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Demokratischer Erziehungsstil: Vorteile und Folgen des Erziehungsstils auf Augenhöhe

Demokratischer Erziehungsstil

Mitbestimmung, Gleichberechtigung sowie eine Erziehung auf Augenhöhe sind die Hauptmerkmale des demokratischen Erziehungsstils, der heutzutage weit verbreitet ist. Doch welche Vorteile verspricht diese Form der Kindererziehung und birgt der demokratische Erziehungsstil auch Nachteile für das Kind?

In diesem Artikel informieren wir euch sowohl über die Vor- und Nachteile als auch über die möglichen Folgen des Erziehungsstils. Zudem gehen wir näher darauf ein, warum der demokratische Erziehungsstil bei Eltern so beliebt ist und wir haben einige hilfreiche Tipps in Sachen Erziehung für euch zusammengestellt.

Was ist der demokratische Erziehungsstil?

Zurückgeführt werden kann der demokratische Erziehungsstil auf den deutsch-amerikanischen Psychologen Kurt Lewin (1890 – 1947), der bis heute als einer der erfolgreichsten und einflussreichsten Pioniere in der Psychologie gilt und Mitbegründer der Erziehungsstilforschung war. Gemeinsam mit zwei Kollegen formulierte Lewin in den späten 1930er Jahren seine Theorie über die drei großen Erziehungs- und Führungsstile: Laissez-faire, autoritär sowie demokratisch. Die Klassifikation dieser drei Erziehungsstile basierte dabei auf sozialwissenschaftlichen Experimenten.

Wie der Name schon vermuten lässt, sollen Kinder im Zuge des demokratischen Erziehungsstils lernen, gemeinsam mit den Eltern, der gesamten Kindergartengruppe oder der Schulklasse Entscheidungen zu treffen. Eltern ziehen ihre Kinder hierfür in alle wichtigen Entscheidungen ein und setzen in der Erziehung auf die Mitbestimmung. Dabei geben die Eltern zwar eine gewisse Richtung sowie Orientierungspunkte vor, allerdings können die Kinder stets ihre eigenen Ideen und Vorschläge äußern. Indem die Wünsche und Bedürfnisse der Kinder berücksichtigt werden, soll die Kreativität, die Eigeninitiative, die Eigenaktivität sowie die Selbstständigkeit und Unabhängigkeit nachhaltig gefördert werden.

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Es existieren zudem klare Regeln und Grenzen, an diese sich die Kinder halten müssen, dennoch soll die freie Entwicklung nicht beeinträchtigt und somit gefährdet werden. Um dies zu gewährleisten, dienen die gesetzten Regeln lediglich als eine Art Rahmen, in welchem sich die Kinder im Großen und Ganzen frei bewegen können. Im Gegenzug erhalten die Kinder im Zuge der demokratischen Erziehung Vorschläge und Hilfestellungen von den Eltern, die wiederum als wichtige Orientierungspunkte dienen.

Demokratische Erziehung

Demokratisch erzogene Kinder profitieren somit von einem ausgewogenen Verhältnis zwischen elterlicher Autorität und gewissen Freiheiten. Je älter das Kind dabei ist, umso mehr kann es seine Ideen und Anregungen in die gemeinschaftlichen Entscheidungen einfließen lassen. Bei jüngeren Kindern ist es hingegen wichtig, deren Wünsche sowie Bedürfnisse ernst zu nehmen und stets verständnisvoll zu reagieren.

Gut zu wissen:
Mitbestimmung der Kinder ist der Grundgedanke des demokratischen Erziehungsstils. Doch trotz des umfassenden Mitbestimmungsrechts haben die Eltern bei Entscheidungen das letzte Wort.

Merkmale und Ziele des demokratischen Erziehungsstils

Zwar ist lediglich eine flache hierarchische Struktur vorgesehen, dennoch ist die demokratische Erziehungsform von unterschiedlichen Rechten und Pflichten gekennzeichnet, an welche sich Eltern und Kinder halten müssen. Die Eltern bringen ihren Kindern dabei stets Einfühlungsvermögen und Zuneigung entgegen. Da die Wertschätzung jedoch auf Gegenseitigkeit beruht, müssen auch die Kinder Verständnis und Einsicht gegenüber ihren Eltern aufbringen.

