Startseite Ratgeber Rasenmäher-Eltern: Das Verhalten überfürsorglicher Eltern – so schaden sie dem Kind!

Rasenmäher-Eltern: Das Verhalten überfürsorglicher Eltern – so schaden sie dem Kind!

Rasenmäher-Eltern

Vielleicht sagt euch der Begriff Helikopter-Eltern etwas. Dieser Erziehungsstil ist insbesondere von einer Überfürsorge und einem Kontrollwahn seitens der Eltern geprägt. Kinder können somit nur schwer eigene Erfahrungen für das weitere Leben sammeln, da Entscheidungen meist von den Eltern getroffen werden. Doch es geht noch schlimmer! Die Rede ist von den sogenannten Rasenmäher-Eltern, die in soziale sowie schulische Bereiche eingreifen und Hindernisse im wahrsten Sinne des Wortes aus dem Weg mähen, bevor diese überhaupt zum Problem werden könnten.

In diesem Artikel erfahrt ihr die typischen Verhaltensmuster von Rasenmäher-Eltern und welche Auswirkungen dieser von Experten stark kritisierte Erziehungsstil auf Kinder hat. Zudem haben wir einige hilfreiche Tipps in Sachen Kindererziehung für euch zusammengestellt.

Habe ich Rasenmäher-Eltern?

„Wir machen den Weg frei!“ Dieser Satz drückt im Großen und Ganzen den Erziehungsstil der Rasenmäher-Eltern aus, welche wiederum eine Steigerung der hierzulande weit verbreiteten Kategorie der Helikopter-Eltern darstellen. Kaum ein anderes Thema wird unter Eltern so stark diskutiert wie die unterschiedlichen Erziehungsstile. Kein Wunder, denn Eltern wollen nur das Beste für ihr Kind und dieses so gut wie möglich auf das Leben vorbereiten. Dabei sticht in letzter Zeit ein ganz besonderer Erziehungsstil immer mehr hervor und das nicht im positiven Sinne: die Rasenmäher-Eltern. Doch was genau verbirgt sich hinter der noch eher unbekannten Erziehungsmethode?

Zu Zeiten unserer Großeltern wurden die Kinder vor allem mit viel Disziplin und Respekt erzogen, doch diese oft grobe und sehr strenge Erziehungsmethode ist heutzutage kaum noch verbreitet. Ganz im Gegenteil, denn Eltern neigen seit einigen Jahren vermehrt dazu, etwas zu überfürsorglich in der Erziehung zu sein, weshalb das Helikopter-Phänomen mittlerweile weit verbreitet ist. Bei Helikopter-Eltern handelt es sich um überfürsorgliche Eltern, die ihre Kinder überwachen, indem sie sich unter anderem ständig in unmittelbarer Nähe aufhalten. Droht Gefahr, wird sofort eingegriffen, um das Kind beim Spielen oder in einer anderen alltäglichen Situation zu beschützen.

Wie gefällt dir der Artikel bisher?
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne
Loading...
Bitte bewerte den Beitrag: Rasenmäher-Eltern: Das Verhalten überfürsorglicher Eltern – so schaden sie dem Kind!! Aktuell gibt es 4 Bewertungen mit 4,50 von 5 Sternen!

Die Steigerung zu den Helikopter-Eltern stellen die Rasenmäher-Eltern dar, die ihren Kindern alle Probleme und Hindernisse aus dem Weg räumen und selbst in harmlosen Situationen Gefahren und Risiken für ihren Nachwuchs wittern. Wie der Name schon vermuten lässt, sprechen Erziehungsexperten und die Wissenschaft von Rasenmäher-Eltern, weil diese alle möglichen Hindernisse aus dem Weg ihres Kindes niedermähen, und zwar bevor die Kinder überhaupt merken, dass es möglicherweise zu einem Konflikt oder Problem kommen könnte.

was sind Rasenmäher Eltern

Auch soziale Konflikte oder Angelegenheiten werden von den Eltern sofort im Keim erstickt und für das Kind gelöst. So kommt es selbst auf dem Spielplatz immer häufiger vor, dass sich Eltern bei den spielenden Kindern einmischen, und zwar ohne, dass es dafür einen Grund gibt. Auf diese Weise verwehren Rasenmäher-Eltern ihren Kindern die Chance, selbst kleine Konflikte mit Spielkameraden zu lösen und selbst aus dem Weg zu räumen. Persönliche Entscheidungen des Kindes sind somit Fehlanzeige, denn die übertrieben vorsichtigen Eltern lassen es gar nicht erst zu brenzligen Situationen kommen.

