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Leseschwäche bei Kindern richtig erkennen: Alle Tipps zur gezielten Förderung!

Kind Leseschwäche

Warum tut sich mein Kind so viel schwerer beim Lesen und Schreiben als andere Kinder? Hinter Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben kann eine sogenannte Lese-Rechtschreibschwäche (LRS) stecken. Wird die Leseschwäche jedoch frühzeitig erkannt, kann betroffenen Kindern durch eine gezielte Förderung geholfen werden.

In diesem Artikel erfahrt ihr unter anderem, welche Anzeichen bei einer Lese-Rechtschreibschwäche (LRS) auftreten und wie Eltern diese erkennen können. Zudem stellen wir euch Tipps und Übungen zur gezielten Förderung eures Kindes vor, um die Leseschwäche zu mindern und positiv zu beeinflussen.

Definition der Leseschwäche

In den meisten Fällen tritt eine Leseschwäche, welche auch unter dem Begriff Dyslexie bekannt ist, bei Kindern in Form einer sogenannten Lese-Rechtschreibschwäche (LRS) auf. Das Hauptmerkmal dieser Störung ist die Beeinträchtigung in der Entwicklung der Lesefähigkeit, welche sich insbesondere durch Schwierigkeiten beim Leseverständnis und durch einen verlangsamten Lesefluss widerspiegelt. Gleichzeitig haben betroffene Kinder oft Defizite, wenn es darum geht, geschriebene Worte wiederzuerkennen oder diese vorzulesen.

Laut dem internationalen Klassifikationsschema ICD-10 der Weltgesundheitsorganisation (WHO) handelt es sich um eine Lese-Rechtschreibschwäche, sofern die Auffälligkeiten und Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben nicht auf folgende Kriterien zurückgeführt werden können:

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  • Unterdurchschnittlicher Intelligenzquotient (IQ)
  • Psychische Erkrankung
  • Erkrankungen am Gehirn
  • Entwicklungsalter
  • Fehlende oder mangelnde Beschulung (unter anderem durch Orts- oder Schulwechsel)

Obwohl eine Lese-Rechtschreibschwäche oder Dyslexie häufig mit einer Legasthenie gleichgesetzt wird, beziehungsweise eine Differenzierung dieser Begriffe im deutschsprachigen Raum nur selten vorgenommen wird, gibt es einen gravierenden Unterschied: So ist eine Legasthenie eine genbedingte und somit vererbbare Problematik, wohingegen eine Lese-Rechtschreibschwäche eine erworbene Schwäche darstellt.

Lese-Rechtschreibschwäche erkennen

Für Kinder ist die Schrift im Prinzip ein „Code“, der zu Beginn noch unverständlich ist und aus komplizierten sowie unbekannten Symbolen und Zeichen besteht. Im ersten Schuljahr wird den Kindern nach und nach beigebracht, diesen „Code“ zu entziffern und zu verstehen. Die Erstklässler lernen zuerst die Buchstaben kennen, bevor einzelne Wörter und einfache Sätze gelesen und geschrieben werden. Mit etwas Übung wird das Verständnis für die Buchstaben mit der Zeit nachhaltig verbessert und das Lesen wird immer flüssiger.

Liegt allerdings eine Leseschwäche vor, wird der Lernprozess deutlich erschwert, denn die Zeichen sowie Symbole können nicht richtig entziffert und die Wörter somit nur schwer gelesen werden. Die Kinder können die Buchstaben nicht als Wort erkennen und der Lesefluss innerhalb eines Wortes wird wiederholt unterbrochen. Dies hat zur Folge, dass der Inhalt von Texten nicht richtig verstanden und wiedergegeben werden kann. Gleichzeitig sind der Lesefluss sowie das Lesetempo verlangsamt und der gelesene Text wird nicht korrekt verstanden.

Zudem haben betroffene Kinder meist Probleme damit, Gehörtes richtig zu verstehen und die gehörten Informationen im Anschluss aufzuschreiben. Neben Schwierigkeiten beim Hören und Verstehen der Sprache haben die Kinder des Weiteren Probleme beim visuellen Erkennen von Symbolen. Oft haben betroffene Kinder zu Beginn ihres Leselernprozesses große Probleme damit, ähnliche Buchstabenformen zu unterscheiden sowie Schwierigkeiten mit der richtigen Zuordnung von Buchstaben und gesprochenen Lauten.

