mama und Papa hin und wieder eine kleine Auszeit gönnen, verstehen die Kinder außerdem, dass ihre Eltern individuelle Persönlichkeiten mit eigenen Hobbies und Interessen sind. Das wiederum vermittelt den Kindern, sich und seine eigenen Bedürfnisse wichtig zu nehmen. Ab einem bestimmten Alter müssen Kinder zudem lernen, dass Mama und Papa eben nicht rund um die Uhr da sein können, diese aber immer wieder nach Hause kommen und die Wiedersehensfreude nach ein paar Tagen umso größer ist. Diese wichtige Erkenntnis gehört zum Erwachsenwerden und zum weiteren Leben hinzu.


Tipps zur Vorbereitung auf den kinderlosen Urlaub

Denkt ihr darüber nach, ohne eure Kinder in den Urlaub zu fahren? Damit ihr euch in eurem Urlaub erholen könnt und euch nicht ständig Sorgen um das Wohl und den Verbleib eurer Kinder machen müsst, haben wir euch hilfreiche Tipps zur Vorbereitung auf eure Abwesenheit zusammengestellt:

Rechtzeitig Unterbringung organisieren

Das A und O bei der Planung des kinderlosen Urlaubs ist, dass eure Kinder in dieser Zeit in guten Händen sind und liebevoll betreut werden. Aus diesem Grund muss im Vorfeld eine geeignete Unterbringung für die Kinder organisiert werden. Das Wichtigste ist, dass sich die Kinder bei der Betreuungsperson wohlfühlen und dieser vertrauen. Bei jüngeren Kindern bieten sich deshalb natürlich die Großeltern oder andere nahestehende Verwandte sowie enge Freunde der Familie am besten an. Die Kinder haben großes Vertrauen zu ihrer Familie und fühlen sich in der Regel bei Oma & Co. pudelwohl.

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Die Kinder bei der Familie des besten Freundes oder der besten Freundin unterzubringen, stellt eine weitere Möglichkeit dar. Hier kommt es natürlich darauf an, ob sich die Kinder auch mehrere Tage am Stück gut verstehen und wie intensiv die Freundschaft ist. Der Vorteil bei der Unterbringung in der Familie des Freundes ist, dass im Vorfeld einzelne Testübernachtungen stattfinden und sich die Kinder Schritt für Schritt auf die Nächte außerhalb der eigenen vier Wände gewöhnen können. Sofern die Übernachtungen reibungslos vonstattengehen und die vorübergehende Gastfamilie mit der Lösung einverstanden ist, könnt ihr euren kinderlosen Urlaub mit gutem Gewissen planen. Im Gegenzug könnt ihr den anderen Eltern anbieten, in Zukunft einige Tage auf ihren Nachwuchs aufzupassen. Habt ihr viele Kinder, die beaufsichtigt werden müssen, könnte auch die Unterbringung bei verschiedenen Haushalten in Erwägung gezogen werden, um die Betreuung aufzuteilen.

Ist eine Unterbringung in der Familie oder bei guten Freunden aus welchen Gründen auch immer nicht möglich, könnt ihr für die Zeit eures Urlaubs eine Unterbringung in einer betreuten Kinder- und Jugendfreizeit in Erwägung ziehen. Allerdings sind Feriencamps und Ferienlager erst für Kinder ab dem Grundschulalter zu empfehlen. Je jünger die Kinder sind, umso schwerer fällt ihnen die Trennung von ihren Eltern und ihrer gewohnten Umgebung. Doch vor allem neugierige und entdeckungsfreudige Kinder werden das Ferienlager mit anderen Kindern bestimmt sehr genießen. Die Vorteile eines Feriencamps sind, dass die Kinder von zahlreichen Betreuern umgeben sind und diese altersgerecht in Gruppen beschäftigt werden.

Gemeinsam mit den anderen Kindern und Jugendlichen wird gebastelt, gemalt, gespielt, gesungen und die Natur sowie die Umgebung neugierig erkundet. Dabei sind die Kinder meist entweder auf einem speziellen Zeltplatz, in Jugendherbergen oder in Hotels untergebracht. Und nicht nur für Spiel, Spaß und Erholung, sondern auch für das leibliche Wohl der teilnehmenden Kinder ist auf den betreuten Reisen gesorgt. Zudem wird bei der Teilnahme an einer Kinder- und Jugendreise die Entwicklung sowie die Persönlichkeit und der Umgang mit Gleichaltrigen positiv beeinflusst.

Gut zu wissen:
Findet sich partout keine Möglichkeit, die Kinder bei der Familie, Freunden oder bei einer Ferienfreizeit unterzubringen, könnt ihr für euren Urlaub alternativ über eine Kinderbetreuung vor Ort nachdenken. Viele Hotels bieten tagsüber eine altersgerechte Betreuung von Kindern und Jugendlichen an und den Abend könnt ihr dann gemeinsam als Familie ausklingen lassen.