Obwohl die Kinder in wichtige Entscheidungen einbezogen werden und in vielen Dingen mitbestimmen dürfen, gehört nichtsdestotrotz eine feste Grundstruktur zu den wichtigsten Merkmalen der demokratischen Erziehung hinzu. Dies bedeutet unter anderem, dass gewisse Regeln sowohl für die Eltern als auch für die Kinder gelten und ohne Diskussionen eingehalten werden müssen. In diesem Punkt unterscheidet sich die demokratische Erziehung stark vom antiautoritären Erziehungsstil, bei welchem die Kinder jegliche Freiheiten besitzen.

Eine der wichtigsten Grundregeln beim demokratischen Erziehungsstil ist, dass die eigene Freiheit dort endet, wo die Freiheit anderer Personen eingeschränkt wird. Zudem müssen die Kinder Regeln einhalten, die zum Wohl ihrer Gesundheit aufgestellt wurden. Als Beispiele hierfür gelten: Bei Rot wird nicht über die Ampel gegangen oder ohne Aufsicht eines Elternteils muss das Kind beim Spielen in Sichtweite bleiben. Generell gilt jedoch, dass Diskussionen stattfinden, um sowohl den Kindern als auch den Eltern die Möglichkeit zu geben, ihren Standpunkt zu vertreten. Die aufgestellten Regeln dürfen von den Kindern hinterfragt werden und die Eltern sind außerdem dazu bereit, alternative Lösungen anzubieten und über diese zu diskutieren.

Das Eltern-Kind-Verhältnis ist neben Offenheit auch von Zuneigung, Fürsorge und liebevoller Zuwendung geprägt. Stehen bestimmte Ereignisse an, teilen Eltern diese frühzeitig mit, damit sich die Kinder auf die neue Situation einstellen können. Zudem besteht ein hohes Maß an Akzeptanz, was wiederum beim gemeinsamen Aufstellen von Regeln von großem Vorteil ist. Trotz der aktiven Mitbestimmung des Kindes, haben die Eltern allerdings das letzte Wort in Sachen Entscheidungen.

Nachfolgend haben wir euch die wichtigsten Merkmale zusammengefasst:

  • Flache hierarchische Struktur
  • Feste Regeln und Grenzen, die konsequent eingehalten werden müssen
  • Kinder werden mit ihrer Meinung einbezogen, finale Entscheidungen werden letztendlich von den Eltern getroffen
  • Eltern geben ihren Kindern wichtige Orientierungspunkte vor und schaffen dadurch einen „sicheren Hafen“
  • Konflikte werden gemeinsam besprochen und gelöst
  • Erziehung erfolgt ohne Befehle und ohne Bestrafungen, sieht jedoch Einschränkungen vor
  • Gewisse Regeln werden vorgegeben, allerdings dürfen diese hinterfragt werden
  • Meinungen von Eltern und Kindern sind gleichbedeutend
  • Wünsche, Bedürfnisse und Emotionen der Kinder werden ernst genommen
  • Eltern geben ihren Kindern ein stabiles Umfeld sowie familiären Rückhalt
  • Alternative Lösungen oder Vorschläge können untereinander diskutiert werden
  • Innerhalb eines vorgegebenen Rahmens können die Kinder selbst Entscheidungen treffen
  • Kritik am Kind ist nie persönlich, sondern erfolgt stets wertschätzend sowie konstruktiv
  • Eltern geben Anregungen, Hilfestellungen und unterbreiten ihren Kindern Vorschläge
  • Kinder werden von den Eltern unterstützt und ermutigt

Ein Hauptziel der demokratischen Erziehung ist, dass die Kinder zur Selbstständigkeit und Unabhängigkeit erzogen werden und diese zudem nachhaltig gefördert werden. Wichtig bei der demokratischen Erziehung ist jedoch, die Regeln, Vorschriften sowie Grenzen möglichst transparent zu halten, damit das Kind diese nachvollziehen und besser umsetzen kann. Somit stellt die Transparenz einen wichtigen Grundpfeiler in der demokratischen Erziehung dar. Des Weiteren lernen die Kinder, für ihre Ziele und Wünsche einzutreten und Verantwortung zu übernehmen. Zudem sind sowohl die Selbstständigkeit als auch die Eigeninitiative der Kinder weitere wichtige Ziele der demokratischen Erziehungsmethode.