Die Kinder werden in jeder Situation mit Argusaugen bewacht und zudem stets mit Samthandschuhen angefasst, damit diese nicht mit den Gefahren und dem Ernst des Lebens konfrontiert werden. Selbst Kleinigkeiten, sei es nur den Müll nach draußen zu bringen, werden von den Eltern übernommen und die Kinder müssen keinerlei Verantwortung übernehmen. Neben einer übertriebenen Fürsorge und einem Kontrollzwang macht sich diese Erziehungsmethode auch dadurch bemerkbar, dass das Kind nichts allein und ohne elterliche Hilfe bewerkstelligen muss. Gleichzeitig haben Rasenmäher-Eltern eine hohe Erwartungshaltung gegenüber ihren Kindern, was sich insbesondere im schulischen Bereich bemerkbar macht.

Mein Kind und ich haben die Mathe-Hausaufgaben nicht verstanden, aus diesem Grund kann mein Kind diese nicht abgeben.“ Aussagen wie diese stammen von Rasenmäher-Eltern und verdeutlichen, dass das Kind gestellte Aufgaben ausschließlich in Zusammenarbeit mit seiner Mutter oder seinem Vater löst. Vor allem in der Schule treten durch diese Vorgehensweise immer wieder Probleme zwischen übereifrigen Rasenmäher-Eltern und Lehrern auf. Manche Eltern übernehmen die Hausaufgaben sogar komplett, um ihr Kind vor schulischen Niederlagen oder vor einer schlechten Bewertung des Lehrers zu schützen.

Gut zu wissen:
Im Unterschied zu Helikopter-Eltern, welche bildlich gesehen ständig über dem Kopf des Kindes kreisen, befinden sich Rasenmäher-Eltern mittendrin, um direkt in das Geschehen eingreifen zu können.

Warum habe ich Rasenmäher-Eltern?

Gleich vorneweg: Rasenmäher-Eltern wollen das Beste für ihre Kinder und meinen es nur gut. Dabei entscheiden sich die Eltern vor allem aus Liebe zu ihrem Kind für den in der Kritik stehenden Erziehungsstil, der eng mit einer übertriebenen Fürsorge und einem ausgeprägten Kontrollwahn mit einhergeht. Auffallend ist, dass Rasenmäher-Eltern insbesondere in der gebildeten Mittelschicht zu finden sind und die Familie somit in einem geregelten Umfeld lebt und gleichzeitig gut situiert ist.

Mit das Wichtigste für die Eltern ist, dass das eigene Kind später Karriere macht und von einer gesicherten Zukunft profitiert. Gleichzeitig wollen sie ihren Kindern Enttäuschungen und Probleme ersparen. Bei der Umsetzung schießen die überfürsorglichen Eltern dann allerdings über das Ziel hinaus. Den Eltern ist dabei meist nicht bewusst, dass sie ihrem Kind nichts Gutes tun, indem sie alle Entscheidungen treffen, schlechte Erfahrungen fernhalten und Konflikte mit anderen Kindern oder Autoritätspersonen lösen. Doch warum gibt es heutzutage immer mehr überbesorgte Eltern?

Gründe für die Zunahme von Helikopter-Eltern und der noch überfürsorglicheren Rasenmäher-Eltern sind unter anderem die Veränderungen in der Gesellschaft sowie Zukunftsängste. Der Druck auf die Eltern ist in den letzten Jahren und Jahrzehnten enorm gestiegen und sowohl die Frühförderung als auch die Bildung nehmen einen immer höheren Stellenwert in der Kindererziehung ein. Die Eltern machen sich teilweise schon vor dem Schulbeginn Gedanken darüber, wie die Kinder frühzeitig gefördert werden können, damit diese später im Beruf oder im Studium erfolgreich sind.