Kommen neben der Leseschwäche auch noch Schwierigkeiten bei der Rechtschreibung hinzu, leidet das Kind höchstwahrscheinlich an einer Lese-Rechtschreibschwäche (LRS). Beim Schreiben von Diktaten oder eigenen Texten werden dann häufig Buchstaben oder ganze Teile eines Wortes weggelassen, vertauscht oder Wörter komplett vergessen. Dabei haben die vielen Rechtschreibfehler und die eingeschränkte Lesefähigkeit negative Folgen auf das Selbstwertgefühl und die Kinder verlieren zudem die Lust und Freude am Lesen.

Gut zu wissen:
Etwa jedes 20. Kind in Deutschland leidet unter einer Lese-Rechtschreibschwäche, was bedeutet, dass mindestens 1 Schulkind pro Klasse trotz durchschnittlicher Intelligenz zum Teil enorme Defizite in Sachen Lesen und Schreiben aufweist. Dabei wurde festgestellt, dass Jungen dreimal mehr betroffen sind als Mädchen.

Symptome einer Lese-Rechtschreibschwäche

Kinder können durch das Lesen in eine andere Welt abtauchen, Abenteuer erleben und Neues erlernen. Leiden Kinder allerdings unter einer Leseschwäche, bleibt ihnen diese spannende Welt verschlossen. Hinzu kommt, dass betroffene Kinder natürlich die Lust am Lesen verlieren und oft sogar Angst davor haben, in der Klasse vorlesen zu müssen. Zudem leiden nicht nur das Selbstbewusstsein und das Selbstwertgefühl, sondern auch die Leistungen in der Schule.

Doch wie können Eltern eine Lese-Rechtschreibschwäche bei ihrem Kind überhaupt erkennen? Oft deuten bereits Schwierigkeiten beim Lesenlernen in der ersten Klasse auf eine Leseschwäche hin: So lesen betroffene Kinder in den meisten Fällen sehr langsam und sind beim Lesen gleichzeitig verunsichert. Zudem kommt es häufig vor, dass Wörter vorgelesen werden, die zwar vom Sinn her passend sind, jedoch gar nicht im Text vorkommen.

Laut dem Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie e. V. kann zwischen Anzeichen einer Leseschwäche sowie Anzeichen einer Schreibschwäche unterschieden werden. Wir haben euch sowohl die häufigsten Symptome einer Leseschwäche als auch die häufigsten Symptome einer Rechtschreibschwäche auf einen Blick zusammengefasst:

  • Symptome einer Leseschwäche
  • Vermehrtes Stocken beim Lesen eines Textes
  • Verlieren der Zeile beim Lesen
  • Langsame Lesegeschwindigkeit
  • Wörter, Silben und Buchstaben werden vertauscht, ausgelassen oder hinzugefügt
  • Der Inhalt des gelesenen Textes kann nur schwer oder gar nicht wiedergegeben werden
  • Der gelesene Text kann nicht sinngemäß wiedergegeben werden
  • Das Gelesene wird oft nicht verstanden

Symptome einer Rechtschreibschwäche

  • Hohe Fehleranzahl bei Diktaten
  • Abgeschriebene Texte weisen viele Rechtschreibfehler auf
  • Gleiche Wörter werden im selben Text mehrfach unterschiedlich falsch geschrieben
  • Grammatik und Zeichensetzung bereiten Probleme
  • Unleserliche Handschrift

Neben der Lese-Rechtschreibschwäche haben einige betroffene Kinder zudem Schwierigkeiten in Fächern, in welchen sowohl das Lesen als auch das Schreiben angewendet werden muss. Aus diesem Grund treten nicht selten auch Probleme in Fremdsprachen sowie bei mathematischen Textaufgaben auf. Versteht das Kind die Aufgabenstellung schlicht und ergreifend nicht, können die gestellten Aufgaben natürlich nicht gelöst werden. Wird die Lese-Rechtschreibschwäche nicht erkannt, hilft Nachhilfe in den anderen Fächern somit auch nur bedingt oder gar nicht.

Gut zu wissen:
Haben Kinder gravierende Schwierigkeiten bei den Grundrechenarten, liegt unter Umständen eine sogenannte Dyskalkulie vor. Von einer Dyskalkulie oder Rechenstörung wird gesprochen, wenn Kindern das Erlernen von Rechnen enorme Schwierigkeiten bereitet.

