Startseite Ratgeber Alles ganz normal, und trotzdem anders – Transsexualität bei Kindern und/oder Eltern

Alles ganz normal, und trotzdem anders – Transsexualität bei Kindern und/oder Eltern

Transsexualität bei Kindern oder Eltern

Was ist Transsexualiät?

Transsexualität und Kinderwunsch

Wenn zwei Menschen sich über alles lieben entsteht bei vielen der Wunsch Kinder zu bekommen. Das ist so selbstverständlich, dass man sich oft nicht vorstellen kann, dass dieser Wunsch nicht bei allen auch wirklich eine Selbstverständlichkeit ist. Transsexuelle Eltern stehen bei diesem Herzenswunsch vor wesentlich mehr entscheidenden Fragen als heterosexuelle Eltern.


  • Wie wird unser Umfeld damit umgehen?
  • Wie können wir ein Kind bekommen?
  • Wie können wir es unserem Kind erklären?
  • Wird unser Kind, wenn es aufwächst Toleranz begegnen?
  • Wo finden wir Rat und Unterstützung?

Wir bei Kinderinfo.de wollen euch verschiedene Wege und Anlaufadressen aufzeigen, die euch bei all diesen Fragen unterstützen. Transsexualität ist glücklicherweise längst kein Tabuthema mehr, genauso wenig wie als gleichgeschlechtliches Paar eine Familie zu gründen.

Viele haben es bereits erfolgreich vorgemacht. Schätzungen zufolge liegt die aktuelle Anzahl der Kinder gleichgeschlechtlicher Eltern bei circa 6000. Für Kinder transsexueller Eltern, genauso wie für Kinder heterosexueller Eltern, ist zunächst einmal nur Eines wirklich wichtig. Geliebt zu werden und in harmonischen Familienverhältnissen aufzuwachsen. Ob es dabei eine Mama und einen Papa, zwei Mamas oder zwei Papas hat ist völlig zweitrangig.

Wie gefällt dir der Artikel bisher?
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne
Loading...
Bitte bewerte den Beitrag: Alles ganz normal, und trotzdem anders - Transsexualität bei Kindern und/oder Eltern! Aktuell gibt es 19 Bewertungen mit 3,89 von 5 Sternen!

Natürlich werden, je größer das Kind wird, Fragen auftauchen. Warum hat „Felix“ eine Mama und einen Papa? Wieso habe ich zwei Papas? Und natürlich kann es sein, dass euer Kind dabei auf andere Kinder stößt, die es hänseln werden. Doch auch das ist völlig normal. Alles was auf den ersten Blick „anders“ aussieht, ist fremd. Insbesondere Kinder, die das alles noch nicht verstehen können, hänseln dann gerne.

Doch Hand auf´s Herz, wer von uns wurde nicht früher oder später in der Schule mal „geärgert“? Die meisten von uns können das sicher mit ja beantworten. Dabei kann es um alles gehen. Eine zu große Nase, zu kleine Ohren oder was auch immer Kindern spontan einfällt. Meistens ist es so schnell wieder vorbei, wie es angefangen hat. Besonders dann, wenn man als Kind damit richtig umgeht.


Darum ist es besonders wichtig, dass euer Kind von euch eine liebevolle Er- und Aufklärung erhält, sobald es in der Lage ist die Zusammenhänge ein kleines bisschen zu begreifen. Erklärt ihm warum es zwei Mamas oder zwei Papas hat und gebt eurem Kind auch ein paar hilfreiche Tipps wie es damit umgehen soll. Oft ist es sogar so, dass Kinder das viel besser meistern als Erwachsene. Darum macht euch vorher nicht all zuviele Gedanken.

Genauso auch über euer Umfeld. Wichtig ist nicht, ob eure Nachbarn oder die Frau vom Bäcker glücklich mit eurer Entscheidung sind, sondern wichtig ist, dass IHR es seid! Es geht schließlich um euer Lebensglück. Alle Menschen die euch lieben und euch nahe stehen, werden euch bei dieser Entscheidung ganz bestimmt unterstützen.

Anregungen zum Umgang mit Kindergärten und Schulen:

Wie können wir ein Kind bekommen?

Künstliche Befruchtung

Künstliche BefruchtungIst die Entscheidung erst einmal gefallen, stellt sich bei vielen die nächste wichtige Frage.

Wie bekommen wir unser Kind. Bei manchen gleichgeschlechtlichen Paaren besitzt ein Elternteil noch seine weiblichen Geschlechtsorgane und kann das Kind selbst austragen. Hier muss nur die Frage der Befruchtung geklärt werden. Leider ist eine künstliche Befruchtung in Deutschland für gleichgeschlechtliche Paare noch nicht gesetzlich erlaubt. Viele Paare weichen deshalb auf Länder wie Belgien und die Niederlande aus, wo man bereits fortschrittlicher mit diesem Thema umgeht.

Leihmutterschaft und Adoption

Genau wie die künstliche Befruchtung steht man auch bei einer Adoption oder einer Leihmutterschaft vor großen Herausforderungen. Zumindest in Deutschland. Leihmutterschaften sind in Deutschland ganz verboten und Adoptionen für gleichgeschlechtliche Paare ebenfalls. Nur heterosexuellen Paaren oder Einzelpersonen steht dieses Recht gesetzlich zu. Alleine die Stiefkind Adoption ist offiziell erlaubt. Bringt also einer der beiden gleichgeschlechtlichen Partner ein eigenes Kind mit in die Beziehung, so darf es vom Partner adoptiert werden.

Eine Variante der Stiefkindadoption ist die durch einen Gesetzeserlass von 2013 sogenannte Sukzessivadoption. Hat ein Elternteil bereits ein Kind adoptiert, so ist es dem Lebenspartner / der Lebenspartnerin erlaubt dieses Kind ebenfalls zu adoptieren.

Viele Paare suchen Hilfe im Ausland. Nämlich in Ländern, wo eine Adoption durch gleichgeschlechtliche Paare bereits erlaubt ist. Dazu zählen unter anderem die Niederlande, Schweden, Belgien, Spanien, Großbritannien und Dänemark. Wir können nur hoffen, dass Deutschland sich ebenfalls in naher Zukunft so fortschrittlich zeigt.
Welche Möglichkeiten es gibt, wie man sie rechtlich korrekt realisieren kann und weitere Antworten findet ihr in unserer Infobox am Ende des Artikels.

Pflegeelternschaft

Auch bei der Pflegeelternschaft sehen sich viele gleichgeschlechtliche Paare vor Herausforderungen, da laut BGB nur einem Elternteil die Vormundschaft zugesprochen werden darf. Nur in Ausnahmefällen werden beiden Elternteilen die Berechtigung erteilt.  Aber auch hier gilt es wieder nur für Heterosexuelle Paare.

Glücklicherweise sieht das Landesgericht in Münche