Rasenmäher Eltern Auswirkungen Kinder

Auch der Trend zur Kleinfamilie hat Auswirkungen auf die Art der Erziehung und den Hang zur Überfürsorge. Heutzutage bekommen viele Paare nur noch ein Kind, weshalb die klassische Familienkonstellation Vater, Mutter, Kind häufiger zu sehen ist als eine Familie mit mehreren Kindern. Dies führt automatisch dazu, dass viele Eltern ihrem Kind die volle Aufmerksamkeit schenken, es keine Sekunde aus den Augen lassen und die Tochter oder den Sohn zu sehr verwöhnen und stets von Gefahren fernhalten wollen.

Weitere Gründe für die Zunahme von Rasenmäher-Eltern sind unter anderem:

  • Alter der Eltern
  • Leben in der Stadt
  • Kein Vertrauen in das deutsche Schulsystem
  • Kind benötigt besondere Fürsorge (Frühgeburt, Krankheiten bei der Geburt, etc.)
  • Angst vor Gefahren, Ausgrenzung oder einem Scheitern
  • Schlechte Erfahrungen in der eigenen Kindheit oder Schulzeit

Auswirkungen auf die Kinder

Rasenmäher-Eltern haben das starke Verlangen, ihr Kind vor Enttäuschungen, schlechten Erfahrungen, Ungerechtigkeiten und Niederlagen zu bewahren. Doch all diese Erfahrungen gehören nun einmal zum Leben dazu und müssen dementsprechend selbst gesammelt werden, um aus Fehlern zu lernen und diese beim nächsten Mal nicht mehr zu wiederholen.

Die übertriebene Fürsorge hat somit negative Auswirkungen auf die persönliche Entwicklung, den schulischen Bereich sowie auf das soziale Umfeld des Kindes. Dabei sind sich die meisten Eltern der Konsequenzen ihres Handelns gar nicht richtig bewusst und sind vielmehr der festen Überzeugung, das Richtige für ihr Kind zu tun.

Im Folgenden haben wir euch die negativen Auswirkungen dieses Erziehungsstils zusammengefasst:

Schulischer Bereich

Was bereits in der Kita, dem Kindergarten oder auf dem Spielplatz beginnt, setzt sich in den meisten Fällen in der Schule fort: Für Rasenmäher-Eltern stellen gute Noten die Basis für die Karrierechancen ihres Kindes dar. Aus diesem Grund werden bereits in der Grundschule die Hausaufgaben zum Teil komplett für den Nachwuchs oder zumindest in enger Zusammenarbeit erledigt. Natürlich ist es förderlich und auch löblich, die Hausaufgaben des Kindes zu kontrollieren und diese gegebenenfalls zu verbessern, dennoch sollten Kinder versuchen, die gestellten Aufgaben zuerst ohne elterliche Hilfe zu lösen.

Rasenmäher-Eltern Kinder Schule

Weder die Eltern noch die Kinder haben etwas davon, wenn die Hausaufgaben fehlerfrei abgegeben werden, die Noten bei einer Klausur jedoch alles andere als glänzen. Rasenmäher-Eltern schieben die Schuld dann meist auf die Lehrer und wollen nicht einsehen, dass das Kind bereits bei seinen Hausaufgaben Schwierigkeiten hatte. In einigen Fällen geht es sogar so weit, dass die Eltern den Lehrern oder der Schule mit juristischen Schritten drohen, sollten sie die Noten ihres Kindes als ungerechtfertigt empfinden.

Auf diese Weise leidet natürlich auch die Beziehung zwischen dem Schüler und dem Lehrer, aber vor allem unter den Mitschülern ist ein solches Verhalten häufig Grund für Mobbing, auch wenn das Kind natürlich nichts dafür kann. Die betroffenen Kinder gelangen in eine Außenseiterrolle und ziehen sich immer mehr aus der Klassengemeinschaft zurück, was dazu führen kann, dass das Selbstbewusstsein stark leidet und die Kinder sich nicht trauen, ihre Meinung zu sagen oder sich zu wehren.

Auch interessantLeseschwäche bei Kindern richtig erkennen: Alle Tipps zur gezielten Förderung!