Gut zu wissen:
Der demokratische Erziehungsstil ist von festen Grundstrukturen in Kombination mit gemeinschaftlicher Entscheidungen geprägt. Bestrafungen sind bei der demokratischen Erziehung allerdings nicht vorgesehen.

Beispiele aus dem Alltag

Im Rahmen der demokratischen Erziehung suchen Eltern gemeinsam mit ihren Kindern Lösungen für Probleme. Hat ein Kind zum Beispiel Schwierigkeiten in der Schule und bringt schlechte Noten mit nach Hause, setzen sich beide Parteien an einen Tisch und ziehen verschiedene Lösungsansätze in Betracht. Bestrafungen für schlechte Noten oder ein anderes Fehlverhalten sind hingegen fehl am Platz. Allerdings müssen die Kinder im Zuge der demokratischen Erziehung lernen, andere Meinungen zu akzeptieren. Generell werden bestimmte Grundregeln im familiären Alltag miteinander festgelegt, wobei die Kinder ihre Meinung äußern und eigene Ideen einbringen können.

Demokratisch Erziehung Bild

Nicht verhandelbar ist unter anderem das Wahrnehmen der Schulpflicht oder die Tatsache, dass Kinder nicht mit fremden Personen mitgehen oder bei Rot über die Straße gehen. Ein weiteres Beispiel aus dem Alltag ist, dass Kinder gemeinsam mit ihren Eltern besprechen, was es zum Mittagessen gibt. So können Eltern ihren Kindern bereits im jungen Alter eine gesunde und ausgewogene Ernährungsweise sowie Kompromissbereitschaft näher bringen. Doch auch, wenn die Kinder zu großen Teilen mitbestimmen dürfen, wird die letztendliche Entscheidung von den Eltern getroffen.

Gut zu wissen:
Kleinkinder, die wesentliche Aspekte noch nicht begreifen können, sollten natürlich noch keine wichtigen Entscheidungen ohne ihre Eltern treffen.

Vorteile der demokratischen Erziehung

Einfühlungsvermögen, Verständnis, Mitbestimmung sowie klare Regeln sind das A und O in der demokratischen Erziehung, weshalb diese Form der Kindererziehung viele Vorteile mit sich bringt. So haben Kinder die Möglichkeit, gewisse Dinge selbst zu erproben und zu bestimmen und dadurch ihre eigenen Erfahrungen machen zu können. Dies stärkt wiederum das Selbstbewusstsein und die Kinder trauen sich, ihre eigene Meinung zu bilden und diese auch kundzutun. Indem die Kinder Vertrauen in sich selbst aufbauen, können die Leistungen sowie das Können besser und realistischer eingeschätzt werden. Zudem lernen die Kinder, auf sich und ihre Talente stolz zu sein. Dies hat zum Vorteil, dass sich die Kinder später nicht durch materielle Dinge, wie zum Beispiel Markenklamotten, profilieren und definieren müssen.

Durch das entgegengebrachte Vertrauen der Eltern werden die emotionale Stabilität sowie die Balance gesteigert. Gleichzeitig werden die Belange sowie Emotionen von Kindern ernst genommen, was positive Auswirkungen auf die gesamte Entwicklung hat. Durch die demokratische Erziehung erhalten die Kinder wichtige Freiheiten und Raum für ihre eigenen Entscheidungen sowie Ideen. Dabei bieten die gemeinsam mit den Eltern aufgestellten Regeln Sicherheit und wichtige Orientierungspunkte im Alltag und für das weitere Leben.

Werden die Kinder demokratisch erzogen, fällt es ihnen im Alltag oft leichter, Vertrauen zu anderen Personen aufzubauen, denn durch ihre Eltern erfahren sie Wärme, Akzeptanz, Zuneigung und Liebe. Generell profitieren die Kinder im gesamten emotional-motivationalen Bereich, was sich unter anderem durch eine größere Selbstsicherheit, mehr Selbstbewusstsein und Ausgeglichenheit äußern kann. Indem die Kinder ihr Selbstvertrauen aufbauen, lernen sie außerdem, ihre Fähigkeiten sowie Talente besser einschätzen und ausleben zu können. Des Weiteren zeigen die Kinder häufig eine höhere Lern- und Leistungsbereitschaft aufgrund der emotionalen Stabilität in ihrer Familie.

