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Kind 9 Jahre: Das müssen Eltern wissen!

Kind 9 Jahre

Gefällt dir meine Frisur? Hast du schon meinen neuen Pullover gesehen? Fragen, die das Aussehen betreffen, werdet ihr von eurem Kind nun wahrscheinlich häufiger hören, denn für neunjährige Mädchen und Jungen wird das eigene Aussehen immer wichtiger und auch Gleichaltrige werden mittlerweile eingehend beäugt. Dabei sind Neunjährige jedoch alles andere als oberflächlich, sondern haben stets ein offenes Ohr für ihre Freunde und können sich gut in ihr Gegenüber hineinversetzen.

Was sich sonst noch alles in der Entwicklung von Neunjährigen tut, erfahrt ihr in diesem Artikel. Zudem haben wir Tipps für Eltern in Sachen Mediennutzung und wie ihr mit Stimmungsschwankungen bei eurem Kind umgehen könnt.

Soziale und persönliche Entwicklung bei Neunjährigen

Die Eltern sind nach wie vor die wichtigsten und engsten Bezugs- und Vertrauenspersonen von neunjährigen Kindern. Nichtsdestotrotz gehen die Mädchen und Jungen in diesem Alter immer häufiger ihre eigenen Wege, beanspruchen einen größeren Freiraum für sich und wollen mehr Verantwortung übernehmen. Im gleichen Zuge werden soziale Kontakte zu Gleichaltrigen immer wichtiger und auch das andere Geschlecht wird zunehmend interessanter.

Die Freizeit wollen Neunjährige vorwiegend mit ihren Freunden verbringen und nicht mehr mit den Eltern oder Geschwistern. Unter den Freunden werden selbstständig Verabredungen getroffen, Regeln aufgestellt und eingehalten. Sollte einmal jemand gegen die Regeln verstoßen, wird überlegt, was als Konsequenz folgt: Soll dem Freund nochmal verziehen werden? Ist das die Freundschaft wert? Durch das gemeinsame Spielen, dem Einhalten von Regeln und auch mit dem Experimentieren mit Grenzen lernen die Kinder, sich pragmatisch zu verhalten.

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Kinder mit neun Jahren sind zudem äußerst wissbegierig und stellen viele Fragen, egal zu welchem Thema. Neben der Schule kann der Wissensdurst unter anderem durch altersgerechte Sachbücher gestillt und bereits Erlerntes gefestigt werden. In diesem Alter wird den Kindern ihr eigener Körper mehr und mehr bewusst und Mädchen und Jungen gleichermaßen beschäftigen sich nun mit ihrem Aussehen. Dabei war es den Kindern bis vor kurzem meist noch herzlich egal, was andere über ihr Aussehen denken.

Mittlerweile zählt die Meinung von Gleichaltrigen jedoch immer mehr und nicht nur das eigene, sondern auch das Aussehen anderer Kinder wird kritisch beäugt. In diesem Zuge wächst bei Neunjährigen auch das Misstrauen und sie beginnen, Ängste oder gar Selbstzweifel zu entwickeln, was wiederum zu einem vorübergehenden Rückzug führen kann. Einige Kinder haben hin und wieder auch mit Stimmungsschwankungen zu kämpfen, die bereits an den hormonellen Veränderungen liegen können.

Unter anderem durch die neu entwickelte Selbstreflexion und die neuen Erfahrungen bildet sich jedoch auch das Selbstbewusstsein und die Persönlichkeit der Kinder immer weiter aus. Gleichzeitig werden die Kinder zunehmend selbstständiger, unabhängiger und entwickeln mit der Zeit mehr Selbstvertrauen. Zudem wird die Fähigkeit, das Handeln von Freunden, Familienangehörigen oder anderen Menschen besser einschätzen zu können, nachhaltig verbessert. So können sich die Kinder mittlerweile sehr gut in andere Personen hineinversetzen und andere Meinungen sowie Ansichten akzeptieren.

Gut zu wissen:
Die Entwicklung geht auch bei Kindern mit neun Jahren noch unterschiedlich schnell vonstatten. So ist es völlig normal, dass neunjährige Mädchen und Jungen in ihrer jeweiligen Entwicklungsstufe ein bis zwei Jahre auseinanderliegen können.