Auf der anderen Seite kann es passieren, dass das Kind der Rasenmäher-Eltern ein aggressives Verhalten gegenüber seinen Mitschülern an den Tag legt. Dieses Verhalten ist in erster Linie darauf zurückzuführen, dass den Kindern häufig eine Führungsstellung sowie eine unrealistische Anspruchshaltung anerzogen wird. Zudem stehen die überbehüteten Kinder bei ihren Eltern stets im Mittelpunkt und bekommen oft jeden Wunsch von den Augen abgelesen. Somit fällt es den Kindern häufig schwer, sich in die Klasse einzufügen und sich nicht als wichtigste Person zu sehen.

Probleme Freundschaften zu schließen

Untersuchungen zufolge haben überbehütete Kinder vermehrt Schwierigkeiten damit, ihre Gefühle zu kontrollieren, was wiederum zu Problemen im sozialen Umfeld und in einer Gruppe führt. Die Kinder haben schlicht und ergreifend nicht gelernt, selbst mit kleinen Auseinandersetzungen oder Streitereien umzugehen und es fällt ihnen somit schwerer, Freundschaften zu schließen und einen Platz in der Gemeinschaft zu finden. Zudem wird der Fehler meist bei den anderen Personen gesucht, was sowohl ein harmonisches Miteinander als auch soziale Kontakte erschwert. Sind die Kinder älter, ist häufig auch die Beziehung und die Bindung zu den Eltern beeinträchtigt oder gar geschwächt.

Unselbstständigkeit wird gefördert

Da Rasenmäher-Eltern alle Probleme von ihren Kindern fernhalten, lernen diese nicht, Konflikte selbst zu lösen oder Aufgaben ohne Hilfe zu bewältigen. Dies führt dazu, dass die Kinder im späteren Leben von Herausforderungen oder dem Treffen von Entscheidungen überfordert sind, demzufolge Fehlentscheidungen treffen oder gar in Panik geraten. Gleichzeitig räumen die Eltern alle Hindernisse aus dem Weg, sodass die Kinder gar nicht erst Fehler machen und eigene Lebenserfahrung sammeln können.

Doch nur, indem Kinder falsche Entscheidungen treffen und auch mal an gewissen Dingen scheitern, lernen sie fürs Leben und können es beim nächsten Mal anders machen und zugleich eigenverantwortlich handeln. Erledigen die Eltern hingegen alle Aufgaben, beseitigen Konflikte und bügeln jeden Fehler aus, wird den Kindern von Geburt an vermittelt, dass kein Aufwand nötig ist, um etwas zu erreichen.

Entscheidungen fallen schwer

Rasenmäher-Eltern treffen Entscheidungen für ihre Kinder und wollen ihnen auf diesem Wege das Leben erleichtern. Allerdings ist das Gegenteil der Fall, denn die Kinder lernen nicht, dass es wichtig ist, selbst Entscheidungen zu treffen, um den Alltag zu meistern. Die Gefahr ist groß, dass später im Studium, im Beruf oder im Privatleben vorschnell aufgegeben und alles hingeschmissen wird, da die Kinder unfähig sind, sich zu entscheiden und somit auch keine Lösung finden können.

Gefühl von Unfähigkeit

Indem Eltern alles organisieren, regeln sowie jegliche Handlungen und Schritte kontrollieren, bekommen die Kinder häufig das Gefühl, es nicht selbst zu können. Neben der wachsenden Unsicherheit kommt zudem ein Gefühl von Unfähigkeit hinzu, welches das Selbstbewusstsein und das Selbstwertgefühl mindern. Den Kindern wird durch die Überfürsorge der Eltern unbewusst vermittelt, dass diese nicht in der Lage sind, Probleme und Konflikte selbstständig zu lösen.

Panik und Versagensängste

Die Kinder bekommen nicht beigebracht, Probleme selbstständig zu lösen und somit lernen sie nicht die wichtige Lektion, dass es immer eine Lösung gibt. Indem Eltern ihre Kinder stets vor Misserfolgen oder Auseinandersetzungen bewahren, werden diese nicht auf die Herausforderungen, die das Leben nun mal für alle Menschen bereithält, vorbereitet. Das Ergebnis ist, dass die Kinder im Jugend- oder Erwachsenenalter vermehrt mit Panik und Versagensängsten zu tun haben, schneller aufgeben oder sich den Problemen komplett entziehen und abschalten. Zudem besteht die Gefahr, dass später häufiger Bewältigungsmechanismen, wie Sucht oder Schuldzuweisungen, zum Einsatz kommen.