Auch die Kritikfähigkeit sowie die sozialen Kompetenzen werden nachhaltig gefördert und die Bereitschaft der Zusammenarbeit ist im späteren Leben meist mehr ausgeprägt als bei der Anwendung anderer Erziehungsmethoden. Dies führt unter anderem zu einer erhöhten Teamfähigkeit und dazu, gemeinsam Lösungen zu finden. Viele wichtige Eigenschaften, die vor allem im späteren Berufsleben von großer Bedeutung sind. Gleichzeitig lernen die Kinder durch die demokratische Erziehung, andere Menschen in ihrem sozialen Umfeld wertzuschätzen und Verständnis aufzubringen.

Doch nicht nur im sozialen sowie emotionalen Bereich ist die demokratische Erziehungsmethode von Vorteil. Durch die rege Kommunikation sowie Interaktion mit den Eltern, die bereits in den jungen Jahren stattfindet, können die Kinder ihren Wortschatz ausbauen und sich einen komplexen Sprachstil aneignen. Dies führt mitunter dazu, dass die Kinder besser argumentieren und ihre Bedürfnisse, Wünsche, Meinungen sowie ihre Einstellung gut artikulieren können.

Weitere Vorteile der demokratischen Erziehung auf einen Blick:

  • Kinder sind kritikfähig, kooperations- sowie kompromissbereit
  • Kinder können sich besser in eine Gruppe einfügen
  • Vertrauen zu einer Gruppe wird schneller aufgebaut
  • Höhere Akzeptanz anderen Meinungen und Ansichten gegenüber
  • Kinder lernen Verantwortung für ihre Handlungen zu tragen
  • Kinder werden zu eigenen Entscheidungen ermutigt
  • Kinder entwickeln ein hohes Maß an Selbstständigkeit sowie Selbstsicherheit
  • Eigenaktivität wird gefördert
  • Kinder zeigen Mitgefühl für ihre Mitmenschen
  • Kinder sind kommunikativ und können Probleme ausdiskutieren

Nachteile der demokratischen Erziehung

Wie jede Form der Erziehung bringt auch der demokratische Erziehungsstil Nachteile mit sich, auch wenn sich diese im Vergleich zu anderen Erziehungsstilen in Grenzen halten und die Vorteile definitiv überwiegen. Als Nachteil kann aufgeführt werden, dass die häufiger stattfindenden Diskussionen zwischen Eltern und Kindern unter Umständen viel Zeit in Anspruch nehmen. Dies ist unter anderem mit dem Mitbestimmungsrecht, der Gleichberechtigung sowie der flachen Hierarchie zu erklären. Zudem kann es zu Problemen im Freundeskreis, in der Schule oder später im Berufsleben kommen, sollten die Kinder nicht bereit sein, Regeln und Grenzen zu akzeptieren.

Die Nachteile im Überblick:

  • Kinder neigen dazu, alles ausdiskutieren zu wollen
  • Hoher Zeitaufwand und Geduld seitens der Eltern erforderlich
  • Kinder sind unter Umständen nicht bereit, aufgestellte Regeln und Grenzen zu akzeptieren
  • Gefahr von unnötigen Endlosdiskussionen
  • Eltern können Schwierigkeiten haben, ihre Kinder als gleichberechtigte Partner zu betrachten

Wird die demokratische Erziehung in ihrer Reinform praktiziert, bedeutet dies in den meisten Fällen eine wahre Geduldsprobe für die Eltern. Insbesondere in stressigen Situationen oder wenn gerade viele Aufgaben anstehen, können die Nachfragen und die daraus resultierenden Diskussionen mit dem Nachwuchs richtig anstrengend werden und für das ein oder andere graue Haar sorgen. Somit ist es wichtig, den Kindern frühzeitig beizubringen, dass es durchaus einige unumstößliche Vorschriften und Regeln in der Erziehung gibt, die nicht wegdiskutiert werden können.

Bitte beachten:
Demokratisch erzogene Kinder neigen häufig dazu, alles auszudiskutieren, was wiederum dazu führen kann, dass Außenstehende dieses Verhalten als respektlos und unangebracht betrachten.