Die Gefühlswelt von Neunjährigen

Sowohl neunjährige Mädchen als auch Jungen sind in diesem Alter leicht erregbar und zudem sehr verletzlich, wobei die Gefühle meist spontan zum Ausdruck gebracht werden. Jungs reagieren in manchen Situationen durchaus aggressiv oder werden sogar handgreiflich. Allerdings vertragen sich Gleichaltrige nach einem vorangegangenen Streit meist schnell wieder.

Bevor die Pubertät zuschlägt, sind die Kinder in der Regel noch sehr offen und schenken ihrem sozialen Umfeld schnell ihr Vertrauen. Gleichzeitig suchen die Kinder nach wie vor Aufmerksamkeit, Geborgenheit und Zuwendung von ihren Eltern. Wichtig ist, dass ihr als Eltern euer Kind auch ohne Aufforderung oder Nachfrage lobt und dessen Fähigkeiten honoriert und hervorhebt. So stärkt ihr das Selbstvertrauen und das Selbstbewusstsein eures Kindes nachhaltig.

Kinder mit neun Jahren haben ein sehr ausgeprägtes emotionales Gedächtnis. Dies bedeutet, dass Erlebtes emotional abgespeichert wird und im Bewusstsein bleibt. Somit haben sowohl gute als auch schlechte emotionale Erlebnisse eine Auswirkung auf das weitere Leben des Kindes. Zudem werden Vorbilder in diesem Alter immer wichtiger, wobei sich Jungen meist an einer männlichen Person und Mädchen hingegen an einer weiblichen Person orientieren.

Mediennutzung bei Neunjährigen

Klar – Kinder wollen und dürfen in einem gewissen Rahmen altersgerechte Filme, Wissensserien oder andere Serien anschauen. Dennoch sollten Eltern bei der Mediennutzung auf einige Dinge achten: So ist es beispielsweise wichtig, dass ihr kontrolliert, was euer Kind im Fernsehen oder auf dem Tablet anschaut. Wenn ihr nicht von vornherein gemeinsam mit eurem Kind fernschaut, solltet ihr regelmäßig nach dem Rechten sehen, welches Programm bei eurem Sprössling gerade läuft.

Um dem Fernseher oder dem Tablet keine zu große Bedeutung beizumessen, solltet ihr nicht mit einem Fernseh- oder Tabletverbot drohen. Generell sollte die Mediennutzung unter keinen Umständen als Belohnung oder Bestrafung eingesetzt werden, denn auf diesem Wege steigert ihr unbewusst das Interesse nach dem Fernseher, dem Tablet oder dem Smartphone.

Vereinbart für die Mediennutzung feste Regeln, die besagen, ob, wann, wie lange und was im Fernsehen angeschaut wird und achtet darauf, dass diese Vereinbarungen auch eingehalten werden. Experten empfehlen, neunjährige Kinder nicht länger als 45 bis maximal 60 Minuten täglich vor dem Fernseher oder anderen Medien verbringen zu lassen. Ein Fernseher im eigenen Kinderzimmer hat in diesem Alter übrigens nichts zu suchen, denn so ist keine Kontrolle möglich.

Am besten sind Kinder sowieso draußen beim Rumtoben aufgehoben, denn dort kann ihr nach wie vor großer Bewegungsdrang gestillt werden. Zudem brauchen Kinder einen Ausgleich zum langen Sitzen in der Schule sowie konzentrierten Lernen und Hausaufgaben machen. Vor allem die Männer der Schöpfung können oft nicht lange stillsitzen und wollen Action, wohingegen sich Mädchen gerne auch mal mit ruhigen Dingen, wie zum Beispiel dem Malen oder Lesen, beschäftigen.

Auch Gesellschaftsspiele stehen bei neunjährigen Kindern hoch im Kurs. Diese machen nicht nur Spaß und können mit der ganzen Familie oder Freunden gespielt werden, sondern können auch das Gedächtnis trainieren. Um die kognitive Entwicklung zu unterstützen, bieten sich beispielsweise Denk- und Knobelspiele sowie Strategie- und Wissensspiele an.