Keine Motivation

Überbehüteten Kindern fällt es im Leben oft schwer, sich für Dinge oder Aktivitäten zu motivieren, da die Eltern in der Vergangenheit den Weg vorgegeben, Konflikte gelöst und zudem alle Entscheidungen getroffen haben. Durch den fehlenden Antrieb in der Kindheit kommt es im späteren Leben somit häufig zu einer gewissen Motivationslosigkeit.

Wertvolle Erziehungstipps für übervorsichtige Eltern

Ihr sorgt euch sehr um die Zukunft eures Kindes? Habt Angst, dass euer Kind nicht mit Enttäuschungen oder schlechten Noten umgehen kann? Seid in Sorge, dass euer Kind mit Konflikten oder Streitigkeiten überfordert ist? In einem gewissen Maße sind diese Bedenken völlig normal und natürlich steht das Kind bei den meisten Eltern an erster Stelle und so soll es ja auch sein. Dennoch darf nicht vergessen werden, dass Kinder unbedingt ihre eigenen Erfahrungen sammeln und auch falsche Entscheidungen treffen müssen. Genauso wichtig ist es, dass Kinder keine Konflikte scheuen und diese selbst klären können. Auf diesem Wege können sich Kinder zu selbstständigen, selbstbewussten und empathischen Erwachsenen entwickeln.

Wir haben euch wertvolle Erziehungstipps zusammengestellt, die euch mitunter dabei helfen sollen, eurem Kind mehr zuzutrauen:

Eigene Entscheidungen sind wichtig für die Persönlichkeit

Eltern wollen ihr Kind natürlich vor Enttäuschungen bewahren, doch diese gehören genauso zum Leben dazu, wie hin und wieder falsche Entscheidungen zu treffen. Das ist ein ganz normaler Prozess und gehört zum Erwachsenwerden und zur Bildung einer eigenen Persönlichkeit dazu.

Konflikte sind Teil des Lebens

Für Kinder ist es wichtig, Konflikte und Streitereien, sei es im Kindergarten, auf dem Spielplatz oder in der Schule, selbst lösen zu können. Denn das Lösen von Konflikten stellt einen Meilenstein auf dem Weg zum Erwachsenwerden dar und ist im gesamten weiteren Leben von größter Wichtigkeit. Indem Eltern alle Probleme lösen und sich selbst bei kleineren Streitereien einmischen, nehmen sie ihrem Kind die Verantwortung ab. Konflikte, Fehltritte sowie negative Erfahrungen sind jedoch überaus wichtig für die Persönlichkeit und die Entwicklung.

Lernen Kinder in jungen Jahren nicht mit Konflikten oder schwierigen Situationen umzugehen, führt dies später zu Problemen im Privat- als auch im Berufsleben. Werden Probleme oder Konflikte hingegen selbst in Angriff genommen und gelöst, stärkt dies das Selbstwertgefühl des Kindes ungemein. Wichtig ist außerdem, dass ihr eurem Kind nach einer falsch getroffenen Entscheidung nicht das Gefühl gebt, versagt zu haben. Verständnis, familiärer Zusammenhalt und Ratschläge für das nächste Mal sind hingegen angebracht.

Selbstständigkeit fördern

Indem Eltern alle Entscheidungen treffen, Streitereien und Konflikte mit anderen Kindern klären oder die Hausaufgaben übernehmen, tun sie ihrem Kind nichts Gutes. Im Gegenteil, denn sowohl die Eigenverantwortung als auch die Selbstständigkeit leiden enorm unter dem Verhalten der Eltern. Die Kinder bekommen auf diesem Wege vermittelt, dass kein Aufwand nötig ist, um Ziele erreichen zu können. Gleichzeitig treten Disziplin, Fleiß sowie Zielstrebigkeit häufig in den Hintergrund und es kann keine eigene Lebenserfahrung gesammelt werden, was spätestens im Erwachsenenalter zu großen Problemen führen kann.