Folgen für Kinder und Eltern

Wird die demokratische Erziehung angewendet, erfahren die Kinder ein ausgewogenes Verhältnis zwischen elterlicher Autorität sowie Entscheidungsfreiheiten. Eltern geben einen gewissen Rahmen vor, in welchem sich die Kinder frei bewegen können. Durch eine gewisse Lenkung der Eltern werden gleichzeitig wichtige Orientierungspunkte geschaffen, die das Leben der Kinder vereinfachen sollen. Die Kinder fühlen sich in ihrer Individualität respektiert und in ihren Wünschen, Bedürfnissen, Vorschlägen sowie Anregungen ernst genommen.

Da Eltern anstelle von Bestrafungen gemeinsam mit ihren Kindern Strategien, Lösungen und Ziele entwickeln und in Teamwork ausarbeiten, ist die Bereitschaft zu lernen und an sich selbst zu arbeiten erhöht. Somit lassen sich in der Schule bessere Leistungen erzielen und die Lernbereitschaft ist generell mehr vorhanden. Zudem ist das Vertrauen in die Eltern größer, was unter anderem dazu führt, dass die Kinder bei Problemen oder Schwierigkeiten die elterliche Hilfe suchen und in Anspruch nehmen.

Der demokratische Erziehungsstil in der heutigen Zeit

Eltern sowie Erziehungsexperten sehen den demokratischen Erziehungsstil als sehr zeitgemäß an, da sich dieser weder einer großen Härte noch einem zu toleranten, beziehungsweise zu laxen Umgang bedient. Indem die Eltern wichtige Orientierungspunkte schaffen und den Kindern eine Mitbestimmung in wichtigen Entscheidungen einräumen, konnte sich die demokratische und liberale Erziehung in Familien sowie in Kindergärten und Schulen etablieren.

Ein weiterer Grund für die Beliebtheit dieser Erziehungsmethode ist, dass die Kinder die Gelegenheit erhalten, ihre Meinungen und Anregungen zu äußern und sich außerdem an wichtigen Normen und Werten orientieren können. Aufgrund dessen fällt es den Kindern leichter, sich bei Problemen oder Schwierigkeiten an ihre Eltern zu wenden und diese nach Ratschlägen zu fragen. Bestrafungen sind übrigens nicht Teil der demokratischen Erziehung, stattdessen wird das intensive Gespräch mit dem Kind gesucht und geklärt, warum die aufgestellten Regeln nicht eingehalten wurden.

Entwickelt hat sich der demokratische Erziehungsstil aus Elementen der antiautoritären Erziehung, welche sich wiederum im Zuge der Studentenbewegungen in den späten 1960er Jahren gebildet hat. Autoritäts-Gegner hatten genug von der jahrelangen blinden Gehorsam, Unterordnung, den strengen Regeln und Zwängen sowie den körperlichen Züchtigungen, die vor allem in der Nachkriegszeit weit verbreitet waren. Eines der größten Probleme der strengen autoritären Erziehung war, dass durch die Unterdrückung die Selbstentfaltung sowie die Kreativität der Kinder stark eingeschränkt wurde.

Der antiautoritäre Erziehungsstil hingegen räumte den Kindern mehr Handlungsspielraum und Entscheidungsfreiheiten ein, um die individuelle Persönlichkeitsentwicklung, die Kontaktfreudigkeit sowie das Selbstbewusstsein zu fördern. Allerdings wurde diese Form der Erziehung von einigen Eltern missverstanden und den Kindern wurden keine Regeln gesetzt oder es wurde zum Teil gänzlich auf Grenzen verzichtet. Zudem handeln antiautoritär erzogene Kinder nach dem sogenannten Lustprinzip und „Nein“ ist ein Wort, welches in der Erziehung nur äußerst selten geäußert wird.

Das Ergebnis waren häufig verzogene und „flegelhafte“ Egoisten, die der antiautoritären Erziehungsmethode ihren schlechten Ruf einbrachten. Aus diesem Grund findet die antiautoritäre Erziehung immer weniger Befürworter, der autoritäre und sehr strenge Erziehungsstil hingegen gilt schon lange als veraltet und nicht mehr zeitgemäß. Mit der demokratischen Erziehung hat sich ein gesunder Mittelweg gebildet, der neben antiautoritären auch autoritäre Elemente beinhaltet und heutzutage vorwiegend in den Kindergärten und Schulen angewendet wird.