Lebensmittelvorrat aufstocken

Sind die Kinder bereits im Jugendalter und können somit auch mal für einige Tage ohne Eltern oder andere Betreuungspersonen zu Hause bleiben, solltet ihr im Vorfeld einige Mahlzeiten vorkochen und diese einfrieren. Ansonsten besteht die reelle Gefahr, dass sich die Heranwachsenden tagtäglich von Pizza oder anderen Fertiggerichten ernähren und während eurer Abwesenheit Dauergast bei diversen Fast-Food-Restaurants werden. Darum gilt: bevor ihr verdienterweise euren Urlaub genießt, solltet ihr die Vorratskammer, den Kühlschrank und das Gefrierfach für eure Sprösslinge mit gesunden Lebensmitteln und nahrhaften Mahlzeiten füllen. Zudem solltet ihr euren Kindern neben dem regulären Taschengeld noch zusätzlich Bargeld für den Notfall dalassen.

Vereinbarungen mit den Kindern treffen

Bevor ihr euch in den Urlaub verabschiedet, solltet ihr im Vorfeld unbedingt klären, was ihr in eurer Abwesenheit von euren Kindern erwartet. Um die Kinder bei der Planung einzubeziehen, könnt ihr zusammen Abmachungen und Regeln aufstellen, an welche sich in der elternfreien Zeit, beziehungsweise bei den Großeltern oder anderweitigen Aufsichtspersonen gehalten werden muss. Zudem müssen wichtige Fragen, wie „Wo verbringen die Kinder die Nacht?“, „Wie kommen die Kinder in die Schule und nach Schulschluss wieder nach Hause?“ oder „Wann müssen die Kinder spätestens daheim sein?“, zusammen mit den Kindern sowie den Betreuungspersonen besprochen werden. Gleichzeitig könnt ihr einen engen Freund oder Nachbarn, mit welchem ihr ein gutes Verhältnis habt, darum bitten, ein Auge auf euren Nachwuchs zu werfen und gegebenenfalls nach dem Rechten zu schauen.

Des Weiteren sollten vor dem Urlaubsantritt folgende Tipps berücksichtigt werden:

  • Mit einzelnen Übernachtungen bei Großeltern, nahestehenden Verwandten oder Freunden der Kinder beginnen.
  • Die Kinder in die Entscheidung über ihre vorübergehende Unterbringung einbeziehen und fragen, wo sie die Zeit ohne euch am liebsten verbringen würden.
  • Der erste Urlaub ohne Kinder sollte nicht allzu weit von daheim stattfinden, um im Falle eines Notfalls oder bei starkem Heimweh schnell nach Hause kommen zu können.
  • Teilt euren Kindern früh genug mit, dass ihr ohne sie in den Urlaub fahrt, um Enttäuschungen zu vermeiden. Gerade jüngere Kinder müssen sich auf die Situation einstellen können, weshalb es keine Option darstellt, erst kurz vor Urlaubsantritt mit der Neuigkeit herauszurücken.
  • Erwartet keine ausgelassenen Freudentänze, wenn ihr aus eurem Urlaub zurückkehrt. Vor allem jüngere Kinder müssen sich erst wieder anpassen und sich euch annähern.
  • Notiert der Betreuungsperson eures Kindes neben euren Handynummern den Namen sowie die Kontaktdaten eurer Unterkunft.

Ab wann ohne Kinder in den Urlaub?

Diese Frage kann nicht pauschal beantwortet werden, denn es kommt auf viele verschiedene Faktoren an. So macht es zum Beispiel einen großen Unterschied, ob die Kinder von den Großeltern oder anderen lieben und nahestehenden Verwandten betreut werden können oder wie alt der Nachwuchs ist. Vor allem jüngere Kinder brauchen eine feste Bezugsperson, der sie vertrauen. Bei Babys und Kleinkindern sollten die Eltern deshalb ganz darauf verzichten, für eine längere Zeit abwesend zu sein, um den Kleinen den Trennungsschmerz zu ersparen.

Denn je jünger die Kinder sind, umso schlechter können sie abschätzen, wie lange ihre Eltern weg sein werden und ob diese überhaupt wieder kommen. Bei älteren Kindern ab dem Grundschulalter spielt es eine Rolle, wie reif und selbstständig diese bereits sind. Am besten versucht ihr es zuerst mit einzelnen Probeübernachtungen bei Oma und Opa oder dem besten Freund eures Kindes, bevor ihr euren Urlaub ohne Kinder antretet.

Und was sagt das Gesetz?

Dürfen Eltern ihre Kinder überhaupt für mehrere Tage allein lassen und ohne den Anhang in den Urlaub fahren oder gibt es eine gesetzliche Beschränkung? Der Gesetzgeber hat dieses Thema nur äußerst vage geregelt, allerdings bietet der § 1626 im Bürgerlichen Gesetzbuch einen Anhaltspunkt. Darin heißt es, dass „Eltern bei der Pflege und Erziehung die wachsende Fähigkeit und das wachsende Bedürfnis des Kindes zu selbstständigem verantwortungsbewusstem Handeln“ berücksichtigen sollen. Kurz gesagt: Die Eltern müssen selbst abwägen, was sie ihrem Kind zumuten können.

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