Leistungsdruck minimieren

„Ein Kind muss sein Abitur machen und ein Studium absolvieren, um überhaupt einen richtigen Beruf zu finden und erfolgreich zu sein.“ Diese Aussage hört man immer häufiger, was den Leistungsdruck auf die Kinder natürlich enorm erhöht. Einige Eltern haben deshalb große Angst, dass ihr Kind dem schulischen Druck nicht gewachsen ist und schlechte Noten nicht verkraften kann. Indem ihr jedoch zu hohe Erwartungen habt, bekommt euer Kind das Gefühl, nichts richtig machen zu können, woraus Versagensängste entstehen.

Wichtig ist, dass ihr eurem Kind und vor allem euch selbst vor Augen führt, dass Noten nicht alles im Leben sind und schlechte Zensuren nicht das Ende der Welt bedeuten. Natürlich könnt ihr gemeinsam lernen oder einen Blick über die Hausaufgaben werfen, traut eurem Kind jedoch zu, die Aufgaben auch ohne eure Hilfe lösen zu können und bietet eure Hilfe nur an, wenn diese ausdrücklich erwünscht ist. Auf diesem Wege stärkt ihr das Selbstvertrauen eures Kindes und ihr bekräftigt es darin, Schwierigkeiten oder Probleme allein lösen zu können.

Kontrolle ist gut, Vertrauen ist besser

Getreu diesem Motto ist es wichtig, dass ihr eurem Kind Vertrauen schenkt und ihm gewisse Dinge zutraut. Anstatt euer Kind permanent zu kontrollieren und euch in Entscheidungen einzumischen, solltet ihr eure eigenen Ängste überwinden und eurem Kind Freiraum gewähren. Indem ihr euer Kind loslasst und ihm eigene Entscheidungen zutraut, stärkt ihr sowohl die Selbstständigkeit als auch das Selbstbewusstsein nachhaltig. Macht euch selbst bewusst, dass Fehler, Frustration und ein gelegentliches Scheitern zum Leben dazugehören und übt euch in Zurückhaltung. Es ist nicht nötig, eurem Kind permanent hinterherzulaufen und auszufragen, ob es bereits dieses und jenes erledigt hat. Nur mit eurem Vertrauen lernt euer Kind, Verantwortung zu übernehmen.

Guter Tipp:
Vermittelt eurem Kind, dass es keine Schande ist, Fehler zu machen oder eine falsche Entscheidung zu treffen. Nur so ist gewährleistet, dass euer Kind im weiteren Leben mit Misserfolgen oder negativen Erfahrungen zurechtkommt.

Gegenteil der Rasenmäher-Eltern

Wohingegen Rasenmäher- und Helikopter-Eltern unter die Kategorie überfürsorgliche Eltern fallen, handelt es sich bei U-Boot-Eltern oder Rabeneltern um das genaue Gegenteil. U-Boot-Eltern zeichnen sich in erster Linie dadurch aus, dass sie ihrem Kind nicht zur Seite stehen und diesem erst im letzten Augenblick helfen. Der Begriff Rabeneltern bezeichnet Eltern, die sich nur unzureichend um ihren Nachwuchs kümmern und diesen sogar vernachlässigen. Eltern dieser Kategorie ist es egal, ob ihr Kind Freunde hat, wie es in der Schule abschneidet und was es in seiner Freizeit anstellt.

Zusammenfassung zum Thema Rasenmäher-Eltern

Rasenmäher-Eltern wollen die Kontrolle über das Leben ihres Kindes haben und mähen alle Hindernisse oder Konflikte aus Überfürsorge nieder, bevor diese zum Problem werden könnten. Dabei sind die Eltern mittendrin im Geschehen und mischen sich sowohl im sozialen als auch später im schulischen Bereich in die Angelegenheiten ihres Kindes ein. Selbst die Hausaufgaben werden zum Teil für die Kinder erledigt, um diese vor einer schlechten Bewertung des Lehrers oder vor Misserfolg zu bewahren.

Was durchaus gut gemeint ist, hat allerdings negative Auswirkungen auf die Kinder. Durch die permanente Kontrolle, die Überfürsorge und die hohen Erwartungshaltungen seitens der Eltern lernen die Kinder nicht, dass Fehlentscheidungen, negative Erfahrungen und das selbstständige Lösen von Konflikten zum Leben dazugehören. Das Ergebnis ist unter anderem, dass die Kinder häufig unselbstständig sind, kein Selbstvertrauen besitzen und sich keine Fehler eingestehen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.