Einfache und hilfreiche Erziehungsregeln für Eltern

Blinde Gehorsam, Strenge, starre Regeln und Grenzen, Zwänge sowie Disziplin werden heutzutage von den wenigsten Eltern erwartet. Stattdessen stehen Zuwendung, Geborgenheit, Wärme, Verständnis, gemeinschaftliche Entscheidungen, Mitbestimmung sowie ein liebevoller Umgang im Fokus der Kindererziehung. So soll unter anderem die Eigeninitiative, die Kreativität sowie das Selbstvertrauen der Kinder gestärkt und durch alltägliche Dinge gefördert werden.

Dabei werden die positiven Aspekte der demokratischen Erziehung von vielen Eltern ganz intuitiv umgesetzt und mit einigen autoritären Elementen kombiniert. Wichtig ist, dass ihr euch als Eltern hin und wieder bewusst macht, dass in der Erziehung Fehler passieren und falsche Entscheidungen nicht immer vermieden und deshalb hinterfragt werden können. Um euch bei der Erziehung zu unterstützen, haben wir euch einige hilfreiche Erziehungsregeln zusammengefasst:

Rituale: Egal, ob eine Gute-Nacht-Geschichte vor dem Schlafengehen, das gemeinsame Zubereiten von Mahlzeiten oder der Spaziergang am Wochenende mit der ganzen Familie. Kinder brauchen gewisse Strukturen und wiederkehrende Rituale in ihrem Leben, denn diese vermitteln Geborgenheit, Sicherheit und Halt. Zudem läuft der Alltag mit dem Einbinden von Ritualen entspannter ab, da die Kinder wissen, was auf sie zukommt.

Regeln: Setzt gemeinsam mit eurem Kind Regeln und Pflichten fest, an die sich sowohl ihr als auch euer Nachwuchs halten muss. Zudem solltet ihr in diesem Zuge über Konsequenzen sprechen, sollten die Regeln nicht eingehalten werden.

Freiräume schaffen: Fußballverein, Musikunterricht oder andere außerschulische Aktivitäten machen in erster Linie Spaß. Achtet dennoch darauf, dass euer Kind genügend Zeit und Freiräume für sich selbst hat, denn zu viele Aktivitäten führen schnell zu einer Überforderung.

Vorbild sein: Geht immer mit gutem Beispiel voran und seid eurem Kind im Alltag ein gutes Vorbild. Zudem ist es wichtig, dass ihr euer Kind so behandelt, wie ihr selbst behandelt werden wollt.

Anerkennung und Wertschätzung: Gebt eurem Kind Geborgenheit sowie Liebe und zeigt ihm, dass ihr es wertschätzt und stolz seid. Durch elterliche Anerkennung und Wertschätzung wird unter anderem das Selbstbewusstsein sowie das Selbstwertgefühl gestärkt und die Kinder können besser soziale Bindungen eingehen.

Motivation und Unterstützung: Motiviert euer Kind und zeigt ihm, dass ihr es unterstützt und ihm Dinge zutraut. So stärkt ihr die Vertrauensbasis zwischen euch und eurem Kind nachhaltig.

Zusammenfassung zum Thema demokratische Erziehung

Die demokratische Erziehung zeichnet sich in erster Linie dadurch aus, dass wichtige Entscheidungen im Vorfeld mit den Kindern besprochen werden. Wünsche, Bedürfnisse und Vorschläge der Kinder werden bei den Entscheidungen stets berücksichtigt, wobei das letzte Wort dennoch die Eltern haben. Durch das Aufstellen von gewissen Regeln und Grenzen entsteht ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Autorität und Freiheit. Zudem haben demokratisch erzogene Kinder die Möglichkeit, viele Dinge selbst zu entscheiden und somit ihre eigenen Erfahrungen zu machen.

Dabei gehören die Förderung von Eigeninitiative, Selbstbewusstsein und Kreativität zu den vielen Vorteilen des demokratischen Erziehungsstils. Durch die Kommunikation und Interaktion mit den Eltern werden zudem die Sprachkenntnisse sowie der gesamte Wortschatz verbessert. Ein Nachteil der demokratischen Erziehung ist, dass die Diskussionen mit den Kindern oft sehr langwierig sein können und den Eltern nicht nur Zeit, sondern auch Geduld abverlangen. Da die Vorteile jedoch überwiegen, ist der demokratische Erziehungsstil heutzutage weit verbreitet und wird in vielen Kindergärten sowie Schulen angewendet.

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