Sexuelle Aufklärung bei Neunjährigen

Kinder mit neun Jahren sollten bereits über die Funktionen der inneren und äußeren Geschlechtsteile aufgeklärt sein, denn in der Schule sowie unter Gleichaltrigen ist dies schon mal ein heiß diskutierter Gesprächsstoff. Weiß ein Kind in diesem Alter also noch nicht Bescheid, wird es womöglich ausgelacht, was wiederum zu Unsicherheiten führen kann. Zudem trägt das Fernsehen oder die Mediennutzung generell maßgeblich dazu bei, dass das Thema Sexualität von den Kindern aufgegriffen wird.

Da es bei neunjährigen Mädchen und Jungen auch in Sachen körperlicher Entwicklung rasant weiter geht, könnt ihr bestimmte Themen mittlerweile behutsam ansprechen. So könnt ihr euer Kind zum Beispiel schon mal über die ersten körperlichen Veränderungen, zu welchen eine erhöhte Schweißbildung, Körpergeruch, Brustspannen oder das Sprießen von Scham- oder Achselhaaren gehören, vorbereiten und auf diese eingehen.

Gut zu wissen:
Häufig wird es von Neunjährigen als ziemlich peinlich empfunden, mit den Eltern über die körperliche Entwicklung oder über das andere Geschlecht zu reden. Aus diesem Grund bieten sich altersgerechte Bücher zu dem Thema Aufklärung von vorpubertierenden Kindern an. Zudem kann die mediale Vermittlung von Sexualität eine Rolle in Sachen Aufklärung spielen und die Eltern in ihrer aufklärenden Aufgabe unterstützen.

Stimmungsschwankungen bei Neunjährigen

Selbstzweifel, Frust und Launenhaftigkeit sind in gewissem Maße eine ganz normale Entwicklungsphase bei neunjährigen Mädchen und Jungen. Die Stimmung kann innerhalb von nur wenigen Minuten kippen: Gerade erst wurde noch fröhlich und zufrieden im Garten gespielt und plötzlich kommt euer Kind schreiend und schimpfend ins Haus, um sich über Gott und die Welt auszulassen.

Doch warum sind Stimmungsschwankungen unter Neunjährigen so verbreitet? Die Entwicklung ist nicht immer einfach, so haben bereits Kleinkinder mit Aggressionen, Wutausbrüchen und Frustration zu kämpfen. Stress, eine ungewohnte Umgebung oder die Geburt eines Geschwisterchens können dazu führen, dass die Frustrationsgrenze überschritten wird.

Kinder im Alter von neun Jahren fühlen sich häufig zusätzlich durch die Schule unter Druck gesetzt. Daheim in den sicheren vier Wänden wird die angestaute Wut und die Unsicherheit dann abgelassen, was den Eltern in ihrer Erziehung natürlich einiges an Geduld abverlangt. Hinzu kommt, dass bei Neunjährigen allmählich eine hormonelle Veränderung vonstattengeht, was wiederum die Pubertät langsam, aber sicher einläutet.

Stimmungsschwankungen können sich mit folgenden typischen Anzeichen bemerkbar machen:

  • Aggressionen und Trotz (vor allem gegenüber Eltern oder Geschwistern)
  • Traurigkeit und Weinerlichkeit
  • Angst und Zurückgezogenheit
  • Probleme beim Einschlafen und generelle Schlafprobleme
  • Unruhe und Hilflosigkeit
  • Wenig Appetit
  • Streitlustiger als sonst
  • „Zickt“ herum und fühlt sich häufig missverstanden

Hin und wieder Stimmungsschwankungen zu haben, ist allerdings ein völlig normaler Prozess und gehört zu jeder gesunden Entwicklung eines Kindes hinzu. Ist das Auf und Ab der Gefühle jedoch stark ausgeprägt und halten die Stimmungsschwankungen über einen längeren Zeitpunkt an, ist es ratsam, einen Arzt zu konsultieren.

Neben einer gründlichen Anamnese sowie durch körperliche Untersuchungen, die auch die Gehirnfunktionen unter die Lupe nehmen, kann festgestellt werden, ob womöglich eine Erkrankung beim Kind vorliegt. Zu den ernsteren Erkrankungen, die mit Stimmungsschwankungen einhergehen, gehören unter anderem Schilddrüsenerkrankungen, Bindungs- oder Angststörungen oder Hyperkinetische Störungen (ADHS).