Rechtschreibschwäche ohne Leseschwäche

Lesen und Schreiben sind eng miteinander verbunden: Hat ein Kind Probleme beim Lesen, wird es sich meist auch beim Schreiben sowie beim Erkennen und Entziffern von Buchstaben und Wörtern schwertun. Aus diesem Grund ist es wenig verwunderlich, dass eine Leseschwäche bei Kindern in vielen Fällen mit einer Rechtschreibschwäche mit einhergeht. Doch dies ist nicht immer der Fall, denn es kann auch nur eine der beiden Fähigkeiten von der Schwäche betroffen sein. Somit kann sowohl eine Leseschwäche als auch eine Rechtschreibschwäche isoliert voneinander auftreten.

Junge Leseschwäche

Laut ICD-10 der Weltgesundheitsorganisation (WHO) liegt eine isolierte Rechtschreibstörung vor, wenn sich beispielsweise Leistungsdefizite beim Buchstabieren bemerkbar machen und sich Probleme bei der korrekten Wortschreibung zeigen. Dabei tritt diese Form unabhängig von der Lesefähigkeit des Kindes auf.

Anders als die isolierte Rechtschreibstörung wurde eine isolierte Leseschwäche noch nicht von der WHO definiert, allerdings besagen aktuelle Studien, dass diese bei etwa 3 bis 8 Prozent der Schulkinder vorliegt. Somit bedeutet eine isolierte Leseschwäche, dass einige Kinder Schwierigkeiten beim Lesen von Texten haben, jedoch keine zusätzliche Rechtschreibschwäche zu erkennen ist.

Ob bei eurem Kind eine kombinierte Lese-Rechtschreibschwäche, eine isolierte Leseschwäche oder eine isolierte Rechtschreibschwäche vorliegt, kann nur durch einen speziellen Test sicher festgestellt werden. Bei den durchgeführten Tests werden mitunter die sogenannten schriftsprachlichen Leistungen der Kinder geprüft. Wird hingegen lediglich die Rechtschreibung getestet, kann es passieren, dass eine isolierte Leseschwäche unerkannt bleibt. Das Gleiche gilt natürlich auch im umgekehrten Fall.

Mögliche Ursachen einer Lese-Rechtschreibschwäche

Warum tun sich manche Kinder so viel schwerer beim Lesen und Schreiben? Die genauen Ursachen einer Lese-Rechtschreibschwäche, einer Dyslexie sowie einer Legasthenie sind trotz zahlreicher Studien und Forschungen nach wie vor nicht eindeutig geklärt. Einige Studien gehen davon aus, dass die Genetik eine Rolle spielt und tatsächlich ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Kind an einer Lese-Rechtschreibschwäche leidet, erhöht, sollte ein Elternteil Legastheniker sein.

Andere Wissenschaftler hingen sehen die Ursachen einer Lese-Rechtschreibschwäche in Zusammenhang mit dem Aufbau der Augen. Allerdings muss hier angemerkt werden, dass in den wenigsten Fällen nur eine Ursache für die Entstehung von Problemen beim Lesen oder Schreiben verantwortlich gemacht werden kann. Somit spielen häufig mehrere Faktoren eine Rolle in der Entstehung einer Lese-Rechtschreibschwäche.

Laut dem Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie e. V. kann eine Lese-Rechtschreibschwäche auch von neurobiologischen Ursachen begünstigt werden. So zeigen Forschungsergebnisse, dass Kinder, welche später in der Schule eine Lese-Rechtschreibschwäche entwickeln, bereits in jungen Jahren Unterschiede in der Verarbeitung der Sprache aufweisen. Zudem scheint es bei Legasthenikern zu Störungen in der Verarbeitung von Tönen und Bildern durch das Gehirn zu kommen, was wiederum Auswirkungen auf die Lese- und Rechtschreibfähigkeiten hat.

Aufgrund dieser neurobiologischen Veränderungen kann es außerdem zu einer Beeinträchtigung im kognitiven Bereich kommen, was sowohl einen Einfluss auf das Arbeitsgedächtnis und die Aufmerksamkeit als auch auf die Wahrnehmung sowie Verarbeitung von visuellen und auditiven Reizen hat. Hinzu kommt, dass sich die neurobiologischen Veränderungen auf den Erwerb der Schriftsprache auswirken. Das bedeutet unter anderem, dass das Bewusstsein über die Laute in einer Sprache und über die Struktur der einzelnen Wörter sowie der Wortbildung beeinträchtigt werden können.

Letztendlich führt die akribische Suche nach der genauen Ursache jedoch nicht zum gewünschten Ziel. Viel wichtiger ist es, dass sich die Eltern schnell Hilfe suchen, sollten sie bei ihrem Kind Anzeichen einer Leseschwäche oder Probleme beim Schreiben bemerken. Denn eine frühzeitige Förderung hilft betroffenen Kindern, die Schwierigkeiten zu überwinden und die Lese-Rechtschreibschwäche positiv zu beeinflussen.

Gut zu wissen:
Mit mangelnder Intelligenz oder fehlender Begabung hat eine Lese-Rechtschreibschwäche nicht das Geringste zu tun. Ganz im Gegenteil, denn betroffene Kinder können in anderen Fächern, die nichts mit Lesen oder Schreiben zu tun haben, durchaus sehr gute Leistungen erzielen.

Diagnose einer Lese-Rechtschreibschwäche

Unter Umständen kann sich eine Lese-Rechtschreibschwäche bereits im Kindergarten bemerkbar machen, wenn das Kind beispielsweise Probleme beim Auswendiglernen von Liedtexten hat oder sich beim Finden von Reimwörtern schwertut. In den meisten Fällen wird eine Störung der Lese- und/oder Schreibfähigkeit jedoch erst in der ersten oder zweiten Klasse erkannt.

Je früher eine Lese-Rechtschreibschwäche allerdings bemerkt und therapiert wird, umso besser sind die Erfolgsaussichten. Zudem kann eine unbehandelte Leseschwäche dazu führen, dass betroffene Kinder später mit Ängsten, Unsicherheit und einem verminderten Selbstwertgefühl zu kämpfen haben.

Solltet ihr also eine Lese-Rechtschreibschwäche, beziehungsweise eine Dyslexie bei eurem Kind vermuten, solltet ihr so schnell wie möglich einen Kinderarzt zur Abklärung aufsuchen. Dabei wird der Kinderarzt unter anderem auf folgende Fragen eingehen:

  • Sind Fälle von Legasthenie, Dyslexie oder LSR in der Familie vorhanden?
  • Wie äußert sich die Leseschwäche?
  • Hat das Kind sowohl mit dem Lesen als auch dem Schreiben Probleme?
  • Wie steht es um die weitere kognitive und motorische Entwicklung des Kindes?
  • Hat das Kind bekannte psychische oder physische Erkrankungen?
  • Ist eine Lernmotivation vorhanden?

Im Anschluss führt der Kinderarzt verschiedene Tests durch, um auf Nummer sicher zu gehen, dass die Leseschwäche nicht auf anderen Erkrankungen beruht. Dabei wird neben einem Intelligenztest ein Seh- und Hörtest durchgeführt, um eine Seh- oder Hörschwäche ausschließen zu können. Des Weiteren soll ein EEG die Hirnströme des Kindes messen. Ziel dieser Messung ist, Klarheit über vorhandene funktionelle oder strukturelle Störungen des Gehirns zu bekommen. Anhand eines speziellen Dyslexie-Tests kann der Arzt außerdem die Lesefähigkeit des Kindes ermitteln und somit eine mögliche Leseschwäche feststellen.

Gut zu wissen:
Eine umfangreiche Diagnostik ist das A und O, um eine Lese-Rechtschreibschwäche erkennen und individuell therapieren zu können.

Übungen und Tipps zur Förderung

Eine Lese-Rechtschreibschwäche ist nicht heilbar und kann somit nicht vollständig behoben oder vorgebeugt werden. Allerdings kann eine frühzeitige sowie eine gezielte Förderung dabei helfen, die Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben zu mindern und den Verlauf durch spezielle Übungen positiv zu beeinflussen. Das heißt, dass betroffene Kinder nicht für immer unter dem Ausmaß ihrer Lese- und/oder Rechtschreibschwäche leiden müssen.

Wichtig ist, dass Eltern regelmäßig mit ihrem Kind Lesen und Schreiben üben, denn nur so können auf langfristige Sicht Erfolge erzielt werden. Dabei bietet es sich unter anderem an, den entsprechenden Text leise mitzulesen, um dem Kind bei besonders schwierigen Stellen zu helfen. In diesem Zuge ist auch von dem sogenannten „Paired Reading“ die Sprache. Seid zudem stets ein Vorbild und vermittelt eurem Kind, dass Lesen durchaus Spaß macht und interessant sein kann.

Des Weiteren haben sich Lesepfeile sowie Lesestreifen bei einer Leseschwäche bewährt, denn diese können ein Verrutschen im Text vorbeugen und gleichzeitig visuellen Stress reduzieren. Auch spezielle Lernsoftware für Legastheniker und Kinder mit einer Lese-Rechtschreibschwäche eignen sich durch unterschiedliche Übungsschwerpunkte ausgesprochen gut, um Fehler zu ermitteln und diese im Anschluss zu üben.