Gut zu wissen:
In den meisten Fällen sind Stimmungsschwankungen harmlos und wirklich nur eine vorübergehende Phase, weswegen ihr nicht in Panik verfallen müsst.

Hilfreiche Tipps bei Stimmungsschwankungen

Streit und Auseinandersetzungen sind in diesem Alter völlig normal und kaum zu vermeiden. Euer Kind will immer mehr seinen eigenen Weg gehen, es grübelt vermehrt über sich und andere Menschen nach und zieht sich manchmal in sein Schneckenhaus zurück. In dieser Zeit beginnen die Kinder außerdem damit, sich nach und nach von ihren Eltern abzunabeln und ihre eigene Sichtweise zu entwickeln. Sind die Stimmungsschwankungen harmlos und einfach altersbedingt, gibt es einige Tipps für geplagte Eltern. Damit euch keine unnötigen grauen Haare wachsen und eure Nerven geschont werden, haben wir euch die besten Tipps für den Alltag zusammengestellt:

Regelmäßiger Tagesrhythmus: Kinder brauchen einen geregelten Tagesablauf, weshalb es sinnvoll ist, die Mahlzeiten möglichst zur gleichen Uhrzeit abzuhalten und feste Tageszeiten für die Hausaufgaben und für die Freizeit einzuführen.

Regeln aufstellen: Regeln, Grenzen und klare Absprachen sind im gemeinsamen Miteinander unumgänglich und bieten einen Rahmen, in dem sich euer Kind frei bewegen kann. Damit sich euer Kind nicht übergangen oder ungerecht behandelt fühlt, solltet ihr gemeinsam mit der gesamten Familie einige feste Regeln aufstellen, an diese sich nicht nur euer Kind, sondern auch ihr als Eltern halten solltet.

Ausreichend Bewegung: Austoben an der frischen Luft ist und bleibt das beste Mittel gegen schlechte Laune und Stimmungsschwankungen. Durch ausreichend Bewegung kann sich euer Kind auspowern, einen Ausgleich zur Schule schaffen und wirkt generell ausgeglichener, was sich positiv auf Stimmungsschwankungen auswirkt.

Gemeinsame Familienzeit schaffen: Unternehmt hin und wieder Ausflüge zusammen, macht einen Spieleabend oder arbeitet an gemeinsamen Projekten, wie zum Beispiel Basteln, Kochen oder Backen. Sobald Kinder von einer Sache überzeugt sind, sind sie mit Herz und Seele dabei.

Möglichkeit der U11 für Neunjährige

Im Alter von 9 bis 11 Jahren kann beim Kinderarzt die sogenannte U11 durchgeführt werden. Diese Untersuchung schließt die Lücke zwischen den Früherkennungsuntersuchungen U1 bis U10 sowie der J1, auf die Jugendliche im Alter zwischen 12 und 14 Jahren einen Anspruch haben. Ziel der U11 ist es, Konzentrationsschwächen, schulische Leistungsprobleme, Verhaltens- sowie Sozialisationsstörungen zu erkennen und gegebenenfalls entsprechende Therapie- oder Förderungsmaßnahmen einzuleiten.

Des Weiteren wird im Zuge der U11 die Zahn- sowie Mundhygiene kontrolliert und auf mögliche Kieferanomalien geachtet. Zudem können sich die Eltern und der Nachwuchs über Themen wie eine gesunde Ernährung und Lebensweise sowie dem Umgang mit Stress oder der Mediennutzung beraten lassen. Auch Schutzimpfungen sowie Auffrischungen einiger Impfungen können bei der U11 mit dem behandelnden Arzt abgeklärt werden.

Bitte beachten:
Anders als die kostenlosen Früherkennungsuntersuchungen U1 bis U9 werden die anfallenden Kosten der zusätzlichen Vorsorgeuntersuchungen U10 und U11 nicht von allen Krankenkassen oder nur zum Teil übernommen. Daher empfiehlt es sich, im Vorfeld bei der jeweiligen Krankenkasse nachzufragen.

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