Weitere hilfreiche Tipps:

  • Druckschrift lässt sich leichter lesen als Schreibschrift
  • Lesen mit Lautgebärden kann das Gefühl für die Sprache fördern
  • Lautgetreues Lesematerial beim Üben einsetzen

Das A und O ist, dass ihr euer Kind beim Üben nicht überfordert, denn dies schafft nur unnötigen Frust und Stress. Stattdessen solltet ihr eurem Kind Geduld, Verständnis und stets ein offenes Ohr entgegenbringen. Durch den Rückhalt der Eltern fühlen sich Kinder verstanden und geborgen, was wiederum das Selbstwertgefühl steigert.

Damit ihr euer Kind unterstützen könnt, haben wir hilfreiche Tipps für euch zusammengefasst:

Aufklärung: Informiert euer Kind, um was es sich bei einer Lese-Rechtschreibschwäche handelt und welche Folgen daraus resultieren können. Macht eurem Kind zudem bewusst, dass Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben nichts mit der Intelligenz oder der Begabung zu tun hat und viele Menschen von einer Lese-Rechtschreibschwäche betroffen sind.

Keinen Druck ausüben: Um euer Kind nicht zu überfordern, solltet ihr bei den Hausaufgaben und beim Lernen keinen Druck ausüben und die Lern-Rechtschreibschwäche nicht zum Hauptthema in der Familie werden lassen. Sorgt hingegen für eine entspannte sowie unbelastete Atmosphäre beim Lernen und Üben.

Hilfe suchen und annehmen: Fühlt ihr euch mit der Situation überfordert, solltet ihr Hilfe von Legasthenie-Therapeuten oder anderen Fachleuten suchen. Zudem ist es wichtig, dass ihr euch mit dem Therapeuten sowie den Lehrkräften über die Details des Vorgehens abstimmt.

Weitere Therapiemöglichkeiten

Sollten sich die Fähigkeiten beim Lesen und Schreiben trotz der regelmäßigen Übungen mit euch nicht verbessern oder ihr an eure Grenzen stoßen, empfiehlt es sich, externe Unterstützung in Sachen individueller und außerschulischer Förderung zu holen. Der Kinderarzt oder die Schule eures Kindes wird euch bei der Suche nach einer qualifizierten Fachkraft aus dem Bereich Pädagogik oder Psychologie behilflich sein und gegebenenfalls einen Kontakt herstellen.

Gut zu wissen:
In der Regel werden die Kosten für eine Behandlung, beziehungsweise Förderung im Falle einer Lese-Rechtschreibschwäche nicht von den Krankenkassen übernommen und müssen aus der eigenen Tasche bezahlt werden.

Wurde die Lese-Rechtschreibschwäche ärztlich bestätigt, sollte außerdem das soziale Umfeld des Kindes, zu welchem mitunter die Schule, die Lehrer, die Mitschüler sowie nahestehende Verwandte und Bekannte gehören, informiert werden. So können den betroffenen Kindern der oft sehr belastende Druck, die Selbstzweifel und die Versagensängste genommen werden. Zudem kann ein sogenannter Nachteilsausgleich in der Schule eine durchaus sinnvolle Maßnahme für betroffene Kinder darstellen.

Ein Nachteilsausgleich kann von Eltern beim Kultusministerium beantragt werden und hat zum Ziel, Kinder mit einer Leseschwäche vor weiteren Enttäuschungen und schulischem Druck zu bewahren. Dies geschieht in erster Linie dadurch, dass sowohl das Lesen als auch das Schreiben anders bewertet und benotet werden. Wird der Nachteilsausgleich genehmigt, müssen betroffene Kinder beispielsweise nicht mehr laut vorlesen und können ihre Noten verbessern. Um den Nachteilsausgleich beantragen zu können, muss dem zuständigen Schulpsychologen das ärztliche Attest vorgelegt werden.

Bitte beachten:
Einige Kinder leiden sehr unter ihrer Lese-Rechtschreibschwäche, was sich wiederum mit schlimmen Schul- sowie Versagensängsten äußern kann. In diesem Fall solltet ihr mit eurem Kind einen Kinderpsychologen aufsuchen, um das Selbstwertgefühl wieder herzustellen und die seelische Stabilität zu fördern.

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